Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 62 (1921)
- Issue
- Heft 29 (21.7.1921)
- Date
- 1921-07-21
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 8. No. 29. „Der JSraeitt/ 21. Juli 1931. l! £>. '»> r Grass-Bondi (vorm. M. C. Kirchbamn Nachf.) Frankfurt a. M., Große Eschenheimerstr. 4. Spezialität: komplett""8 Braut-Ausstattungen Verwendung nur guter Qualitäten bestens in Wäsche und Haltbarkeit Baby* Ausstattungen Sorgfältige Bedienung Sauberste Ausführung 3535 a Beste Verarbeitung ja ■'= Samstags geschlossen. " Frankfurter Kerichtr. Siegfried Stern V"2- Ungewöhnlich warme Teilnahme har der plötzliche Heimgang SiegfrtedSlerns, des einzigen Sohnes unseres alloerehrten Gemeindevorstehers, Adolf Stern, in allen Schichten der hiesigen jüdischen Bevölkerung hervorgerufen. Der Verstorbene, der das Opfer einer Lungenentzündung geworden ist, war von seinen Eltern im gut jüdischen Geiste erzogen worden und hatte im Verein mit seiner jungen Gattin, einer Tochter des unvergeßlichen Dr. Avraham Hirsch*Halberstadt, vor wenig Jahren ein Haus gegründet, das eine Statte harmonischen jüdischen Familienlebens geworden war und eine Quelle des Segens für weitere Kreise, für die jüdischen Gesamtheitszwecke zu werden versprach. Nun hat der unerforschliche Ratschluß des Höchsten dieses Glück und die'e Hoffnungen jäh vernichtet, und es knüpft sich alles Hoffen an die verwaisten kleinen Knaben, die von ihrer Mutier sicherlich im gleichen Geiste zu wackeren jüdischen Männern heranerzogen werden. Diesen Empfindungen gab an der Bahre Herr Rabbiner Dr. Breuer lebendigen Ausdruck, zur Ergebung in den Willen Gottes mahnend, defien Heimsuchung immer, auch wenn wir fie nicht verstehen, nichts als Liebe bedeute. Leopold Wasserstei« ' Mit Eingang des 7QV ist Herr Leopold Wallerstein am 3. Tammns nach eintägigem Krankenlager im Alter von 84 Jahren iu die ewige Heimat eingegangen. Rückschauend auf sein langes Leben dürfen diedie ihn kannten, ihm das Zeugnis ausstellen, daß sein ganzes Leben vom 7121?-Geist getragen wardenn all sein Denken, Streven und Handeln legte er seinem Schöpfer zu Füßen. Seine Gottesfurcht und sein Gottvertrauen ließen ihn stets danach trachten, der Thauro gemäß zu leben, immer vollkommener in Erfüllung der JVBID zu werden und befähigten ihn zu gott- und menschengefälligen Werken höchster Liebe und Aufopferung. Weit über den Kreis, unserer Gemeinde hinaus, an der er mit allen Fasern seines Wesens hing und die ihn wegen seiner schlichten, freundlichen und hilfreichen Art zu verehren wußte, war er in der Geschäftswelt ob seines vorbildlich strengen Rechtsgefühls hochangesehen, vielen, auch Nichtjuden, ein hochgeschätzter Berater, auf dessen Zuneigung man großen Wert legte. So zeichnete eine erste Persönlichkeit ans der hiesigen nichtjüdischen Geschäftswelt dieser Tage sei» Wesen mit den Worten: „Er war in seiner Anspruchslosigkeit nachsichtig gegen die Schwächen Anderer und streng gegen sich selbst, kurz, ein seltener Mensch, an dem mir ein Beispiel zu nehmen, ich mir oft vor- | genommen hatte." — So war sein Leben ein wahr» Haftes c&n iwp. Er kannte keine krummen Wege, | nahm