Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 62 (1921)
- Issue
- Heft 15 (14.4.1921)
- Date
- 1921-04-14
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2446951-2450138-2450153--68867-2526004- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
1& «»M 1ML Der Israeli. N». IS Teil? 8 ©nfragunfl öes Keren NajeSaS. Lvttds», 5 April. Der zionistische ^Seren Hajeßod" ist alsilristische Körperschaft in das Handelsregister eingetragen worden. Al-Zweck wird angegeben: ,Dte Ausführung der Balfour-Erklärung vom L. November 1S1V über die Errichtung eines tdisch-nationalen Heimein Palästina (Erez ^i-roel)." Die Ernennung -er Direktoren obliegt tzer zionistischen Organisation. Ucriitstirrcr» Zer Znlergana eines JUdUdien Schiffes- Aernsalem- 10. März. Wie dar „Jüdische Korrespondenz-Bureau" auS Jerusalem meldet, ist das Mische Schiff „Ehaluz" gesunken. Da- Schiff kam frühmorgens aus Port Said und konnte wegen stürmischer See den Hafen nicht anlausen. Um 10 Uhr' vormittag- -rach ein gewaltiger Sturmwind los, der daS Schiff in eine verzweifelte Lage brachte. Der Hafeninspektor ließ die zwei im Hasen verankerten Dampfschiffe signalisieren, ob sie dir Schiffsmannschaft nicht retten könnten. DaS eine Fahrzeug antwortete „nein" und fuhr auf hohe Gee hinaus. DaS zweite, der englische Dampfer «Treniino", eilte trotz größter Gefahr zur Rettung der Mannschaft herbei, was «lch gänzlich gelungen ist. Nllerlel aus Jerusalem. Sexufatem, 15. März. Eine Frauenversammlung im Saale der Stadtverwaltung faßte am 13. März den Beschluß, eine umfangreiche Aktion zu Gunsten der „Olim" (Palästina-Einwanderer) zu entfalten. Am letzten Montag gelangten wieder über Aegtzpten und Jaffa dreißig Einwanderer hier tu, darunter auch mehrere bucharische Juden. In den meisten Fällen brauchte das Arbeitsamt nicht in Wirksamkeit zu treten, da die Emigranten von Verwandten empfangen und verpflegt wurden. Die Stadtverwaltung in Jerusalem verminderte -as Budget für das kommende Jahr um fünftausend Pfund (45 Tausend statt 50 Tausend im vorigen Jahr). Dementsprechend wurden verschiedene Ausgabeposten reduziert. Im Zusammenhang mit diesen Reduzierungen entstand das Gerücht, daß auch die Gehälter der Melamdim an den Talmud Thora-Schulen verkürzt werden sollten. Die bedrohten Lehrer beschlossen in einer Versammlung, mit einem Proteste an die Religiöse Kommission diesem Vorhaben mtgegrnzutreten. 0er eifenbafmbau Pefach-Ttoah—Ras-el-Ein- Serirfalenr, 5. April. Zu dem bereits gemeldeten Beginn der Bauarbeiten auf der neuen Eisenbahnlinie Petach- Tikwah —Ras-el-Ein werden noch folgende interessante Einzelheiten gemeldet: Bezüglich dieser Bauarbeiten ist zwischen der Regierung und der Stadtverwaltung von Petach-Tikwah ein regelrechter Vertrag zustande gekommen, der folgende Hauptpunkte enthält: Die Negierung verpflichtet sich, keine Konzession zur Verlängerung oder Abänderung der Eisenbahnlinie an irgendeine Gesellschaft ohne Zustimmung der Kolonie zu erteilen. Der Zug wird ohne Ümsteigen in Ludd oder in Ras-el-Ein direkt bis Jaffa geführt und wird weder an Samstagen noch an jüdischen Feiertagen verkehren. Demgegenüber übernimmt die Kolonie die Garantie dafür, daß die Linie täglich von zumindest hundert Reisenden mit durchschnittlich elf türkischen Pfund per Kopf Fahrpreis benützt werden wird. Die Arbeit wurde am 7. März in Gegenwart des Rabbiners Zitron, der Kolonisten und sämtlicher für den Bau ausgenommenrr Arbeiter und Ingenieure ln Angriff genommen. Beim ersten Spatenstich hielten Rabbiner Zitron und der Vorsteher der Gemeinden Ansprachen, m welchen fie die nationale Bedeutung de- Werkes