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Der Israelit · 1921-02-24 · Heft 8 (24.2.1921) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
62 (1921)
Issue
Heft 8 (24.2.1921)
Date
1921-02-24
Page
– (sequence 5)
Language
German
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S«e Israel». ft». i «ehe » i4.gt einer allweltlichen Rabbinerorganisaüon zur Ausführung zu bringen. Die zweite Sitzung war der Frage von Jischuw Erez JiSrvel gewidmet. Mn Komitee wurde zur Ausarbeitung spezieller Borschlüge beauftragt. von der Jüflifdien Emlgrafion. New-^orK, 1. Februar. Nach amtlichen Feststellungen sind vom 20. November bis zum 17. Dezember IdLOimNew- K^rker Hafen 11702 jüdische Emigranten angekommen. Die meisten kamen über Danzig. Vorbereitungen kür einen jltöifdien ttongretz. New BorK, 4. Februar. Das ^Exekutivkomitee des provisorischen jüdischen Kongresses" hat ein Rundschreiben an jämtliche Gemeinden und Organisationen in Amerika versar dt, in welchem auf die Notwendigkeit der Ein. berufung deS jüdischen Kongresses und drffen permanente Arbeit zu Gunsten der Juden Europas htngewiesen wird. Natästirra. Im neuen Jerulalem. Vrga«ssatie«»bestrevungen. — Orthodoxe Arbeiter. — »ie Jeschiwo». Aerufatem, 1. Febr. In Ausführung deS Beschluffes der Delegierten' Versammlung wuree am 24. Schebat das Präsidium der Delegierienvers zmmiung 'beim Oberkommiffar Samuel in Sachen der Gemeindeorganisatton vorstellig. In einem Memorandum werden alle Einzelheiten dieser Frage erörtert und insbesondere auf das Verhältnis der KehillauS zur Delegiertenversammlung hingewiesen. In persörillcher Aussprache schilderten die Delegierten die materiellen Nöte der Gemeinden infolge deS Ausbleibens der Hilfsgelder und zeigten auf die unabweisbare Notwendigkeit hin, den Gemeinden für die Regelung ihrer vitalsten Angelegenheiten die Mittel zu beschaffen. Der Oderkommissar eigte wärmstes Jntereffe für all diese Fragen, die er eingehend zu prüfen versprach. — Der „Verband orthodoxer Arbeiter, Hand- Werker und Gewerbekünstler" feierte dieser Tage in seinem eigenen Beihause einen Sijum auf „Seder Nesikin". Mehrere Rabbiner hjelten geistvolle Vorträge und es wurden Gebete für die englische Regierung und den Oberkommissar verrichtet. Cs kann mit Freude verzeichnet werden, daß der Verband eine ansehnliche^ Anzahl von Mitgliedern vereinigt, die sich all° aber.dlich in ihrem eigenen Bet- und Lehrhaus in „Meah Schearim" zum Studium des Talmuds zusammenfinden. — Unerfreulich klingen dagegen die Nachrichten aus der Talmud Thora und Jeschtwah „Ez Ehaim". Das Institut leidet unter schweren Geldnöten. Seit Monaten erhalten die Lehrer und die Schüler nur die Hälfte ihrer schon ohnehin knapp bemeffenen Gehälter und Stipendien auSbezahlt. Rabbiner Kuk, bet dem die darbenden Mitglieder des LehrerinstitutkS Beschwerde führten, versprach, eine Versammlung einzuberufen, die über die nötigen Hilfswege beraten soll. Sie jlMcke k!nwsllSewno. Aerufalem, 1. Febr. Bon Tebet 5680 bis zum gleichen Monat 5681 wandten sich an das Einwanderungsbüro in Jerusalem 1050 Familien, gleich 1860 Seelen. Eie verteilten sich nach ihrer Zuge Hörigkeit zu den Gemeinden wie folgt: 763 Aschkenasim, 105 Sefardim, 76 Marokkaner, 38 aus Syrien, je 15 aus Persien und Jemen, der Rest kam aus Grusinien, Kurdistan und Buckara. Im Ganzen waren es 1251 Männer und 609 Frauen. 