Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 62 (1921)
- Issue
- Heft 25 (23.6.1921)
- Date
- 1921-06-23
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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yir. 20. Sette Der Israelit. B E R LI N C SPAN DAUER STR AS5E Damen-, Herren- und Kinder-Wäsche Anfertigung in eigenen Werkstätten Wohnungs-Einrichtungen Ständige Ausstellung eingerichteter Zimmer von einfacher bis zu vornehmster Art Vier Stockwerke Möbel Gardinen ♦ Möbelstoffe . Teppiche . Beleuchtungskörper Wäsche- Ausstattungen 23. Juni 1921. unsinnigen Kampfes mit Unmöglichkeiten, anstatt Aufhebung des Privateigentums zu predigen, hat Moses nur nach seiner Möralisierung gestrebt. Er machte sich zur Aufgabe, das Eigentumsrecht .mit den Forderungen der Sittlichkeit, mit dem wahren Vernunftsrecht in Einklang zu bringen. Moses wollte keineswegs das Privateigentum aufheben; sein Ziel war ein viel höheres; er strebte danach, daß eilt Jeder Eigentum besitze, wodurch die Möglichkeit beseitigt ward, daß Sklaven nüt sklavischen Neigungen existieren sollen. Freiheit war der Hauptgedanke deS großen Emanzipators, sie durchdringt alle seine Gesetze über den Pauperismus". (Fortseßung folgt.) Wochenmndschau. Sie Trauer des 20. Siwan- In zwei Plakaten wird der 20. Siwan mit Rücksicht auf die jüdische Katastrophe allüberall als allgemeiner Festtag verkündet. Beide Kundgebungen kommen aus Jerusalem. Die eine ist von Rabbi Chajim Sonnenfeld im Namen des „Besdin der vereinigten Aschkenasimgemeinden in Jerusalem" unterzeichnet, die andere trägt den Stempel des sogenannten „Rabbanut horoschitb" (Oberrabbinat) in Palästina. Im ersteren Rundschreiben wird unter dem Eindruck des unvergleichlichen Leides der 20. Siwan als Fasttag für ganz Palästina bestimmt und werden die Rabbiner und Gemeindevorstände allerorts in der Diaspora gebeten, ihrerseits in ihren Gemeinden einen Taanith am gleichen Tage einzusetzen und sich so der allgemeinen Trauerkundgebung anzuschließen. In der letzteren Bekanntmachung wird vom Oberrabbinat verfügt und diktiert, daß „der 20. Siwan als Tag des Fastens und der Klage für ganz Israel allüb eralls QNV Qlpv zu gelten bat, an dem alle Söhne Israels im Alter von 18 Jahren und darüber saften und trauern sollen usw." Der Anlaß ist zu erschütternd, um ihn irgendwie politisch auszumünzen. Man wird, wie wir boffen und erwarten, am 20. Siwan, dem im Osten seit den Schrecken des Mittelalters dazu bestimmten Tage in den jüdischen Gemeinden fasten. Weil die Rabbiner und Vorstände der Bitte des Jerusalemer Besdin unter der Aegide Sonnenfelds Nachkommen werden/ weil wir nie — auch im Mittelalter — mehr Grund hatten zu fasten und zu trauern, als in unseren Tagen. Eine andere Masora lautet: Dreimal kommt der Ausdruck anxn in der heiligen Schrift vor. „Gott stieg herab, um zu sehen die Stadt und den Turm, welche gebaut haben die man (1. B. M. 11, 5). In den Psalmen heißt es: „Gott blickte vom Himmel herab und sah alle D*isn ’in" (Ps. 88, 13) und ferner heißt es in einem andern Psalm (115,12) „Um bekannt zu geben den ^2". Diese Masora drückt dasselbe aus, was unsere Weisen an anderer Stelle bemerken. Gott, heißt es, stieg vom Himmel herab, um zu sehen, was die Menschen gebaut haben. Mußte denn Gott zu diesem Zwecke eigens vom Himmel heruntersteigen? Dies will nur