Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 62 (1921)
- Issue
- Heft 15 (14.4.1921)
- Date
- 1921-04-14
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2446951-2450138-2450153--68865-2526002- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
14. April lttl. g»i ii ■!!■■■ »^w^P«f!||i|i|-w)m,||l mni'iiii i i'v j-1 fgmüTtm*mrcTwj~ui»iuj ijinrn irnf i Minister an die arabischen und jüdischen Delegationen in Erez Jisroe! gerichtet hat, besonderen Anlaß zur Kritik oder zum Jubel bieten. Churchill hat wieder einmal scharf betont, daß England sich zwar verpflichtet habe, ein jüdisch-nat'onales . Heim in Palästina zn-.schasfen und daran absolut festhalte, daneben, aber auch ein arabisches; keineswegs solle ganz Palästina durch bewußte BerN.>altungsmaßnah'.nen in ein jüdisches Nationalheim urngewandelt werden. Es handelte sich für Churchill vor allein darum, die Araber zu beruhigen, intb es ist unleugbar, daß an dem Erfolg dieser Bemühungen niemand mehr als >rir selbst interessiert ist. Mehr als je ist die Palästinasrage indessen für die englische Regierung eine Geldfrage j geworden. Das Geld derJüden in der ganzen Welt ist es, das mobilisiert werden soll, um das Palästina-Mandat nicht zu einer lästigen Bürde des englischen Steuerzahlers werden zu lasseir. In dieser Hinsicht hat Churchill besonders deutlich gesprochen, und nlan darf annehmen, daß die Worte des Ministers der grade jetzt in Amerika besindlichen großen zionist'schen Delegation bei ihrer Agitation für den Keren hajeßod sehr zu gute kommen wird. Eines steht allerdings fest: will mail ernstlich den Anteil alle r Juden, auch der uicf)t zionistischen, air dem wirtschaftlichen Ausbau der jüdischnationalen Heimstätte, dann ist die Fassung des M >a n d a t e n t w u r s e s, der die zionistische Partei dem ganzen Volke als unberusenell Vorinnnd - oktroyiert,, geradezu eine Ünbegreislichkeil. Darüber wird zu . reden sein, sobald — ltlc jetzt festznstehen scheillt — der Entwurf dem englisch eil Parlament zugeht. „Beherrscht Luch! Vesinnt Luch-' Mßigt Luch!.. / Tie Ortsgruppe Breslau des „Jentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" scheint mit deln Ton derer, die sie tagein tagaus zu bekämpfen hat, besonders gut vertraut zu sein. Ein Flugblatt unter der Ueberschrist: „Die Lu st;i ft g e l a d e u nt it Anti s e mitis - mns" ist wenigstens in Form und Fassintg so gehalteri, bafj, man int erstell Augenblicke nicht weiß, ob hier ilicht eine antisemitische Flugblatt- Fabrik sür ihre Produkte die Schutzmarke des geiianntetl Mw^ehrverejines mißbraucht hat. „Euere lauteu Unterhaltungen!" „Euere ausfallenden Kleider!" „Euer Schmuck!" „Eirre Ansammlungen unsd Unterhalttkngdu an/s der Straße!" So und ähnlich kl in gell die Borhaltilngeil all die Adresse der Juden. „Beherrscht jEuch!" „Besinnet Euch!" Mäßigt Euch!" — Dies die Mahnungen. „Höre Israel und lerne!" dabei erwärmt. In manchen Jahren schoir konnte man erst vier und Pins Wachen nach r.Dia damit beginnen. Nun haben mir hener rin Lchalgahr. NLs fällt Ende April. Voraussichtlich ist es darin schon recht angenehm warm, wenn nicht aar heiß. Es muß dann unbedingt „gesetzt" werden, wenn man einen schwe' en rat? vermeiden will. Fr ,-icL »mpnehlt sich, wie ich es seit Jahren eingerichtet, die Anschaffung eines eigenen Blech käste ns mit Fleischuub Milchabteilung und gut schließenden Deckeln. Das Ganze kann oiatii tji bie f*cn ötge Sctzniaschine etnsrellen und erspart so das umständliche., mühsame, Brennmaterial raub ende und für den Sötzofen schädliche Glühen desstlb-n. Ein „v"'-dtaer" Septasren ist eine nur einmalige Ausgabe. Sorge man jetzt schon dafür. Ich möchte hier noch Einiges ans dem trefflichen Büchlein „Tie Sabbatvorschrijten" volkstümlich dargestellt non Dr. E. Biberfeld, zur Beherzigung vorführen. (Möchte doch das Merkchen sich in allen jüdischen Häusern befinden)! „Wenn wir eine Kochvorrichtimg so