696 waren Rückwanderer. 256 Familien fanden Arbeit in fremden Betrieben. 114 gründeten sich selbständigen Erwerb. Unter den Einwanderern waren Aerzte, Apotheker, Beamte und Lehrer im Ganzen öl, Kauf- und Handelsleute 40, ebenso groß war die Zahl der Schüler und Studierenden. 5 gründeten industrielle Unternehmungen. 50 Personen siedelten sich in Jaffa und in den jüdischen Kolonien an, 48, gaben ihren Bestimmungsort nicht an, 39 zogm nach Galiläa, 33 nach Haiffa und in die Kolonien Eamarias, 27 verließen das Land, 578 Personen erhielten Darlehen im Gesamtbetrag von 2714.56 ägypt. Pfund. In ditser Liste ist eine große Anzahl von Einwanderern nicht berücksichtigt, die ohne Hilfe des EtnwanderungSbüroS hier angekommen sind. Personalien. Hanau, 80. Febr. Man ichreibt uns aus Bern: Das Ableben des Hanauer Stiuo ' V'5W, weckt weh. niutSvoue Erinnerung an den am 22, Avar vergangenen Jahres im Alter von 62 Jahren verstorbenen Jakob Hirsch. Er war ein treuer Verehrer deS verstorbenen unvergeßlichen Rabbiners und er versäumte keinen seiner Borrräge. Er versäumte aber auch an den Werktagen keinen Gottesdienst in der Synagoge, wie er eS auch peinlich genau nahm mit der rep JWVip. Er war unter anderem auch akltves Mitglieo der Ehewre Kadtscha, die tm lesien Jahre den allzufrüyen Helmgang mehrerer Mttglirder au de- Ilagen hat. Cr war kerngesund, von hohem Wuchs und stattlicher Erscheinung und als streng reeller Kaufmann allgemein geschätzt. Ein Freund den Freunden, ein zärtlicher Gaue und Vater, von vornehmer jüdischer Gesinnung und treu der Väter glauben wie dem Staate, erfreute er sich aller Achtung. Am Freitag nachmittag, als feine Gattin die Sabbatlichter für den Abend bereilstellen wollte, da erlosch für immer das Lebenslicht dieses vortrejflichen Menschen. n"arjn Marburg, 6. Febr. Der Hintritt eines nach schweren LeidenStagen Heimgegangenen Jehudi, ausgezeichnet durch Charakterstärke, Adel der Gesinnung und liesinnerliche Frömmigkeit, hat in unserer Gemeinde teilnahmsvollste Wehmut aufgelöst. David Frankenthal aus dem nahen Altenlocheim, war eine in sich abgeschlossene Persönlichkeit, wie sie unter der Landjudenschaft Hessens ihresgleichen nicht finden dürfte. Im Thorageiste von den kernhast biederen Eltern erzogen, in frühester Jugend in Höringhausen U' d Pfungstadt zu den Quellen jüdischer GotteSerkennmtS und MizwauSerfünung hingeletter, fand er feine Lebensaufgabe in der Verwirklichung deS Talmud Thauro im Derech Erez-PrinztpS, wie er es sich stelS aufS neue in aydachlsoollem Studium der Thauro und insbesondere der Schriften S. R. HirschS ries in die Seele prägte. Herr Provinzialrabbiner Dr. Cohn zeichnele in seinem Hesped un,er tiefer Ergriffenheit der von weither zusammengeströmien freunde deS Entschlafenen ^daS Bild dieses Zadick. Durch Verleihung deS Chowerttiels an den allzufrüh — nur 42 Jahre alt — der jüdischen Gesamtheit