soviel besagen, daß kein Mensch ein voreiliges Urteil fälle, bevor er sich nicht persönlich von der Schuld seines Nächsten überzeugt habe. Dieselbe Lehre enthält auch diese Masora. Gott stieg herab, um zu sehen, was die Menschen gebaut haben. Dies war zwar nicht nötig, da Gott vom Himmel herabblickt und alle Menschen sieht. Er stieg trotzdem herab, um den Menschen bekannt zu geben, wie sie sich in ähnlichen Fallen zu verhalten haben, un? jMTir6 V';i D'ixrt. Kleines Feuilleton. (Esthers Grab). Die Juden der persischen Stadt Hamadan bitten um Maßnahmen zum Schutze des als „Grabmal Mordechats und Esthers" bekannten Denkmals, auf das, wie das „Univers Jsradlite" mittetlt, von zwet persischen Imams, deren Grundstücke an das Denkmal angrenzen, Ansprüche erhoben wurden. Da die Proteste, die die Hamadaner Juden bei der Aber das offenbar von politischen Hintermännern übelberatene Oberrabbinat des Herrn Rabbiner Kuck hat sich nicht gescheut, die jüdische Tragödie zum Gradmesser seiner Macht zu benützen und nahm die günstige Gelegenheit wahr, von einem sicheren Punkte, in absoluter Ueberschreitung aller auch von seinen Initiatoren ihm gezogenen Kompetenzgrenzen, die souveräne Autorität eines Phantasie-Sanhedrin über Gesamt- Israel zu erstrecken. Das kann nicht ohne Protest hingenommen werden. Wir hoffen, daß trotz dieser anmaßenden und ärgerlich-taktlosen „Verfügung" die Trauerkundgebung am 20. Siwan eine einheitliche sein wird. Der Vatikan und das jüdische Palästina. In einer Rede, die der Papst im „Geheimen Konsistorium" für die Oeffentlichkeit hielt, wandte er sich gegen die „jüdische Ueberhebung" in Palästina, die angebliche Verunglimpfung der heiligen Stätten der Christen durch Juden usw. Man begreift diesen Ton des Oberhauptes der katholischen Kirche, wenn man das Kesseltreiben, das ein Teil der katholischen Presse in letzterer Zeit gegen das jüdische Palästina aufführte, kennt. Nehmen wir als Schulbeispiel dafür folgende Stilblüten eines bekannten bayerischen Zentrumsblattes, die die Runde durch die gesamte katholische Provinzpresse machten. Es heißt da u. a.: persischen Regierung eingelegt haben, erfolglos geblieben sind, so droht dieses den Juden ganz Vorder-! asiens als geheiligte Wallfahrtsstätte geltende Denkmal dem freien Zutritt gesperrt, wenn nicht gar zerstört zu werden. DaS Denkmal, über dessen Aller die Gelehrten streiten, ist von zahlreichen Reisenden beschrieben worden. Vermutlich handelt es sich, wie Herr Israel Levi in der Revue des etudes juives an Hand der hebräischen Inschriften nackizuwetsen versucht hat, um ein Grabmal, das der Khan Argun in der zweiten Hülste des 13. Jahrhunderts seinem jüdischen Günstling Saad-el-Daulah hat errichten lassen. Jedenfalls ist das Bauwerk jahrhundertelang unbestrittener Besitz der jüdischen Gemeinde von Hamadan gewesen. Wegen feiner hohen kuttmhistorischen Bedeutung besteht ohne Zweifel auch über die Kreise des Judentums hinaus ein erhebliches Interesse an der Erhaltung und Sicherung dieses eigenartigen Denkmals. (Ausgrabungen in einer biblischen Stadt). Die Regierung von Palästina hat dem Universirätsmuseum von Pensylvanien die Erlaubnis erteilt, Ausgrabungen bei der Stadl Beisan vorzunehmen, dem biblischen Beth Sean östlich der Ebene Israel und 20 englische Meilen südlich vom See Genezareth. Die Arbeiten sollen