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Der Israelit · 1921-06-02 · Heft 22 (2.6.1921) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
62 (1921)
Issue
Heft 22 (2.6.1921)
Date
1921-06-02
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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2 Juni 1)21 Wer |imiü. Nr. 22. Sette 7 tasel mit den Namen der Gefallenen aus unserer Gemeinde statt. Tie Ansprache hielt Lehrer RoFenstern. Hannover, 10. Mai. Der 21. Jahresbericht des Komitees der Zionloge XV zur Fürsorge für kur- und Pflegebedürftige Kinder für das Geschäftsjahr 1920 entwirft ein schönes Bild verständnisvoller Kinderhilfe. Bereits am 4. Mai 1920 konnte die erste Kolonie, bestehend aus 18 Knaben und 31 Mädchen, nach Norderney geschickt merden. Ihr folgte im Monat Juni die zweite Kolonie mit 36 Knaben und 34 Mädchen, im Monat Juli die dritte mit 45 Knaben und 54 Mädchen und im August die vierte mit 49 Knaben und 53 Mädchen-. * Infolge der zahlreichen Anfragen wurde in diesem Jahre zum ersten Male der Betrieb unseres Heimes auch im September mit 21 Knaben und 35 Mädchen weitergeführt. Während der ganzen Saison vom Mai bis September hatte das Heim 370 Kinder mit 10500 Verpflegungstagen. 56 Kinder erhielten vollständig freie Pension, 115 Kinder wurden zu bedeutend ermahigten Preisen ausgenommen (darunter 33 Waisenkinder) und 205 zahlten den vollen Pensionspreis, lim die Arbeiten einheitlicher zu gestalten und hierdurch auch eine bessere Uebersicht zu gewinnen, wurde die Ferienkolonie in Salzhemmendorf aufgehoben. Die Kinder, die in den früheren Jahren dorthin geschickt wurden, wurdem in diesem Jahre in Norderney untergebracht. Die Zahl der Freiheiten ist in diesem Jahre von 15 auf 19 gestiegen. Bad Ems, 15. Mai. Es war ein kühner und gewagter Entschtutz, als der Hilfsveretn für jüdische Nerven- und Gemütskranke in Bad Ems auf Drängen seines Begründers und langjährigen Vorsitzenden, des Vezirksrabbiners Herrn Dr. Weingarten in Bad Ems, sich durch Ankauf und Beteiligung ein Mitbesttmmungsrecht auf die bekannten, in gutem Ruf stehenden „Israelitischen Kuranstalten in Sayn", vor nunmehr einem Jahre erworben hat. Diese Anstalten sind von dem Kaufmann Isaak Jakoby im Jahzp 1868 in kleinem Maßstaüe gegründet worden und hatten sich unter seinem Sohne Benno Jakoby zu einer herrlichen Größe entwickelt. Schlohartig in einem großen Parke gelegen, erhebt sich in einer Entfernung von ca. 30 Metern von der Straßenfront das weitläufige Hauptgebäude der' „Israelitischen Kuranstalten", dte mit allen modernen Bequemlichkeiten und medizinischen Apparaten eingerichtet sind. Dieser impasante Bau, in dem auch eine Synagoge sich be» findet, ist für Nervöse und leichte Gemütskranke bestimmt. Vollständig getrennt hiervon in mehreren Nebengebäuden werden schwere Patienten untergebracht. Dahinter befindet sich ein großer Gemüsegarten, ein großes Treibhaus und ein Spielplatz. Das Grundstück umfaßt zusammen 60 Morgen Garten und Ackerland, Wald