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Der Israelit · 1921-04-14 · Heft 15 (14.4.1921) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
62 (1921)
Issue
Heft 15 (14.4.1921)
Date
1921-04-14
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Sette ö *«t. IS h»tt^€ub«u und Publikum — tot* einzigartig. Und »run das Konzert selbst« Unsere diesbezüglichen Erwartuno?i! wurde» weit Werrrosfen. Was an diesem Abend geboten wurde, tzrhob sich haushoch über da- Herkömmliche, es tva» tztuaS banz Neuartiges, daS das Gepräge deS wahr- Last Künstlerischen trug. Und fragen wiruns, wer druckte dem Ganzen diesen einzigartigen Stempel us! Alles überragend erhebt sich da ein Name: Kax Ncumanu. Was dieser außergewöhnlich Beabte in der kurzen Zeit seines Hierseins geleistet at, ist bewunderungswürdig, es verdient in der Chronik unserer Gemeinde jestgehalten zu werden. Bor etwa einem Jahr kgm Herr Neumann hierher zu uns nach Frankfurt, sah, dag es bri uns^ was Musik uno Kunst anbelangt, schlecht auSsah, gründete sofort mit ein paar musizrersteudigen Damen und He»ren ritten sog. Orchefterverein, arbeitete rastlos, systematisch und planmäßig und der Erfolg: Ter G. April, f&enu man bedenkt, was es heißt, mit Tilettanten der- «rtig künstlerisch Vollwertiges zu aollbringen, so kann man mit seiner Bewunderung für Herrn Neumann «icht zurücthalten. Daß unter einer solchen Leitung Hervorragendes geleistet wird, kann da nicht mehr Mundernehmen. Seine Helle Freude maßte man daran haben, zu sehen, wie die anfeuernde Begeisterung des 'Dirigenten sich auf die jung'» Musizierenden jöbertrug und diese förmlich miteinander wetteiferten und wie dieser Eifer sie alle Schwierigkeiten überwinden ließ. Sonst könnte man es nicht der. stehen, wie solch schwierige für oen Konzrtsaat bestimmten und scheinbar nur von BerusSmusikern ausführbaren Stücke — Haydn-Symphonie! — von diesen jungen Leuten bewältigt werden konnten, ja herrlich <u Gehör gebracht wurden. Standen so die Leistungen des „Jüd. Orchestertereins" auf hohem künstlerischen Niveau, so war bieS nicht minder bei den Solist«'! der Fäll. Frl. Betty Stern spielte mit gepflegtestem Anschlag, frei aus dem Gedächtnis Variationen über ein Thema von Beethoven äußerst wirkungsvoll. Herr MarjkuS GerUch sang mit seiner warmen, prächtigen Llenorstimme und seinem gefühlvollen Vortrag Jarfonlieder und Arien und Lieder allgemeinen Jnalres, von welch letzteren die eigenen Kompositionen eS Herrn Neumann sich durch rhre frische Natürlichkeit und herzinniger Einfachheit besonders hervorhoben. Herr Neumann am Flügel begleitete mit wunderbarer Einfühlungsgabe und war besonders keinen Liedern ein herrlicher Interpret. Lobend zu erwähnen sind ferner noch der effektvoll gespielte Veethovenschc Tanz Nr. 3 von Julius Peißachowitsch, sowie die Liedbeglcitungen von Frau Elärchen Wohlfarth. Mt dem in Linie, Klang und Rhythmus vanz prächtig erfaßten „Kalifen" klang das herzlich» Konzert aus. Mit Stolz und Zufriedenheit kann die „Jüd. frauxnvereinigung" uno mit ihr der „Jüd. Orchester-- erein" und allen voran, Herr Ncuwann, auf diesen so kunstwürdig durchgeführten Abend zurückblicken. Kitt neuer. Direktor. Man schreibt unS auö den Kreisen der Gemeinde-' «rtyodoxic: Nach zweijährigem Suchen ist es dem Schulrat beS