Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 62 (1921)
- Issue
- Heft 1 (6.1.1921)
- Date
- 1921-01-06
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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6 Dezember 1921 Der ASrarm. Sit. 1 Seite 7 Personalien. Altenstadt, 31 Dez. Frau Helene Rofenblatt^ Gattin des Herrn Lehrers Rosenblatt in Memmingen, wurde nach einem langen und schweren Krankenlager, ihrem Galten, ibren Kindern, ihren Ge« schwtstern und sonstigen Verwandten entrissen. Mit ihr ist eine treue Beraterin und Gehilfin ihres Mannes und die gewissenhafte stets besorgte Erzieherin ihrer Kinder dahingegangen. Ihr emsiger und von wahrer Frömmigkeit und echter Gottesfurcht erfülltes Wirken gestaltete ihr Heim zu einem t220 vnpa auf Erden. Tiefbewegt hielt Herr Distriktsrabbiner Dr. Cohn aus Jchenhausen, als Onkel des Verstorbenen, eine von Herzen zu Herzen gehende Grabpredigt, auf.welche noch eine kurze Ansprache des Herrn Rabbiners Dr. Heilbrunn aus Nürnberg, eines Vetters der Entschlafenen, folgte. n"2287>. Treuchtliugen, 28. Dez. Wir haben heute einen Mann zu Grabe getragen, der es verdient, daß man' auch von dieser Stelle aus seiner ehrend gedenkt. Marx Oppenheimer aus Miltenberg, der 41 Jahre im Amt und hier allein 30 Jahre als tti-wi jtr segensreich wirkte, ist vorigen Sonniag nach mehrwöchiger, schwerer Erkrankung im Alter von 593/4 Jahren in ein besseres Leben abgcrusen worden. Heute fand nun die statt, unter grosser Teilnahme von Nah und Fern. Im Auftrag der Kultusgemeinde und der Familie und im Namen des Rabbtnats gab Herr Distriktsrabbtner Dr. Mannes, Schmabäch, seiner Klage' beredten Ausdruck über den Tod dieses Mannes und betonte den hohen Pflichteifer und die strenge Gewissen. Hastigkeit des Entschlafenen. Herr Hauptlehrer Fulder Dekundete seinen Schmerz über das Scheiden seines Freundes und Kollegen, dessen Heimgang nicht nur -für Familie und Gemeinde, sondern auch für weite Kreise einen herben Verlust bedeute. Nahm doch der Verstorbene regen Anteil am jüdischen Leben und an gemeinnützigen Bestrebungen und fungierte jahrzehntelang als ^rrus, dabei kein Opfer scheuend. Redner sprach noch im Namen des Israelitischen Lehrervereins innigen Dank für das rege Interesse des für die Bestrebungen des Vereins. Herr Kultusvorstand Oestreicher nahm mit innigen Worten Abschied von dem treuen Freund, mit dem er stets in echter Harmonie gelebt und sprach namens der Kultusgemeinde herzlichen Dank für die treue Führung der Aemter als Lnirp und fln. Herr Neu selb, Nürnberg, Vorstand des Kantorenverbandes in Bayern, gedachte des verstorbenen Freundes in ehrenden Worten und dankte dem treuen Verwaltungs- Mitglied seines Vereins für all die großen Dienste, namentlich für die reichliche Unterstützung der Q’Dirv Möge der trauernden Familie, die in der Kriegsjahren durch den Tod zweier hoffnungsvoller Söhne soviel Leid erfahren, “it2£2n JVOT' beistehen. n "28271. Hindenburg (Oberschl.), 2. Jan. Frau Rabbiner Dr. Kaatz erhielt die Rote Kreuz-Medaille. Sprechfaul. Sur Frage der Reform- und Sonntagsgerneinde An die Redaktion des „Israelit" in Frankfurt a. M. Unter dieser Ueberschrift bringt die Nr. 51 des ^.Israelit" einen nicht