und Wiesen, wo sich für die Patienten Gelegenheit zu landwirtschaftlicher Beschäftigung bietet. Alle Patienten werden den modernen Hygienischpsychiatrischen Grundsätzen entsprechend ohne alle Zwangsmaßnahmen behandelt. Die Leitung befindet sich in den bewährten Händen der beiden Aerzte Dr. Fritz und Dr. Paul Jakoby. Die Anstalt ist gegenwärtig sehr gut besucht und die Heilerfolge, die in der letzten Zeir erzielt worden sind, sind dank der vorzüglichen Leitung außerordentlich befriedigende. Die Verpflegung ist gut und reichlich und was besonders heroorzuheben ist, streng rituell, den Forderungen des Religionsgesetzes entsprechend. Der Schochet ist von orthodoxen Rabbinen geprüft und eine eigens dazu engagierte streng religiöse Dame, die bestens empfohlen ist, überwacht die Küche. Die Pflegekosten sind in allen Abteilungen nach Einheitspreisen .geregelt und für minderbemittelte Patienten gewährt der Hilfsveretn, soweit seine Mittel es erlauben, Zuschüsse an die Gesellschaft. 15 Patienten hat er bisher unentgeltlich und 39 gegen ermäßigte Pflegesätze ausgenommen. Er ist jedoch am Ende feiner Kraft, da die Beiträge wohltätiger Glaubensgenoffen noch zu spärlich eingehen, und um auch weitere arme, unglückliche Patienten aufnehmen zu können, bedarf es der Hilfe aller edlen Glaubensgenoffen. Mögen die Spenden in reichem Maße dem obigen Hilfsverein für die einzige jüdische, streng rituell geführte Nervenanstalt in Deutschland, die sich zur Ausgabe gemacht hat, jüdischen Nerven- und Gemütskranken ein schönes Heim zu bieten, in welchem sie sich unter Juden befinden, in reichem Matze zufließen. New-Nork, 8. Mai. Nach einer Meldung der „Times" ist Prof. Einstein zum auswärtigen Mitglied der Royal Society ernannt worden. Frankfurter Berichte. Sersauimlmrgerr der Agudas Iisroek- Ingendgruppe. Im Anschluß an den Rhetn-Mainischen Bezirkstag der Agudas Jtsroel-Jugendgruppen, fand am Sonntag abend eine große Versammlung in der Geschlechterstube statt, in der die Herren RabbinerHorowicz, Jerusalem und Wolf Pappenhetw, Wien, über die Lage in Palästina sprachen. Eingehende Berichte über die Verhandlungen des Bezirkstages wie über die Referate folgen in den Agudablättern der nächsten Woche. Keöraische und jüdische Gesänge. j Im Verein für jüdische Geschichte und Literatur bekam man am letzten Mittwoch hebräische und jüdische Lieder zu hären, die Kennern der Kunst und des ostjüdischen Geistes einen ganz erlesenen Genuß brachten. Bertha'Swertlin, Riga, die sich der „Verein für jüdische Geschichte und Literatur" für diesen Abend verschrieben hatte, ist eine Künstlerin von reichstem Können und tiefstem, feinstem Empfindeck, mit einer klangvollen Stimme begnadigt, dte wie geschaffen ist, den Schmelz und den wehmutvollen Hauch des ostjüdischen Liedes in die Herzen zu tragen, so daß sie dort noch lange nachklingen. Bertha Swertltn sang unter der Begleitung des Herrn Willy Solomon am Klavier und Ernst Mayer mit der Geige, Volkslieder, Wiegelieder, Frühlingslieder, Pogromlieder, Hoffnungsgebete