Entrissenen, loll sein Vorbild und Beisptet den jungen unmündigen Kindern zum Leitstern ihres LebenSgangeS werden. Ersiu'ittert und er« schlitternd erklang die Wehklage deS jüngeren B>uderS, ob des schweres Verlustes um den Stolz der Familie und die Abschiedsworie aus Freundermund bezeugten, wie reich an FrrundrSliebe das große Herz des schlichten „Dorfjuden" sich erwiesen. Rn"-i»n. Moringen (Prov. Hannoaer), 18. Febr. Nachdem Lehrer Waller seit 1b14 an der hiesigen evangelischen Volksschule auftragsweise unterrichtete, wurde er u it dem 1. Januar endgiltig angestellt. Vermischtes. Berlin, 3. Febr. Im Austroge der Vorstands- Mitglieder des Bundes „Neues Vaterland", hat der Rechts, anwa lt Holpert eine Strafanzeige gegen den Schrift, lester der „Staatsbüraerzeimna", Rudolf LebiuS erstattet. LebiuS hat in zwei Nummern deS Blatte» mit aller Energie und Deutlichkeit feine Leser und G. sinnungSgknossen aufgerusen, die Mitglieder deS Bundes „Neue- Vaterland", die er „Banditen, Schufte" usw. nennt, ntederzuschiehen. In einem Ariikel benennt er ausdrücklich eine Reihe von Personen, darunter Pros. Einstein, Prof. Foerster, Herrn v. Gerlach usw., indem er schreibt: „Wir würden jeden Deutschen, der diese Schufte niederschikßt, für einen Wohliäter des deutschen Volkes erklären .... Warum findet sich jetzt niemand, der das deutsche Volk von diesen Verbrechern befreit?" In der Strafanzeige wird um größtmögliche Beschleunigung deS Verfahrens ersucht unter dem Hinweis, )aß eine derartige Aufforderung zum Meuchelmord in o unruhigen Zetten wie heute, um so ernsthafter zu nehmen tu. Reich-minister Heinz« erklärte inzwischen im Reichstag, daß da» Ermittlungsverfahren ein geleit« fei. Berlin, 8. Febr. Ueber antisemitische Hetze in den Gt mein beschulen, hatten Berliner Blätter in letzterer Zeit viel zu berichten. Hierzu teilt das preußische UnierrichiSministerium jetzt mit, daß der Lehrer Siebert in der 81. Gemeindefchule zu Moabit, nach den inzwischen getroffenen Feststellungen tatsächlich einem jüdischen Schüler gegenüber Aeußerungen getan hat, die gegen den pädagogischen Takt verstoßen. Gegen den Lehrer ist da» Erforderliche veranlaßt worden; gleichzeitig wurde -er Rektor darauf Hins gewiesen, daß eine Vereinigung, wie fie von einige« Schülern seiner Anstatt in» Leben gerufen wurde, zu verbieten sei. Berlin, 1. Febr. Der antisemitische Exzeß in dex Garderobe de- Palais de danse, Über den wir seinerzeit berichteten, hat nun gestern noch einmal die 11. Straf« kammer de- Landgericht» 1 beschäftigt. Der Leutnant a. D. Waliktng, hatte nach dem Besuch de» Borchardtschen Weinlokalin animierter Stimmung mit einem Bekannten das Palais de danse ausgesucht und war m>t dem Weinhändler Ltifin au- Charlottenbürg, den er filichlich für einen Juden dielt, in Konflikt gekommen. Als dieser das Lokal verlassen wollte, schrie der Angeklagte: „Hut ab! Alle Juden rau»! Ein preußischer Oberleutnant kommt"! Al- Herr Ltifin dem Ansinnen nicht Nachkommen wollte, packte iha der Angeklagte an der Brust, schleuderte ihn mit aller Wucht gegen den Gar de'obenlisch und vergriff sich an »hm, sodatz Lttfin ziemlich