Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 61 (1920)
- Issue
- Heft 45 (11.11.1920)
- Date
- 1920-11-11
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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11 Novemober 192® hessischen Gruppen, Anträge). 3 Uhr: Referat deS Herrn Lehrer Spiro „Die Pflicht zum Lernen". Diskussion. Gäste herzlich willkommen. Wegen Quartier und Verpflegung sofortige Anmeldung erbeten an Josef Stern, Fulda, Postfach. Familiennachnchien. Gestorben. Frau Dina Marx, geb. Baer, Bödigheim (Ba^en). Frankfurter Kerichte. Are Knt«icktnng der deutschen Hrtßodorie im Wandet der Zette«. Heber dieses Thema führte Herr Zahnarzt Ehrmann am Donnerstag in einem Vortrag im Volksoildungsheim etwa folgendes aus: „Der Begriff „Orthodoxie" ist uns im Laufe des letzten, Jahrhunderts derartig geläufig geworden, daß zunächst es not lut, sich darüber klar zu werden, daß er von der Gegenseite geprägt, eine falsche Vorstellung in sich birgt, wir müffen es entschieden ablehnen, uns als „Partei" im Judeutum zu betrachten Der Begriff „Partei" hat im politischen, künstlerischen, wissenschaftlichen,ja auch religiösen Leben seine volle Berechtigungen, soweit , es sich um individuelle subjektive Meinungen handelt, eS ist aber unmöglich, Religion als eine objektive, von Gott geoffenbart zu betrachten und gleich-' zeitig die Anerkennung und Nichtanerkennung ihrer Verbindlichkeit als eine Parteisache zu deklarieren. Das geschichtliche Judentum kennt nur ein Judentum und einen Ab fall von demselben, auch die „Orthodoxie" als Erbe des geschichtlichen Judentums, kann eine andere Auffassung nicht.haben, wenn sie sich nicht selbst aufgeberr will. Diese Erkenntnis wurde verdunkelt durch den Umstand, daß die Anhänger des geschichtlichen Judentums inDeutschland aus einer Majorität zu einer Minorität wurden, mit allen erfreulichen und unerfreulichen Konsequenzen einer Minoritätsstellung. Ein zweites Moment kam hinzu, um die Klarheit der Auseinandersetzung der Weltanschauung im Laufe des letzten Jahrhunderts zu trüben, indem statt des rein geistigen Kampfes der Ideen der Staat dazu mißbraucht wurde, mit der Emanzipation zugleich den Begriff der Zwangsgemeinde zu schaffen, welcher dann die unseligste Wirkung hatte, einmal auf Setten der Reform esn Machtbewutztsetn schuf, welches nicht mehr auf der inneren Kraft der Idee, sondern lediglich auf der" äußeren Möglichkeit der Majorisierung beruhte, und außerdem das Verlangen erzeugte, über die Gemeinde hinaus eine Zwangsorganisaiion der deutschen Juden mit staatlicher Hilfe zu schaffen. Die Orthodoxie sah sich hier wiederum genötigt, durch das Austrittsgefetz sich von den Fesseln der Zwangsgemeinde zu lösen, um den besten Teil ihrer Kraft in der Abwehr der Zwangsorganisation zu verbrauchen. Nach eingehender Darstellung und psychologischer Würdigung der Momente, welche es begreifen lassen, daß ein Teil der Orthodoxie glaubte, auch nach dem Austritrsgesetz in den Reformgemeinden verbleiben zu können, wenn in denselben eine orthodoxe Filiale errichtet wird, wies Redner daraus hin, daß die letzten vierzig Jahre das Gegenteil von dem bewiesen, was die Gegner des Austrilts erhofften, die Großgemeinden wurden nicht zur Anerkennung der Gotteswahrheit zurückgeführt, sie radikalisieren sich vielmehr — wie die Richtlinien zeigten, gegen deren neologe Autoren den gemeindeorlhodoxen Führern ein Protest nicht gestattet wurde. Die Erkenntnis von der Ohnmacht, der bloß in der Negation sich bekundenden Idee der Neologie einerseits, die Neutralisierung der Gemeinden