Vbilanthroprn nunmehr gelungen, itt Herr-- Studienrat Tr. Triefen einen geeigneten Herrn zur Leitung dieser Anstalt zu finden. Am Donnerstag, d. 7. ds. fhub die Einführung des neuen Direktors in Gegenwart der Gemeiuderabbin-er und Vertreter der Regierung, der Gemeinde und des Schulrates statt. Tie feierliche Veranstaltung nahm den üblichen Verlauf; doch wollen wir dis programmatischen Aeußerungen des neuen Direktors bei Uebernahme seines Amtes der jüdischen Oesfenillichkeit nicht vorenthalien, da sie bez-eichaend sind für den Geist, der unter de» neuen Aera in dieser Schule herrschen wird. Anknüpiend an das ihm durch feint Berufung «ach Franks irrt bekundete Vertrauen, wofür er vor Mem den anwesenden Vertretern der Gemeindevrthodoxie danke, äußerte Direktor Dr. Triefen sich in begrüßenswerter Offenheit über seine religiösen Ansichten. In den beiden Vertretern der jüdischen „Gottesgelahrtheit" (sic!), den Herren Rabb.. $*. Nobel und Tr. C Seligmann, begrüßte er die Reph etischen " Judentums. Noch ausführlicher Würdigung der unsterblichen Verdienste des „rabbikischm" Judentums um die Erhaltung des jüdischen Geistes in seinen alten Formm, deren hoher Wert gerade vom erzieherischen Standpunkt wohl beachtet werden müsse, bekannte sich Direktor Dr. Triefen für seine Person zur Anschauuna drS ^prophetischen" Judentums, das in den Worten dev Propheten und Psalmen (— bit . Richtlinien" wurden »n diesem Zusammenhang nicht erwähnt -—) feinen Ausdruck fände. In diesem Geiste Hab? er seine Jugend verbracht in einem Länderst l-unaSheim an den Ufern des Main, wo Kinder der verschiedensten Nationen und Religionen gemeinsam erzogen wurden -u gegenseitigem Verständnis und Achtung; oft sei eS dort vorgekommen, baß katholnÄe Knaben an jüdischer Sederfcier teilnahmen und ebenso umgekehrt Juden an christlichen oder auch mohammedanischen Festen. Ein im gleichen Sinn geleiteter Religionsunterricht Labe viel zur AiKale-chu»g ßt»A vorhandener Gegensätze beigetragenI Interessant ist die Erklärung, auf dre Dir. Dr. Driesen besonderes Wert legte, daß er gerade mit Rücksicht auf kein» religiösen Ansichten solange gezögert habe, nach Frankfurt zu kommen, und erst 'eine Einwilligung gegeben habe, nachdem ihm Justizrat Tr. Auerbach wiederholt versichert habe, daß et deswegen von Seiten der konservativen Gemeinden! itg lieber kein» Schwierigkeiten zu befürchten habe! Mit dem Gelöbnis, treu bei der Fahne der Schule des Deutsch« tuins- und bei Judentums auSharcen zu «vollen, beschloß der neue Direktor seine Ausführungen. Henerakverfammkimg der Agudas Iisrsek- IugendgrAppe- Die Gknerawersammlunder AgudoS JiSrovl» Jugendgruppe, die am 10. April stattfand war sehr Zahlreich besucht. Der Tätigkeitsbericht wieS, abgesehen von dem Lehr- und Bortraasprogramm di» Arbeit auf soziawm Gebiet auf. In erster Linie konnte die Jugendgruppe mit Erfolg an der Linderunder Not der Flüchtlinge aus dem Osten arbeiten. Sie richtete Unterrichtskurse ein, beschaffte Tüttel zur Versorgung mit Winterkleidung, verschaffte — wenn auch nur in bescheidenem Maße — Stelle» unb versorgte die Emigranten mit Kleidung und Nahrung. Ein neugegründeter Zimmernackwcir vermittelte Zimmer für die Mitglieder und an dem Aufbau für das „Jüdische Heim" war die Jugendgvrppe in besonderen! Maße beteiligt. Für dre Rausch« Chaudesch-Spende für Erez JiZroel gelang es de» Jugendgruppe, große Beträge zu sammeln. In herzlicher Weise gedachte der Bericht der verstorbenen Freunde und Gönner Prov.