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Der Israelit · 1921-07-14 · Heft 28 (14.7.1921) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
62 (1921)
Issue
Heft 28 (14.7.1921)
Date
1921-07-14
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 fit. 38 Baaw—hUf fl|i;»ww»a«irr kn &xm* 14. JÜN ISA - K^-5. des großen Thora-Institutes entfaltet. Alle früheren „Woloschtner", die in Amerika nach Tausenden zählen, werden zur Mithilfe und Mitarbeit aufgerufen. Es sind bereits große Summen gesammelt worden. nach Wien begeben, um die Auswahl dort zu treffen. Die kinwanöerung nach Argentinien. Aluerros-Aires, 15. Juni. Die hiesige Presse rechnet mit der Möglichkeit, daß das neue amerikanische Einwanderungsgesetz einen starken Strom o ft jüdische rEmigranten nach Argentinien lenken wird. Während man auf der einen Seite bereits nach Einschränkungen ruft, um lediglich Kapitalisten den Eintritt gestatten zu können, wirft die jüdische Presse die Frage auf, ob es nicht an der Zeit sei, daß die JCA sich ihres alten Mandates und ihrer alten Beziehungen zu Argentinien erinnere, um jetzt durch energische Verhandlungen mit der argentinischen Regierung eine für hunderttausende unglücklicher Juden entscheidende Lebensfrage zu lösen. Die Angelegenheit wäre auch vom Standpunkte der Orthodoxie aus besonders wichtig, weil in Argentinien bereits eine Organisation der Agudas Jisroel besieht, die einerseits an dem Zustrom neuer Kräfte lebhaft interessiert ist, andererseits den Rahmen abgeben kann, um eine religiös orientierte Einwanderung aufzunehmen und moralisch zu stützen. Urrtzland. Zugen unter japanilchem Schüfe. Stockholm, 1. Juli. Aus Wladiwostok wird gemeldet, daß der Oberbefehlshaber der japanischen Armee in Sibirien eine Proklamation erlaffen hat, wonach er unter keinen Umständen Exc?sse oder Pogrome gegen die Juden zulaffen werde. Die Kundmachung war leider durchaus notwendig, weil man von dem derzeitigen russischen Militärbefehlshaber in Wladiwostok, General Setmarow, auf jüdischer Seite das Schlimmste befürchtet. Aus Weißrußland kommen schlimme Meldungen. Banditen machen das ganze Gebiet unsicher und überfallen hauptsächlich die von Juden bewohnten Orte. In der Gegend von Sluzk sollen Hunderte von Juden das Leben etngebüßt haben. Ein großer Teil der jüdischen Bevölkerung befindet sich auf der Flucht. Palästina. kin Parlament für Paiäffina* — Reue Unruhen. Jerusalem, 1. Juli. Der Oberkommiffar macht offiziell die aufsehenerregende Mitteilung, daß das Colonial Office in London auf seinen, Herbert Samuels, Vorschlag beschlossen habe, ein von der Gesamtbevölkerung Palästinas zu wählendes Parlament zu schaffen. Die Mitteilung hat in den politisch interessierten jüdischen Kreisen Ueberraschung und Bestürzung hervorgerusen, zumal sie mit den Erklärungen Wtnston Churchills im englischen Parlament nicht ganz im Einklang zu stehen scheint. In Jaffa haben wtedelum Zusammenstöße zwischen Arabern und Regierungstruppen stattgefunden, weil die arabischen Bootsleute die Ausschiffung jüdischer Passagiere verweigerten. Einige dieser arabischen Matrosen wurden verhaftet, worauf die Araber als Protest ihre Läden schloffen. Dabei können sich die arabischen Judenfeinde wahrlich nicht über mangelndes Entgegenkommen der Regierung beschweren. Während es nach den im englischen Oberhaus abgegebenen Erklärungen den Anschein hatte, als ob man wenigstens die unterwegs befindlichen 1500 Chaluzim noch ins Land lassen wolle, heißt es jetzt, daß nur ein ganz kleiner, ausgesiebter Prozentsatz zu gelassen werde. Ein Vertreter der palästinensischen Einwanderungsbehörde hat sich Der Jafltag am 20. Siman. gemfatem, 1. Juli. Der vom Oberrabbtnate für die ganze Welt angesetzte Taanis hat zwar naturgemäß in der jüdischen Welt kein entsprechendes Echo gefunden. In Palästina selbst wurde aber, nachdem auch