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Der Israelit · 1921-05-05 · Heft 18 (5.5.1921) · page 22

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Journal
Der Israelit
Volume
62 (1921)
Issue
Heft 18 (5.5.1921)
Date
1921-05-05
Page
– (sequence 22)
Language
German
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„Blätter/ Seite ft Nr. 1&, um die Blößen des heiligen Landes auszuspähen (Hazefira). 6. Die „Jüdische Presse" meldet von einem Beschluß des Zentralrates, daß die offiziellen Organe der Agnda eine agressive Haltung gegen den Misrachi einnehmen sollen. Uns ist zwar ein solcher Beschluß des Zentralrates nicht bekannt, aber immerhin dürfte es sich für den Misrachi empfehlen, die Probe aufs Exempel zu machen. Wie die Tinge heute liegen liegen, da der Misrachi eine konservative Filiale des Zionismus darstellt, aber noch nie den Mut gefunden hat — vergleiche Frane nwahlrecht,Chin Nachfragen — ein entschiedenes „guock narr" auszusprechen, könnten agudistisch infizierte Leser und Hörer in der Tat auf die Vermutung kommen, daß der Kampf der Aguoa zwar nicht gegen den Misrachi, wohl aber für die Selbständigkeit des Gottesgesetzes in der jüdischen Nation gefiihrt würde. Wenn aber der Misrachi einmal ernst machte und statt nach rechts, nach links Entschiedenheit auf- * brächte und unter Führung der Gedaule Hatauro jede Konzession an den Abfall vom Gottesqesctze ablehnte, und dann noch weiter von der Agnda bekämpft würde, dann würde sich deren heimtückische assimilatorische Jdiologie klar erweisen, ohne daß dazu ein .,im allgemeinen ausgezeichnet informiertes Korrespondenzbüro" benötigt würde. E. Vom Zentralrat der Agudas Moel. Der Geschäftsführende Ausschuß des Zentralrates der Agnda beschloß in seiner Sitzung^ vom 18. Nissan aus den ihm von der deut- > scheu Landesorganisation zur Verfügung gestell-; ten Geldern 100 000 M k. fiir die ukrain-; ischen Progromopser zu verwenden, undj zwar werden 50 000 Mark in der Ukraine; selber und 50000 Mk. bei den ukrainischen) Flüchtlingett in Polen zur Verteilung gelangen, l Unabhängig davon werden zunächst mit einem Fonds von 500 000 M k. Schritte zur U e b e r -; jührung ukrainischer Kriegswaisen j nach Palästina unternommen. { VermMungsattlon des Gerrer Rebbe! in Erez Zisroel.! Me uns berichtet wird, macht der Gerrer Rebbe i den ernstlichen Versuch, in der Angelegenheit \ des obersten Bes-^Din in Jerusalem im Sinne j eines gerechten Ausgleichs zu intervenieren.! Mein-Minischer Sezirtttag.? - Ter ursprünglich für den 8. Mai in Ausi ficht genommene Bezirkstag der Jugendgruppen des Rhein-Main-Gebietes findet nuni mehr am 29. Mai in Frankfurt a. M. < statt. Programmeinzelheiten gehen den Grup- - Pen diese Woche zu. Alle Zuschriften, den Be-1 zrrkrstag betreffend (Delegierten, Gäste, Wdhn-) und EMlegenheiten),. sind an das Büro der. Agudas Jisroel-Jugendgruppe Frankfurt a. M., / Hanauer Landstraße 17, zu richten. Ser Seleglerleniag der Aguda ln der Slowakei. Heber die in Teplitz stattgefundene Landesversammlung der Agudahgruppen der Slovakei, über die wir bereits kurz berichteten, geht uns folgender ausführliche Bericht zu: Als EinLerufer der Tagung eröffnet Herr Oberrabbiner Gprtzer (Kirchdrauf) mit schönen Thoraworten die Tagung und fleht Gottes Segen auf die Beratungen herab. Haberfeld (Bratislava) schlägt für die Leitung der Versammlung Herrn Oberrabbiner Spitzer (Kirchdrauf), Oberrabbiner Reich (Trencinban), Oberrabbiner Friedrich (Homono) und vier Schriftführer vor. Oberrabbiner Herzog (Stutzava) referiert über die bisherige Tätigkeit der tzrovisorischen Leitung der