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Der Israelit · 1921-07-21 · Heft 29 (21.7.1921) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
62 (1921)
Issue
Heft 29 (21.7.1921)
Date
1921-07-21
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Der Israelit. Nr. 29. Seite 3 21. Juli 1931. <3k E G R J BE RUN SPAN DAUER ST RA SS E Wäsche>Ausslallungen Damen-, Herren- und Kinder-Wäsche Anfertigung in eigenen Werkstätten Wohnungs^EInrichfungen Ständige Ausstellung eingerichteter Zimmer von einfacher bis zu vornehmster Art Vier Stockwerke Möbel Gardinen ♦ Möbelstoffe * Teppiche . Beleuchtungskörper auf Grund besonderer Verleihung durch die bayerische Regierung. Er sei eben keine Vereinigung von Reltgionsgesellschaften, sondern von Religionsgemeinden. Üeber dir Höhe der als Gemeindesteuern zulässigen Zuschläge zu den direkten Steuern sei bisher noch keine Einigung erzielt. Voraussichtlich werde für die Orts- und Landesumlagen eine Grenze von 10% der staatlichen Steuer vorgesehen werden. Wichtig ist, daß auch in Bayern nunmehr an einem Orte mehrere Religionsgemesinden nebeneinander bestehen können. Ueber die Frage des Anschlusses an den Deutsch -Israelitischen Gemeindebund sagt der offizielle Bericht folgendes: Es folgte nunmehr die Frage des Anschlusses des Verbands an den Deutsch-Israelitischen Gemeindebund. Dr. B ra der-AnSbach trug wiederholt seinen bereits im Rat eingenommenen Standpunkt vor und fand die Unterstützung von Dr. Stetn-Schmeinsurt und Dr. Silberschmidt-Klssingen. Maßgel end für die Haltung der Genannten war außer den religiösen Bedenken auch die Tarsache, daß die Verfassung des D. I. G. B. von der Reichsregierung noch nicht genehmigt und deshalb die Anschlußfrage noch nicht spruchreif sei. Trotz der nachdrücklichen Aufforderung zum Anschluß seitens des Herrn Prof. Kalischer-Berltn und trotz der eindringlichen Ausfühlungen von Dr. Freund-Berlin, der für einen wenn auch nur durch die Einigung der religiösen Richtungen bedingten Anschluß des Verbandes etntrat, hat sich die Tagung dem Beschluß des Rates angeschlofsen und von einer Anschlußerklärung zur Zeit noch abgesehen. Sie hat die weitere Verfolgung der Angelegenheit dem BerfassungsauSschuß übertragen, jedoch ihre Sympathie mit der Schaffung der Reichsorganifation ausgesprochen und eine Beihilfe zu den Anstalten und Einrichtungen der Reichsorganisation im Betrage von Mk. 10000 beschlossen. Anerkennung verdient die von der Versammlung angenommene Bestimmung, daß die Ausschüffe gegen das einstimmige Votum der darin befindlichen Rabbiner, sobald sich dieses Votum auf religiöse Gründe stützt, nichts beschließen können. Ein kleiner Rest von Pietät für die Ministerialentschließung von 1863 ist in Bayern doch immer noch vorhanden. Me neuen Bestimmungen über die Einwanderung nach Palästina. Eine soeben ausgegebeue amtliche Mitteilung der paläfttnenfi chen Regierung kündigt an, daß das vollkommene Einwanderungsverbot, das bisher bestand, nunmehr aufgehoben ist. Die offizielle Kundgebung lautet wie folgt: „Die Einwanderung nach Palästina, die im Mai wegen der Jaffaer Unruhen eingestellt wurde, ist wieder ausgenommen worden, unterliegt jedoch gewissen Bedingüstgen) einem gewisien Teil der Einals Stätte der Frauen bezeichnet, ppö hingegen als Zusammenkunftsort der Männer. Wie schön wäre xs, wenn jede Frau in Israel im Heiligtum ihres Hauses ihre segensreiche Tätigkeit entfaltete und öle Männer ihre eigentliche Wirkungsstätte im Hause des Hesligtumes erblicken wollten. Das wäre eine schöne Arbeitseinteilung und ein Lob für beide, für die Männer und die Frauen, namentlich für die Frauen und Männer im Israel der Gegenwart. Kleines Ieuilleion. (Die zehn Stämme). In England gibt es bekanntlich eine religiöse Sekte, die den Namen „Britische Israeliten" führt und die behauptet, die Engländer seien identisch mit den verloren gegangenen zehn Stämmen des jüdischen Nordreiches. Diese britisch-israelttifche Gesellschaft, die Ortsgruppen in allen englich sprechenden Ländern besitzt, hat nach einer Meldung der Londoner „Zeit" dieser Tage einen Kongreß tu King George's Hall abgehalten, bet dem Lord GhiSborougb präsidierte. Der Kongreß hat zunächst dem König Georg ein Telegramm geschickt, worin ihm versichert wird, er „sitze auf dem Throne des Königs David" und könne der Loyalität der „britsch-israelittschen Federation" sicher sein. Der Vorsitzende hielt dann eine längere Ansprache, in der er ausführte, die ganze Stellung Amerikas und Englands tn der Welt entspreche den von den jüdischen Propheten gegebenen Verheißungen, sowie den Zusicherungen Gottes an