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Der Israelit · 1921-03-10 · Heft 10 (10.3.1921) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
62 (1921)
Issue
Heft 10 (10.3.1921)
Date
1921-03-10
Page
– (sequence 5)
Language
German
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10. März 1921 Der J-raeM. No. 10 Seite S straße 56, Telefon Ring 1440, zu richten. Die ritmlle Aufsicht hat Herr Rabbiner Dr. Lohn, Gutenbergstraße 43, freundlichst übernommen. In Berlin wird warme Verpflegung Auguststraße IS (Jüdische Speisehalle) verabreicht. Auch während des Aufenthalts in Oberschlesien ist für rituelle Verpflegung geborgt. Die Oberleiiung hierfür befindet sich in den Händen von Herrn Bruno Altmann, Kattowttz, Telefon 24, 25 und 20. Tie gesamte Organisation besteht aus ehrenamtlich tätigen Damen und Herren. Jüdische Abstimmungsberechtigte, die vufriturür Verpflegung re flektieren, werden in ihrem eigenen Interesse gebeten, vorstehende Mitteilungen genauestenzu beachten. Voten. Unfuo mif Kofdierflelfdi, Warschau, 1. März. Bon allen möglichen Seiten wird dajüdische Publikum vor gewiflen FleischhLndlern gewarnt, die unrituelles Fletsch, logar Pferdefleisch, als koscher verkaufen. Aus Radom, Kohl und vielen anderen Plätzen der Provinz veröffentlichen die dortigen Rabbiner Bekanntmachungen, daß Händler dort NLNv Fleisch für Warschau ankaufen. In Warschau selbst hat jetzt die Agudas-JiSroel die Sache in die Hand genommen und übt durch ihre bevollmäcbtigten Rabbiner und angestellten Wächter und Revisoren eine peinliche Kontrolle auS. Natürlich liegt eam Publikum selbst, sich vor solchem Betrüge und solcher Ausbeutung ihrer Vertrauensseligkeit zu schützen. Da auS der polnischen Provinz sehr oft auch nach Deutschland und Oesterreich Fleisch- und Wurstwaren offeriert werden, so ist eS wichtig, daß auch in bischen Zeitungen Westeuropas dringend zur yrficht gemahnt wird. Me aus Nmerlkr». Warschau, 3. März! In den jüngsten Tagen langten vom Zentral- Hilfskomitee in Rew-Kork 10.000 Dollar an für die orthodoxen Erziehungs-Anstalten. Im Begleitschreiben wird betont,'daß die Gelder nur für orthodoxe Erztehungszwecke bestimmt find. Die Spender wünschen, daß die bedachten Jrschiwaus und Talmud-Thora-Anstalten in geregelter Weise geleitet werden. Für die Zukunft wünscht daS Komitee ein genaues Berzetchnis über die religiösen Erziehungsinstitutionen in allen Städten, die Zahl der Lehrer und Schüler, Mitteilungen über Budget, Lehrpläne usw. Bon diesen Listen wird die Zusendung weiterer Gelder abhängig gemacht. K<hwei;. Swsngslvnntagsrulie — Mckenffeuer. Aarau, 22. Febr. Der Große Rat nahm das kantonale Ruhetags- und Ladenfchlußgesetz in zweiter Lesung an.' Es wurde darin noch die Bestimmung ausgenommen, daß den jüdischen Geschäften an Sonntagen vier Stunden Arbeit bei geschloffenen Läden gestattet sei. — Bei der zweiten Beratung des kantonalen SteuergesetzeS wurde den Ktrchengemetnoen die Einführung der Et euer Pflicht für ihre Angehörigen zuestanden. Als „K^rchengemelnden" werden auch ie beiden jüdischen Urgemetnden in der Schweiz, Reu-Endingen und Reu-Lengnau von jeher bezeichnet. Ukraine, vom uhralnifdien Hilfsroerh. «tandon, 4. März. Der ukrainische HttsSbund in London hat von seinen Vertretern in Moskau Berichte erhalten, die zeigen, welch ungeheure Aufgaben in den Pogrom-Gegenden gelöst werden müffcn. Dabet gestattet die im Verhältnis zu diesen Aufgaben geradezu lächerliche Geringfügigkeit der verfügbaren Mittel