es in Erfüllung der göttlichen Gebote peinlich genau und war voller Verehrung für Thaurogelehrte, deren Lehren er in seinem ganzen Leben ein aufhorchender Schüler und treuer Befolger blieb. Das Wort des 2i war ihm heilig nnd verbindlich, und es war sein Stolz, sich seiner Sympathie erfreuen zu dürfen. Mir aller Herzeuswärme „war er Genosse allen, die Gott fürchteten." Aus kleinen ländlichen Verhältnissen hervorgegangen, dem Schoße einer echtjüdischen Familie entstammend, har er treu die elterlichen Traditionen bewahrt und war glücklich, sein Leben in Frankfurt, wo Samson Raphael Hirsch jüdische Großtaten vollbrachte, vollenden zu dürfen. Was er in aufopfernder Hingabe oft über feine Verhältnisse für Witwen, Waisen und Arme geleistet, wie er allezeit offenen Herzens und offener Hand gespendet und vornehmlich Thaurolernen gefördert und unterstützt hat, ohne daß sein Name genannt werden durfte, das lebt fort in zahllosen dankbaren Herzen. — Sein Haus war eine Stätte echter Frömmigkeit und altjüdischer Gastfreundschaft. — „Nur Niemanden sein" oder „in meinem Haus darf kein Pin pß>S geredet und kein IM'21 getrieben werden" das waren Worte, mit denen er das Unschöne aus seiner Nähe zu bannen wußte. — So ist er nach einem Leben der Arbeit auch an sich, heimgegangen und hat wohl nur Freunde zurückgelassen. Seiner Bahre gab eine große Menge ehrfurchtsvoll das Geleite, und an seinem Grabe zeichnete Rabbiner Dr. Breuer in ergreifenden Worten das Bild des Heimgegangenen als eines echten und rechten Jehudi, defien Alter durch das Leben seiner Jugend nicht beschämt wurde. — Rabbiner Dr. Bondi aus Mainz, ein Schwiegersohn des Entschlafenen, sprach tiefbewegt Worte der Verehrung und des Dankes für die vorbildliche Treue und Hingebung, die das echtjüdssche Leben dieses bei aller Schlichtheit so wertvollen Mannes auszeichneten. — Sein Andenken wird die Seinen, die er im Verein mit seiner ihm seit zwanzig Jahren vorausgegaugenen Gattin in echtjüdischem Sinne erzogen hat, zu allem Guten und Frommen anspornen, dann wird sich bewahrheiten das Wort'. N2127 P'IL 12t. Aus der Zeit des Untergangs des jüdischen Staates. Während der „drei Wochen" spricht Herr Rabbiner Dr. Bondi aus Mainz jeden Dienstag um 8‘/4 Uhr abends, inderAgudasJisroel-Jugendruppe. Der erste Bortrag behandelt die „Schutzerrschaft der Römer", der zweite die „Verwaltung Palästinas durch römische Landpfleger", der dritte den „Krieg gegen die Römer". Gewiß werden viele in diesen Wochen ernsten Gedenkens gerne an der Hand eines kundigen Führers und auf Grund der neuesten Forschungen die Eretgnifie mit durchleben, die zur Katastrophe des neunten Aw führten. Vereinskalender. Verein Mekor Shajim. Samstag mittags 12*/« Uhr, im Hörsaale Friedberger Anlage: „Mikro"- Herr Gabriel Plaut — nachm. 