Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 62 (1921)
- Issue
- Heft 13 (31.3.1921)
- Date
- 1921-03-31
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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St. März 1SS1_ ihre Lage trostlos geworden ist ung eigentlich Me Rettung aus dieser Situation kaum gefunden' Werden kann. Vor einigen Dagen fand nun hier eine Versammlung dieser Flüchtlinge stcktt, die -eine Depesche an den neuen amerikanischen Prä- Menten Harbin g richtete und ihn flehentlichst Hat, ihnen die Einreise nach Amerika zu crmögßichen. In den dem amerikanischen Konsulat nahestehenden Kreisen wird jedoch daran gezweifelt, haß Präsident Harding dieser Bitte entsprechen werde. RntzlanÄ. Mallenpvgrome!m ttomeler öouoernernent. Ae«vo, 23. März. Die,,Kownoer Stimmt" teilt aus sicherer Quelle mit, daß in der Gegend von Loj'ew, f «titsch, Lubawics im Gouvernement um el fast alle Juden in den Städten durch ManevnVanden, welche für die von den Bolschewiken vorgenommenen Requisitionen Rache nehmen .wollten, ausgeplündert und ermordet Wurden. Eine spezielle jüdische Delegation sei in dieser Angelegenheit nach Moskau gereist, ttm der Regierung das bezügliche Material und eine Kiste von 22,000 getöteten Juden zu 'Überreichen. Rumänien. JÜOffcfier 5ku9«ntenKongreß. ZLuKareff, 24. Mä,z. Hier Wurde der jüdische Studentew- Zongreß, der von Vertretern der jüdischen Studentenschaft aller Universitäten Großrumäniens beschickt ist, eröffnet. Ter Kongreß wird sich mit wirtschaftlichen und rein akademischen Fragen befassen und insbesondere zu den Beschlüssen des jüngst stattgefundenen rumänischjen Studentenkongresses in Cluj Stellung nehmen, wvnach die bisherigen, nach! Fakultäten gesonderten .Studentenorganisationen sich nur auf die Studenten rumänisch er Rationalitäk böfchränken sollen. €!n lvunlckzettel. Kischinew, 20. März. Dasi hiesige Organ der Bolkspartei „Sowijester" hat eine Umfrage bei bekannten Persönlichkeiten Über ihre Wünsche für die neue Beit veranstaltet. Rabbiner Zirlsohn drückte auf die an ihn' gerichtete Frage folgenden Wünsch aus: r -,Jch ^wünsche den Antisemiten, sie möchten befreit.werden von den Fesseln dev Vorurteile, die auf'das finsterste Mittelalter Hinweisen. Ich Wünsche der Gesellschaft, von dem Wahne geheilt M werden, der sich darin äußert, daß man die Juden des Bolschewismus beschuldigt, zur gleichen Jeit, da die Bolschewisten die Kontrarevolution den JUden zur Last legen. Ich, wünsche meinem Volke die Wiedererrichtung feines' Heimes in Palästina, Zugleich aber seinen versprengten Teilen in aller Welt, sie möchten nunmehr die Menschenrechte in Wirklichkeit Und nicht nur auf 'dem Papiere genießen. Möchte die Presse ßnm Siege der Menschlichkeit und Gerechtigkeiten diesem Sinne beitragen," Amerika. ver größte kailirMlkie Oröen Nmerlkar gegen öle Hetze Sor9s- AemYork, 1. März. Der Drden „Knights of ColUurbüs"^ dem nur Katholiken angehören können und der die yervormgerchsten katholischen Persönlichkeiten Amerikas' in sich vereinigt, hat nun angesichts der Maufhörlichen Hetze Fords gegen die Juden j eine Proklamation an die Mitglieder des Ordens mch eine Jnftruktum an die mehr als fetorir tausend Manderredner und Agitatoren in den Bereinigten .Staaten und Kanada erlassen^ in welchen M diesen Kr PflW gemacht wird^ mit Mer Knergiez und in offenem Kampfe der neuen Der JLraelN. antisemitischen Melle entgegenMreIen, M der Pwklamatwn heißt es: „Man braucht nur mit den Juden z« beginnen und die Hatzkampagne wälzt sich dann auch weiter gegen andere. Der Angriff auf eine Religion oder Raffe entwickelt sich da leicht zu einem Angriff, auf jede beliebige Religion oder Raffe. D'e katholischen „Knights of Columbus“ müssen die antisemitische Bewegung bekämpfen, denn