die Rabbiner Sonnenfeld und Disktn einen dahingehenden Aufruf für Palästina erlaffen hatten, der Fasttag allgemein gehalten. Das in den Zeitungen veröffentlichte Programm sah entsprechende Selichaus beim Morgengebete vor und auch Schofarblasen beim Beten der nVTfc Nachmittag um 9 Uhr (die Schulkinder mitsamt ihren Lehrern eine Stunde später) versammelten sich die Gemeinden in ihren Synagogen (in Jerusalem in der Synagoge des Rabbi Jochanan ben Sakkai, der Churba und „Tifereth Israel,,), um das ganze Tehillim-Buch zu rezitieren. Zwischen den einzelnen Teilen wurden die üblichen ^-Gebete unter Begleitung von Schofartönen verrichtet. Die Rabbiner hielten Ansprachen und nach dem Mincha-Gebet wurde „Owinu-Malkenu" gesagt. In „Sichron Jakob" verlangte die Postbehörde von den Postbeamten, die durchweg Juden sind, daß sie am Sabbatvormittag die Post öffnen und Schalterdienst verrichten sollten. Die Beamten wiesen aber das Ansuchen zurück, und auf Eingreifen des Oberrabbinates in Jerusalem wurde die Verfügung zurückgenommen. Die baae in Jaffa. Jaffa, 1. Juli. Nach den Mordtaten vom 13. Juni veranstalteten die Arbeiter und Geschäftsleute der Stadt einen eintägigen Proteststreik. Der Direktor der Anglo-Palästina-Bank, der sich, nach Berichten des „Daor Hajaum" an der Versammlung beteiligte und dem Beschlüsse zustimmte, wird beschuldigt, trotzdem an dem betreffenden Tage seine Beamten gezwungen zu haben, ihre Arbeit in üblicher Weise zu verrichten. In einem Proteste, der viele Unterschriften trägt, wird sein Verhalten gebrandmarkt und seine Abdankung gefordert. Der „Daor Hajaum" beklagt sich über die schwachen Eingänge der Schekelgelder in Jaffa und verzeichnet ein mangelhaftes Interesse dem kommenden Zionisten-Kongreß gegenüber. Personalien. Recklinghausen, 4 Juli. Am Freitag, den 24. v. Mis., fand hier die Einführung des Rabbiners Dr. Silberberg statt. Während die Gemeindemitglieder fich in der festlich geschmückten Synagoge versammelten, wurde der neue Rabbiner im Sitzungszimmer der Synagoge durch den Vorstand und die Repräsentanten offiziell in seinen hiesigen Wirkungskreis eingeführt. Der Vorsitzende des Vorstandes, Herr Katz, begrüßte den Rabbiner. Während der Rabbiner an seinen Sitz geleitet wurde, trug der neugegründete Synagogenchor das Japhetsche „Boruch habbo' in wirkungsvoller Weise vor. Herr Lehrer Tannenbaum begrüßte den neuen Rabbiner namens der Gemeinde und gab feiner Hoffnung Ausdruck, daß die Tätigkeit des Herrn Dr. Stlberberg sowohl für Gemeinde als auch für die Gesamtheit eine segensreiche sein möge. Nun betrat Herr Dr. Stlberberg die Kanzel und dankte bewegten Herzens für das Vertrauen, daß man ihm enigegengebracht habe und für den festlichen Empfang. Redner führte aus, es sei ihm nicht leicht geworden, von seiner Vaterstadt und seiner langjährigen Wirkungsstätte Abschied zu nehmen, er habe aber dem an ihn ergangenen Ruf gern Folge geleistet, nachdem er gehört, daß auch hier das 'jüdische Leben wieder neu erwacht sei, und dieses Bewußtsein werde, ihm sein schweres Amt erleichtern. In formvollendeter Rede zeichnete Redner nun den Weg, den der geistige Führer der Gemeinde etnzuschlagen habe. Ein Festgottesdienst unter Leitung des Kantors Söffe beschloß die schlichte aber erhebende Feier. London, 1. Juli. Die Sinai-Liga, die bekanntlich von dem Heimgegangenen Rabbiner Dr. Jung gegründet und mit großer Hingebung weiter entwickelt worden ist, hielt am 26. Juni in der großen Synagoge zu Stepney einen T r a u e r g o t t e S d t e n st zur Ehrung des Heimgegangenen ab. In der überfüllten Synagoge schilderte zuerst Rabbiner F erb er in herzlichen, viele der Anwesenden zu Tränen rührenden Worten die liebenswerte, selbstlose Persönlichkeit Dr. Jungs. Oft fei er wegen seiner unbeugsamen religiösen Festigkeit nicht verstanden worden, aber seine sozialen Schöpfungen