noch in diesem Monat unter Leitung des Archäologen Fisher beginnen, der erklärt habe, er hoffe, die Ueberreste von mindestens sieben Städten ans Tageslicht fördern zu können, die nacheinander auf diesem Punkte gestanden haben. Beth Sean wird im Buch der Richter als Stadt der Kanaaniter erwähnt. An seinen Mauern hängten die Philister nach der Niederlage der Israeliten auf der Ebene Israel die Leichen König Sauls und seiner Söhne auf und die Stadt scheint von den Israeliten erst zur Zeit - Salomos erobert worden zu sein. Sie wurde zur i „Der Weltkrieg hat den Juden nicht nur überwiegende Macht in allen europäischen Ländern gebracht, sondern auch ihren alten Traum verwirklicht: Ihnen die Herrschaft über das gelobte Land gegeben. Der von den Engländern eingesetzte jüdische Regent von Palästina treibt zielbewußte jüdische Politik und besetzt alle einflußreicheren Posten mit Juden. Seine erste Sorge war die Errichtung einer jüdischen Universität und Gründung einer jüdischen Zeitung. Die eingewanderten polnischen und galizischen Juden — größtenteils Bolschewiken — kaufen den Eingeborenen allen Grundbesitz ab. Die Unzufriedenheit der Bevölkerung machte sicks bereits im Vorjahr in Unruhen Luft, die nur mit Mühe niedergehalten wurden. Jerusalem, die heilige Stadt, bietet das Bild einer modernen, silttenlosen Großstadt. Schamlose Tänze werden als „europäische Kultur" eingeführt; die jüdischen Herren der Stadt verwandeln die jedem Christen ehrwürdige Stätte in ein Kabarett. Die Stadt ist überflutet von vergnügungssüchtigen Ausflüglern. Zur größten Entrüstung der christlichen Einwohner wurden just in der Karwoche eine Reihe von ausschweifenden Vergnügen und Maskenbällen veranstaltet, sür welche die jüdische Zeitung „Palestine Weekly" eifrig Propaganda machte. Der Patriarch von Jerusaletn hat sich in einer Rede an die christliche Welt um Schutz sür die heiligen Orte gewendet, die der Profanierung ausgefetzt und in beständiger Gefahr sind. Auch der englische Kardinal Bourne, der sich im Vorjahre in Palästina aushielt, gibt eine erschütternde Schilderung von der traurigen Lage der Katholiken im Heiligen Lande. Bald wird es soweit sein, wie zur Zeit der Kreuzzüge, als das Heilige Grab in den Händen der Ungläubigen UHU". Wir sind über den Verdacht erhaben, der Vergnügungssucht in Jerusalem das Wort zu reden oder auch nur irgendwelche Sympathien für die jungjüdischen „Intellektuell«'!^ zu empfinden, griechischen Zeit Skychepolis genanut, woraus man! schloß, daß sie ums Jahr 500 vorchristlicher Zeitrechnung von den Skythen erobert worden ist. Ihr arabischer Name ist Betfan und zur Zeit der Kreuzzüge bildete sie einen Bezirk des Fürstentums Galiläa unter der Oberhoheit des Königreichs Jerusalem. Es finden sich dort Ruinen eines Tempels und eines Amphitheaters, die aber noch nicht näher untersucht worden sind. zamiliennachrichren. Barmizwohfeier. Waller, Sohn des Herrn Maz. Malinowski, Berlin N. 21. Goldene Hochzeit. Julius Katzenstein und Frau Amalie, geb. Rißmann, Schmalnau (Kreis Gersseld). Sabbat-Hnkang und Mzgang. -jrnrrD ns»* Ort: Anfang Datum AuSgang lllnj Utin. 5«8t Uhr >Min. Frankfurt a. M. 7 50 21. 18. 0 10 Berlin .... 7 30 Juni Siwan 0 35 München . . . 7 15 0 08 Straftburg . . — - — - Stuttgart. . . 7 — 9 27 Posen .... - — - — Nürnberg. . . 7 15 9 21 Hamburg. . . 8 — 10 03