weniger als 5 Spalten umfassenden Artikel des Herrn Dr. Daniel Fink, Berlin. Trotz seiner stattlichen Länge bringt der Artikel zu dem eigentlichen Thema, zur Frage, ob die Neformgemetnde, Johannisstraße, mit ihrem ofsiziellen Sonntagsgottesdienst anders zu werten sei, als der Orgelgottesdienst der großen Berliner Gemeinde keinerlei nennenswertes Material. Der Fundamentalirrtum in den Ausführungen in Nr. 45 des „Israelit" — dem Ausgangspunkte dieser Kontroverse — die Annahme von dem Vorhandensein Lines Berliner Gemeinderabb inates wird von errn Dr. Fink-überhaupt nicht berührtdafür werden eußerungen einzelner, mit Namen nicht genannter liberaler Rabbiner zitiert, um zu beweisen, daß Herr Dr. Kellermann nicht allein stehe. Enthält so der Artikel von dem in der Ueberschrift verheißenen Thema blutwenig, so beschäftigt er sich dafür um so ausführlicher mit den Taten und Meinungen des Herrn Dr. Daniel Fink als Vorstandsmitglied des Vereins zur Erhaltung des überlieferten Judentums und, in organischem Zusammenhang, mit entsprechenden Angriffen aus meine Person als den Vorsitzenden dieses Vereins. Aus den Ausführungen des Herrn Dr. Fink erfährt man, daß die große Berliner Gemeinde sich dank seiner Tätigkeit längst zu einer allen gesetzestreuen Anforderungen entsprechenden Mustergemeinde entwickelt haben würde, wenn nicht stets meine Wenigkeit ihm hindernd in den Weg getreten wäre. Es wäre kleinlich, an Herrn Dr. Fink die Frage zu richten, warum er, nachdem er schon 1907 in den Vorstand eintrat, nicht die Zeit bis 1912 — wo erst mein Eintritt erfolgte — benutzte, um seine RettungSoltUm durchzuführen; fünf Jahre find ja immerhin Eine hübsche Spanne Zeit. Aber wie gesagt, eine solche Frage erscheint einer Persönlichkeit wie Herrn Dr. Dann! Fink gegenüber kleinlichich verzichte daher darauf, sie zu stellen, umsomehr, als ich der Ehre jeglicher Auseinandersetzung mit Herrn Dr. Fink entsagen muß und zwar aus folgendem Grunde: Herr Dr. Daniel Fink hat die ganze Aktion des Vereins zur Erhaltung des überlieferten Judentums in allen Phasen mitgemacht, einschließlich des von ihm jetzt so schnöde verleugneten Wahlprogramms. Seine Opposition erwachte genau in dem Augenblicke, als seinem Wunsche, von dem Verein an er st er Stelle auf die Kandidatenliste für die Neuwahl der Repräsentantenversammlung gesetzt zu werden, die Erfüllung versagt wurde. Von diesem Augenblick datiert die Gegnerschaft des Herrn Dr. Fink, die ihn dazu trieb, eine eigene Kandidatenliste auszustellen, die seinen Namen an der Spitze trug und für die er die nötigen 50 Unterschriften aufbrachte. Für diese Liste machte Herr Dr. Fink in maßloser Weise Propaganda, unter schärfsten persönlichen Angriffen auf seine bisherigen Vorstandskollegen, wie auf den Verein selbst, alles ohne vorher aus dem Verein auszutreten. Und der Erfolg? Bei über 40,0 00 Wählern und ca. 14,0 00 abgegebenen Stimmen fielen aus die Liste des Herrn Dr. Fink volle 64 Stimmen, also 14 mehr als die Unterschriften bet Einreichung der Liste betrugen. Wer am Weg baut, muß sich die Kritik der Vorübergehenden gefallen lasten. Ich bin gerne bereit, für mein Tun und Lasten im jüdisch-öffentlichen Leben allen Rede und Antwort zu