hervorhoben und betonten, daß dies die erste Eisenbahnlinie sein werde, welche von Juden für eine jüdische Kolonie erbaut wird. Ein Arbeiter sprach iu gleichem Ginne. Sitmxfka. Das neue Einraanöerungsggfefe- Wew-Hork, 1. April. Das Einwanderungsgesetz in seiner gedachten Fassung kam zum Scheitern. Aber schon sind alle Scharfmacher, in der Hoffnung auf den neuen Mann im Weißen Hause, wieder auf den Plan getreten. Im Gegensatz zu dem alten Entwurf will man sitzt die Einwanderung nicht zeitlich, sondern prozentual beschränken, und zwar soll nur ein Prozent der Einwanderer das Land betreten dürfen. Der Kongreß wird erst im Herbste zusammentreten, aber die Einwanderungsgegner geben sich alle Mühe, daß das Gesetz schon bei der außerordentlichen Borvorhandlung im April zur Beraturg kommt. Demgegenüber unternehmen die Einwanderungsfreunde eine rege Aufklärungs-Agitation, dahingehend, den wirtschaftlichen und kulturellen Schaden nachzuweisen, der durch eine Unterbindung der freien Einwanderung dem Lande entstehen könnte. SBSZUS Personalien. Sterbfritz, ö. April. Unter großer Beteiligung der gesamten Ortsbevölkerung sowie auswärtiger Be« ruf-genossen und Jreur.de, wurde der nach kurzer, aber schwerer Krankheit im Alter von 84 Jahren hier verstorbene Lehrer Samuel Neu ha ns, zur letzten Ruhe bestattet. In den nahezu 20 Jahren seiner hiesigen Amtstätigkeit hatte er viel Segen ausgestreut und viel Liebe geerntet. rrssin. Marburg, 7. April. Das seltene Fest der goldenen Hochzeit beging in voller Rüstigkeit daS Ehepaar Kaufmann Stern, Kasernenstrahe 7. Ermreuth b. Nürnb., 7. April. Am 37. März feierten wir den 70. Geburlsrag unseres allverehrten ersten Kultusvorstand Jakob Schönberger. Derselbe amtiert seit 40 Jahren, nebenbei als Bal Thokeah, Bal Thefilah und Bal Kore, mit bestem Erfolge in unserer Gemeinde und hat sich allzeit ernstlich bemüht, für das Wohl und Gedeihen der Gemeinde zu sorgen. AlZ Ausdruck unserer großen Dankesschuld überreichte Herr Lrhrer Gröninger ein sinnreiches Geschenk und entbot dabei den Gruß der Gemeinde. Herr Schönberger dankte tiefbewegt und versprach, seineDienste noch ferner seiner Gemeinde zu widmen. Mehr als je benötigen wir jetzt dieselben, denn am 4. d. MtS. iidersiedelte unser allgeehrter Lehrer I. Gröninger nach seinem neuen Wirkungskreise Zirndorf. Er hat auch außerhalb der Kultusgemeinde für Schule, Synagoge, Gemeinde, sowie auch als Sekretär das Bestmöglichste geleistet. Unsere besten Wünsche begleiten ihn in seinem neuen Wirkungskreis. Tann a. d. Rhön, 10. April. Infolge des neuen Pensionsgesetzes trat mit dem 1. April unser hochverehrter Herr Elementarlehrer Leopold Hecht, nach 83 jähriger Amtstätigkeit, wovon 49 Jahre auf unsere Kultusgemeinde entfallen, in den wohlverdienten Ruhestand. Herr Hecht verstand es, der Gemeinde in ihrer altherkömmlichen traditionellen Richtung ein treues und friedliebendes Mitglied zu sein, den Gottesdienst in gewissenhafter Weife zu leiten, Freud' und Leid' mit seiner Gemeinde zu teilen und sich die Liebe und Verehrung derselben zu erwerben und zu erhalten. Auch bei unserer städtischen Bevölkerung erfreut er sich großer Hochachtung und Wertschätzung. Möge demselben in seitheriger Körper- und Geistesfrische eine glückliche Ruhezeit n:ty rmö ny beschieden sein. Aurich, 4. April. Aul 1. April trat der erste Lehrer an unserer jüdischen Volksschule nach säst 46 jähriger Dienstzeit in den Ruhestand. Bei dieser Gelegenheit erhielt Herr Hauptlehrer Wolfs ein Dank- und Anerkennungsschreiben der hiesigen Regierung für langjährige treue Pfllchtersüllimg. Zugleich erhielt er von derselben