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Der Israelit · 1921-03-31 · Heft 13 (31.3.1921) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
62 (1921)
Issue
Heft 13 (31.3.1921)
Date
1921-03-31
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 No. 13 Der JSraeM. Ü, mm E vermögen. Der Gemeindeverband wird höchstens S jüdische Kinder, die am besten erst einige Zeit nur einen gelinden Ausgleich schassen können. rt^fnnhprf mprhpn. Rn hrtrm tttff Und so wollen wir fortab nicht unterlassen, es Euch immer urch immer wieder hinauszuzurufen, solange Ihr unser Recht versagt und vorenthaltet. Nicht immer und stets soll gerade der jüdische Kultusbeamte das Gespenst der Entbehrung und Entsagung vor Augen sehen "1Ü2 222 mit bitterem Herzen," mit einem Stachel gegen seine Peiniger. Wann endlich wird man von unserer DD32 sagen können: Hin KT) 2P212 HK D^n K7 dx-iw'2 bnV, man hat keinen Müchtmißbrauch (s. Hirsch!) in Jakob geschaut, darum hat er kein Unglück in Israel gesehen! Wann? gesondert unterrichtet werden, damit sie dann mit Nutzen in die allgemeinen Schulen gehen können. Es würde mich freuen, wenn andere, bessere Vorschläge gemacht werden. Nur wolle Gott, daß die Diskussion und die Geschäftsordnungsdebatten nicht allzulange dauern, sondern daß beherzte Männer und Frauen schnell zur Tat schreiten. Jeder Verzug bringt Gefahr. Die AvI der Waisenkmter. Bor einigen Wochen hat an dieser Stelle Herr Professor Sulzboch ^mit eindringlichen Worten zum Kampfe gegen die Statuten der Waisenhäuser aufgerufen. Es ist durchaus wahr, daß von Seiten der Waisenhausverrvaltungen bald Kinder abgewiesen wurden, weil sie noch nicht sechs Jahre oder bereits zwölf, weil sie zwar, keine Mutter, aber noch einen Vater oder umgekehrt hatten, weil sie aus einem anderen Bezirk oder einem Orte waren, der nicht genügend Beträge leistete, weil die Papiere nicht alle zu beschaffen waren und dergleichen mehr. Bei einer Tagung der Zentralwohlfahrtsstelle konnte deshalb ein Watsenhausdirektor darauf Hinweisen, daß nach einer Enquote des D. I. G. B. in den jüdischen Waisenhäusern Deutschlands 200 Betten frei seien, daß aber die Wege, um in diese 200 Besten zu gelangen, nicht zu finden feien. Man entschloß sich, wie Dr. Cahn 2"LI-Fulda einmal scherzhafter Weise sagte, innerhalb einzelner Verwaltungen leichter eine KJTTKT ni£ö zu übertreten als die Statuten 2212 zu sein. Die Not der Zeit hat aber, ich glaube das annehmen zu dürfen, die Verwaltungen weitherziger gemacht. Aber wenn sie noch so weitherzig sind, so können sie, wenn sie in letzter Zeit dieselben Erfahrungen gemacht haben, wie wir, im Dmslakener Waisenhaus — und wir werden wohl keine Ausnahme bilden — der vorhandenen Not nicht steuern. Bet uns gingen im letzten Vierteljahr folgende Anmeldungen ein: Aus Saarbrücken 1 Kind, Frankfurt a. M. 3 Kinder, Memel 2 Knaben, M.-Gladöach 4 Kinder, von der Aguda 3, aus Leipzig 2, Gießen 1, Düsseldorf 1, Hamborn 2, Halberstadt 1; zusammen 20 Kinder. Davon werden wir zwei aufnehmen, dann sind wir besetzt. Was geschieht mit den anderen und all denen, die durch den Flüchtlingsstrom nach Deutschland gekommen sind und für ötc man Gesuche gar nicht macht, weil man weiß, daß sie doch abgelehnt werden? Mir scheint die Allgemeinheit eine große Schuld auf sich zu laden, wenn sie meint, ihre Pflicht erfüllt zu haben, wenn sie aus der großen Schar der unterzubringenden Kinder, eines oder das andere in einem Waisenhaus untergebracht hat. Hier erwüchse dem Wäisenfonds der A. I. eine große Aufgabe. Was kann geschehen? 