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Der Israelit · 1921-03-10 · Heft 10 (10.3.1921) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
62 (1921)
Issue
Heft 10 (10.3.1921)
Date
1921-03-10
Page
– (sequence 2)
Language
German
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mau* IRx. 1» D« ti. Blicke die Weltgeschichte in Form eines staats rechtlichen Dokumentes schwarz auf weiß einer Partei rechtzugeben scheint, die mit ihrer Berweltlichung des Hudenvolkes ein IPV niH'2) gewaltigsten Silles darstellt? Wenn es wiederum nur ein ND2 wäre? Eine »Probe", ob wir das Land der Schechina, das Menschheitshelligtum der Zukunft in den Strudel der mechanistischen Macht- und Interessen- Politik hinetnzuwerfen bereit sind', ob wir die brennende Sehnsucht der Jahrtausende durch eine von Menschenstolz, Gesetzesleugnung und Unreinheit entheiligte „nationale Heimstätte" für befriedigt erachten, ob wir uns aus dem Volke Gottes in ein öffentlich-rechtlich anerkanntes Palästina-Volk umwandeln wollen, „anderen Göttern nachzugeh n, die wir nicht kannten, um ihnen zu dienen?" Wäre dem so, d a n n dürften auch die „Zeichen und Wunder" der Gegenwart uns nicht hinein reißen in die Mitarbeit an dem Werke, das in Erez JtSroel sich vollzieht, und das, vorläufig inauguriert und geistig beherrscht von den der jüdischen Wahrheit halb oder völlig Entfremdeten, auf Zions heiligem Boden als Krönung feines Wollens die univvrsitas litterarum, den Tempel des uferlos selbstherrlichen Mens-chen- ^ttstes an die Stelle des absoluten Go tte SgeisteS So endet die Prüfung der Lage snd sxeois astsrnLtLtis im quälenden Zweifel. DaS Problem ist zu verwickelt, als daß es vom redlich forschenden Menschengeiste theoretisch gelöst werden könnte. Aber wir haben zum Glück die Maßfläbe und Wegweiser für unser H a n d e ln nicht aus der Theorie zu schöpfen — das ewige Gesetz, daS vom Sinai her unseren Pfad erleuchtet, zeichnet auch hier und heute in festen Zügen den Grundriß der praktischen Palästina-Politik des jüdischen Volkes. Es ist die 7HPV pH 21V ftiatö, die lediglich von ganz bestimmten, klaren Bedingungen abhängige h a l a ch i s ch e P f l i ch t, E r e z JiSroel in möglichst weitem Ausmaße zu besiedeln und besiedlungsfähig zu machen, die der einzelne gesetzestreue Jude und die gefetzestrerre jüdische Gesamtheit — einerlei zu welchem Zeitpunkte und in welchem Stadium des Geschichtsverlaufes und unabhängig von allen geschichts-philosophischenSpekulationen — zu erfüllen haben. Hier winkt für den, der vorurteilslos lernen will, völlige Klarheit. Darum begrüßen auch wir dankerfüllt den Wandel der Zelten, der im englischen Palästina- Mandat seinen praktischen Ausdruck findet — aber nicht, weil wir daS Judenproblem seiner Lösung nur tun Haaresbreite näher geführt sähen, nicht weil uns die bewußten politisches Leistungen der zionistischen Erlö''er Rührung und Bewunderung! abnöttgten, nicht well wir messtanffche Stimmungen oder einen Siegespsalm über den Triumph oeS Rechtsgefühls unter den Rationen, für zulässtg hielten — sondern weil uns ein Weg geöffnet ist, um nach dem Willen beS ThoragesetzeS eine teure, lange nur sporadisch und selten erfüllbare M i z w a von unermeßlicher Bedeutung zu umfastender Verwirklichung zu bringen. Wohin uns diese Mizwa schließlich führen wird, das ist nicht unseres Amtes zu ermessen und zu erklügeln. Wir kennen ja auch s o n st nicht die tieferen inneren Zusammenhänge unserer jüdischen Pflichterfüllung im Einzel- und Gesamtheitsleben mit Grschichts- Prozeß oder gar kosmischem Geschehen. Genug, daß die Pflicht unser Tun bestimmt — der Erfolg ist unseres Gottes. So liegt uns denn, möchten wir meinen, die Prüfung des Palästina-Mandates lediglich unter dem einem Gesichtspunkt ob und inwieweit es der gesetzeStreuen Judenhett die umfassende Erfüllung von tonv pH 21V flixa im Sinne des ReligionsgesetzkS ermöglicht. Wvcheimin-fthau. Sie Sermlttlung--Al<ion de- Amsterdamer vberrabbinat-. Im Anschluß an die in einer Unterredung mit Wetzmann (siehe Nr. 3 ds. Jahrgangs) begonnenen Diskussion über die Möglichkeit eines Zusammenwirkens der Agudas Jtsroel mit der zionistischen Organisation beim Aufbau Palästinahat das Amsterdamer Oberrabbinat wie damals schon