sie ist eine unamerikanische Bewegung. Es gebe in jeder der vielen Raffen Amerikas unerwünschte Elemente. Das ist aber noch kein Grund zum Bannfluch gegen die ganze Raffe. Solange Raffenhetzen ihren Führern und Agitatoren Profit und billigen Ruhm brmgen können, werden wir immer von antijüdischen und ähnlichen Anti-Bewegungen geplagt werden. ES' liegt in unserem Interesse, uns gegen diese dunklen Kräfte der Verleumdung und des Haffes zu stellen)" die nicht mehr m.d nicht weniger bolschewtktsche Fanatiker oder Verführer sind, die mit noch mehr Recht verdienen, aus dem Lande hinausgejagt zu werden als die Roten, die im Vorjahre des Landes verwiesen wurden." Tos sollte man auch in Europa beachten. von Ser emlgratron. Wew-^ork, 15. März. Obwohl die amerikanische Regierung eine Reihe von Vorschriften veröffentlicht hat, die auf Erleichterung der Einwanderung hinausgehen, beklagt sich die jüdische Presse in Amerika andauernd über Schwierigkeiten bei der Landung der Emigranten und schikanöse Behandlung der Ankommenden von Seiten untergeordneter Instanzen. Wiewohl aus den Schiffen von eMemffchen Krankheiten keine Spur zu merken ist, werden die Einwanderer lange Wochen in Jsolierräumen von der Welt abgesondert. UaLästina. Flach 3er Rabbinerhonferen?. Jerusalem, 5. März. Aus Anlaß der großen Rabbinerkonferenz wurde am Donnerstag in Jerusalem ein Volks« fest begangen, an dem sämtliche Konferenzrabbiner beteiligt waren. In fünf Automobilen, die vom Publikum mit Jubel begrüßt wurden, wurden die Teilnehmer in die Synagoge der „Churba" gebracht, die sinnig geschmückt und bis auf den letzten Platz angefüllt war. Nach festlichem Mincha-Gottesdtenst hielt Rabbiner Fi sch mann die Festrede, in der er an die Festlichkeiten des Exilarchen in Sura anknüpfte. Er verlas dann ein Begrüßungsschreiben des Oberkommissars Samuel. Psalmgesänge und ein N"vrr-Gebet zum Andenken cm die jüdischen Opfer folgten der Rede. Nach einer Ansprache des Justizsekretärs Bentwitsch bekam man noch etwa 20 längere und kürzere Reden zu hören. Den Abschluß bildeten die Reden der beiden Präsidenten Rabbiner Jakob Mett und Rabbiner Kuk. Mit den üblichen Ehorgesängen und rWKtffi M12N-Gebeten schloß die Feier. Im Hotel „Amdoräki", wo eine reichgedeckte Tafel der Delegierten harrte, wurde die Festlichkeit noch bis zur Mitternachtsstunde fortgesetzt. In der Synagoge des Rabbi Jochanan ben Sakkai hielten die beiden Präsidenten Rabbi Jakob Meir und Rabbiner Kuk halachtsche und homiletische Reden, zu denen ein ungemein zahlreiches Publikum erschienen war. 3abotinshu freiaefprodien- Jerusalem, 15. März. Rach einem Berichte des „Haarez" wurtze Iabo tinsky vom ägyptischen Oberbefehlshaber auf Antrag des englischen Kriegsministeriums f r e i g e s p r o ch e n. Obwohl Jabotinsky und seine Freunde durch den Amnestierlaß von der über sie verhängten Gefängnisstrafe befreit wurden, strebten sie doch eine Aufhebung des Urteils an, was sie nunmehr auch mit Hilfe des Kriegsministeriums in London erreichten. Jio. 18 «eite 6 Personalien. Diukelsbühl, 28. März. Einen schweren Verlust erlitt unsere Gemeinde. Hochbeiagt im 70. Lebensjahre schied Robert Hamburger aus dem Leben. Er hatte in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhundert» das in DinkelSbühl begründet und dasselbe durch seine Bemühungen aufrecht erhalten. Bis zu seinem Tode war er als tätig. Seine Tätigkeit und Liebe galt vor allem Mit ihm trugen-wir einen PNL *w,1 zu Grabe, dessen vorbildliche Bescheidenheit und Menschenliebe alle Herzen gewann. Möge den Kindern seinen Trost schenken. In Dinkelsbühl und auf dem altehrwürdigen N".N2 zu Schopfloch sprach Herr Dtstrikisrabbiner Dr. Br aber aus Ansbach liefempfundene Worte des Gedenkend. Vermischtes. München, 19. März. Am