nur in ganz mintmalem Umfange an die Lösung dieser Aufgaben heranzugrhen. Das Moskauer Hilfskomitee hat seine Hilft tätigkeit in 4 Gruppen eingeteilt: 1. medizinische und sanitäre Hilfe, 2. Wiederaufbau, 3. unmittelbare Unterstützung, 4. Kinderfürsorge. Beim besten Willen kann nur etwa 15°/. der Notleidenden geholfen werdenbedürfen ja allein 300.000 Kinder nach der Statistik der Kommission der foforttgen Hilfe, man darf annrhmen, daß es in Wirklichkeit über 500.000 sind. Bon den Waisenkindern können vielleicht 5000 nach Amerika, Kanada und England gebracht werden, war ungefähr allein an Transportspesen die gleche Summe verschlingt, mit der man 50.000 Kindern an Ort und Stelle helfen könnte! Tie Regierung hat Häuser zur Verfügung gestellt, die als UnterkunftSräume für Kinder dienen, aber es fehlt für diese Häuser an Möbeln und Ausrüstung-gegenständen, die man von der Regierung nicht bekommen kann. Es werden Bettstellen, Matratzen, Leinwand, Kinderkletder, Koch Utensilien und allemögliche, was man für einen Haushalt nötig hat, gebraucht. Auch Arzneimittel aller Art find dringend notwendig. Die Auswanderung ist ungeheuer erschwert, weil viele Regierungen die Päffe der Sowjets nicht anerkennen. In Konstantinopel befinden sich 3000 ukrainische Flüchtlinge, die weder Brot noch Kartoffeln haben. An Mazzos fehlt es vollständig. Infolge einer ausgedehnten Propaganda in Süd-Afrika find dort 15.000 L. für die ukrainische Watsen-Hilfe zugesagt werden. Die erste Staffel von 250 Kindern wird binnen kurzem in JohanniSburg etntrrffen. England. ei.ltb.tt, 4. März, D«r Chief Rabbi vr. Hertz hat auf seiner großen Weltreise nunmehr Südafrika absolviert und befindet sich auf der Reise nach Australien. Sir Stuart Samuel beabsichtigt gleich nach 'Pessach seinen Bruder, den Oberkommissar von Palästina, zu besuchen. Aufsehen erregt ein hier gehaltener Vortrag von Myers unter dem Titel „Die Fremdenfrage im Zionismus". Myers führt in dem Vortrag Beschwerde darüber, daß man im zionistischen Büro die englischen Juden astsschlieA und nur Juden russischer oder deutscher Abstammung anstelle! Die gleiche Tendenz sei auch in Palästina wahrnehmbar. Es fei dringend nötig, daß mehr Juden englischer Geburt tm Zionismus leitende Stellungen einnähmcn. Man wird diese sonderbaren Ansbrüche eines englisch-jüdischen Chaurinismus nur mit Befremden und Bedauern zur Kenntnis nehmen können und es ist seltsam, daß ein ernsthaftes Watt wie „Jewish Chronicle" sie nicht mit aller Energie zurückweist. Palästina. Die Tleuordnung Oer rabblnifchen Oeridifsbarftelf. Jerusalem, 10. Febr. Auf Anordnung der palästinensischen Regierung soll am 25. Februar eine Versammlung von 71 Rabbinen und 34 Laten aus ganz Palästina zusammentreten, um einen obersten rabbinischen Gerichtshof, bestehend aus 8 Rabbinen als BerufunqS-Jnstanz und oberste rabbintfche Behörde zu wählen. Die Vorbereitungen sind in vollem Gange. Das bisher bestehende offizielle Rabbtnat (Misrad hgrabanut) und der Waad Hoir haben die Listen der Versammlungsteilnehmer zusammengeftellt. Während die rabbinische Teilnehmer-Ltste schon infolge der großen Zahl so ziemlich alle rabbinischen Persönlichkeiten umfaßt, die jemals Rabbinate im heiligen Lande bekleidet haben und darüber hinaus noch einige unbeamtete hervorragende Talmide Chachomim, sind in die Liste der Laien eine ganze Anzahl von Leuten hineingekommen, di« falbst wohl nicht wissen, wie sie zu der Ehre gelangen, als Urwähler für einen rabbinischen