in Aussicht gestellt, in der Tat eine Vermittlungs-Aktion bei beiden Organisationen im angedeuteten Sinne unternommen. Die schweren Bedenken, die gegen eine Erneuerung dieser von orthodoxer Seite bereits früher unternommenen Versuche sprechen, Haben wir damals bereits kurz entwickelt. Wir lesen nun in der neuesten Nummer des „Nteuw Israelit Weekblad", dem führenden jüdisch-holländischen Organ eine offiziöse Notiz folgenden Wortlautes: „Wie wir vernehmen, soll auf Initiative unseres ehrwürdigen Oberrabbiners Onderwiyzer binnen kurzem in London eine Zusammenkunft stattfinden zwischen zionistischen und agudisttschen Führern, um zu einer gemeinschaftlichen Aktion für den Aufbau Palästinas zu gelangen. An der Zusammenkunft sollen auch einige durch unseren Oberrabbiner ausgewählte Führer deS polnischen Judentums teilnehmen. Unser Oberrabbiner wirb in Kürze nach London abreifen. Der ehrwürdige Rabbiner Saarlouis soll den Oberrabbiner als Sekretär bealeiten. Wir kosten innig, daß eS dem Oberrabbiner vergönnt sein möge, günstige Ergebnisse in dieser Angelegenheit für daS Judentum, für Erez JiSroel und 2'2N pn« pn« für die Thora zu erreichen." MM Sie Blüte des Libanon. Bon Dr. Felix Kanter in Zwitta« (Mähren). I. Dies ist der Titel einer vierteljählich erscheinenden homiletischen Zeitschrift, die Rabbiner L. Weißblum in Rew-Uork (342 East 3 rd. Street) herauSgibt.*) ES find dies in der Tat köstlich duftende Blüten auf den Gefilden der Homiletik, an denen jeder, der sich für dieses Gebiet unserer Literatur interessiert, sich wahrhaft erfreuen und ergötzen wird. Herr Rabbiner L. Weitzblum, der streng gesetzeStreuen Richtung angehörend und selbst ein hervorrugender Redner, unterzog sich der Mühe, daS Beste vom Besten auf diesem Gebiete zu sammeln, teils nach Wochenabschnitten, teils in Form selbständiger Abhandlungen und Predigten zu ordnen und so dem Leser ein abgerundetes Ganzes zu bieten. In dieser Zeitschrift find die grüßten und besten SN'ZS und own der ältesten und der neuesten Zeit vertreten, so unter anderem R. Jonathan *) nm iwVrm “*». Eibenschütz V'Jft (t>3*i mjn), R. Jakob Emden (p"2pq, R. Elja Wilner ufw., wie auch npyero tman vom Kaltscher Raw JefcheSkel Lipfchitz, sowie die Werke vieler russischer, ungarischer und gaiizischer v»bn), die in Amerika leben und wirken. Bon allen wußte der Verfaffer das Beste vom Besten zu wählen und es kurz und prägnant in leichtfatzlicher und gefälliger Form in klassisch.hebräischer Sprache wiederzugeben. Hier nur einige wenige Proben dieser herrlichen. Blüten, die sicherlich den Beifall der Berufsredner und „Laien" finden werden. Diese Blüten find dem Jahrgang runn (1918) entnommen. Bom Lehrer und Führer in Israel sagen unsere Weisen (Gitin 73, Makot 17) wp2'... *]K^ non 2in d« ’n'BO m „Wenn der Raw einem Engel des Herrn gleicht, soll man von ihm Thora lernen" usw. Der Raw mutz ausgerechnet eiuem Engel gleicken. Wie ist diese Hauptbedtngung zu verstehen? Nun, die Erläuterung/dazu geben unsere Weisen an anbersr Stelle, indem fie behaupten '2 n&w nn« *j«^o p« „Jeder Engel hat nur eine Mission, niemals aber zwei (oder gar mehrere) Missionen zu erfüllen". Auch der Lehrer in Israel darf nie und nimmer vergessen, daß er nur die eine Aufgabe zu erfüllen hat: Thora zu lehren und den heiligen Glauben zu erhalten. Ist er von dieser seiner Mission durchdrungen, dann vi'bö mm wpa*; wenn aber nicht, wenn er stch in den Dienst von Parteien oder Gruppen stellt und in ihrem Sinne, nach ihrem Belieben seines hohen Amtes waltet, woo niffl wp2* *?«. (Noch richtiger wäre es, auS dieser Erklärung die Mahnung an die heutigen Rabbiner abmletten, sich ganz aufS Lernen und Lehren und die Obliegenheiten ihre- Amtes zu konzentrieren «ab stch nicht durch IS. «Wz IM Gleichzeitig widmet das Blatt dem Gegenstand eine« ausführlichen Artikel, der unsbeachtenSwerter scheint, als die wohl etwas verfrühte offiziöse Notiz. . DaS holländische Blatt schreibt: „Wir haben unlängst nach der Konferenz zwischen Oberrabbiner Onderwiyzer und Professor Weizwan« die Meinung deS deutschen Aguda-OraaneS, deS„Jsraelit" in dieser Angelegenheit mitgeteilt. Wie man weißstand der „Israelit" auf Grund früherer Erfahrungen dem erstrebten Zusammenwirken sehr skeptisch