eindringliche Hautabschürfungen erlitt und ihm st in Pelz zerrissen wure. Als ihm einige Männer zu Hilfe eilen wollten, warnten die Kellner, die die Körperkraft deS Angeklagten wohl kannten. Das Schöffengericht hatte den Exzeß für so grob erachtet, daß eS auf sechs Wochen Gefängnis erkannte. Hiergegen hatte der Angeklagte ur>d der GiaatSanwalt Berufung eingelegt. Der Staatsanwalt beaniregte drei Monate Befängnt». Der Verletzte selbst erklärte in -er Verhandlung, -aß ihm an. einer Bestrafung de» Angeklagten nickt» «ehr gelegen sei, da ihm dieser eine Buße von 8000 Mark gezahlt und nachträglich um Entschuldigung gebeten habe. Die BewetSausnahme, in der auch ein ärztlicher Sachverständiger vernommen wurde, ergab, daß der Angeklagte ein chronischer Alkohotist sei, der gerade zur Ze»t der Tat infolge seelischer Deprelfion fich dem Alkoholgenuß htngegeben habe; der Alkohol übe aber eine f hr bedenkliche Wirkung auf ihn aus. DaS Gericht veru>teilte den Angeklagten zu sechs Wochen Gefängnis, bewilligte ihm aber eine dreijährige Bewährungsfrist. NÜrnbe> g, 30. Jan. Nach längerer Pause hat auch die hiesige ESraaruppe wieder einen Eltern, abend einberufen. Bor vielen Esraeltern sprach Herr Louis Levtnger auS München über „ESraund jüdisches Denken". In seinen beifällig aufgrnommene« Worten zeigte er das Wesen der Assimilation, die sich bet unS hauptsächlich durch das unjüdische Denken und Fühlen bemerkbar macht und wteS darauf hin, daß der Esra in Ergänzung der elterlichen Erziehung für die Kinder den jüdischen GesellschastSkrel» schaffe, der wieder zum alten Denken verhelfen müsse. In der Diskussion forderte Herr G. Landau, Further Führerschastsleiier, stärkere Unterstützung ,'onseiten der Ettern, deren Ntchikriiik wohl als Einverständnis mit der bisherigen Arbeit aufzustrffen sei; Herr N. Goldberger sprach der Führerschaft seinen Dank für ihre Bemühungen aus und ermunterte sie, im alten Geiste wet/erz»arbeiten. Als dann noch kurz die Sprache auf die Wanderungen kam, konnte der Leiter des Elternabends, Herr Münz, die Mitteilung machen, daß die Führerschaft unter der Leitung des Herrn Dr. Eilemann einen SanilälSkursuS eingerichtet habe, um gegen alle eventuell etntretenden Zwischenlälle geschützt zu sein. Der stello. Führe,schaftSletter schloß den in jeder Beziehung harmonisch verlaufenen Elternabend mit dem Wunsche, bei dem nächsten Abend ebensoviele Ettern begrüßen zu dürfen. Sabbat-Anfang und Ausgang. »wki '2 JT3V- ORT) Anfang Datu« AuSgang llbr >Min. 1931| 5681 Ubr jMi«. ftcantfnrt«. M. 5 »0 85. Febr. 17.«darl. 0 50 BerU« .... 6 »0 « 10 Manche« . . . 5 »0 - * Straßbmrs . . — — mm. Stuttgart. . . — — mm Bose» .... — — — Nürnberg. . 5 80 5 tl e?awt>n«s , , . 5 45 « 40 PuriM'Zeitung. Der „Jüdische Verein Ladenbürg"', drffen Ladenburger Megtlla vorige» Jabr großen Beifall und weite Verbreitung fand, gibt auch in diesem Jahr eine Purim-Zeitung heraus, deren Inhalt über den Rahmen lokalen Jnereffe» hinauSgehen wird. Der Rrinerlö» ist für gemeinnütztge und wohliätige Zwecke bestimmt. Wir verweise« auf da» entsprechende Inserat.

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