Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 61 (1920)
- Issue
- Heft 43 (28.10.1920)
- Date
- 1920-10-28
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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28 Oktober 1920 D-r ZKr»»HtL Vermischtes Frankfurt a. M., 24. Ott. „ Kalender für das Jahr 5681/'. Der rührige Schweizerische Kriegswaisenfonds der Agudas Jisroel hat wiederum einen schmucken Abreißkalender herausgegeben, der hoffentlich weite Verbreitung in den jüdischen Häusern findet und Raum und Zeit mit dem Geiste echtjüdischen Gemiluß Cheffeed weiht. Er schmückt die Wand und bringt mit seinen zwischen die Wochenblätter eingeschobenen Zahlkarten immer wieder sanfte Mahnung tan Las nx nrsji mm Kamiliennachrichten. Barmizwoh eier. Max, Solm des Herrn Leopold Haas, Karlsruhe (Baden). — Emanuel, Söhn des Herrn Max Nardmann und Frau Justine geb. Levy, Straßburg (Elsaß). Verlobte. Rebekka Neuburger mit Heinrich Wildniann, Philippsburg (Baden). — Frieda Mayer, Cmmstadt (Hessen) mit Adolf Lismann, Birkenau (Hessen). Frankfurter Kerichtr. Almosenkasten. Der Almo senk asten der Israelitischen Gemeinde versendet seinen Jahresbericht, der zu Anfang über die gesteigerte Inanspruchnahme seiner Hilfe besonders aus der Mittelschicht berichtet. Der Almosenkasten habe es immer versucht, in diskretester Weise diesen verschämten Armen zu Hilfe zu kommen. Die Einnahmen und Ausgaben balanzieren mit 317362 Mk. In der Sammelvormundschaft des Almosenkastens befanden sich im letzren Jahre 260 Kinder. ' Zu den erforderlichen Kosten von 81520 Mk. trugen ungefähr zu gleichen Teilen bei, der Almosenkasten, der Israelitische Hilfsverein und das Jugendamt. Kleinere Beiträge lieferten diverse Stiftungen, ebenso die österreich-ungarischen, polnischen und tschechoslowakischen Konsulate. Der Bericht schließt mit einem Appell an alle Edelge'innien Frankfurts, den Almosenkasten mit ihren erhöhten Beiträgen und reichen Gaben zu bedenken. Gelder sind auf Postscheck 5331 einzuzahlen. a Ser Ausschuß der Israelitischen Gemeinde. Der Ausschuß der Israelitischen Gemeinde hielt am t 4. Oktober eine Sitzung ab. Hauptpunkt der Tagesordnung war die neue Jriedhofsanlage, die, wie aus dem Berichte des Architekt Schragenheim zu entnehmen ist, an der Friedderger Warte und Hamburger Landstraße gelegen ist und einen Flächenraum von ca. 9 Hektar hat. Die Gesamtkosten find auf rund 2 Mill. Mark berechnet. Zu einem Entschluß über diese Frage ist es in dieser Sitzung noch nicht gekommen. Es wird ferner bekam'tgegeben, daß die Rechnung des Krankenhauses mit einem von. der Gemeinde zu deckendem Defizit von 856 000 Mark abschiießt, Ein Kredit von 70 000 Mk. für Gehaltsvorschüsse an das Lehrpersonal des Philanthrop in wird ohne Debatte genehmigt. Dagegen ruft eine lebhafte Debatte der Antrag des Vorstandes hervor, betreffs des Zuschusses von 38 000 Mk. an das Heineckannsche Lyceum für das letzte Halbjahr und zwar wegen des Zusatzes, daß eine weitere Subventionierung' nicht erfolgen solle. Gegen diesen Zusatz sprechen die Herren Fritz Soudheimer, Dr. Geiger, Sanitätsrat Dr. Hanauer und M. Fromm. Ein Beschluß wird darüber noch nicht gefaßt. Der Vorsitzende teilt noch zum Schlaffe mit, daß der Gemeindesteuersatz mit 2°/0 bei einem Einkommen von mehr als 100000 Mk. seinen Höchsatz erreicht.; Israelitische Gemeinde. Die auf Grund der neuen Satzungen zu bildende Gemeinde-Vertretung, die aus 27 Mitgliedern besteht soll, wie der Gemeinde-Vorstand bekannt gibt, nunmehr zum ersten Mal am Donnerstag, den 9. Dezember d. Js. gewählt werden. Damit wird die Israelitische Gemeinde in Frankfurt a. M. endlich eine wirkliche Vertretung erhalten, die demokratischen Grundsätzen entspricht. Nach der neuen Gemeinde-Verfassung wählt die Gemeinde - Vertretung alsdann einen Vorstand voy 15 Mitgliedern. Die Gemeinde-Vertretung wird nach den Grundsätzen der Verhältniswahl gewähltfür den Vorstand ist bestimmt, daß die „Hauptrichtungen" der Gemeinde darin vertreten sein sollen. Die Gemeinde- Verfassung sieht weiter neben der bisher schon bestehenden Ritual-Kommission eine liberale