gegenüber und auch die „Jüdische Presse", da- Aguda-Organ in der Tfchecho-Slowakat, zweifelte stark an einem günstigen Ergebnis. Desto mehr verdient eS gewürdigt zu werden, baß die leitenden Persönlichkeiten der Aguba den Anregungen beS Oberrabbiners Onderwiyzer Gehör geschenkt haben und wie ein Bericht in unserem Blatte meldet, die Reise nach London unternehmen «ollen demnach also stch bemühen werden, einen Weg zur Uebereinstimmung zu finden. Wir haben immer betont, baß der Aufbau von Palästina in keiner Weise mit Zionismus tdentifch ist. So sicher jeder Zionist rin Befürworter des Aufbaues ist, fo braucht doch ein Gegner des Zionismus darum doch kein Gegner deS Aufbaues zu sein. Auch wir, die wir ans religiösen und praktischen Gründen denZtoniSmuS bekämpfen, ja, die wir in ihm eine ernstliche Gefahr für das Judentum und die Judenheit erblicken, wir wollen für den Aufbau von Palästina rvirkßp. Wenn sich in Palästina eine jüdische Niederlassung befestigen kann, wenn bie palästinenstsche Judenheit sich in religiösem Sinne entwickelt, wenn in Palästina ein jüdisches Leben nach dem Gesetze der Thora erblühen kann, werden wir daS aus vollem Herzen -begrüßen und das Zustandekommen nach Kräften fördern." Dazu aber, fährt das Blatt fort, sei die Erfüllung von vier Vorbedingungen erforderlich, die es dann im einzelnen entwickelt. Erstens müsse die englische Regierung und der Völkerbund eine Garantie dafür leisten, daß bei verstärkter jüdischer Einwanderung und in diesem Falle möglichen Ausbrüchen des arabischen Fanatismus die jüdischen Ansiedler von England mit allen Mitteln vor Gefahren an Leben und Eigentum beschützt werden. Zweitens sei dafür zu sorgen, daß die staatsrechtliche Gestaltung der Dinge in Erez Jtsroel niemals die politische Stellung der Juden in den Golus-Ländern gefährden und diese etwa zu Ausländern stempeln dürfe. Die dritte Bedingung formuliert da» Amsterdamer Blatt wie folgt: „Bei dem Aufbau darf für die Judenheit die zionistische Organisation nicht als Vertreter gelten. Wenn der Aufbau von Palästina, wie die Zionisten zugeben, Sache der ganzen Judenheit ist, so kann die zionistische Organisation, die kaum einen kleinen Teil der Judenheit umfaßt, nicht als Führer anerkannt werden. ES ist ein großes Opfer, das wir von den Zionisten ve^- langen, jedoch für den Ausbau Palästinas, für die g a n z e Judenhett müssen sie bereit.fein, dieses Opfer zu bringen Der Aufbau muß unter Leitung einer Kommission er-' stehen, worin olle Schattierungen der Judenheit vertreten sind. Wir verlangen hierfür eine Kommission von zehn Mitgliedern, wie folgt verteilt: drei zionistische Nebenämter und allerlei andere Beschäftigungen zu zersplittern). ® $ * Unsere Weisen (Talmud Berachot 10 s)'rechnen eS dem frommen König Chiskijahu als besonderes Verdienst an, daß er *]öd, daß er vor dem Achtzehngebete unmittelbar farv ^«J sprach. Ist denn dies tatsächlich ein besonderes Verdienst, auf das sich der König — nach obiger Talmudstelle — ausdrücklich berief? Den tiefen Sinn dieses Ausspruches unserer Weisen versieht man erst, wenn man bedenkt, in welche Gefahr dieser König und sein Reich infolge der Belagerung Sancheribs und seines ungeheuren Heeres schwebten. Selbstverständlich unterließ König ChiSktjahu nicht, alle strategischen Maßnahmen zu treffen, um die n^ito die Erlösung und Befreiung feines Volkes und Landes herbeizuführen. Aber mit diesen strategischen Maßnahmen allein begnügte sich dieser fromme König noch lange nicht. Sondern r6i«J *]öa nbsrb, er war überzeugt, daß die wahre nur Gott allein herbeiführen kann und daß ohne göttlichen Willen und Beistand die durch menschliche Kraft und Mittel allein nicht erzwungen werden kann. Er machte daher die von der ntan abhängig und betrachtete beides als ein Ganzes und eine unzer- ' trennbare Einheit. Mit anderen Worten: König Chisktjahu war überzeugt, daß die n^KJ mit Religion und Glauben innig verknüpft und verbunden ist, deshalb suchte er vor allem den Glauben wieder herzustellen, die Thora zu verbreiten, wie an anderer Stelle im Talmud ausdrücklich von ihm behauptet wird (Syhedrin 94). Die» war auch das Hauptverdienst dieses gotteSfürchiigen König».

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