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Der Israelit · 1921-03-10 · Heft 10 (10.3.1921) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
62 (1921)
Issue
Heft 10 (10.3.1921)
Date
1921-03-10
Page
– (sequence 6)
Language
German
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m>!• DLL 10. M«rz 1SS1 ttr'E Ms HKsMÄMM'° bv^rLMMM. ©Hmd m' jmtgv« Iah«« zvg d«? Bkrewigts aus stiwsm Geburtsort Tieren? iw Vll'aß gkMkinsaw mit seinem Alteren Bruder zunächst nach GlaruS, bann nach Baden, tvv ans den bescheidensten AnMgrn heraus sich di« Firma Gebt. Lang »ine Achtung gebietende Stellung im schweizerischen Geschäfts leben errang. T-om Devewigten war aber ebenso wie sein Bruder JayueS Lang jeder materielle Aufstieg nur ein Mittel zu gesteigerter Betätigung für Limud Tauroh und peinlichste Schrmirach Hamizwoß. Sv ist es beispielsweise charakteristisch) daß alle G'schaftsreisrnoe der Firma angewiesen Wattn, Freitag Nachmittag ihre Musterksfser biS Sonntag Bormittag der Wrma Huzusenbeir, damit jede Möglichkeit eine- Echrllul Scbabbos auSgefch'losfsr fei. (Tie Leser der ^Unbekannten Welt" dürfte eZ interessieren, daß die Erzählung deS „DabbathengelS in Uniform" «ine wahrheitsgetreue Schilderung aus dem Geschnstsleben der Firma Gebt. Lang barstellt). Als der nunmehr Verewigte vor einigen Jahren nach Zürich zog, zeichnete sich auch fein HauS dort als Mttolpunrt liebevollster Hingabe an alle wahrhaft jüdischen Bestrebungen aus. Bei Thoraveranstaltungen in seinem HauS lreß es der hochbetagte GrerS in seinem jugendsrllchen nnn? nicht zu, daß ein anderer als er selbst di« Gäste bediertte. Alle, die ihn gekannt und geliebt, werden in der Erinnerung an Benoit Lang «$ versuchen, jene harmonische jüdische Ausgeallchenhett, die sein Inneres erfüllteauch für sich stüver -u erringen imd also daS Andenken des Gevschtvn zum Segen zn gestalten. nrnaVpr*« ■öt. M. Feigenbaum Warschau, 5. Mörz. , Gin junger Schriftsteller, MoseS Feigenbauüj ist de« jüdische» Publikum plötzlich durch den Tod «ntrtsien worden, Feigenbaum, ein Jeschiwah-Zögling und vortrefflicher Talmudkenner, war. in den letzten Jahren beständiger Mitarbeiter deS Warschauer „Jud", als welcher er sich beim jüdischen Publikum rasch Namen und Beliebtheit erworben hatte. Beim Einströmen der Balachowlifch-Truppen tn die Ukraine fiel Feigenbaum in die Hände der rohen Horden, kam aber, freilich nach schweren Mißhandlungen, mit dem Leben davon. DaS empfindsame Herz deS zart befaiteten jungen Mannes trug jedoch die Spuren der überstandenen Qualen weiter und ein Herzschlag setzte dem Streben des jungen Mannes, der der jüdischen Orffemttchkeit noch vieles zu geben hatte, ein Ende. Sein Andenken wird in Polen in Ehren bleiben. n"2iuri. Nürnberg, 4. März. Zu dem in Nr. v des „Israelit" gebrachten Nachruf auf Julius Klngm a n n n"P, ist noch nachzutragen, daß außer den Herren Reboinern Dr. Wohlgemmh und Dr. Klein, aoi Grabe noch Herr Don Sichel, erster Vorsitzender.der „Adas JiSroel* Nürnberg, herzliche Worte des Abschieds sprach und hierbei insbesondere die Verdienste deS Heimgegangenen als VerwaltungSmitglted der AdaS JiSroel, welcher er seit ihren ersten Anfängen angehört und der er stets seine besondere Liebe zugewendet hatte, würdigte. Vermischtes. KSln a. Rh., 6. März. Seit einigen Monaten arbeitet der „HtlfSauSschuß für jüdische Durchwanderer" mit Aufgebot aller Kräfte daran, den veladensten und ärmsten seiner GlaubenSgenoffen, den ostjüdtfchen Flüchtlingen, zu helfen. Ununterbrochen treffen diese fchwerbepacklen Auswanderer in größeren und kleineren Gruppen in dem hier eingerichteten Durchgangslager i« Köln-Deutz ein. Hier werden sie — etwe 250 btS 30-Menschen täglich — verpflegt und biS zu ihrer Weiterreise beherbergt. Groß ist die Arbeit, die geleistet werden muh. Paffe müssen visiert, Fahrkarten gekauft und Gepäck weitergeschtckt werden. Jeden Tag befinden sich unter ihnen völlig