1. Man könnte daran lenken, Einzelfamilien in größerer Zahl zur Aufnahme der Kinder zu bewegen. Nach den bisherigen Erfahrungen glaube ich nicht an die Opferwtlligkeit unserer deutschen Glaubensgenossen in dieser Hinsicht. Es ist die Ueberncchme eines Kindes ja auch nichts Geringes,-das ist wohl zu bedenken. Es bliebe denn 8. nur die Unterbringung in Anstalten. Die Gründung neuer ist gegenwärtig natürlich ausgeschlossen. Die alten sind aber, wie,oben dargelelegt, offenbar * nicht in der Lage, den Anforderungen zu genügen. Sie müßten also erweitert werden, Das geschähe, meines Erachtens am besten so, daß an irgend ein bestehendes Waisenhaus, bet dem die Raumverhältnisse es gestatten, eventuell durch Errichtung von Baracken eine ostjüdische Abteilung angegliedert würde. In der Mehrzahl handelt e§ sich nämlich um oftrvrrefpvlldevzev and AaHNMe». Deutsches Reichs. * Die 6emeinöelsa5wslilen. Schrvelnfrrrt, 36. März. „Zu der Mitteilung über die Gemeindetag" Wahlen in Bayern wird uns geschrieben: Die gewählten 22 Vertreter sind nicht Vertreter des „liberal-orthodoxen Blocks", sondern die Kandidaten des Blocks der Klein- und Mittelgemeinden und der konservativen Interessen. Einen Block der Liberalen und Orthodoxen hat es bei der Wahl überhaupt nicht gegeben, auch keinen Kompromiß, kerne gemeinsame Aufforderung zur Wahl, kein gemeinsames Flugblatt und vor allem kein gemeinsames Programm. Es fand nur nach dem tatsächlichen Stimmenverhältnis im Interesse der Vermeidung eines Wahlkampfes eine Ltftenverteilung statt, die das Ergebnis eines Wahlkampfes antizipierte." (Ein zusammenfassender Bericht über die Wahlen folgt in nächster Nummer. D. Red.) gen der Liberalen m Hem Sinne zugestimmt, daß die Orthodoxie sich gegen eine Ernennung Posnanskis -um Rabbiner sie j n er Synagoge nicht auflehnen werdevorausgesetzt, Latz derselbe die Rabbinatsautorisation vom Warschauer Rabbinat erhält. In diesem Walle wird auch die Warschauer Rabbinerfrage in ihren anderen Teilen gelöst werden müssen. In erster Reihe müßte dann an die Ernennung des Rabbi Moscheh Elia Halpern zum Rabbiner von Warschau gedacht werden. Außer den orthodoxen Gemeind träten stimmten noch acht Vorsteher von den anderen Parteien für die Kandidatur Walgerns. Me Anteien ftir die Kandidatur Aalperns. Me Anderen äußeren bei aller Anerkennung der Persönlichkeit Halperns prinzipielle Bedenken. Zu einem Beschlüsse konnte es vorerst nicht kommen, doch wird bekannt, daß die Gemeinde vo,n si<V aus vier Rabbiner-Vakanzen in Warschau besetzen will und zu diesem Zwecke eine Kommission gebildet hat, die angeblich auch den Wünschen der Orthodoxen entgegenkommen soll. Es wird sich bald zeigen, ob nicht mit dieser Kommission der Kandidatur des Rabbi &al£jent entgegengearbeitet werden soll. Auch die Dajanim ung Mtglieder des Bes- Tin nahmen zu der Rabbinerfrage Stellung. In einer Sitzung im Hause des Rabbi Segak wurde beschlossen, 1. die orthodoxen Gemeinderäte auszufordern, auf keine Kompromisse einzugehen-, die dahin zieleneinen Rabbiner ohne die nötige Autorisation anzustellenz 3. an die Gemeindeverwaltung eine Resolution zu richten, die sie vor dem Eingriff in die Rechte des RabbinatS ewdringlichst warnt. Ungarn. Line poswm-lntemstlonalel Wutzspest, 18. März. Für den Herbst dieses Jahres ist ein antisemitischer Weltkongreß vorgesehen, der natürlich in Budapest abgehalten werden soll. 