Behörde die Mitteilung, daß ihm rückwirkend vom 1. April 1920 an, eine Aufrücknngssteüe der Gruppe 2 der Besoldungsordnung für Lolksschul« lehrer verliehen worden sei. Sprechsaal. Einheitsfront. Sehr geehrter Herr Redakteur! In dem Artikel „Einheitsfront" von Dr. M. 8. Bamberger, den Sie in Nr. 14 ihrer Zeitung an leitender Stelle abdrucken, finden sich Ausführungen über meinen Aufsatz in Nr. 23/24 der „Jüdischen Rundschau", (der alljüdifche Weltkongreß), die ich nicht unwidersprochen lassen kann. Nicht eine Silbe in meinem Aufsatz gibt Herrn Dr. Bamberger das Recht zu der Annahme, daß ich damit einverstanden sei, „baß man den Pesak den .... Beth-Din nur dann f anerkennt, wenn er dem Fragesteller paßt"! Ich bin vielmehr der Meinung, daß der Spruch eines obersten Beth-Din unbedingt — und zwar von allen Setten — anerkannt werden muß. Ich mutz auch energisch bestreiten, daß meine „Erläuterung .... sich mit den Ausführungen des Herrn Dr. Klausner auf der Rabbinerkonferenz in Jerusalem ganz und voll deckt". Auch für diese Behauptung wird Herr Dr. Bamberger nicht die Spur eines Beweises beibringen können. Ach darf Sie, sehr geehrter Herr Redakteur, wohl ergebenst bitten, diesen Brief durch Abdruck in ihrer Zeitung zur Kenntnis ihrer Leser zu bringen, damit nicht schon beim Beginn der Diskussion meines Vor. schlages sich so fundamentale Jrriümer einschletchen. Mit dem Ausdruck meiner ausgezeichneten Hochachtung bin ich ergebenst Jakob Hakohen. Frankfurter Kerichtr. Gin Zröeitsjttöisanm. Ein in unserer Zeit nicht häufig vorkommcndrs Jubiläum friert am 38, April der in vielen Frankfurter Kreisen durch seine Liebenswürdigkeit und menschenfreundliche Betätigung bekannte HerrCmanuel Adler, Rückertstraße 84. Seit 80 Jahren ist er mit seltener Pflichterfüllung und mustergiltigem Fleiße in der Firma MariuS Bender tätig. Daß er noch viele Jahre in Gesundheit und mit gleichem Erfolge wie bislang wirken könne, wünschen zu dem Jubelrege seine zahlreichen Freunde. """Aar WoßstStigkettskoniert der Indischen Iranerin ereiniguug. An der Jüdischen Frauenvereinigung veranstaltete am Mittwoch, 6. April, im Saale der „Frankfurt- Loge" der Jüdische Orchesterverein ein Konzert zu Gunsten unterernährter Kinder. Die künstlerische Leitung halle Herr Max Neumann, der wieder einmal eine Probe seines reichen Könnens auf allen Gebieten der Musik ablegte. Die Vortragsfolge war vortrefflich gewählt. Nach der Jubel-Ouvertüre folgten Beethoven Dranscriptionen von Max Neuwann; Klaviervorträge von Fil. Bella Stern und Herrn Julius Peisfachowitsch; Ja.gonlieder des Herrn McnknS Gerlich; Intermezzos aus Opern und Symphonien. DaS Publikum war für die geradezu herrlichen Dar« bietungen des Orchesters und der Solisten ehrlich dankbar und geizte mit seinen Beifallskundgebungen nicht. Das Ganze bedeutete auf künstlerischem Gebieteeinen ebenso vollen Erfolg des Jüdischen Orchesterveretns, wie in finanzieller Beziehung einen Erfolg der guten Sache. * * Kon fachmännischer Seite gebt uttf noch sorgender Bericht zu: Um es gleich vorweg zu tagen: eine Veranstaltung, wie sie die Jüdische Frauenoereinig tng mit ihre» unermüdlichen Vorsitzenden, Frau Beschoss, itks Szene gesetzt hatte, erlebten wir hier noch nicht. Schon der ganze Rahmen dieser Veranstaltung — Frankfurt- Loge, Stuhlkonzert, Organisation bis ins kleinste Detail, mustergültige Ruhe und Disziplin bei Mit- Groli-Frankfurl am Eschenheimer Turm SpezialitHten- Thoater ZiSlapfafl und BierkabaPett Kassenöffnung 6l/s Uhr, Anfang 71/, Uhr abends M e inklause Eingang nur StiftstraBe 32 9 & 4* n\S & & Gr. Friedberger- Strasse 18=20 Tel. Hansa 9447