mittellose Familien, denen der „HtlfSauSschuß für jüdische Durchwanderer" dt» Mittel zur Weitersahrt geben muß. Dazu gehört v tel Geld. Wir verweisen auf den Aufruf in der heutigen Nummer, der elndringltchst auf daS Elend, da» gelindert werden muß, hinwelst. Jede Gabe tn Geld, Lebensmitteln und Kleidungsstücken ist willkommen. Durch jede Gabe kann man zur Milderung der ungeheuren Not bettragen. Dieser Gedanke allein müßte genügen, jeden Juden zur Mitarbeit zu veranlasten, um jeder jüdischen Hausfrau ein Sporn zu sein, alle» Ueberflüsstge an Kleidungsstücken rc. zu schicken. Frankfurter Gerichte. ■ Usrkattf der alten Synagoge in der Schühensiraße. Dir alte Gyüagoge der „Israelitischen ReligionSgefellschaft" in der Echützenstraße samt dem Eckhaus, tn hem sich die Büros zahlreicher Vereine, insbesondere auch der ^Freien Bereinigung" befinde«, ist an den. Kunsthändler Alfred Weber, hier, verkauft worden. Ker Käufer wird den großen Gtznagogenraüm Wr v*n Kunstgsgo»fiE«den verwenden. Hie Einrichtung, insbesondere der künstlerisch monumentale marmorne Aräun hakaudesch, der Alm emo rund das Gestühl stehen zum Verkauf. ■ Manches Gemeindemitglied, das in ernster Erinnerung an die Zeiten zurückdenkt, in denen in dem einfach schönen Raum die hinreißenden Worte Rabbiner Samson. Raphael HirschS erklangen, sah wan in den letzten Tagen in die Schützenstraße wandern, um von der verlassenen Stätte der Erhebung und der Andacht noch einmal Abschied zu nehmen. ~ Aas Jüdische Keim. In einem Rundschreiben wird die jüdische . Bevölkerung unserer Stadt zur Mitarbeit an einem hochwichtigen sozialen Unternehmen aufgerufen. Schon vor dem Kriege ist e-vielfach schmerzlich empfunden worden, daß in unserer Stadt kein jüdisches Heim vorhanden war, das den jüngeren Kaufleuten und Akademikern, die keine Familie am Orte haben, eine behagliche Stätte bieten konnte. Dieser Notstand ist seit der Krtegszett noch viel dringender geworden. Die Preise in den Gasthäusern haben für junge Kaufleute und Akademiker eine fast unWschwtngltche Höhe erreicht. Der schon an sich nicht gerade »erfreuliche regelmäßige Besuch der CafLS stellt sich heute als ein überaus kostspieliger Luxus dar. Die Gründung eines jüdischen HeimS ist daher eine nicht mehr abweisbare Notwendigkeit geworden. ES ist gelungen, geeignete Räume in der Rechneigrabenstraße 3 für diesen Zweck zu erhalten, welche bereits bezogen sind. Durch die damit gegebene Möglichkeit, etwa 160 Besucher aufzunebmen und ste^ täglich mittags und abends zu verköstigen, dürfte daS jüdische Heim eine, wertvolle soziale Errungenschaft für die jüdische Bevölkerung darstellen. Infolge der Renovierung und Jnstandhalimsg der Lokalitäten sowie der Beschaffung der Einrichtung, der Gehälter für daS Persona! u.s.w. ist ' das" Heim auf die tatkräftige Hilfe aller sozialdenkenden Kreise der hiesigen Judenheit angewiesen. ES sind zwar namhafte Betrage Meichpet, doch bedarf es vor allem, größerer' Jahresbeträge. DaS Komitee hofft, auch Unbemittelten die Wohltaten des „Jüdischen Heimes" verschaffen zu können, durch Ueberlaffung von Freikarten, die entweder direkt oder durch Vermittlung des Komitees abgegeben werden können. Um den Pensionscharakler deS Heims zu wahren, sollen nur Wochenkarten ausgegeben werden und zwar zum Preise von 50 Mk. für den Besucher, von 75 Mk. für die Spender. Eine Wochenkarte berechtigt zu 14 Mahlzeiten. Die Wochenkarten werden jeden Sonntag von 8 11 Uhr im „Jüdischen Heim" ausgegeben. Salä/tina-Aortrag. . Auf Einladung des Vereins „Tifereth Bachurim" schilderte Herr Edwin Feist vor einem zahlreich erschienenen Publikum Palästina, Land und Leute, aus eigener Anschauung. Seine eingehenden Darlegungen fanden ein warmes Echo in den Herzen der Zuhörer. Hkga Lion rfy. Just zur Zeit, da. der Schekalim-Sabbat als erster der vier Lenzesbolen uns neues Blühen und Gedeihen vorahnen läßt, uns vorahnen läßt, daß tausend Gräslein