ausstatten, daß sie ihre Hitze bis in den roP hineint-ehäli, ifjnc daß es möglich ist, zu der Wärmequelle (Heizung) zn gelangen und die Hitze zu steigern oder zu verringern, so können wir sozusagen über Feuer verfügen, Aer Schaletosen oder Setzosen muß gv eimzerichtet sein, daß man auch aus Unachtsamkeit die Heizung nicht regulieren kann. Bei Gasöfen dürfen deshalb überall keine Schraubhähne, sondern nur abnehmbare Schlüssel angebracht seilt, die am Freitag vor Anbruch der Nacht entfernt werden müssen oder die Schraubhahne müssen mit abschließbarem Deckel versehen sein. Das Essen.muß vor Nacht in den Setzosen gestellt sein, also auch schon vor der Dämmerung. Am rot? selbst darf man unter keinen Umständen Gpristn in Der ISraelst. ruft das Mall und. schließt dann schivungvoll: „Handelt danach, damit Ihr nicht vertilgt lücrber aus dem Lande!" Der „Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" hat sich besonders in der letzten Zeit der antiscmitisehen Hochflut so vielfach nach außen verdient gemacht, daß wir nicht glauben möchten, diese Epistel beruhe auf einer von der Zentrale ansgegebenen Parole. i.'EZ scheint^ sich hier nur um eine Ungeschicklichkeit und Geschmacklosigkeit der Breslauer Abteilung zu handeln. Aber Geschmacklosigkeiten können iit diesen kritischen Jetten zu objektiven Verbrechen all der Gemeinschaft lverden, die mall schützen möchte. Darum seien den Breslauer Mäunertl des Jentralvereins ihre eigenen Worte zugerufen: „Beherrschei Euch! Besinnet Euch! Mäßigt Euch! . . ." flnree&nung der Dienstzeit in jüdischen Prtoatwlksscbnlen. Nachdem die Aussührungsbestimmungen zum Lehreroiensteinkommensgesetz amtlich veröffentlicht siild, seien alle beteiligten Lehrerkreise nochmals auf die ganz neue Bestimmung hingewiesen, daß beim Eintritt jüdischer Lehrer in den öffentlichen Volksschuldienst außer der Dienstzeit an einer von einer Synagogengemeinde nnterhali tonen jüdischen Religionsschüle auch die Dienst- - jäh re an einer privateil Volksschülchidie vom -Staat als den öffentlichen gleichberechtigt anerkarlllt ist, o h n e jede N a ch z a l) l n n g voll angerechltet werden. Tie beteiligten Ministerien bemerken dazu, es bleibe im einzelnen Falle der Entscheidung der Schulaufsichtsbehörde überlassen, ob diese Voraussetzung der 'Gleichberechtigung zutresfe. Es handle sich hawptsäehlich nnt Volksschulen, die für die Kinder einer konfessionellen Minderheit eingerichtet mtd von der Kirchengemeillde oder den dem betreffenden Bekenntnisse ungehörigen Ortseinwohnern oder von sonstigen Privatpersonen unterhalten werden. Das Gesetz hat rückwirkende Kraft vom 1. April 1920 ab. Wir bemerkett dazu, daß die Frage, ob Lehrer, die n a ch diesem Tage in den öffentlichen Schtckdienst eiugetreten sind und die bekanntell Nachzahlungen vor Erlaß des Gesetzes geleistet haben, Anspruch auf Rückvergütung haben, durch die Aussührungsbestimmungen ilicht geklärt ist; den Versuch zur Wiedererlangung sollten die Beteiligten jedenfalls machen. Es ist aber unter allen Umständen erfreulich, daß durch das neue Gesetz ein altes gesetzgeberisches Unrecht gegen die jüdischen Lehrer endlich gut gemacht woroen ist. g?1'..... ... den Setzofen stellen. Ja, sogar mitten Topf, den man erst einmal aus dem Setzosen genommen, darf mau nur dann zurücksetzen, wenn man ihn nickst inzwischen abgesetzt, sondern in der Hand behalten hat. (Gilt auch für das „Wärmen" im Winter). Zweckdienlich sind hierfür die Thermosapparate. Hat mun ihn nbgesetzt, so kann man ihn mit einem Kleidungsstück und anderem bedecken (nicht darin eirrhr'illerl?), damit er nicht kalt werde. Lluf folgende Verstöße sei noch ule Me wenigen Winterwochen, denen wir entgegengehen, hingewisten. also bezüglich des Wärmens. Das Hineinstellen der Speisen (ti i cf, t Wasser!) in den Ösen, darf nur durch einen Nichtjuden geschchen. (Viele Frauen und Mädchen machen das selbst). Das Essen muß schon vor dem