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Der Israelit · 1920-11-04 · Heft 44 (4.11.1920) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
61 (1920)
Issue
Heft 44 (4.11.1920)
Date
1920-11-04
Page
– (sequence 8)
Language
German
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ftefce S No! 44 bet anderen Seite alle Teilnehmer. „Hart im Raume stoßen sich die Dinge", und wenn man für eine Veranstaltung in einem Saale, der knapp MO Sitze zählt an 40G Karten verkauft, so sind die natürlichen Reibungen und Hemmungen schon mehr wie natürlich. Aber in diesem Kunterbunt und „Drang der Ereignisse" lag gerade die Harmonie, eine echte jüdische Harmonie. Deutsche Ordnung und jüdische Simcho hatten sich gefunden, und bei dieser gesunden bekömmlichen Mischung von Ost und West war man bald genug über Raum und Zeit erhaben ..." Wir sprechen natürlich vom großen Stfum feste des Sch aß-Ve rein s, das am Sonntag Nachmittag programmäßig um 4 Uhr in der Aula der Israelitischen Volksschule seinen Anfang nahm und gegen ein Uhr nachts, als der Berichterstatter aufbrach, noch nicht zu Ende war... Der Schaß-Berein ist im Schoße des Bes-Hamidrasch, Ostendstraße 18 entstanden. Zum zweiten Male haben die nach Hunderten zählenden Mitglieder, jeder aus seinen Teil, sämtliche Traktate des Tal« muds aus gelernt, und nun hatte man vollen Grund, sich zu freuen und gütlich zu tun an gefülltem Fische, der, nach dem Programm, „an Lywioson erinnern sollte" und an anderen kulinarischen Genüssen, die man vor der Fülle der g e i st i g e n Darbietungen, kaum noch zu beachten Zeit hatte. An der Spitze dieser letzteren stand ein scharfgetstiges „Hadron" von Rabbi Mosche Karpel, in der rechten Mitte eine Festrede deS Herrn B. Rachelsohn, ein paar treffliche Worte der Mahnung an Ost und West enthaltend. Den Willkommensgruß sprach der unermüdliche Herr Emanuel Kauffmann. Zwischendurch gingen die musikalischen Herrlichkeiten, die für Hairaonie und Gleichgestimmtheit der Seelen sorgten. Unter dem sicheren Kommandostabe des noch jugendlichen, bewährten Dirigenten Max Naumann und Begleitung des noch jüngeren, vielversprechenden Sohnes unseres Oberkantors, Julius Pei ssachowit sch, am Klavier leistete der jüdische Orchesterverein, bestehend aus musikbeflissenen jungen Leuten unserer Gemeinde, geradezu Hervorragendes. Als die Kapelle gar einen chassidischen Marsch anftimmte, ergab es sich ganz von selbst, daß bärtige ernste Männer, und nicht die. Geringsten aus unserer östlichen Gelehrtenkolonie, ihren Seidenkaftan schürzten und kräftig zum Tanze ausholten. Ein hochpoetisches Ti schließ wurde auch von denen laut mitgesungen, die vom Text so viel verstanden, als mancher jurrge Westler vom „Hadron" des Rabbt Karpel. . . Dann sang ein Knabenchor unter Leitung unseres Herrn Oberkantor eine wunderbar ergreifende Melodei zu dem weniger ergreifenden Texte des „Bame-M ad likin", die manche Träne dem lauschenden Publikum entlockte ... Demgenüber sang ein östlicher Chor, aus der Schar deS Raobi Mosche Schneider, einen kosakisch-lustigen Marsch zu dem weniger lustigen Texte des „MiSmaur, schir-chanukaö-habajis" . . . TaS Zwischenspiel der Benschenversteiger - ung gestaltete sich insofern zu einem Hauptspiele, „Der JSraelir.