Agudas Jisroel. Er hebt die großen Schwierigkeiten hervor, welche sich den eifrigen Aguda-Arbeiten entgegengestellt haben, aber es gelang schließlich doch in Fortsetzung und Ausweitung der Machsikö Hatzaß-Bewegung den Agudas Jisroel-Gedanken ‘ in der Slowakei zu verbreiten. Allmählich gründete sich Ortsgruppe (nach Ortsgrutztze, besonders im Kreise der Jugend. Als Vorkämpfer für die Idee wirkten Rabbiner Llbraham Aron Katz (Neutra) und sein treuer Mitarbeiter Oberrabbiner Lichtenstein (Uermeny), der leider heute nicht mehr unter den Lebenden iveilt. Er glaubt, daß die Bewegung weitere Fortschritte machen wird und wünscht, daß besonders der Arbeitskreis der damaligen Machsike Hadaß, die Beaufiichtigung und Konlrollierung der Ritualien, aus dem Arveitsprogramm nicht ausgeschaltet werden sollen. Daher schließt er sein Referat mit dem positiven Antrag, daß eine spezielle Ritualkommission eingesetzt werde, tvelche alle semerzeitigen Aufgaben der Machsike Hadaß übernimmt. (Angenommen.) Vorsitzender Oberrabbiner Spitzer beantragt - die Wahl einer Kommission behufs Vorlegung eines Statutenentwurfes. Die Statuten sotten; während der Nachmittagstagung zur Beratung vorgelegt werden. Als Mtglieder der Statuten-! kommission wurden Herr Oberrabbiner Hirsch-; ler (Modra), Oberrabbiner Fürst (Cuz), Dr.; Rosenbaum (Bratislava), Müller (Presoo), s Spitzer (Neutra), Dr. Pollal (Wien) gewählt. - Oberrabbiner Ungar (Trnava) beantragt, Begrüßungstelegramme an das Zentralbüro Lon-; don untz Men, die Organisationslandestänzlet Bratislava und Rabbiner Katz (Neutra) abzu- ,enden. Der Antrag wird Angenommen. Oberrabbiner Hirschler hält nun sein Referat über Agudas Jisroel. .Er knüpft - seine' Ausführungen an die Bemerkung der Talmudweisen zum jesajanischen Verse Wehojo emunas iteocho chausen jeschuaus chochmaL^wodaas, l in denen er die einzelnen Aufgaben oer Agudas Jisroel schildert, die Erziehungssrage (die Ju-s genderziehung, Schiurim - Einrichtung, Mädchenerzichung), soziale Fürsorge (Waisenhäuser), fer-; net Emigrationsfrage, Arbeitsvermittlung, ] Schomre Schabbos, zuletzt die Gesinnungstüch- - tigkeit, die alle unsere Mitglieder durchdringend sott. Der Gedanke der Agudas Jisroel gipfelt; in der Betonung, daß.es bloß ein einziges jüdisches Volk gibt, rvelches die historische Kontinuität mit dem Sinaitage durch das Sinai-; gesetz bis zum heutigen Tage aufrechterhalten s hat und trotz aller Versuche, das jüdische Volk auf eine andere Grundlage zu stellen, nodj heute den unbeugsamen Mllen bekundet, den jüdischen - Volkskörper auf der Grundlage des Smaigefetzes zusammenzufassen und aufrechtzuerhalten.' Nach dem mit großem Beifall aufgenommenen l Referat stellt Oberrabbiner Reich (Oslan), unteri stützt von Oberrabbiner Fürst (Cuz), den An-■ trag, jenen Teil der Ausführungen des Refe-. reuten, welcher sich auf soziale Fürsorge, be- - sonders auf Errichtung von Waisenhäusern zur; Aufnahme der Pogromopfer aus dem Osten, als . Aufruf an die einzelnen Gemeinden ergehen zu! lassen, in denen die besondere Mchtigkeit und; Dringlichkeit der Waisenversorgung znm Aus-! druck gebracht wird. (Angenommen.) - teinnch Weiß (Neutra) möchte vor allemi usbau der Ortsgruppen gnstreben, sonst i werden M Träger unserer Arbeit fehlen und ■ die schönsten uny besten Ideen werden verloren ( gehen aus Mangel an organisierten Arbeitskräften. Friedmarn (Presov) erblickt auch in der organisatorischen Arbeit die momentan dringlichste Aufgabe und bittet, mit.Rücksicht, daß die Ostslowakei breite orthodoxe Massen birgt, auf die Verbreitung der Aguda-Jdee inder Ostslowakei besonderes