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Der Israelit · 1921-06-09 · Heft 23 (9.6.1921) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
62 (1921)
Issue
Heft 23 (9.6.1921)
Date
1921-06-09
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Der Israeli». Nr. 23 Sette 9 9. Juni 1921 pheten sprach Gott, der Gott des Himmels und der Erde. Ob der andere Gott in Herzls Busen der rechte war — das wollen wir vorläufig einmal dahingestellt sein lassen. M. Sp. * * * kixv nnstra nnbin -dd ktd mim bx'rnp' v'Ndr cisnn rpaa esu R"B^n tDippa jn)22CtDRp* 193 S. Preis in Amerika 1 Dollar in Deutschland Mk. 12 und entsprechend in andern Ländern. Dieses in fliehendem Hebräisch geschriebene Buch möchten wir nicht nur dem Gelehrten, sondern jedem, der sich sür jüdische Ltlerotur und jüdische Geschichte interessiert, empfehlen. Denn wenn uns in dieser Schrfit auch nur von der Lebensiäligkeit dreier ungarischer Juden, Vater und zwei Söhnen, erzählt wird, so handelt es sich hier nicht um Kirchturmsangelegenheiren, für die nur ein k.einer landsmännischer Teil Interesse hat, hier handelt es sich um allgemein jüdische Interessen, u>n den Kampf jüdischen Konservatismus gegen die anstürmende und das Judentum zersetzende Reform, einen Kampf, an dem, wo er auch gekämpft wird, die ganze Judenhell interessiert ist. Von diesen drei Männern, über welche die vorliegende Schrift berichtet, kann man sagen, dah bet ihnen min ".ns Bipiaa nSnai waren, und dies machie sie auch so»influhreich. Der Vater Rastatt Nosenthal war ein Schüler des R. Maier Barby in Prehburg und trotz seines ausgedehnten Geschäftes hatte er noch Zeit zu lernen und zu lehren, und zu seinen Schüler.» gehörte auch der päter so berühmt gewordene R. Mordochai Banet. Wo es galt, etwas sür dieJudenheit zu erwirken, Gefahrdrohendes zu verhindern, Gutes zu fördern, da trat R. Naftalt als p-mv ein, und seine Tätigkeit hatte, da ihm die Pforten der Hofburg in Wien nicht verschlossen waren, zumeist Erfolg. Als der von Berlin ausgehende reformistische Luftzug über eie schwarzweißen Grenzpfähle hinaus über die schwarz-gelben gelongte und Oesterreichs und Ungarns Judenheit bedroht war, da stellte sich R. Nastali in die Bresche und entfaltete eine bewundernswerte Tätigkeit, in welcher er wohl nicht allen Schad-n, aber dl ch vielen fernhalten konnte. Dasselbe ist von dem ält> sten Sohne N. Eliahu zu rühmen. Aber ein größeres Feld und reichere Tätigkeit entfaltete der biitie Sohn R. Schlome, der sich auch durch eigene literarische Listigkeit am Kampfe beieiiigte. Sein ps 5>'2 wendet sich mit großer Schärfe gegen die Spitzen der deutschen Reformer und der italieniichen; dabet hatte er ein Verständnis für zeitgemäße Bildunger stand nicht auf dem Standpunkt jener Ungar sche Lomdtm, die ein reines Deutschsprechen verpönten und jedes nicht hebräische Buch als Kontrebande erklärten und von vornherein Mißtrauen hegten gegen jeden, und wenn er sich auch im prakt>schen Leben als fester Jehudi bewährte, wenn er sich bei seinem Lernen auch nüssenschaftlich beiäligte. Im Gegenteil er wünschte für Ungarn einen Mann, der mit nisna'? zeitgemäße Bildung verband - darum hegte er für S. Raph. Hir schs Tätigkeit großes Interesse, dessen neue Schriften er in Ungarn zu verbreiten suchte. Wer weiß, was aus Ungarn g, worden wäre, wenn tn der Zeit der Choia und Löw ein Mann aufgetreten wäre, wie R. Schlomo Rofenthal es gewünscht, der vermöge seiner Qualitäten imstande gewesen wäre, den Reformern den Wind aus den Segein abzufangen. Wer daran schuld war? Die Briefe, die die vorliegende Schrift enthält, geben genug