hinter der Erde harter Pforte harren, um, von der Sonne geküßt, emporzuschießen, mußten wir eine urige Menschenpflanze in die kalte Erde senken. Olga Lion hat die Altersgrenze, an der die Pflicht der jüdischen Leistung beginnt — NZL» onlpp pB — nicht erreicht. Mit 18 Jahren wurde sie uns, kaum daß sie die ersten Schritte aus dem Leben der Schule tn die Schule deS Lebens gewagt, entrissen. Nichtsdestoweniger hatte auch sie schon ihren Beitrag auf den Altar deS Heiligtums gelegt. Und was sie gao, war ihr Ganzes und ihr B e st e s, mit der Vollmünze ihres ganzen Könnens und edelsten WollenS gezahlt. Liebe und treue Anhänglichkeit, frohe Beietrschaft für Jeden und Jede der Ihren, ein aus reiner, jugendlicher Seele fließender Frohsinn, der Freude um sich verbreitete, das ist es, was ihr Eltern, Geschwister und Freunde allezeit dankten. Und nun „fiel ein Reif in FrühlingSnacht . . ." Wie eine Blume zur Maienzeit verwehte sie uns, ohne des Sommers Dürre, des Herbstes rauhe Winde, des Winters kalten Reif verspürt zu haben. „Er — der Weltenlenker — stieg hinab in seinen Garten zu den Blumenbeeten, um sich eine der Rosen zu pflücken . .." In diesem Worte des Hohenliedes werden die hart betroffenen Eltern und Geschwister ihren Trost finden müssen. Wir werden der Frühvollendeten ein liebes Angedenken bewahren. n"3iHn. Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Damstag vorm., nach Schluß der Synagoge:" „Dlnim"; Herr Rektor B. Falk. —Jahrzeits--. stiftungslernen: JulluK Stern - Stiftung. — 12 Uhr, im Hörsaal Friedverger Anlage t „Melochiür"; Herr Prof. Wey l. — Nachm. 3s/4 Uhr: „Mikro"; Herr Louis K a h n. Sanntag vorm. 9?/« Uhr und DtrnSrag abend - " 1, T. Uhr : „Gemoro") Herr R. A. Pos e n. ©in nt ag na ch m. präziS 6 Uhr: „JecheSkel"; Herr Dr. Jis. Bre tt e :r Wt 9 nt« g ünd M i ttib o r / . Herr Dr.-Jos. Brener/> Donnerstag abewd, 7 Uhr: „Mtschna^- Herr Rektor Falk. Allabendlich 8°/« Uhr: „Gemoro"; Herr H. Halpern. Jeden Morgen Mi sch na lernen. Ngudas Fisroel-Jngendgrvppe. Sonntag vorm. 8 Uhr: „Chumisch mit Rascht",' Herr Leopold Oppenheimer. — Nachm. .... 3^/,Uhx^„Teyillim"HerrHerm.Frankenthal. — 6 Uhr: „Hebräische Sprache"- Herr Lehrer I. Jelen. Herren und Damen. M o nrag abends Uhr: „Gemoro"; Herr Zahnarzt . Ehrmann. Dienstag abend 8 Uhr: „Tefilloh"; Herr Ober- . lehrer Kaufmann. — 81/« Uhr: „Gemoro^,- Herr Dr. Hofmann. Mittwoch a b e n d 8 Uhr: „Dinim"; Herr Oberlehrer Mun k. — 83/t .U{)v: „Newiim": Herr Lehrer Unna, Kleine Obermainstr. 30. Herren und Saddat-Mfang und AuSgang. nipQ ras?- ORTl Frsrrkfurr s. $$l Berlin .... München . . . Btraßbnrs . SMtgart. Bose« . . . RSrnbeNZ Hnmbnrs Anfang Uhr iMn- Saturn 193l| 5681 Ausgang Uhr jMtn- 11. 60 März 55 5 ' 50 6 10 I.Adarli 1V 44 53 SS' 0S FamiliennaHrichten. Geburten. Eine Tochter: Waisenhausdirektor Dr. Rothschild und Fron, geb. Biskuraih, Dinslaken GroQ-Frankfurt am E sehen heimer Tu rm Sp@ziaiitateiB» Theater ZHIerial und Bierksbapetl Kassenöffnung 6V* Uhr, Anfang 7% Uhr abends W © i n fc i a u & & Eingang nus* Stlflsiraße 32 im ' Preise bedeud.' herabgesetzt sind ^9clmhwarei\ im Schuhhaus Hipseh Inh. Eugen Krass Bergerstrasse 176 Adeinffefienfle üülme von tadellosem Ruf und seltener Herzensbildung, äußerst tüchtig, hänsl.» sowohl geschäftl. wünscht sich mit älterem Herrn zu rrevtzeircrterr. Witwer mit Kindern nicht ausgeschlossen. Off. n. 82910 a. d. E. ' Sederschüsset, 3 teilte, z- Einlegen der Mazzos u. 7 bemalten Porzellauschüsselchen, 3 Bor« hängchen mit Goldfransen. 8. vrüuebanm.hebr.Buchhandl. Vassei, Bahnhosstr. 7. Tel. 1688. Sanuföl lia Nagid von Oskar Lehman». Zu beziehen durch den „Verlag des ,^Zsraelt^ G. m. b. H." Frankfurt a. . gee. gesen^ Zur Deslnfektlon dar Mund-und ,1 Rachenbohle Bewährf ‘ bal Grippe Katarrh, Halsanl. zUndüng,. HalserKalf, Verschlelmung. 95X7 Erhältlich £-la Apo.thskan . wnd Orogerlea.

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