Sonntag wurden die Wahlen zum Verband Bayerischer iSraelitifcher Gemeinden und eine der Jüdischen Volks Partei etnberufene zugleich zur Vertretung der israelitischen Kultusgemetnden Münchens vorgenommen. Den Wahlen ging in München ein lebhafter Wahlkampf voraus. Noch am Vorabend des Wahltages wurde im Hotel „Bayerischer Hof" eine Wählerversammlung abgehalten, die stark besucht war. Die Reden brachten nichts Neues; es trat die bekannte Gegensetzlichkeit der Anschauungen vieler liberaler Juden einerseits und der in der Bolkspartei vereinigten Orthodoxen und Zionisten anderseits zu Tage. Die Anhänger beider Richtungen waren so ziemlich gleich stark vertreten. Nach den vorläufigen Feststellungen halten die Wahlen folgendes Ergebnis: Zwei Drittel der abgegebenen Stimmen fielen den Liberalen zu. Infolge« besten erhalten die Liberalen zehn Sitze im Verband und 19 Sitze in der Gemeindevertretung. Bisher hatten die Orthodoxen und Zionisten zusammen 4 Sitze in der Gemeindevertretung. Dabei - ist jedoch zu berücksichtigen, daß die Zahl der Mitglieder von 18 auf 24 erhöht worden ist. Würzburg, 16. März. Die israelitischen Gemeindewahlen fanden am Sonntag statt und brachten laut „M. N. N." felgendes Ergebnis: Zwei Drittel der abgegebenen Stimmen fielen den Liberalen zu. Infolgedessen erhalten die Liberalen zehn Sitze im Verband und 16 Sitze in )er Gemeindevertretung. Die Volkspartei erhält 8 Sitze im Verband uno 8 Sitze in der Gemeindevertretung. Bisher hatten die Orthodoxen und Zionisten zusammen 4 Sitze in der Gemeindevertretung. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, daß die Zahl der Mitglieder von 18 auf 24 erhöht worden ist. Berlin, 27. März. Der Israelitische Jortbil« dungsverein „Montefiore" versendet eine Einladung zu der am Sonntag, den 3. April d. Js. pünktlich 5 Uhr statlfindenden Generalversammlung. Auf der Tagesordnung stehen: 1. Bericht des Vorstandes und der Revisoren. 2. Anträge des Vorstandes und der Mitglieder. 3. Neuwahl des Vorstandes und der Revisoren. Hamburg, 28. März. Zu einer erhebenden Feier gestaltete sich am Sonntag, den 17. Adar II., die Purimfeier des Hamburger „Esra", der sich trotz seines verhältnismäßig kurzen Bestehens schon eines sehr bedeutenden Zuspruchs erfreut. Vor überfülltem Saale folgten nach den einleitenden Worten des Führer« schastsleiters Herrn Oberlehrer Klein in bunter Reihe ernste und heitere Darbietungen der Esräer. Kinder ans allen Gruppen, im Alter von 6—17 Jahren, belohnten die vorhergegangene große Arbeit der Führer und Führerinnen, indem sie die Vorführungen glänzend gelingen ließen. Der überreichlich gespendete Beifall ergab sich vor allem aus der Ueberzeugung, daß die Feier einen wahrhaft jüdischen Hintergrund harte. Im ganzen verhalf auch wieder diese Veranstaltung dazu, die Sympathie zum Hamburger Esra zu stärken. Hamburg, 17. März. Ein Verein jüdisches Volkshetm Hamburg-Altona wende hier gegründet, der in Altona soziale Arbeit leisten will. Es soll ein Heim geschaffen werden, das auf die Heranwachsende Generation Einfluß gewinnen will. Für die Kleinen wird ein Kindergarten errichtet, die schulpflichtigen Kinder sollen in den Nachmiltagsstunden mit Hand« fertigkeitsarbeiten beschäftigt werden, um sie für ein Handwerk vorzuberetren. Die Netteren sollen dort abends Geselligkeit und Belehrung finden. Samiliennachrichten. Geburten. Einen Sohn: Mendel Wechsler und Frau Kela, geb. Bamberger, Nürnberg, Zufuhrstr. 25. — Eine Tochter: Sally Feuchtwanger und Frau, geb. Würzburger, Nürnberg. Burmiztvohfeier. Ludwig, Sohn des Herrn S. Samuel l, in der Synagoge zu Freudenburg a. d. Saar. — Alexander, Sohn de» Herrn Rabbiners und SeminardtrektorS Dr. E. Larlebach, Köln. Verlobte. Jost Jamson, Paris/Wien, mit Willy Steiner, Pretzburg.