und Geulahsehnsucht, jüdisch und hebräisch, daß man sich in eine fremde und dennoch eigene, ferne und doch so nahe Welt lieblicher Jugendträume versetzt fühlte. Der Beifall war mehr als reich, er war rauschend und forderte die Künstlerin zu neuen Einlagen heraus. Der „Verein für jüdische Geschichte und Literatur" darf den Abend in seiner Chronik-als vollen Erfolg buchen. MD-Aeier der Israelitischen Waisenanstalt. Am Dienstag *i”X2 t'ü, abends 0 Uhr, fand in der Knabenabteilung der Israelitischen Waisenanstalt eine »vv-Feier statt. Die älteren Zöglinge der Anstalt, größtenteils Lehrlinge, hatten ,-i2'2 raBö mit ihrem verdienstvollen Lehrer, Herrn Jakob Becker beendet. Während des Essens ergriff Herr Becker das Wort und schilderte fernen Schülern unrer Anführung feiner Mmar-Worte die Wichtigkeit des Gemoro-Lernens. Auch Herr Emil Goldschmidt sprach sich anerkennend den älteren Zöglingen gegenüber aus, die größtenteils tagüber im Geschäft, jeden Abend trotz ihrer Müdigkeit sich zusrmmenfinden, um mit ihrem Lehrer, Stunden der m:n zu widmen. Anschließend daran sprach Herr Verwalter Marx, Herrn Becker seinen innigsten Dank aus für das Gute, das er der Anstalt erweise, indem er jeden Tag ins Haus komme, um mit drei Abteilungen, den kleinen, mittleren und schulentlassenen Zöglingen seinen Schiur zu lernen. Im Namen der „Bachurim" sprach ein Zögling dem verehrten Lehrer besten Dank aus für den schönen Schiur, den sie jeden Tag mit ihm verbringen. Hierauf folgte der heitere Teil der Sium- Feier. Unter persönlicher Anteilnahme des Lehrers wurde gesungen, gespielt und sogar getanzt. Bis nach, Mitternacht zog sich diese frohe und erhebende Sium-Jeier hin. Ausflüge. Infolge des Rhein-Mainischen Bezirkstages fanden vergangenen Sonntag keine Ausflüge der Agudas Jisroel-Jugend- und Mädchengruppe statt. Diesen Sonntag, den 5. Juni, werden Nachmirtags-Spaziergänge unternommen. Treffpunkt für die männliche Jugend 3 Uhr nachm. Uhrtürmchen, Jriedberger Anlage. Für die weibliche Jugend 4 Uhr nachm., Allerheiligentor. (Nachteffen mitbringen). Seremskalender. Verein Mekvr Chajim. Samstag vorm, nach Schluß der Synagoge: „Dinim") Herr Rektor Falk. — mittags 12y4 Uhr, im Hörsaale Friedberger Anlage: „Mikro") Herr Dr. Willy Hofmann. — nachm. 4 Uhr im Hörsaale: „Newiim"; Herr Prof. Weyl. - 43/4 Uhr im Vereinslokale: „Tesilloh-Vortrag"; Herr Red. Schachnowitz. — 8y4 Uhr im Hörsaale: „Midrasch") Herr Oberlehrer Jos. Kaufmann. Sonniag vorm. 93/4 Uhr und Di enStag nachm, eine Stunde vor Mincho, im Vereinslokale: „Gemoro") Herr R. B. P o s e n. — Eine halbe Stunde vor Nacht im Vereinslokale „2,2p» s'p"; Herr Utebatteur Schachnowitz. Montag und Mittwoch abend 7 Uhr: „Gemoro") Herr Rabb. Dr. Jos. Breuer. Donnerstag nachm., eine Stunde vor Mincho im Veteinslokole: „Mischna"; Herr Rektor Falk. Allmorgendlich Mischnalernen im Hörsaale. Allabendlich 83/4 Uhr: „v"lp-Lernen im Bereinslokale) Herr H. Halpern. Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Sonntag vorm. 8 Uhr: „Raschi") Herr Leopold Oppenheimer. — nachm. 21/, Uhr: „Tehillim") Herr Herm. Frankenthal. — 3 Uhr, Ausflug: Treffpunkt Uhrtürmchen, Friedberger Anlage. — abends 8 Uhr: „Hebräische Sprache") Herr Lehrer I. Je len. Dienstag abend 8 Uhr: „Tefilloh"; Herr Oberlehrer Kaufmann. — 9 Uhr: „Gemoro") Herr Dr. Hofmann. Mittwoch abend 8 Uhr: „Dinim") Herr Oberlehrer Munk. - 83/4 Uhr: „Newiim") Herr Simon Unna, Kleine Obermainstr. 30.-. Donnerstag abend 8*/, Uhr: „Chaurew") Herr Dr. Ehrmann. Samstag vorm., 9 Uhr: „Gemoro") Herr Dr. I. Posen, Am Tiergarten 38. — HHk Uhr: „Gemoro") Herr H. Halpern. — 113/4Uhr: „Mischna") Herr A. Hirschberg. - nachm. 5 Uhr: „Gemoro" für Anfänger) Herr Leop. Oppenheimer. Der Schiur 7y2v von Dr. S. Ehrmannn findet nicht Montag und Mit'woch abend statt, sondern jeden Morgen um 3/47 Uhr. Allabendlich s/4 Stunde vor Nacht findet Lernen von Herrn Dr. S. Ehr mann über rrm ps statt. Agudas Jisroel-Mädchengruppe. Sonntag nachm. 4 Uhr, Ausflug: Treffpunkt Allerheiltgentor. (Nachteffen mitbringen), — abends « Uhr: „Hebräische Sprache") Herr Lehrer Joel I e l e n. Mittwoch abend 8 Uhr: „Thauro") Herr Dr. E h r m a n n. Donnerstag abend 8*/* Uhr: „Chaurew") Herr Dr. Ehr mann. S a m s r a g vorm. 11'/, Uhr: „Sidrah '; §>' ■ - Louis Kahn. — nachm. 4 Uhr: „Thauro" Herr A. Htrschberg. Verein sn Jv6- Sam Stag nachm, nach „Mincha", Hörsaal ss-rted. berger Antage) Herr Prof. Dr. Sulzbach. Beshamidrasch, Ostendstrafie 18. Sonniag fr üb 8-9 Uhr, Montag, Dienstag und Mittwoch abend 8'9 Uhr: „Gemoro- Schiur" «ep 822: Herr Rechtsanwalt Dr. I. Breuer. SamStag, eine halbe Stunde vor Nacht: „Mefstlas Jeschoctm") Herr H. Halpern. 'Alltäglich '/»Stunde vor Nacht: „Dinim"; Herr Rosen zweig. StP *nsrr/ Ostendfteafte 18. Täglich vorm. '/»8—'/,9 Uhr, nL'2 N“)»3) SamStag nachm. 3/45 —3/46 Uhr: Herr Rabbiner S. Weber. Heöetzeiten. vipro roa?* Freitag ctbcuo 7.50. Samstag mrtzr ) en 7.45. Samstag nachm. 5.— Samstag abend 9.25. WochengatteSdienst: Morgens 6.15. Nachmittags 7.15. Familiennachrlchlen. Barmizwohfeier. Alfred, Sohn von Frau Johanna von Burg, Synagoge Frtedberger Anlage. — Ist, Sohn des Herrn Julius Nußbaum, Windeckfiraße 60 a, Synagoge Jriedberger Anlage. GroB-Frankfurt am Eschenheimer Turm Spezialitäten» Theater Neu eröffnet: KAFFEE ersten Ranges Weinklause Eingang nur StiftstraBe Sir. on&.ftMinilie1 nimmt 2 Knaben b. gewissenh. Beaufs. u. guter Verpflegung in Wension Mehrere höh. Schulen a. Platze. Gefl. Anfragen unter 23604 an die Expedition des Blattes. Gesucht Landaufenthalt per Juli-Atigust für 3 Mädchen 12 u. 13 Jahre alt bei religiös. Familie geg. Vergütung. (23598 Ludwig Peis, Hamburg, Btsmarckfiratze 90 Gut zubereiteten reichlichen nufloo-id ~ empfiehlt 23623 Pension Appel, Holzgraben lim. ÜT'® ATmtillen iserkei Warnung voi NachahmungenttiriiLZiniEt in guter Ostendlage bei guter Familie sofort zu vermieten. Off. unt. 23622 a. d. Exp. d. Bl.

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