durch die Zusammenfassung aller Richtungen andererseits, haben, immer mehr als Erbin des Neutralitätsgedankens die moderne natiunaljüdische Richtung heroortreten lassen, da diese folgerichtig von all denjenigen anerkannt werden muß, welche nicht eine Bewertung der Juden nach ihrem Sollen, sondern bloß nach ihrem Sein vornehmen. Dieser Pseudonationalismus, die gradlinige Fortsetzung der Gemeindeneutralität, hat nunmehr eine neue Phase im Verhakten der Orthodoxie gezeitigt. Sie wird innerlich sich durch die Kraft ihres Ideengehaltes (Limud hatauro) äußerlich durch den Anschluß an die außerdeutschen gesinnungsgenössischen Maffen, die Kraft finden, ihrer göttlichen Aufgabe gerecht zu Saddat-Anfang und Ausgang. mbin mir- 0 R Ta Anfang Datum AuSgang Uhr lAkin. 19201 5681 Uhr jMtn i 13. 2. Kislew Frankfurt a. M. 4 20 Nov. S 35 Berlin .... 4 15 r 03 München . . . 4 3®! s 20 Stratzbnrs . . — .— | — — Stuttgart. . . — —! — — Bösen . . . . — -- 1! — — RSrnStzrs. - 4 2S s 18 Hamburg , . . s 21 werden?/ — Der Vortrag fand" aufmerksames Auditorium und reichen Beifall. Agudas Asrset-Hrtsgrnppe. In der am Samstag abend stattgehabten General-Versammlung sprach Herr Dr. W. Hofmann über die Aufgaben der Ortsgruppe und gab dabei eine Reihe wertvoller Anregungen für die Ausgestaltung der praktischen Arbeit. Die hierauf folgenden Neuwahlen ergaben die Wahl der Herren Joseph Bamberg er, Rechtsanwalt Dr. Breuer, Heinrich Eisemann, Heinrich Einstädter, LeopoldOp penheimer, Leopold Schwab und Leo Wreschner in den Vorstand. Zwei ostjüdtsche Vorstandsmitglieder werden noch nach Benehmen mit den Bothe Midrasch gewählt werden. Kuranstalt für arme Israeliten in Soden i. F. Der einzigen Anstalt in Deutschland, in welcher Lungenkranke rituell verpflegt werden können, ist es gelungen, ihre schönen Räume am 1. November wieder zu eröffnen und Lungenkranke beiderlei Geschlechts gegen Vergütung der Selbstkosten zu verpflegen. Are Katastrophe im Osten. Mittwoch, 17. November, abends 8 Uhr/ veranstaltet die Agudas Jisroel-Orts- und Jugendgruppe eine Versammlung im Börsensaal Das Referat hält Herr Hermann Schwab, Halberstadt, über „Die Katastrophe des jüdischen Volkes'im Osten".£ Kröeitsnachrveis. Am Montag, 15. November, abends 8 Uhr, spricht Herr Mordechai Kaufmann. Generalsekretär des Arbeitsnachweisfürsorge-Amts Berlin, in der Frankfurt- Loge über „Bstjudennot" und „Ostjudenhilfe"! ‘ Kunstanssteitungl Im graphischen Kadinet der Kunsthandlung H. Trittler, Inhaber Paul Schiltz, ist das gesamte graphische Werk Jakob Steinhardts ausgestellt. Handzeichnungen, Radierungen, Holzschnitte und Lithographien zeigen einen Künstler dm Werk, der in seiner eigensinnigen starken Beschränkung eigentlich nur ein Thema kennt: den Ostjuden Es offenbart sich uns keine Zufallskunst, sondern junge Blüte eines alten Gefühls, die sich in seltener Eigenart und phantastischer Kraft entfaltet. Bei einigen frühen Zeich-« nungen wird man leise an Srruck erinnert, später tritt ein eigener Stil zu Tage: Die rührende Kindlichkeit des Fuhlens bis ins hohe Alter hinauf, unbeherrscht und primitiv in jeder eckigen Gebärde und eine humanistische Gutmütigkeit, die über aller Häßlichkeit der Entwicklung wie eine Verklärung liegt. Veremskalender. Verein Mekor Chajim. Freitag abend, nach Schluß der Synagoge: „Mikro"; Herr Markus Golde. Samstag vorm., nach Schluß der Synagoge: „Dinim"; Herr Rektor B. Falk. — Mittags 12 Uhr, im Hörsaal Friedberger Anlage: „Melochim"; Herr Prof. Weyl. — Nachm. 