-Rabb. Tr. Bambergsr- Hanau, Eduard Feist, Hugo Weingarten und Mina Kauwrann. Ein Antrag, einen Kurs zur Borbeberettung für die Besiedelung von Palästina eirrzArichten, wurde einstimmig für gut befunden. Weitere Anträge werden späterhin noch zu besprechen sein, Tie Wahlen ergaben die Wiederwahl der Herren Dr. Ehrmann, Dr. Hofmann, Hugo Kah und Theodotz Klein, für dir Mädchengruppe der Damen Judith v. Geldern und die Neuwahl der Herren Edwin Feist, Nathan Jeidel, Joel Sänger, stud. chenr. Jsa? Schorrb und der Damen Else Gottlieb, Rosy Feist, Sara Landsverg, Hanna Flörsheim und Frieda Hirsch. Der jüdische Furnverein. Am SamStag, den S. April, lud der jüdische Turnoerein seine zahlreichen Freunde zu einer Purim- Feier und wie gewohnt, konnten die weiten Räume deS BolkSbildurigsheimeS die große Menge der Erschienenen kaum fassen. Wie alle Feste, die der jüdische Turnverein bisher gegeben hat, sd ist auch diesewiederum glänzend gelungen. Im Vordergrund der Darbietungen standen unter der bewährten Leitung von Herrn Turnlehrer Niemoy er, turnerische Vorführungen sämtlicher Abteilungen (Herren-, Zöglinge-, Knaben-, Damen-, Mädchen-), die, mustergültig auSgeführt, die größte Bewunderung sämtlicher Gäste hervorriefen. Besonders fielen hierbei die vorzügliche» Leistungen der Herrenriege am Reck auf. Jndeß alle Leistungen zeugten von dem ernsten Arbeitswillen des jüdischen Turnvereins auf dem Gebiete der Körpererziehung der jüdischen Jugend. Als weitere Nummern folgten originelle jüdische Puppensptele, lebende Bilder auS der jüdischen Geschichte, gestellt von Mitglieder» des Vereins, sowie Musikvorträge deS Herrn Alex B a k ft, von Frau Dr. S1 raußauf dem Flügel begleitet. Mknr ßyarrkirn. Der Verein zur Pflege und Unterstützung israelitischer Kranken „Bikur Chaulim" e. V, (gegründet von Dr. MärcuS Hirsch s. A.), der durch den Krieg und in den Nachkriegsjahren in der Entfaltung seiner Tätigkeit stark behindert war, will dieselbe nunmehr wieder voll aufnehmen. Er bedarf hierzu überaus großer Mittel und bittet ergebenst und dringend, ihm solche, sei eS durch Beitritt als Mitglied, sei eS durch Gewährung von Spenden, zuzuwenden. (Siehe Inserat). Sijum iw jüdische« Keime. Im Jüdischen Heime,Rechneigraben-Schütze»-- stratze, findet am Freitag na» morgens, et» Sijum statt, veranstaltet von einem Dozenten der AgudaS Jisroel-Jugendgruppe, der an diesem Tage ('*nnJD /dö auslernt. Die Leitung des Jüdischen HeimeS gibt hiermit bekannt, daß alle 8^122, die am Siju« teilnehmen wollen, höflichst eingeladen find. KranKfurlee GewerSekasse. Unter dem Vorsitz des Herrn Siadtrat a. D. G. Hoffmanu fand gestern dir 59. ordentliche Generalversammlung der Frankfurter Gewerbrkasfe statt, wobei die-Bilanz nebst Gewinn-- und Nerlustrechnung sowie die Verteilung der vors-ttchtas-'r-.en Dividend» von 8% genehmigt wurde. Herr Direktor Keller gab ru den beantragte« Statutenänderungen entsprechende Erläuterungen; demnach sollen die. für ein Mitglied zu lässigen Geschäftsanteile von 3 Stück ä 500 Mk. fünftis auf 5 Stück ä 500 Mk. erhöht werden. Ferner ist be-. obsichtitzt, bei Krediten mit hypothekarischer Unterlage dre Beleihungsgreuze, die seither unter Einrechnung etwaiger Vorbelastung */* ver ermittelten Wertes der als Sicherheit dienenden TiegonsthaO betrug, auf *4 d»r Tax» *h rrweit^m. 14 April IM , > MW Verei» Mekor Chaji«. Samstag vorm., nach Schluß der Synagoge: „Dinim"; Herr Rektor B. Falk. — 12 Uwe int Hörfaal Friedverger Anlage: „Melochimtz,- Herr Prof. Weyl. — Nachm. 