stehen, bei denen ich ein sachliches Interesse voraussetzen darf. Bei einem Manne aber, der nach 14 jähriger Tätigkeit im Vorstande eines Vereins die Fahne der Opposition aufpflanzt, aus dem einzigen Grunde, weil er seine eigene Kandidatur nicht durchzusetzen vermag, einem Manne, der diesen Verein, wie feine bisherigen Vorstandskollegen wahrend einer Wahlbewegnng in schärfster Weise angreist, ist diese Voraussetzung für mich nicht mehr vorhanden. Zum Schluffe noch einige Worte zu den Ausführungen der Redaktion in Nr. 50. Aus die Organisativnsfrage möchte ich erst eingehen, wenn der Entwurf vorliegt. Unter Ziffer 3 verwahrt sie sich gegen den Vorwurf, „der Berliner Gemeindeorthodoxie in den Rücken gefallen zu sein". Sie schreibt: „Davon kann gar keine Rede sein. Die Angelegenheit war praktisch erledigt, als wir den retrospektiven Bericht darüber pflichtgemäß benützten, um an dessen Hand zur Klärung der heillos verwirrten religiösen Begriffe beizutragen." Die Redaktion des „Israelit" täte gut daran, ihren eigenen Bericht in Nr. 45 des „Israelit" noch einmal durchzulesen. Sie würde dann finden, daß ihr „retrospektiver Bericht" von einer Anfrage der Liberalen über den Stand derEingemetndungsfrage handelte. Daraus geht doch wohl deutlich genug hervor, daß es sich damals, Anfang November l. I., um eine noch in der Schwebe befindliche Angelegenheit handelte. Noch mehr, ich kann der Redaktion des „Israelit" Mitteilen, daß in einer Sitzung, die in dieser Angelegenheit in den letztenTagen stattfand, einVertreterderJüdischenReformgemeinde im Laufe der Verhandlungen die Nr. 45 des „Israelit" vorlegte, um daraus zu erweisen, die Reformgemeinde sei trotz ihres Sonntagsgottesdienstes im Grunde nichts anderes, als der Teil der Muttergemeinde, der in den Orgelsynagogen seine Stätte findet, ihrer Aufnahme könne also nichts im Wege stehen. Also der „Israelit" als Kronzeuge für die Zulässigkeit der Eingemeindung der Sonntagsgottesdienstler! Berlin,2.Dez. 19205 Moritz A. Loeb. (Wir halten den Gegenstand nun für ausreichend erörtert und schließen die Diskussion vorläufig. Wir möchten nur wünschen, daß die Berliner Gememdeorihvdoxie allmählich dasselbe Maß von Gruseln vor den ünjüdischen Sa bb at gottesdiensten erlernte, wie sie es erfreulicher Weise vor den „Sonntagsgottesdtensilern" zu empfinden scheint. Das ist unseres Erachtens wesentlich wichtiger als die ganze Frage der Aufnahme der Reformgemetnde. Red. des „Israelit".) Frankfurter Berichte. Serfonatien. Rentier Abraham Kochmann, beging in dieser Woche in Frankfurt a. M., seinen 80. Geburtstag. Der Jubilar, allseitig geachtet und geschätzt, erfreut sich einer geistigen und körperlichen Frische. Der Ehrentag gestaltete sich zu einer wahrhaft freudigen Kundgebung für den würdigen Greis. Viele der Angehörigen überbrachten persönlich ihre Glückwünsche, von Freunden und Bekannten kamen Aufmerksamkeiten in verschiedener Form an. Dereinskalender. Verein Mekor Cliajim. Freitag abend, nach Schluß der Synagoge: „Mikro"- Herr Rabbiner Bermann. SamStag vorm., nach Schluß der Synagoge: „Dinim"; Herr Rektor B. Falk. — Mittags 12 Uhr, im Hörsaal Jriedberger Anlage „Melochim"- Herr Prof. Weyl. — Nachm' 3»/, Uhr: „En Iakauf"- Herr Redakteur Schachnowitz. Sonntag vorm. 93/4 Uhr und Dienstag abend 7 Uhr: „Gemoro"- Herr R. A. Posen. Sonntag nachm., 6 Uhr: Vortrag des Herrn Zahnarzt Ehrmann über „Perek Schiroh". Montag und Mittwoch abend 7 Uhr: „Gemoro" - Herr Dr. Jos. Breuer. M itt w o ch: Jahrzeitsstiftungslernen-Benny Benjamin- Stiftung. Donnerstag abend, 7 Uhr: „Mischna"- Herr Rekror Falk. 