33/4 Uhr: „En Jakauf"; Herr Redakteur Schachnowitz. Sonntag vorm. 93/4 Uhr und Dienstag abend 7 Uhr: „Gemoro"; Herr R. A. Posen. Sonntag nachm. 6 Uhr: Vortrag über „Die Erzählungen des R. b. b. Chono"; Herr Emil G o l d s ch m i d t. Montag und Mittwoch abend 7 Uhr: „Gemoro"; Herr Dic. Jos. Breuer. Donnerstag abend 7 Uhr: „Mischna"; Herr Rektor Falk. Allabendlich 83/4 Uhr: „Gemoro" - Herr H. Halpern. Jeden Morgen Mi sch mal er neu. Agudas Jisroel-Jngeudgruppe. Sonntag vorm. 8 Uhr: „Chumtsch mit Raschi"; Herr Leopold Oppenheimer. — Nachm. 2 Uhr: „B'Tin"; Herr Hermann Frankenthal. — N a ch m. 3 Uhr, „Semiroth"; Herr M. Golde. . Damen und Herren. — Abends 8 Uhr: „Jüdische Geschichte"; Herr Red. Schachnowitz. terren und Damen. — 9 Uhr: „Hebräische prache"; Herr Lehrer Jelen. Herren und Damen. Montag abend 8 Uhr: „Dinim"; Herr Oberlehrer Munk. — 9 Uhr: „Gemoro"; Herr Zahnarzt E h r m a n n. Dienstag abend 8 Uhr: „Tefilloh"; Herr Oberlehrer Kaufmann. — 9 Uhr: „Gemoro"; Herr Dr. Hosmann. Mittwoch abend 8Uhr: „Gemoro"; Herr Zahnarzt E h r m a n n. — */49 Uhr: „Meviim"; Herr Lehrer Unna. Damen und Herren. Donnerstag 8*/4 Uhr: Bortrag im Bolksbildungsheim über „Die deutsche Orthodoxie im Wandel der Zeiten"; Herr Zahnarzt Ehrmann. Damen und Herren. Freitag abend nach Schul: „Geutvro"'; HerrLeop. Oppenheimer. — 8 Uhr: Gemütliches Beisammensein. Rr. 4L Seil» 7 SamStag vorm., 7» 10 Uhr: „Gemoro"; Herr Dr. I. Posen. — ll3/4 Ubr: „Mischna"; Herr Lehrer A. Hirschberg. — 3'/4 Uhr: „Gemoro"; Herr Dr. Hofmann. Agudas Jisroel-Mädchengruppe. Montag abend 87* Uhr: „Dinim"; Herr Red. Schachnowttz. Dienstag 8 Uhr: „3VN"; Herr Zahnarzt Ehrmann. Mittwoch abend 8*/4 Uhr: „Chumisch" für Anfängerinnen; Frl. Edith Joel. Freitag abend nach Schul: „Vortrag". SamStag nachm. 4 Uhr: „Thauro"; Herr Lehrer Hirschberg. - . „ Jüdische Frauenvereiniguug ' Sonntag, 14. Nov.: Vortrag des Herrn Dr. Jos. Breuer; „Prophetenwort und Gesetzeslehre". (Was sollen unsere Frauen für Erez Jisroel leisten)? Beshamidrasch, Ostendstraße 18. Freitag abend nach Schul': „rnt? Herr Rachelso hn. SamStag nachm., 7*6-7«7 Uhr, Sonntag früh 8—9 Uhr, DienStag und Donnerstag abend, 9—10 Uhr: „Gemoro-Schiur" MDp »33; Herr Rechtsanwalt Dr. I. Breuer. SamStag abend, 5 Uhr, „Messilas Jeschorim": Herr H. Halpern. Alltäglich 7, Stunde vor Nacht: „Dinim"; He« Rosenzwetg. VV *nan, Ostendstraste 18. Täglich nachm. 67,—77, Uhr, v-nvr> tro»; SamStag nachm. 4—5 Uhr: Herr Rabbiner S. Weber. Tifereth Bachurim. Sonntag abend: Herr Dr. May über „Die Geschichte der Juden in Babylon", Lesehalle, Langest». Hevetzeiten. TH^in ro». Freitag abend 4.20. Samstag morgen 8.—. Samstag nachm. 4.—. Samstag abend 5.35. Wochen gottesdienst: Morgens 6.30. Nachmittags 4.30. Jonas Königshöfer und Frau Recha geb. Bamberger zeigen die Geburt ihres Sohnes N A T H A N an. Frankfurt a. M. Hanauer Landstraße 6. Chanukageschenke! Im Strahlenglanze der neBorah* Ein neues Chanukaönch v. E. Flanter. Gedichte, Erzähl., Vorträge rc. brosch. 8 geb. 10M. Noten zur Moaus zur jesch«. vsi für Klav. u. Vesang 3.—M. Chanukn-Theaterstücke, «thamrka-Leuchter (21811 laUlUß billllMRi 1 llfll VF« tfs Nene Friedrichstraße 61-63. Scbabbos- Lampen schw» Messing mit und ohne Säge (Steg) a. HMT zur Anlage k. Gas n. Elektr. geeignet JaL . Hebräische BucMuiiHigg B» Cassel einquariienmg. Junger Mann (Kaufmann) sucht ZIMMER 1 in frommem jüdischem Hause.! Offerten unter 21844 an die | Expedition dieses Blattes. GroB-Frankfurt am Eschenheimer Turm Spezialitäten- Theater « Zillertal und Bierkabarett Kassenoffnung 67« Uhr, Anfang 77« Uhr abends Weinklause Eingang nur Stiftstraße 32 28^2