Heizen des Ofens hiueingestellt werdeir. Es darf auch nicht uingerührt, ebensowenig Wasser zugeschüttet werden. Es bars nur Essen, das «in Freitag vollständig gekocht ist, gewärmt werden. Es ist verboten, daß man, um dcu störenden unangenehmen Geruch des brodetndeu Eisens nicht zu haben, ein entfernt liegendes Zimnler heizt, in dem man sich rot? nicht aufdätr und das man auch während der Woche nicht heizte. Gott gegenüber kann man nickst den Schein erlvecken wollen, als schüre man der Kälte uegen, wenn es offensichtlich nur geschieht, um das Essen zu wärmen. Nicht umsonst heißt es fv oft in der Thora: ^Yl. „Du sollst dich fürchten vor deinem Gotte". Er ist aUwissend, kennt dir Herzen und liebt die Wahrheit. (Schiller mit dem Hakenkreuz). QHit seltsamer Anblick bot sich kürzlich in den frühen MorgrusUlnden den Passanten derGeorgstrahe in Hannover. Da- Schillerdenkmal aus dern Srovgrplatz« hattze »in» Ulerlitv. 1». Seite 3 Korrespondenzen u. Nachrichten. |p«nif4j££ Reich. tlUfsoerein der deutlctien luöen. Uerlin, 6. Apr-l. Ant 4. April fand .unter dem Vorsitz des Herrn Tr. James Simon die statutengemäße Sitzung des Zentralkomitees und die General- Versammlung des HilfsVereins der Teutscherl Jndeil in Berlin statt. Herr Dr. Bernhard .stahlt erstattete beit Geschäftsbericht. Aus dem Vorstande ist wegeil Arbeitsüberlastung ausgeschieden Geheimrat Timendorfer, dem der Vorsitzende herzliche Worte des Dankes lvidmet. Auch Herrn Tr. Bernhard Kahn, dem Generalsekretär des .Hilssvereins, der am 1. April aus denlselben ausscheidet, drückt der Vorsitzende wärmsten Tollt für seine in 18 jähriger Wirksamkeit geleisteten Dienste ans. Herr Di. Simon schilderte kurz die Leiben .seit 1914, Dem Hilssverein der Deutschen Juden fallendabei in kleinerem Rahmen, wie es der - Ausgang des--Weltkrieges mit sich bringe, für die deutsche Wohlsahrtspslege ganz besonders bedeutsame Ausgaben zu, so die Fürsorge für die Auswanderer, für die feibenben Juden im Osten und für die Flüchtlinge in Deutschland. Aus dem Jahresbericht des Herrn Tr. Bernhard Kahn entnehmen wir: Bei Kriegsausbruch orgaüisierte der Hilssvereiu das Unterstützungs> komitce für bedürfüge Russen, das gegen 70000 in größter Not in Deutschland verbliebenen Staatsangehörigen Rußlands Hilfe brachte DaS Komitee half ohne Unterschied der Religion und Nationalität. Sowie die ersten Orte im Osten militärisch besetzt wurden, und unter den Wirkllilgell der Kriegshandlmtgen die schlimmste Not ausbrach, wurde vom Hilfsverein eine großzügige Hilsstätigkeit für die Opfer des Krieges in diesen Gebieten eingerichtet. Aus eigenen Mitteln hat der Hilfsverein bis zttm Abschluß des Berichts für die Linderung der Notlage der Juden des Ostens 7 000 000 Mk. ausgegeben. Durch seine Bermittlitttg wurden von ausländischen Organifatiouen und Eülzelpersonen, die dem Verein ihre Mittel anvertraulen, weitere 70 000 000 weitergeleitet. 77 000000 Mk. ausgezahlt in ^kleineil Beträgen von 10 bis zu wenigen würdige Veränderung erfahren. Ein goldgelber Kürbis zierte das Haupt des Dichters. Ein wohl ein Quadrat-! meter großes Hakerckrenz, arc einem mngen Stiele \ befestigt, hielt er in seiner Hand. Eine weiße, wallend: Toga, die mit einem Hakenkreuz auf der Rückseite, versehen lvar, ähnlich der eines Kreuzritterrnailtels umschlang seine Schultern. Tiescin Stndentenscherz nrachten zwei Beamte der Sipo ein frühes Ende, die den Tichter seines sonderbaren Schmuckes entkleidrten. Tie Ausschmückung des Denkmals scheint darcms hinzudeuten, daß geschworene Hakenkreuzter den Kops, von den, sie ohnehin keinen Gebrauch machen, durch einen Kürbis zu ersetzen gedenken. 5abbat--Infang und Msgang. Ort: Anfang Datum AuSgang UhrsMtn 14*211 5681 UM IMtn. Frankfurt a. M. 6 1». 7. Nihm, » 1» Berlin .... 7 - Apr'.l 7 48 München . . . tz 4T 4» Strafrbur- . . — — — — Stuttgart. . . — - — — Posen .... - — — — Nürnbrrg. . . V 4L 7 62 Hamburg. . . 7 8 12