Andeutungen, ober hier ist zu dergleichen Untersuchungen nicht der Platz. Welch eine bedeutende Persönlichkeit R. Schlomo mar, erkennen wir aus der Tatsache, daß R. Mosche Sofer ihn seiner Freundschaft würdigte und stets bereit war, sein einmal gefaßtes Urteil über Persönlichkeiten zu modifizieren, wenn R. Schlomo von dem minder gut unierichteten Rabbiner an den besser zu unterrichtenden apellterre, wie es sich in der Angelegenheit der Berufung Rappoports nach Prag zeigte, wobei R. Schlomo, der sich für diesen verwendete, die Unterstützung R. Mosche Sofers fand. Rosenthals Name stand auch in Deutschland in hohem Ansehen, wie die Briefe bezeugen, in denen sich diese über eine Persönlichkeit äußern und wie es die Beziehungen bekundentn denen er zu hervorragenden Männern der südlichen Welt in Deutschland stand. Ungefähr 100 Jahre jüdischer Geschichte Ungarns (ca. 1745—1815), und zwar Zeilen großen Sturmes und Dranges, entrollt diese Schrift, deren köstlichste Gabe dle in ihr enthaltenen Briefe sind, in großen Zügen vor unfern Angen. Wir können dem Verfasser nur dankbar sein sür seine gründliche und lehrreiche Arbeit, mit der er die jüdische Literatur bereichert hat. Prof. Sulzbach. * * * Korrespondenzblalt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums. Frankfurt a. M., 1920. I. Kauffmann. Preis 3,65 Mk. Das vorliegende Korrespondenzblatt entwickelt in großen Zügen die Organisation des Aufbaues der Akademie und ihren Arbeitsplan. Die Akademie will die Materialien hei beischaffen, sie in möglicher Reinheit dem etnze'nen für seine Studien und Forschungen bieten, darum schränkt sie ihre Tätigkeit nur aus solche Aufgaben ein, die einer Arbeitsorganisation bedürfen. Sie wird wohl auch einzelne Werke anregen oder, wenn der Wunsch an sie herarnritt, solche auch materiell fördern. „Aber sie selbst darf sich, nicht nur des Umfangs wegen nur solche Aufgaben stellen, die einer Arbeilsorganisarion bedürfen, sondern auch wegen des Unterschieds, der innerlich zwischen der individuellen und der von einer Körperschaft ausgehenden Arbeit besteht. Die korporative Arbeit setzt der individuellen Eigenart Schranken. Leistungen, die den Vorzug haben, daß sich in ihnen die wtssenschaftstche Persönlichkeit nicht nur in der Klarstellung des Objekts, sondern in ihren Anschauungen offenbart, kann die Akademie nicht mit ihrem Namen decken. Ihre Arbeiten müssen den Maßstab der Richtigkeit im Objekt tragen". Hier haben wir ein Programm, das nur zu billigen ist. Da handelt es sich in erster Linie um die Herstellung einer Bibliotheca ^udaica. Für das weit ausgebreilete jüdische Schrifttum b e Texte in ihrer Reinheit festzusst lle-», eine Arbeit, für welche eine größere Anzahl von Sektionen in Täiigkeit zu setzen sind. Der Plan mag zu groß angelegt, in absehbarer Zeit nicht auszuführen sein — mag s-in, ine Zeit wird s i on, wenn es nötig ist, die Korrektur besorgen. Immerhin ein schönes Vorhaben: Herstellung gesicherter Texte des ganzen jüdischen Schriftwesens, wvhlgemerkt! nicht Koniekturalpolitik, sondern durch Vergleiche mit Handschriften oder den verschiedenen Ausgaben einen säubern Text Herstellen und durch Besorgung von Uebersetzungen vieles Werlvolle der Allgemeinheit zugänglich machen. Ein Beispiel, wie gea> beitet werden soll, gibt uns die prächtige Abhandlu ig Dr. Daivid B a n e t h s „Einführung in sprachlichen Untersuchungen" zur hebräisch n Uebersetzung von Bachjas „Herzenspflichten" und zum Sisre zu Numeri. Hier soll nicht untersucht werden, ob Juda ibn Tibbon den Bachja richtig übersetzt hat und der Forscher nach seiner Ansicht die