^ » als dabet mit Hunderten und Halbtaufenden gearbeitet wurde und die Sache zuletzt mit der Summe von 10«00 Mark abschloß. Leider kamen bei all diesen großen und kleine» Vorgängen die im Programm vorgesehenen „Allerlei Thoraworle nach der Fünfminulenuhr" zu kurz. Denn zum Schluffe gab es noch eine kleine Premiere: „Ein Sabalnachmittag bet Reb Mosche Schneuder, gemimt, gelacht und geweint von Jeschiwa- Bachurirn". ES wurde viel gelacht — über Dinge, die gewaltig zum Weinen reizten . . . Aber es ehrt den Osten, daß er, innerlich stolz und aufrecht, über seine eigenen Leiden lacht — und da mußte eben der Westen mitlachen . . . Im Allgemeinen läßt sich von diesem ganz eigenartigen Thorafeste sagen, daß man schon freudigen Herzens dem nächsten entgegenwartet. Richtiger, entgegenl e r n t, denn wiederum zeigte es sich in der Eintragungsli.ste, daß einzelne MessichtauS dreifach und mehr überzeichnet wurden. Veremskalender. Verein Mekor Chajim. Freitag abend, nach Schluß der Synagoge: „Mikro"; Herr Leopold Oppenheimer. Samstag vorm., nach Schluß der Synagoge: „Dinim"; Herr Rektor B. Falk. — Mittags 12 Uhr, im Hörsaal Frtedverger Anlage: „Melochim"; Herr Prof. Weyl. — Nachm. 33/4 Uhr: „En Iakaus"; Herr Redakteur Schachnowitz. Sonntag vorm. 93/4 Uhr und Dienstag abend 7 Uhr: „Gemoro"; Herr R. A. Posen. Sonntag nachm. 6 Uhr: „Jecheskel"; Herr Dr. Jos. Breuer. Montag und Mittwoch abend? Uhr: „Gemoro"; Herr Dr. Jos. Breuer. Donnerstag abend 7 Uhr: „Mischna"; Herr Rektor Falk. Allabendlich 83/< Uhr: „Gemoro" - Herr H. H a l v e r n. Jeden Morgen Mischnalernen. Agudas Jisroel-Jugeudgruppe. Sonntag vorm. 8 Uhr: „Chumisch mit Raschi"; Herr Leopyld Oppenheimer. — Nachm. 2 Uhr: „c^nr"; Herr Hermann Frankenthal. — N a ch m. 3 Uhr, „Semtroth"; Herr M. Golde. Damen und Herren. — Abends 8 Uhr: „Jüdische Geschichte"; Herr Red. Schachnowitz. Herren und Damen. — 9 Uhr: „Hebräische Sprache"; Herr Lehrer Jelen. Herren und Damen. Montag abend 8 Uhr: „Dinim"; Herr Oberlehrer Munk. — 9 Uhr.' „Gemoro"- Herr Zahnarzt E h r m a n n. Dienstag abend 8 Uhr: „Tefilloh"; Herr Oberlehrer Kaufmann. — 9 Uhr: „Gemoro" - Herr Dr. Hosmann. 4. November 1930 Mittwochabend 8 Uhr: „Gemoro" - Herr Zahnarzt Eh rm a n n. — V<9 Uhr: „Meviim"; Herr Lehrer Unna. Damen und Herren. Donnerstag 81/* Uhr: Vortrag im VolkSbildungSheim über „Die deutsche Orthodoxie im Wandel der Zeiten" - Herr Zahnarzt Ehrmann. Damen und Herren. Freitag abend nach Schul: „Gemoro"- HerrLeop.. Oppenheimer. — 8 Uhr: Gemütliches Beisammensein. ... Samstag vorm., */, 10 Uhr: „Gemoro"; Herr Dr. I. Posen. — lls/4 Uhr: „Mischna" - Herr Lehrer A. Htrschüerg. — 3*/4 Uhr: „Gemoro"- Herr Dr. Hofmann. Agudas Jisroel-Mädchengruppe. Montag abend 8% Uhr: „Diuim^- Herr Red- Schachnowitz. Dienstag 8 Uhr: „svn"; Herr Zahnarzt Ehrmann. Mittwoch abend 8lJ4 Uhr: „Chumisch" für Anfängerinnen- Frl. Edith Ivel. Freitag abend nach Schul: „Vortrag". Samstag nachm. 4 Uhr: „Thauro"; Herr Lehrer Htrschberg. Jüdische Frauenvereiniguug e. B. Dienstag, 9. Nov., nachm. 4*/. Uhr pünktlichr Gesellige Zusammenkunft im Cafe „Kursaal", Friedberger Anlage. Gäste und Damen willkommen. Beshamidrasch, Oftendstratze 18. Freitag abend nach Schul: „Ttt& msto"; Herr Rachelsohn. Samstag nachm., V»6-*/,7 Uhr, Sonntag früh 8—9 Uhr, Dienstag und Donnerstag abend, 9—10 Uhr: „Gemoro-Schiur" vvp km - Herr Rechtsanwalt Dr. I. Breuer. Samstag abend, Uhr, Hadra auf „MessilaK Jeschorim": Herr H. Halpern. Alltäglich \ Stunde vor Nacht: „Dinim"; Herr Rosenzwetg. üW Ostendstrasie 18. Täglich nachm. 61/*—71f2 Uhr, cmcfc Kirn - SamStag nachm. 4—5 Uhr: Herr Rabbiner S. Weber. 0 HeSetzetterr. mtr "n rotp. Freitag abenv 4.30. SamStag morgen 8.— Predigt. SamStag nachm. 4.—. SamStag abend 5.45. Wochengottesdienst: Morgens 6.30. Nachmittags 4.30. Familiennachrichten. Barmizwohfeier. Paul, Sohn des Herrn Sally Steindecker, Vaumweg 33, Synagoge Hermesweg. bür den Inseratenteil ist die Redaktion nicht verantwortlich; insbesondere ist es ausschliesslich Sache der Leser, die Im Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angaben religionsgesetzlichen Charakters auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen« 500 M. Belohnung! erhält derjenige, der mir zur Erlangung iniien tm mit Silber-Borte verhelft. Evtl. Käufer -wird Kaufbetrag zurückvergütet. 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