Gewicht zu legen. Oberrabbiner Spitzer erklärt, daß diesem Wunsch Rechnung getragen werden wird. Oberrabbiner Friedrich (Homona) erwartet von der Verbreitung der Aguda-Jdee gleichzeitig die Erstarkung des Thorageistes, der leider immer mehr und mehr aus dem Herzen der Jugend verdrängt wird. Er erblickt zn den einzelnen Ortsgruppen die Pioniere per Thora-Idee und daher wünscht er, daß alle entschlossenen Vorkämpfer für den Geist und Gehalt unserer Thora sein sollen. Er glaubt, daß, wenn nun die Aguda- Ortsgruppen so ausgebaut werden, so wird der Aguda-Gedanke rasch auch in der Ostflowakei Fuß fassen, denn es sind heute nur mehr bloß wenige, die von der Mchtigkeit, ,'Dringlichkeit und der Heiligkeit der Aguda-Jdee nicht überzeugt wären. Herr Zahnarzt Dr. Ehrmann (Frankfurt) übermittelt vor allem die Grüße des deutschen Gruppenverbandes der Agudas Jisroel und geht auf sein Thema ein, indem er die traurige Lage Israels, beziehungsweise des religiösen Lebens in Erez Israel schildert. Als unerschütterliche Vorkämpfer für die thoratveue Judenheit wirken dort Herr Oberrabbiner Sonnenfeld und Diskin und mit ihrer Unterstützung vollzog sich bis jetzt die Arbeit, welche die einzelnen Larrdesorganisationen, aber besonders die deutsche Palästinazentrale im Einverständnis mit den Pekidün und Amarkalim (Amsterdam) geleistet haben. Me Hauptarbeit wurde für die .Erhaltung der ein- > zelnen Schulwerke und Thoraanstalten geleistet, die selbstverständlich alte mit Zustimmung des Bethdin der aschkenasischen Gemeinde gewirkt haben. Heute ist nun notwendig, die Arbett in gesteigertem Maße fortMsetzen und sie bedeutend auszuweiten. Bor allem sind drei wichtige Momente zu berüch'ichtigeu. Zunächst muß Agudas Jisroel bestrebt sein, in .Erez Israel für die Idee der Agudas Jisroel zu werben, das heißt diedort noch We Majorität bildenden Jereim zusammenzufajsen, damit ihr Mlle .im öffentlichen Leben ui Erez Israel auch zum Ausdruck komme; zweitens müssen die Schullverke, die bis jetzt in unserem Sinne gel'eitet wurden, aufrechterhalten und neue ins Leben gerufen werden. In diesem Zusammenhänge ist notwendig, darauf hinzuweisen, daß die Existenz des selbständigen Bethdin, wie es heute von Rabbiner Chaim Sonnenfeld und Rabbiner "Diskin besteht, gesichert werde. "Drittens ist es heute unsere Aufgabe, Jischuv Erez Israel, den Aufbau Erez . Israels mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln zu fördern. Alle diese Momente erfordern große Geldopfer, aber man muß nur zur Tat schreiten, der Erfolg kommt bald nach. Diese Erfahrung haben sie in 'Deutschland gemacht, wo sie durch die Rausch Chaudesch-Abgabe auf Grundlage von Maser sehr große Erfolge erzielt haben und xs ist schon heute Mt Pflicht geworden, bei den Mitgliedern der Agudas Jisroel diese Maserpflicht pünktlich von Monat zu Monat zu erfüllen. Es ist daher notwendig, daß auch hier jede Ortsgruppe auf vielem Gebiete ihre Pflicht tut. Zu einheiüicher Leitung der Palästinaarbeit ist selbstverständlich notwendig, daß eine Palastinalandeszentrale geschaffen werde. Ueber die Kompetenzen der einzelnen Landeszentralen wird sicherlich der Zentralrat, der in diesen Tagen in Men tagt, entcheiden und daher erübrigt sich hier über' daS Thema des längeren auszusprechen. Er erachtet es jedoch für leine Pflicht, darauf aufmerksam zu machen, daß Agudas Israel mit der breiten Palästinaarbeit durchaus nicht die Msicht hat,, den Jischuv Hajoschon und in der. Slowakei die Einnahmequellen der alten Siedlung irgendwie Pr schmälern. Mr wollen ja unsere

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