48/4 Uhr im Vereinslokale: „Pirke Omans"- daran anschließend Jahrzeitstiftungslernen, Lehmann Weil - Stiftung. — abends 8*/, Uhr im Hörsaale: „Midrasch"- Herr Herz H a l p e r n. Sonntag vorm. 93/t Uhr und DtenStag nachm, eine Stunde vor Mtncho, im Bereinslokale: „Gemoro"- Herr R. B. Posen. SM Eschenheimer Turm Spezialitäten- Neu eröffnet: KAFFEE ersten Ranges W e in k I a u s s Eingang uur StiftstraBe Montag: Jahrzeitstiftungslernen, Loeb Schwab- Stiftung. Allmorgenlich Mtschnalernen im Hörsaale. Allabendlich 88/4 Uhr: „d"lp-Lernen im Verein lokale; Herr H. Halpern. Agudas Jiöroel-Jugendgruppe. Sonntag vorm. 8 Uhr: „Raschi"; Herr Leopold Oppenheimer. DienStag abend 8 Uhr: „Gemoro"; Herr Dr. Hofmann. — 8*/« Uhr: Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Bondi, Mainz: „Die Schutz- Herrschaft der Römer". Damen und Herren. — 9 Uhr: „Tefilloh"- Herr Oberlehrer Kaufmann. Mittwoch abend 83/4 Uhr: „Newiim" - Herr Simon Unna, Kleine Obermainstr. 30. Donnerstag abend 8l/i Uhr: „Chaurew"; Herr Dr. Ehrmann. (Herren und Damen). SamStag vorm.) 9 Uhr: „Gemoro"; Herr Dr. I. Posen,. Am Tiergarten 38. — 11*/, Uhr: „Gemoro" - Herr H. Halpern, — 11°/« Uhr: „Mischna"; Herr A. Hirschberg. — nachm. 5 Uhr: „Gemoro" für Anfänger; Herr Leop. Oppenheimer. Der Schiur 71120 'oa von Dr. S. Ehrmannn findet jeden Morgen um aU7 Uhr statt. . Allabendlich 7« (Btunbe vör Nacht findet Lernen von wechselnden Dozenten statt, Agudas Jisroel-Müdchengruppe. Samstag nachm. 4 Uhr: „Thauro"; Herr A» H t r f ch b e r g. — 5 Uhr: „Thillim"; Herr LouiS Kahn. Verein jn mb- SamStag nachm, nach „Mtncha", Hörsaal Friedberger Anlage; Herr Prof. Dr. Sulzbach. Beshamidrasch, Ostendftrafte 18 Sonntag früb 8—9 Uhr, Montag, DienStag und Mittwoch abend 8-9 Uhr: „Gemoro- Schiur" Köp 822: Herr Rechtsanwalt Dr. I. Breuer. Heöetzetterr pbz rorc. Freitag abenv 7.25. Samstag morgen 7.45. Samstag nachm. 5.—. Samstag abend 9.15. WochengotteSdienst: i Morgens 6.15. Nachmittags 7.15. Sonntag nachm. '7.45. T- Für den Inseratenteil ist die Redaktion nicht verantwortlich; insbesondere ist es ausschliesslich Sache der Leser, die ha Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angaben religionsgesetzlichen Charakters auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen. Gewesener Kaufmann, geborener Oesterreicher, wohnt seit läng. I. in Deutschland, Witwer Mitte der 50, geh. Herr, m. viel. Welterfahrungen sicherer Position aus vornehmer streng religiöser Fam., g. Charakt-, feinem Betragen mit 20 Mille Barverm. w. zwecks HEIRAT mit etwas vermög. Dame, Ans. 50 (Witwe ohne Kinder nicht auSgeschl.) ltebvolle gemütl. intell. Ersch., geb., g. Charakt., sparsam, aus achtbarem Hause und in allen Fächern des Haushalts gewandt, bekannt zu werden. DtScr. Ehrens. Offerten erbeten unter Rr- W. I. 23968 an die Expedition dieses Blattes. Heirat. für ein j. isr. tüchtigen Mann, wenn auch vermögenslos i. e. langbestehendes Furagen und Landesprod. Handlung a. e. oberheff. kl. Platze. Dame ist hübsch inng und vermögend. Gefl. Off. unter J. K. a. «Invalidendank, hier. 3615a A Für meine Schwägerin, hübsches gediegenes, charaktervolles Fräulein, 30 I. alt, aus bester. Münchner Fam., Häusl, tüchtig, m. Barmitg. v. so Mille, 2 Zimmereinrichtungen suche ich charaktervollen strebsamen Lebensgefährten m. g. auskömmlicher Stellung, Agentur oder Eigengeschäft. Str. Diskr. zugestchert u. verl. Zuschr. unt. M. W. 8652 an Rudolf Mo sie, München. (2003 Sckatsgesuch. 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