Stelle des vorliegenden Textes zu ändern hat, sondern er hat durch Vergleich mit ähnlichen Stellen im Texte zu eruieren, warum Tibbon so übersetzt hat, durch solche Untersuchung könnten irgendwelche Unrichtigkeiten in der Uebersetzung klargesteüt werden. Ebenso ist bei der Untersuchung des Sifre zu Numeri nicht Kritik am Inhalt des Textes zu üben oder tendenziös ihn anszunützen, sondern es find die besonderen Redewendungen, die den verschiedenen Gelehrten aus der Schule des R. Jsmael eigen sind, festzustellen und daraus könnten eingeschlichene Fehler in der Zitierung verbeffert und so könnte ein sauberer Text hergestellt werden. Vorarbeiten dieser Art besitzen wir ja schon. Dieser Aussatz ist als besonders lesenswert zu empfehlen. Eingelettet wird das Korrespondevzblatt mit einem Vortrag von Prof. Ernst Kassierer über f ermann Cohen, der die Anregung zur Gründung der Akademie gegeben hat. S. * * * Beiträge zur Geschichte des biblisch-talmudischen Eheschliestungsrechts. Eine rechtsvergleichendhistorische Studie von Dr Jakob Neubauer. Leipzig 1920. I. C. Hinrichs'sche Buchhandlung. 16. 249 S. Das vorliegende den „Miiteilungen der Vorderasiatischen Gesellschaft" j24. u. 25. Iah' g ) eingeordnete Werk behandelt in ausführlicher und geistvoller Darstellung die Frage, ob die jüdische Ehe nach biblischtaimudischem Recht eine Tausch- oder Kaufehe sei, mit andern Worten, ob dieser Ehe noch die Spuren einer Anschauung anhaften, die an die niedrigste Stufe der Kultur erinnern, Anschauungen, wie sie heute vielleicht nur noch bei einigen Negerstämmen oder Südsee- Jnsulanern herrschend sind. Es sei hier gleich bemerkt, daß diese minderwertige Schätzung des jüdischen Eherechts nichts mit den- Anttstmitismus zu tun hat, es ist sür jene, die diese Ansicht vertreten, einzig und allein eine wissenschaftliche Frage und ein Resultat wissenschaftlicher Forschung,und darum darf sie nur rein wissenschaftlich erörtert werden, wenn dle Widerlegung einen Wert haben und überzeugen soll. Der Verfasser des vorliegenden Buches hat nun das Zeug dazu, die Frage sa allseitig und so gründlich zu beleuchten, taß seine Darstellung überzeugend wirken muß. Seine umfassende talwudische Kenntnis, sein juridisches Wißen, seine tief-chürfende Denkarbeit, sie befähigen ihn, schlagend die Unzuläjsigkeit der Prämissen und somit die Schlüsse, die die Gegner aus ihnen ziehen, als Fehlschlüsse nachzuweisen. Was aber noch besonders als interessantes Moment dieses Werkes für den Forscher auf historischem Gebiele hervorzuheben ist, das find die Vergleiche, die der Verfasser zwischen bibttsch-tattnudttchem, altbabylonischem, hellenischem und germanischem Ehe- und Kaufrecht zu ziehen weiß. Zu beweisen nun, daß nach dem jüdischen Recht tn hi.lorischer Zeit, d. h. soweit hinauf wie unsere jüdischen Urkunden reichen, keine Spur von einer Kauf¬ oder Tauschehe sich findet, unterzieht der Verfasser das biblisch-talmudische Kaufrecht einer gründlichen Untersuchung, vom Tauschhandel zum Zahliingshandel, von der Waüialgabe, von dem Draufgeld usw, und an den Resultaten dieser Untersuchung prüft er, ob eine dider Bedingungen bei der Ehevollziehung eintrifft. Allein nicht eine einzige trifft ein. Wie dieses vom Verfaffer entwickelt wird, kann hier nicht ausgeführt werdest. Nur eines sei hervorgehoben: wäre das ptPH'p pp3 wirklich ein Kaufgeld, wie einige meinen, dann müßte dieses doch irgendwie ein Aequivalcnt für die zu erwerbende Frau bieten und wäre es auch nur ein Sklavenpreis, was doch von dem lächerlich geringen Wert, eine Prutah, die als p"3 genügt, nicht gesagt werden kann. Hier