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Der Israelit · 1920-11-25 · Heft 47 (25.11.1920) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
61 (1920)
Issue
Heft 47 (25.11.1920)
Date
1920-11-25
Page
– (sequence 3)
Language
German
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aft. November ISsv Äer -Sr-eLir. wird die rumänische Judenheit nvch in absehbarer Zeit den Kampf um ihr Nicht mit ungeschwächter Kraft zu führen Haben. Der ihr gewährte MinorilätSschutz wird besonders von den unteren Verwaltungsstellen ignoriert oder »sabotiert. Herrn Professor Jorga und Genossen sollte man aber daran erinnern, daß sie vor Tisch anders sprachen ... Zur Mhelim-Frage. . Wie zu erwarten war, har die in der vorigen Nummer veröffentlichte Erörterung eines.jüngeren den Widerspruch der seit Jahren in der Praxis stehenden älteren Kollegen herauSgeforderr, und es zeigt sich dabet, daß die Frage in der Tat nicht so einfach l'egt, wie der Emsenter wohl anzunehmen geneigt war. So schrnbt uns die hier bestehende „EhewraS Moheltm" folgendes: Der Einsender Ihrer Beröffentlichung leidet daran, woran auch unsere älteren Mitglieder in ihrer Jugend litten. Die Eltern der Kinder, die zum 7>'i2 kommen, bevorzugen in der Praxis ergraute Männer und die jüngeren B'Sm haben vorerst das Zusehen dir die Alten obtreien und sie selbst älter geworden sind. ES war dieS der Fall z. B. in Frankfurt ioiarige Satt D»VTBKn*BHJ>» p»» '7 lebte, in Mainz solange 7"JH naiG Sic» '7 wirkte. Go wird eS iv'mer sein, wenn nicht die Aelteren zu Gunsten der Jüngeren sich f'ühzeitig zurrckziehen, waS gewiß nicht immer wünschenswert sein dü ste. Die von Ihrem Einsender angedichtete passive Resistenz der B^mD wird verwechselt mit der »krioen Resistenz der Elie»n. Die Möglichkeit der Betätigung für junge c»7.71C ist, sobald ste erst 6-8 Jii^ö unt.er Aufsicht auSgeführt haben, garnicht ausgeschlossen, d nn für v"'"1 N2» werden für auswäit'ge Plätze cSnc verlangt und ebenso für die Wochentage an entlegenen Dörfern. Letztere werden aber gerade von den Jüngeren, wie unsere Erfahrung lehrt, alS unannehmbar bezeichnet, da ihre Tätigkeit es nicht erlaubt, einen ha ben odergar einen ganzen Tag zu versäumen. Auch die flirö am D2» werden abgelehnt, dann der V2» ist in der großen nStp soviel schöner und ein D2» auf dem Lande, woselbst das 7117»2 N'cht immer so zuverlässig ist, wie eS ein guter '71.7' verlangen mutz, erfordert zuviel Entsagung und ist nicht verlockend. — In der Hauptsache aber bedauern die älteren B'7i»c, daß das AuSüben der ersten rft’B selbst für geeignete gewandte Anfänger heute sehr schwierig ist. Es 'xistieren n'cht mehr wie in früheren Jahren arme Leute, die, durch eine größere Unterstützung veranlaßt, die Erlaubnis erteilten, an ihrem Kinde die eiste n^'D zu vollziehen. Die unehelichen Geburten, die sich früher boten, erfolgen jetzt meist in östentlichen städtischen oder staatlichen Krankenhäusern, woselbst eS ganz unmöglich ist, einen Anfänger mit der Ausführung der N7'B zu betrauen. Der Einsender behauptet nun die Gefahrlosigkeit der ersten auszuführenden nVr’D, da ein Arzt zugegen sei. DaS stimmt ebensowenig wie der im gleichen Satz enthaltene Vorwurf gegen die Autoritäten. Unser Verein, der seit 13 Jahren bestehend, das Ziel verfolgt B'toiB auszubilden, dies auch n"j>2 laut unserem Protokoll Buch mit Erfolg getan