'Tie Idee geht von den Führern der „Erwachenden Ungarn" aus. Unter anderem will man dort beschließen, das Judentum als Nation anzusehen und demgemäß von den einzelnen Regierungen verlangen, daß Üie Juden als Ausländer behandelt werden. An den Hochschulen solle nur eine beschränkte Zahl von jüdischen Hörern ausgenommen werdenwie in Zaren- Rußland und Horthy-Ungarn. Einem solchen internationalen Kongreß dürfte ein durchschlagender Heiterkeitsersolg sicher sein. Waten. Die jüöifdien Internierten- Marschau, 16. Marz. Da die polnische Regierung bisher die' jüdischen Interpellationen wegen der Mißhandlung der in den Internierungslagern befindlichen Juden nicht beantwortet hat, haben die jüdischen Sejmdeputierten eine neuerliche scharfe Anfrage an den Ministerpräsidenten Witos gerichtet, in der sie auf die schändliche Behandlung der jüdischen Internierten hiuwiesen. Der Interpellation sind schwere briefliche Anklagen einiger internierter ' jüdischer Frauen beigeschlossen, die wegem grausamer Mißhandlungen in den H u n ge rst r ei k getreten sing. Allerlei aus Polen- Ißaxfdtau, 2-. März. Tie Polnische Abteilung des American Joint Distribution Committee hat für den 12, April eine Konferenz aller bedeutenden jüdischen sozialen und philantropischen Organisationen in Polen einberufeumit der Aufgabe, den wirtschaftlichen Wiederaufbau cher polnischen Judenheit mit Hilfe der vom Joint hiefnr üusgeworfenen Fonds zu organisieren.- In der Generalversammlung der Warschauer Advokatenkammer wurde auf Antrag des' jüdischen Sejmdeputierten Hartglas die Revision des vom Kammerrate gefaßten Beschlusses« daß Advokaten jüdischer Nationalität als Mitglieder der Wvokatenkammer nicht ausgenommen werden könnenbeschlossen Ter bekannte antisemitische Pater Lukoslawski, der regen Anteil an der Ausarbeitung der polnischen Verfassung genommen Hatz, veröffentlicht nunmehr einen Aufruf an die polnische Oeffenllichteit, in dem er dagegen protestiert, daß die Konstitution dem Talmud dasselbe Recht wie der katholischen Kirche verleihe und erklärt, daß alle Abgeordneten, die gegen die konfessionelle Schule und den Artikel gestimmt Haben, wonach der Rchchispräsident ein Katholik sein muß/ unter dem Einfluß der Jude:: und Freimaurer stehen-- Ten Aufruf hat auch der Lemberger Erzbischof T eo do rowicz unterfertigt. Es muß hervorgehoben werdem daß die nationaldernokratischen Führer und Klubgenossen Lutoslawskis,- die Abgeordneten Dmowski, Grabski und andere für dieses BerfaffungsgeseH gestimmt haben. 6ine ortiwösxe Profeff-Mön. Warschau- 25. März.' Tie Absicht der Gemeindeverwaltung, die Fragen des Rabbinats mit Gewalt zu lösen, hat, wie bereits bekannt, alle treugebliebenen Elemente zu einer Protestaktion vereinigt. In einer großen Versammlung wurden Sen Kompromitzvsrschl^ Llkralnlsckr iüdifäe Emigranten an Präfident itarömg- Warschau, 25. März, , Warschau ist PeMnirHrtiK.ein' größer melPUnkt von jüdischen FMchtlingen aus allen. Tellen des ehemaligen, russischen Reichest-,Hüü entsetzlichsten leiden me jüdischen Flüchtlinge aus der Ukrainewelche hier schon seit Wochen'Ws ' die Möglichkeit wartennach Amerika auszuwandern. Sie alle haben in Amerika Verwandte und auch chjie Mittel zur Ueberfahrt stehen ihnen zur .Verfügung. Mer das amerikanische Konsulat verweigert ihnM das tzatzvchrm- MMyA

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