handelt es sich in der Tal nur um eine Wadlalgabe. Kommt noch dazu, daß nach jüdischem Recht die Uebergabe einer Urkunde (lüp') an die Braut oder die Einführung ins Brautgemach (nx>3) ohne weiteres die Ehe vollzieht, so gibt dieser Umstand allein die Ueberzeugung, daß das jüdische Eherecht von e'ner Kauf- oder Tauschehe nichts weiß. Einige kleine Bemerkungen seien gestattet. Wenn der Verfasser S. 213 sagt, daß tn orientalischhellenistischer Sprachgebung nickt Mstgfft bedeute, so ist ihm wohl Ber. r. cp. 61 n23 x^x paneo s'X entgangen. Zu S. 228 sei bemerkt, daß noch jetzt an manchen Plätzen Süddeutschlands das Brauipaac mit den» Talith umhüllt, und dieses nicht über es als Baldachin gespannt wird. Zum Verwundern ist es jedoch, daß der Verfaffer (S. 62/Jttbba 1, lanjD lieft und nicht D'ijn ja nachdem er von anderer Seite auf diese richtige Lesart aufmerksam gemacht wurde, diese ablehnt. Prof. Sulzbach. Angegangene Sucher. fllÜinbiS “löp being the controversal letters and the casuistic decisions of the late Rabbi Bernard Jllowy. Ph. D. with a short history of his live and activities by bis son Henry Jlloway M. D. Berlin 1914. M. Poppelauer. Es läuten die Glocken. Phantasien über den Sinn des Lebens. Von Carl Ludwig Schleich. Berlin. Concordia, Deutsche Verlagsanftalt. Preis geh. 32,60 Mk., geb. 45 Mk. Die Auferstehung des Abendlandes. Von Otto Drckel. Augsburg 1921. Geb». Reichel,Verlag. Prezs geh. 28 Mk., geb 35 Mk. Das Buch Jecheskel. Uebersetzt und erläutert von Dr. Joieph Breuer. Frankfurt a. M. 1921. Sänger u. Friedberg, Verlag. Preis geb. 47 Mk., inkl. Teuerungszuschlag. Rasse und Judentum. Von Karl Kautsky. Stuttgart 1921. I. H. W. Dietz Nächst, G. m. b. H. Preis 8 Mk. Sadhana. Der W.'g zur Vollendung. Von Rabindranath Ta göre. Märchen. Kurt Wolfs, Verlag. P»eis geh. 12 Mk., geb. 20 Mk. The Jewish Bogey and the forged Protocols ofh the learned Eiders of Zion. By Luden Wolf, London 1921. Board of Deputies. Preis 2 sh. 6 p. Akiba. Historische Erzählung aus der Zeit der letzten Kämpfe der Juden gegen die römische Weltmacht. Von Dr. M. Lehmann. 2. Auflage. Frankfurt a. M. 1920 I. Kauffmann, Verlag. Preis geb. 21,30 Mk. Die Killeberg r. Nach der Natur ausgenommen von Onkel S t e afr i e d (Siegfried Mühsam). 4. Aufl. Leipstg 1921. M. W. Kaufmann. Preis 12,50 Mk. Geschichtsphilosophie. Eine Einführung von Prof. Dr. Otto Braun. Leipzig 1921. Verlag von Felix Meiner. Preis drosch. 12 Mk, geb. 20 Alk. Menachem Mendel. Von Scholem A lechem. Aus dem Jüdischen übertragen von Siec stieb Schmitz. Wien 1921. R Lörvtt, Verlag. ' Preis geh. 18 Mk., geb. 25 Mk. Das Zeitmas; der Bibel. Von Karl Karrodo- W nler. Leipzig 1920. Talis-Verlag. Preis 18 Mk. Anti-Spengler. Von Otto Nagler. München 1921. Georg D W. Callwey. P»eis 15 Mk. Der Wundern bbiner von Barcelona. Von Else La sk er-Schüler. Berlin 1921. Paul Casstrer. Natur und Geist. Ein Beitrag zur Theorie der Schöpfungslehre. Von I. F. C. Abelspies. Preis geb. 12 Mk. 1921. Selbstverlag des Verfassers, Walter Bangert, Hamburg. |H3T ’iaK. Worte zum Andenken des am 11. Siwan 5679 verschiedenen Hunsdorfer Raw R. Samuel Rosenberg. Gesprochen am Vorabend des Bersöhnungstages 5680 in Leutschall (Levvca Soisel. Von Oberrabbiuer Dr. Gustav Löwn. Leutjchau. Verein Mekor Chajim. Der Tag bricht an. Neue Gedichte von Waldemar Bo nsels, Felix Braun, Martin Buber u. a. H'sg. ron Carl Seelig. Dortmund. Verlag, „Der Garten Eden". Genie und Wahnsinn in Rußland. Von Leo Matthias. Berlin 1921. Ernst Rowohlt. Verlag. Preis geh. 24 Mk., geb. 35 Mk.

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