4^ Uhr: „Mikr»<,- Herr Rektor Falk; daran anschließend JahrzeitSstiftungslernen: Salli Frankenthal-Stiftu«g. Sonntag vorm. 9"/. Uhr und Dienstag abend 7 Uhr: „Gemoro"; Herr B. A. P-osen. Sonntag n a ch m. 7 Uhr: „Pijütim zu Peffach^/ Hevc Dr. Jos. Breuer. Montag rmd Mittwoch abend 7 Uhr: „Gemoro"- Herr Dr. Jos. Breuer. Allabendlich 8% Uhr: „Gemoro"; Herr H. Halpern. Jeden Morgen Mischnalernen. Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Sonntag vorm. 8 Uhr: „Chumisch mit Rascht"; Herr Leopold Oppenheimer. — Nachm. 21/. Uhr: „Tehillim"; Herr Herrn. Frankenthal. — 6 Uhr: ^Hebräische Sprache"; Herr Lehrer I. Jelen Herren und Damen. Montag und Mittwoch abend 9 Uhr: ^Gemoro"; Herr Dr. Ehrmaun. Dienstag abend 8 Uhr: „Tefilloh"; Herr Oberlehrer Kaufmann. Donnerstag abend 8*4 Uhr: „Hagadah"; Herr Dr. Ehrmann. Damen und Herren. SamStag vorm., 9^/, Uhr: „Gemoro"; Herr Dr. I. Posen, Tiergarten 42. — ll1/* Uhr: w@euiorotf; Herr H. Halpern. — 11*/« Uhr: „Mischna"; Herr A. Hirschberg. — 31/, Uhr: „Gemoro"; Herr Dr. Hofmann. — '/«Stunde vor Nacht: „Midrasch"; Herr Dr. Hofman«. Agudüs Jisroel-Mädchengruppe. Mittwoch abend 8'/« Uhr: „Hiob"; Herr Dr. Ehrmann. Samstag vo!m. nach Schul: „Sidravortrag". SamStag nachm. 4 Uhr: „Thauro"; Herr Lehrer Htrschderg. Zerre Emune Jisroel/ Hanauerlandstraste IT. SamStag nachm. 4 Uhr: „Orach Chaim" >?'» 'ka Herr B. Eitler. Sonntag abend 8l/a Uhr: „Gemoro"; Herr I. Sch Neigebauer. Montag abend 8% Uhr: „Gemoro"; 9% Uhr „Jeschajohu"; Herr N. Weil. Dienstag abend 8% Uhr: „Gemoro"; SV, Uhr: „Dinim"; Herr Sch. Lustig. ' Mittwoch abend 81/* Uhr: „Gemoro"; Herr M. Speiser. Donnerstag abend 8*4 Uhr: „v^nn"und„Dor»ch Harofchonim"; Herr I. Landau. Bereitt fn mf?. SamStag nachm, nach „Mincha", Hörfaal Friedberger Anlage; Herr Prof. Dr. Sulzbach, Beshamidtz ssch, Oftettdftratze 18 SamStag nachm, ö Uhr: „Bortrag"; Herr Rabbiuer Karpel. SamStag nach m., */,6-*/,7 Uhr, Sonntag früh 8—9 Uhr, DienStag und Donnerstag abend, 9—10 Uhr: „Gemoro-Schiur" nvp «22; Herr Rechtsanwalt Dr. I. Breuer. SamStag nachm. 4 Uhr: Bortrag. — Eine halbe Stunde vor Nacht: „Mefstlas Jefchorim"; He« H. Halpern. Alltäglich *4 Stunde vor Nacht: „Dinim"; Herr Rosenzweig. OV inari/ Ostendstraße 18. Täglich nachm. 61/,—71/* Uhr, a'nDB siöj; SamStag nachm. 4—5 Uhr: Herr Rabbiner S. Weber. HeöeLzeLLe«. Frettug avenS $.50, Samstag morgen 8.— Predigt. SamStag nachm. S—. Samstag abend 8.10. Wochengottesdienft: Morgens 6.30. Nachmittags E.LO. Freitag morgen 6.15. V $ ft Das Käschern in unserer Gemeinde-Synagoge Friedberger-Anlage 6, findet statt: Donnerstag, den f i. April, Vormittags 10—12 Uhr, Nachmittags 2—5 Uhr. Geburten. Eine Tochter: Sorach BilmowSki und Frau Johanna, geb. Swetizky. Gsrmirwohferer. Ludwig, Sohn des Herrn Moritz Kuttner, KönigSwarterstraße 131, Synagoge Uiirneplatz.

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