Gerichtshof aufzutreten. Alles wird natürlich darauf an kommen, ob die auf dem Papirr zusammengestellren rabbinischen Wähler auch wirklich erscheinen und ihre wahre M«inung zur Geltung bringen. Ierustte«, 28. Februar. Die RabSiner- Verfammiung ist mit einer Rede deS OberkommtffarS Herbert Samuel feierlich eröffnet worden. Den Vorsitz führt der Oberrichrer Bentwitch. ES sprach auch der Gouverneur von Jerusalem, StorrS. Die Tagesordnung sieht e'n Referat von S. A. Weber, Sekretär de- RubbtnatS, über die „Prozeß-Ordnung bet den rabbinischen Gerichten in Erez JiSroel", sowie eine Rede von Rabbiner Kur über die „Errichtung eine-Appellation»- qerichtshofeS" vor. Außerdem soll über Steuer- und Budget-Fragen beraten werden. Rabbiner Beruch Markus, früher in Haifa, wird über die Verhältniffe der Rabbinate in den kleinen Ansiedlungen berichten. Alsdann findet die Wahl des obersten rabbinischen Gerichtestatt. Jerusalem. 22. Februar. . Wie zu erwarten war, haben die Führer des orthodoxen Waad Hoir, Oberrabbiner Sonnen seid und Rabbiner Dis kin, die Beteiligung an der Rabbinerversammlung ab gelehnt, weil sie die ganze Aktion als ein zionistisches Unternehmen betrachten, die Einsetzung eines achtgliedrigen Obertribunals unter zionistischem Einfluß als Gefahr für die Thora ansehen und insbesondere der Versammlung selbst, zu der radikale Gesetzesleugner als gleichberechtigte Urwähler vom Jellinschen Waad Hoir delegiert sinh, jede Legitimation bestreiten. Einen Appell der beiden Rabbonia an Rabbiner K n k, sich von dem Unternehmen zurückzuziehen, hat dieser mit der öffentlichen Gegenaufforoerung beantwortet, die beiden Sekenim sollten ihrerseits teilnehmen und ihren Einfluß auSüven. Die r"e>1ammlunq werüe eine vlv? ''ED33 D'ött? sein und die Stellung der Thora und der Rabbinen festigen. 'Die Gemeinde Sonnenfeltz- Dlst.n hat oen Eröffnungstag als JT3PD erklärt, die Partei Kuk zum nri&Vl nniro DV Ein beispielloser, trauriger VVN Verurteilung eines arabifcften Judenfeindes, Iervsatem, 15. Febr. Der Herausgeber der arabischen Zeitschrift „El Akzo", der in seinem Blatte beschimpfende Aeußerungrn gegen den Talmud veröffentlicht hatte, ist zu einer Gefängnisstrafe von einem Monat und 50 Pfund Geldbuße verurteilt worden. „Daur Hajaum" weist bei dieser Gelegenheit darauf hin, daß im Gegensatz zu den ersten Zeiten nach Herbert Samuels Amtsantritt die Sprache der arabischen Zeitungen in den letzten Monaten wieder außeroldentlich herausfordernd geworden ist, trotzdem von jüdischer Seite dazu keinerlei Anlaß gegeben worden sei. Es wäre erfreulich, wenn das Urteil, das gegen den arabischen Talmud-Freffer ergangen ist, abkühlend wirken und damit zur Herstellung einer friedlichen Atmosphäre beitragen würde. Personalien. Benoit Lang n"y. Zürich, 1. März. Shn vergangenen Donnerstag nachmittag ging das älteste Mitglied der hiesigen israelitischen Stellywnsgestttschast, Herr Benoit Lang non die,er Zeitlichkeit in die Welt der Wahrheit. Wenn auch der Heimgegangene ein Alter von 87 Jahren erreichte, bedeutet doch sein Scheiden nicht nur für den engeren Kreis seiner Familie, sond-ru weit darüber hinaus für alle diejenigen, welche ihn gekönnt und verehrt einen schmerzlichen Verlust, denn nnt chm ist einer der charakteristischen Berkörverer alter echter JLdischkeU tu der Schwatzery-chm Jw> denhttt von dannen gegangen, welcher bi» ln sein» letzten Dag« «J» vorbildlich«» Beispiel Misch« Mich»

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