hat, bietet Jedem Gelegenheit alS Mitglied einzulreten und dann daraufhin zn »trken, daß .di» angeblichen Mißständ« befestigt »erden. Der Fall, den der Elnsender von n"7 erwähnt, war um deswillen nicht zur rechten Zeit auSzufüyren, da der betreffende Baier erst 2—8 Lage vor H"“l sich meldete, olf dre Zeit zu kurz war, um einen paffenden zuverlässigen SilB und braven Hin» (BvmD die am v"'1"» re»sen gibt eS auch) zu finden. Unsere hiesigen b’Siid waren alle durch Funktionen als j?Ji"2 ooer nb'tn '2 sowie auch durch rn^'B am Platze oerhinder, und der auswärtige Herr, der am n"7 27p davon erfuhr, und sich bereit wollte finden lasten, nach dem de treffenden Platze htnzufahren, hat unteres Wtffenr vor 7—8 Jahren nur ein- oder zweimal nft'D ausgeführt. Wir uniererjett» konnten ihn daher nicht mit ruhigem Gewissen empfehlen. Chewraih Mohaltm f. d. Bondi, Posen. UnS scheint, daß vor alttm für eine größere Anzahl von Lernbefltssenen auf dem Gebiete der nTQ milD gesorgt, daß ferner Geldmittel berettgestellt wrr en wüßten, um Lehrern und Kanruren die Aneignung der nötigen technischen Fertigkeit durch häufige Assistenz bet Beschneidüngen zu ermöglichen. Sobald für gute Aufsicht gesorgt wird, dürfte es dann gewiß keine unüberwindlichen Schwierigkeiten bieten, Eltern dafür zu gewinnen, daß sie einem Anfänger den anvertrauen. Vielleicht könnte vorher die praktische Uebung — ähnlich wie bet den Medizinern — zum Teil am Phantom erworben und dann eine Vorprüfung« abge'egt werden, die den Eltern Beruhigung gewährt. Jedenfalls bedarf der' Gegenstand eingehender Erwägungen. Die Zivil-Ehe in der Tschecho-Slowakei. BonRabb.' FelL Kanter in Zwittau (Mähren). Seit Bestqnd der Republik erfreuen wir uns auch in unserem Staate der schönen Jnsittmion brr — Zivilehe. Den heiratslustigen Parteien aller Kollisionen steht eS frei, sich entweder rein religiös-konfessionell (kirchlich) oder nur zivil oder aber auch zuerst zivil und dann kirchlich (oder auch umgekehrt: zuerst kirchlich und dann zivil) trauen zu lassen. Zur Zivtttrauung.ist niemand gezwungen oder verpsschret, man kann von dieser neuen Einrichtung Gebrauch machen, man muß aber nicht von ihr Gebrauch machen. In dieser Hinsicht weicht unsere demokratische Republik von allen anderen Staaten ab, in denen die Zivilehe längst eingesührt ist und als Pflicht besteht: dort ist die Zivilehe Zwang, bet unS nur freier Wille und. ganz und gar dem Geschmack und dem Ermessen der HeiratSkandidaten überlassen. Es zeigt aber von wenig Geschmack, wenn jüdische Brautteure von dieser Neuesten staatlichen Errungenschaft Gebrauch mä hen und die Zwiltrauung der religiösen Trauung nur deshalb vorzrehen, well ste angeblich mit weniger GeldauSgaben verbunden ist. Die Zivlltrauung unterscheroet sich nämlich von der kirchlichen Trauung nur dadurch, daß erstere unentgeltlich ist, während für letztere eine vor geschriebene Taxe zu entrechten ist. Und wegen einer Ersparnis von einigen Kronen entblöden sich nicht manche jüdische Brautleute, nicht nur mit einer uralten jüdischen Tradition, sondern auch mit einer alten staatlichen Emrtchiung zu brechen! Im alten österreichischen Staate gav es nur eine Art von Eheschließung: die reltgiös-kirchliche,' nur in einigen Ausnahmefällen (z. B. bei Mlichehen, Konfessionslosen oder im Falle der begründeten Verweigerung oer Traungsvornahme seitens des geistlichen