'Allabendlich S3/4 Uhr: „Gemoro"- Herr H. Halpern. Jeden Morgen Mischnalernen. Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Sonntag vorm. 8 Uhr: „Chumisch mit Raschi"; Herr Leopold Oppenheimer. — Nachm. 2'/4Uhr: „Tefillim"-HerrHerm.Frankenthal. — Abends 9 Uhr: „Hebräische Sprache"- Herr Lehrer I. Je len. Herren und Damen. Montag abend 9 Uhr: „Gemoro"- Herr Zahnarzt E h r m a n n. Dienstag abend 8 Uhr: „Tefilloh"; Herr Oberlehrer Kaufmann. — 8*/4 Uhr: „Gemoro"- Herr Dr. Hofmann. Mittwoch abend 83/4 Uhr: „Newiim"- Herr Lehrer Unna, Kleine Obermainstr. 30. — 9 Uhr: „Gemoro"- Herr Zahnarzt Ehrmann. Freitag abe^ld nach Schul: „Gemoro" für Anfänger- Herr Leop. Oppenheimer, — 8 Uhr: Gemütliche Zusammenkunft. Samstag oorm., %10 Uhr: „Gemoro"- Herr Dr. I. Posen, Tiergarten 42. — 103/4 Uhr: „Gemoro" - Herr H. Halpern. — ll3/4 Uhr: „Mischna"- Herr A. Htrschberg. — 3 Uhr: „Gemoro" - Herr Dr. H o f m a n n. Agudas Jisroel-Mädchengruppe. Montag abend 8*/, Uhr: „Dinim"- Herr Red. S ch a ch n o w i tz. Mittwoch abend 7% Uhr: „Hiob"- Herr Zahnarzt Ehr mann. — 8 Uhr: Chumisch - Irl. Edith Joel. Freitag abend nach Schul: „Sidrahvortrag". Samstag nachm. 4 Uhr: „Thauro"; Herr Lehrer Hirschberg. Jüdische Frauenvereinignng e. B. Am Sonntag, 9. Januar, abends 6 Uhr pünktlich, im Hörsaale Friedberger Aulage5, Vortrag des Herrn Dr. Joseph Breuer: „Prophetenwort und Gesetzeslehre". Thema: „Was sollen unsere Frauen für Erez Jisroel leisten"? — Dienstag, 11. Januar, nachm. 4y4 Uhr pünklich, im Cafe „Kursaal", Frtedberger Anlage: Gesellige Zusammenkunft. Verein zur Pflege jüdischen Wissens e. B., Langestr. 33. Sonntag, 9. Januar, abends ^8 Uhr: Herr Dr. Grombacher- „Ausgewählte Lektüre über oas Wesen des Judentums". Verein sn mb- Herr Prof. Dr. Sulzbach, Sonntag nachm., 1 Stunde vor Mincha, Langestr. 18 und Samstag nachm., nach Mincha, Hörsaal Frtedberger Anlage. Beshamidrasch, Ostendstraste 18. Freitag abend nach Schul: „7>2L>. rivdn" - Herr Rachelsohn. Samstag nachm., */,6-*/,7 Uhr, Sonntag früh 8—9 Uhr, Dienstag und Donnerstag abend, 9—10 Uhr: „Hemoro-Schiur" NB,2 822; Herr Rechtsanwalt Dr. I. Breuer. Samstag nachm. s/,4 Uhr: Vortrag des Herrn Rabbi Auerbach aus Sokolko. — 5 Uhr: „Messilas Jeschortm"; Herr H. Halpern. Alltäglich V, Stunde vor Nacht: „Dinim"; Herr Rosenzweig. OV man« Ostendstratze 18. Täglich nachm. 63/,—7^Uhr, v'nvs 81B2; SamStag nachm. 4—5 Uhr: Herr Rabbiner S. Weber. Hevetzette«. ra». Freitag abenö 4.20. Samstag morgen 8.— Predigt. Samstag nachm. 4.—. Samstag abend 5.35. ' WochengotteSdtenft: Morgens 7.05. Nachmittags 4.15. Familieimachrichteil. Varmizwoh-Feier. Julius, Sohn des Herr« Salomon Salzmann, Hanauerlandstraße 50, Synagoge Friedberger Anlage. — Max, Sohn des Herrn Leopold Löb, Bleichste. S, Synagoge Friedberger Anlage. Verlobte. Selma Cahn mit Josef Lang.