legten Zeugnis für ihn ab. Insbesondere richtete der Redner einen feurigen Appell an die jüdische Jugend Londons, sich der Stnat-Ltga anzuschlteßen und so das Werk Dr. Jungs über seinen Tod hinaus fortzuführen. Rabbiner Zimmermann sprach von den Wohllätigkeitsakttonen Dr. Jungs, seiner Wirksamkeit zur Schaffung eines Waad Rabbonim und seinen Verdiensten um die Hebung des KaschruSwesens. Ihm schloß sich Rabbi Juda N e u m a n n aus Leeds an. Dr. Benzton Feßler prieS Dr. Jung als einen der wenigen wahren Propheten, die nicht nach 'liopularität haschen, sondern aufrichtig in all' ihrem Wirken das Unrecht tadeln, wo es ihnen begegnet. Dr. Feßler forderte zur Sammlung einer Stiftung aus, um das Andenken Dr. Jungs in jüdischer Weise zu verewigen Am Schluß feierte der Vizepräsident der Stnat-Ltga, Herr I. Mendelowitsch die unsterblichen Verdienste Dr. Jungs um die Sammlung der englischen Juden und ihre Gewinnung für die religiösen Ideale des Judentums. Die Liga brauche neue tätige Mitarbeiter, um weitere Gruppen zu gründen, Vorlesungen zu halten und Schiurim zu leiten. Cs sei die beite Ehrung des Andenkens Dr Jungs, wenn sich möglichst zahlreiche Kräfte in den Dienst der Sinai-Liga stellten. Mir dem Boitrag der Haskara durch den Kantor der Synagoge schloß die eindrucksvolle Feier. Warschau, 6. Juli. Am letzten Freitag starb im Alrer von 75 Jahren der als großer Gelehrter und eifriger Arbeiter auf jüdisch-sozialem Gebiete hochverdiente Reb Jrsche Grodzinskt. Der Verstorvene bildete den Mittelpunkt des thoralernenden Publikums in der Stadt und war die Seele der Jeschiwaus und vieler sozialer Institutionen. Im Bes Hamidrasch, der seinen Namen trägt, lernte eine große Anzahl von Talmudjüngern, die vom Verstorbenen versorgt wurden. Ungemein groß ist die Zahl der Armen, Witwen und Waisen, die dank seiner Unterstützung ihr Dasein fristen konnten. Der Tod überraschte den seltenen Mann beim Talmudstudium und die Familie fand ihn leblos über die Gemoro gebeugt. An der Beerdigung nahmen etwa 15060 Menschen teil. Es wurden ergreifende Hespedim von den größten Magtdim Polens gehalten und auch viel Geld für die Institutionen des großen Toten gesammelt. n//3JW). Vermischtes. Frankfurt a. M., 12. Juli. Mit Bezugnahme auf die Korrespondenz tu voriger Nummer, wonach jüdische Studenten und Thora-Hochschüler, die in die Erholungsstätte des Israelitischen Hilfsfonds in der Schweiz ausgenommen zu werden wünschen, sich bei der Bereinigung jüdischer Akademiker in Frankfurt a M. zu melden hätten, werden wir darauf aufmerksam gemacht, daß die Adresse der Vereinigung nicht ganz richtig angegeben war. Sie muß lauten: Vereinigung jüdischer Akademiker (B. I. A.) zu Händen des Herrn B o n d i, Frankfurt a M., Friedberger Anlage A4». Berlin, 29. Juni. Das Jüdische Arbeitsamt, Berlin N 24, Auguüstr. 17, Tel. Norden 2133, 4223, 4244, 4437 sucht sabbalfreie Stellungen für Landarbeiter und landwirtschaftliche Eleven, kaufmännische und handwerkliche Lehrlinge und Lehrmädchen, männliche und weibliche kaufmännische Angestellte und Köchinnen, resp. Wirtschafterinnen in rituellen Haushaltungen. Es bittet, ihm alle frei werdenden Stellen umgehend zu melden. Heidelberg, 27. Juni. Es hat sich hier eine Vereinigung von Damen und Herren gebildt, um auswärtige israelitische Kranke in allen hiesigen Kliniken und Krankenhäusern allwöchentlich zu besuchen und sich ihrer anzunehmen. Anzeigen vonseiien der Kranken oder ihrer Angehörigen werden an Herrn Bezirksrabbiner Dr. 5abbat°Hnkang und Ausgang. npn row- Ort: Anfang Datum AuSgang llhrsvttn. 19311 5681 Uhr Mtn. Frankfurt n. M. 7 35 15. 9. 9 25 Berlin .... 7 30 Juli Tammus 9 19 München . . . 7 15 8 57 Stvaffburg . . — — — — Stuttgart. . . 7 — 9 15 Posen .... — — — — Nürnberg. . . 7 15 9 08 Hamburg - . 8 — 9 48 5 . i I

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