Trauungsfunktionärs) konnte man zu der Zivtltrauung seine Zuflucht nehmen. ES muß auch ferner brnurkc weroen, daß die s-ltenS der KultuSgemeinden geforderten Trauungstaxen in berücksichttgungsroürdtgen Fällen reilweue oder auch gänzlich erlassen werdensodaß die Ausrede, als seien die Brautleute auS materiellen Gründen gezwungen, sich zivilamtlich trauen zu lassen, wegfällt. Im Uevrigen dürfte jeder Rabbiner gerne bereit sein, auf die für ihn entfallenden Trauungsgebühren zu verzichten, wenn es sich um ein notori'ch unbemitteltes Brautpaar handelt. Es liegt somit für jüdische Brautleutkein Grund vor, zum Standesamt zu laufen und Synagoge, Rabbiner und KuituSgemeinde zu ignorieren. Die Z vtlehe in unserer Republik ist eine viel zu junge Institution, als daß zuverlässige statistische Daren über die von dieser neuen Einrichtung Gebrauch machenden Parteien vorltegen. Man wird aber nicht fehl gehen, wenn man annimmt, daß die meisten Zivilehen von Juden geschloffen werden, und daß ferner die Mehrzahl der jüdischen Brautleute, die die Ziviltrauung der religiösen Trauung vorziehen, den begüterten Klassen und Ständen angehören. Diese Tatsache spricht Bände. Den Lesern dieses Blattes braucht nicht erst gesagt zu werden, daß die Ziviltrauung vom jüdischreligiösen Standpunkte vollständig als ungültig zu betrachten ist, daß die einer solchen Ehe entstammende Kinder als uneheliche anzusehen sind, dies umso mehr, als durch die Ziviltrauung auch solche „Ehen" geschlossen werden können, die daS jüdische R-liztonSgesrtz ausdrücklich verbietet und die zur Erzeugung von O'-NVV führen, (ins1? wn3 oder noa’? W etc.) Biel komplizierter gestatten sich solche Ehen durch den Umstand, daß die jüdischen, meist von den Rabbinern geleiteten Matrtkenämter nolsns volens gezwungen sind, diese Civtlehen amtlich anzuerkennen und so den geböte", sie wü'den daS Glück nicht ertragen können und von dem höchsten und edelsten Berufe sich abwendeu und dann dem Strafgericht Gottes, der Be - nichtung, verfallen. Deshalb zog Jakob für die Seinen Niedrigkeit und Verbannung vor. Jakrb wollte nicht der Begründer werden eines Volkes, welches in glänzenden Bahnen dahinziebe, um dann in Verfall zu geraten und zu sterben. Jakob wollte für die Ewigkeit bauen; seine Nachkommen sollten die Treue zu Gott bewahren in Niedrigkeit und Verbannung, um daS köstliche Erbe zu erhallen für die Zeit, in der eS Tod und Vernichtung nicht mehr geben wird Der Engel EsawS kämpst mit Jakob und lähmt ihm dre Hüfte. Die ganze Nacht des Galuth hindurch dauert der Kampf, bis daß der Morgen anbricht, der Morgen der Erlösung. Dann wird das trotz Elend und Niedrigkeit feinem Gotte treugebliebene Lager Jakobs sich alS GotteSstreiter bewährt haben und die ganze Menschheit, auch der Engel EsawS, wird diese Gottesstreiier segnen. Sie aber werden Hinaufziehen als Bringer des Heils nach dem Berge Zion, von wo auSgehen wird das Licht der Erkenntnis, daS Licht, welches die ganze Welt dur chleuchtet und alle Menschen werden d.n einzigen isott alS den Herrn deS Weltalls anerkennen. Kirmes Willmn. Dr I. S. Sloch. Zu seinem 70. Geburt-tag. Der Herausgeber der „Oesterrr. Wochenschrift* Dr. Josef Samuel Bl o ch, vollendete am 20. November in Amerika seinen 70. Geburtstag? Die „Oelrerr. Wochenschrift", die er gegründet und 87 Jahre hindurch periön'ich leitete, hqt vor einigen Monaten