Abraham. Die zehn Stämme seien die ewigen Träger des Davidsthrones,' sie beherrschten die „Tore wunderer, die ihre Wohnorte^bereits verlassen oder sich in europäischen Häfen eingeschifft hatten, als das Einwanderungsverbot bekanntgegeben wurde, wird nun erlaubt, in das heilige Land etnzuwandern. Die erste Gesellschaft ist ohne Zwischenfall in Haifa gelandet worden, und es wird erwartet, daß andere imstande sein werden, ihre Reife ohne weitere Verzögerung fortzusetzen. Da die Lage in Palästina nichts, was die Natur einer Masseneinwanderung hätte, möglich erscheinen läßt, so wird die Erteilung von Visas für die Einwanderung in das Land — abgesehen von den jetzt unterwegs befindlichen Gesellschaften — auf die folgenden Kategorien beschränkt: s.) Reisende, deren Aufenthalt drei Monate nicht übersteigt, d) Personen, die sich unabhängig mit eigenen Geldmitteln erhalten, e) Personen mit bestimmten Berufen, die beabsichtigten, diese in Palästina auszuüben, d) frühere Bewohner von Palästina, die nach ihrer Heimat zurückkel,ren, e) Frauen und Kinder, die vollständig von palästinensischen Einwohnern abhängig sind, .k) Personen, die endgültige Aussicht auf der Ozeane", sie seien es, die „den Völkern Geld ausleihen, ohne selber leihen zu müssen". Dieses und vieles andere rechtfertige die Behauptung, daß England und Amerika diejenigen Völker seien, auf die die Prophi-zeihungen der Propheten patzten und die sich daher als Nachkommen der zehn Stamme betrachten dürften. Aamiliennachrlchien. Geburten. Einen Sohn (Leo) Lehrer Abraham Trepp und Frau Claire geb. Cohn, Quakenbrück. Sabbat-Hnkang und Umgang. pbz nnw- Ort: Anfang Datum Ausgang llhljvttn. ir,2ij 5681 Uhr l'ifltti. Frankfurt n. M 7 28 23. 17. 9 15 Berlin .... 7 30 Juli Tammutz 9 08 München . . . 7 15 8 49 Strastburg . . — — — — Stuttgart. . . 7 3o 9 05 Pose« .... — — — — Nürnberg. . . 7 — 8 58 Hamburg. . . 8 — 9 37 Anstellung bei bestimmten Arbeitgebern oder Unternehmungen haben, g) Personen mit religiösen Beschäftigungen, die in den letzten Jahren nach Palästtna gegangen sind und die Nachweisen können, daß sie die Mittel zum Lebensunterhalt haben. So erfreulich es ist, daß die palästinensische Regierung nunmehr zu glauben scheint, daß sie mit den rebellischen arabischen Bootsleuten fertig zu werden imstande sein wird, so kann man doch begreifen, wenn der ganze Tenor dieser Kundgebung in zionistischen Kreisen und darüber hinaus, recht bittere Gefühle auslöst. Daß man es nicht einmal wagt, die unterwegs steckengebliebenen Chaluzim ins Land hinein zu lassen, und nur einem gewiffen Teile die Einwanderung gestatten zu können glaubt, zeigt ebenso wie die unbestimmte Form in der man die ungestörte Landung weiterer Emigrantengruppen, „erwartet", wie unsicher sich die palästinensische Regierung gegenüber den triumphierenden Arabern fühlt. Das ist kein guter Auftakt zu den Verhandlungen, denen man nach dem nunmehr erfolgten Eintreffen der arabischen Rationaltsten-Delegation tn London, entgegensehen muß. Wie wir erfahren, soll man sich von jüdischer Seite an General Smuts mit der Bitte gewendet haben, die arabisch-jüdischen Verhandlungen als Vermittler zu fördern. Erklärt sich Smuts dazu bereit, so darf man vielleicht dennoch mit einiger Zuversicht dieser Verhandlung entgegensetzen, vorausgesetzt, daß es auch der englischen Regierung in der Tat, wie man annehmen muß, ernst damit ist, den Arabern mindestens das Zugeständnis einer nach Zehntausenden zählenden jüdischen Einwanderung nach Palästtna abzuringen. Hat doch Wtnston Churchill in seiner großen Rede vom 15. Juni ausdrücklich -arge" legt, daß der Schaffung eines aus allgemeinen Wahlen hervorgehenden palästinensischen Parlamentes eine Verständigung mit den Arabern über die loyale Ausführung des Balfour-Versprechens vorangehen müffe. Wenn jetzt überraschender Weise, wie wir in voriger Nummer meldeten, ohne allen Vorbehalt die sofortige Schaffung eines solchen Parlamentes offiziell angekündtgt wird, so muß man mit Sicherheit doch annehmen, daß als Vorbedingung hierfür die Herbeiführung eines wahrhaften und dauerhaften Ausgleiches zwischen Arabern und Juden in der allernächsten Zeit von der englischen Regierung mit Ernst und Energie in die Hand genommen werden wird. Erfüllt sich diese Erwartung, dann braucht die gegenwärtige Einwanderungseinschränkung, so schmerzlich sie in ganz Ost-Europa empfunden wird, die an Erez Jisroel interessierten jüdischen Volkskreise umsoweniger zu beunruhigen, als ja für eine stärkere Emwanderung unbemittelter Elemente die wirtschaftlichen Vorbeding-

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