ihr Erscheinen unterbrochen. Aber BlochS Auftreten im öfterreichlichen Parlament als Abgeordneter von Kolomea, als auch fein Kampf gegen dar Blmmärchen, der in dem Prozeß Rohling-Bioch gipfelte ui d auch sein Streit zur Rettung der Ehre deS Talmud und der jüdischen Liturgie, bleiben in der Geschichte deS Existenzkampfes des Judentums unvergeßlich. Man mutz ihm ganz besonders zugute halten, was rr während deS Weltkrieges und In noch erhöhtem Maße nach dem Zusammenbruch im Verein mit seinem in New-Aork levenden Bruder Morris Bloch, für die galizsschen Juden und die jüdischen Kriegsopfer in Polen in selbstlosester Weise geleistet hat. Nur wenige seiner Freunde wissen es, wie Dr Bloch während des Krieges jedem jüdischen Flüchtttng mit Rat und Tat beistand und mit weicher Freude er an der von seinem Bruder in Amerika eingrleiteten Aktion zur Herstellung der Verbindung zwischen den Kriegsopfern und ihren amerikanischen Verwandten teilgenommen har und noch heute letlntmml. Trotz seiner 70 Jahre hat Dr. Bloch nicht die Mühe gescheut, eine bedeutende Anzahl jüdischer KriegSwaisen auf seine Reise nach Amerika mitzunehmen und sie mit Hilfe seines Bruders dort unterzubringen. Schon dieser seiner echt jüdischen Handlungen wegen wird Dr. B'och an seinem Jubeltage von vielen mit den besten Wünschen begrüßt werden. (Hofmanns Bibel Quartett). Der Verlag von I. A. Hofmann, Frankfurt a. M., hat einen geeigneten Monn nt gewällt, wenn er kurz vor Ehanuka sein ebenso lehrreiche» wie «nterhaltende» Bibel-Quartett herausgebracht hat. Vs verdient wegen seiner gedtegenen nnd vornehmen Ausstattung, wie auch wegen der leichten Verwendbarkeit — nur die Fähigkeit de» Lesens wird vorausgesetzt — wärmste Empfehlung. (S. Slnski). Am S. d. Mis. starb in Warschau plötzlich und unerwartet im Alter von 57 Jahren'der jüdische Schriftsteller S. Rappaport, bekannt unter seinem Schriftstellernamen S. AnLki. Der Verstorbene fing seine schriftstellerische Tätigkeit in der russischen Literatur an. In den letzten Jahren widmete er sich ganz der jüdischen Literatur und bereicherte sie durch eine Reihe von Werken und Novellen. Er war auch als jüdischer Alterrumssammler hochgeschätzt. AlS solcher bereiste er nach dem Kriege alle jüdischen Ansiedlungen im Operationsgebiete, um für die jüdische Volkskunde all die jüdischen Legenden und Wundergeschichten zu gewinnen. Erst vor kurzerü ist er aus Sowjel-Rutziand nach Warschau geflüchtet, wo jetzt seinem Schaffen jäh etn^Ende gesetzt wurde. (Deutsche Forschungen am Sinai). Für lange Zeit wird eö wohl da» letztemal gewesen sein, als das deutsch-iürktsche Denkmalschutz-Kommando deutsche Forschungsarbeit in Vorder-Asten ermöglichte. Die wissenschaftlichen Beobachtungen und Aufnahmen, die die deutschen Forscher auf ihren Inspektionsreisen machen konnten, will Dr. Theodor Wiegand, der Direktor des Berliner Anttken-Museums, ln Einzelheiten veröffentlichen, von denen daS erste, dem Sinaigebiet gewidmet, jetzt bet der Vereinigung wissenschaftlicher Verleger erscheint. Der Führer des ersten Expeditionskorps am Suez-Kanal, General Frh. Kreß von Sreffenstein, fchiidtzrr die fo hoffnungsvoll begonnene Kriegführung am Kanal und man sieht die Ausnahmen, die die treffliche deutsche Fliegerabteiluna 800 dorr gemacht hat, z. B. den Blick auf die Pyramiden.

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