Kultus-Kommission vor, deren Mitglieder von der Gemeinde-Vertretung aus der Zahl der Besucher der Reform-Synagogen gewählt werden. Dagegen erfolgt öle Ergänzung der Ritual-Kommission in der Weise, daß die Ritual-Kommission selbst dem Gemeinde-Vorstand 3 Gemeinde-Mitglieder vorschlägt, von denen eines alsdann durch Gemeinde-Beschluß zu : wählen ist. Das gleiche Verfahren' ist bei der Anstellung desjenigen Rabbiners vorgesehen, der mit der Beaufsichtigung der rituellen Anstalten betraut ist. Bei der Anstellung der übrigen konservativen Rabbiner ist die Ritual-Kommission gutachtlich zu hören. Ihre Zustimmung ist bei der Anstellung der Schochtim -rc erforderlich. Die Abänderung der Bestimmungen über die Ritual-Kommission darf nur durch einen mit einer Mehrheit von 4/5 gefaßten übereinstimmenden Beschluß des Vorstandes und der Gemeinde-Vertretung erfolgen. Aersammtnrrg des Zentralvereins. Eine öffentliche Versammlung des Zentralvereins deutscher Staatsbürge-- jüdischen Glaubens der Ortsgruppe Frankfurt a. M. fagd am Montag avend im großen Börsensaal bei überfülltem Hause statt. Das Hauptreferat hielt .Herr Rabbiner Dr. Jacob, Dortmund, über „Die Juden im neuen Deutschland", in dem er alle Anwürfe der Antisemiten »reffend zurückwies und den positiven Anteil an der Aufbauarbeit des neuen Staates mit Zahlen und Daten belegte. In der Diskussion kamen mehrere Redner, zumeist Nichljuden, zu Wort, die sich im Ganzen mit den Ausführungen des Redners einverstanden erklärten. Hesekkichast für jüdische Volksbildung. Nachdem im vorigen Winter die Errichtung einer jüoischen Volkshochschule an dem berechtigten Widerstand fast sämtlicher gesetzestreuer Körperschafien in Franlfnrt gescheitert »var, ist das Unternehmen nunmehr ln selbständiger Form von der oben genannten Gesellschaft unter dem Namen: „Freies jüdisches Lehrhaus" geschaffen werden. Das uns vorliegende Programm zeigt, wie selbstoerßändlich, die vollkommen gleichmäßige Anerkennung aller religiösen Anschauungen und sichert demjenigen, dessen jüdisches Gewissen sich mit dieser Voraussetzung abgesunden hat, eine Fülle von Anregungen. Leiter des Unternehmens ist Herr Dr. Franz Roscnzwetg. DielSlZttm-Aeier des7v"L?-Wereius. "<_ Das Programm zur Li'v-Feier der -D"B> man am 31. Oktober ist znsammengestellt und enthält eine Fülle von Numrnern, die echte jüdische Unterhaltung versprechen. In drei Hauptteilen werden so viel geistige und kulinarische Genüße verheißen, daß es kein Thorafreund versäumen sollte, dabei zu sein. Karten sind bei „Sänger u. Friedberg" und B. Rachelsohn, Zeil, zu haben. Melochiw-Worträge. Die Notiz in der jüngsten Nummer, die vom Wiederbeginn der Melochim-Borträge in der A. I.- Jugendgruppe berichtete, mutz dahin berichtigt werden, daß diese Vorträge des Herrn Professor Weyl nicht in der Aguda, sondern im Mekor Chajim, Langestraße 18 allsabbatlich 12 Uhr stattfinden. Jüdische Iranern» ereimgnng K. W. Das Programm für das Wintersemester der Jüdischen Frauenvereinigung beginnt Sonntag, 31. Oktober, mit dem ersten Bortrage des Herrn Dr. Joseph Breuer, „Propehelenwort und Gesetzeslehre", Thema: Was haben unsere Frauen für Erez Jisroel zu leisten? Dienstag, 9. November soll eine gesellige Zusammenkunft die Mitglieder mit ernsten und heiteren Darbietungen vereinigen. Die Vorträge des Herrn Dr. Breuer finden 14 tägig, die-.Zusammenkünfte monatlich statt. Näheres über Elnzelvorträge und sonstige Veranstaltungen wird in der Preffe bekannt gegeben werden. Vereinskalender. Verein Me(or Chajim. Freitag abend, nach Schluß der Synagoge: „Mikro") Herr Joseph Schnerb. Samstag vorm., nach Schluß der Synagoge: „Dknim"; Herr Rektor B. Falk. —Mittags 12 Uhr: „Melochim") Herr Prof. Weyl. — Nachm. 33/4 Uhr: „En Jakauf"; Herr Redakteur Schachnowitz. Sonntag morgen: Jahrzeitsstiftungslernen- Erich Hofmann-Stiftung. Sonntag vorm. 93/4 Uhr und Dienstag abend 7 Uhr: „Gemoro"- Herr R. A. Posen. Sonntag nachm. 6 Uhr: „apy’py"; Herr Redakteur Schachnowitz. Montag und Mittwoch abend 7 Uhr: „Gemoro" - Herr Dr. Jos. Breuer. Donnerstag morgen: Jahrzeitsstiftungslernen - Dr. Marcus L irsch-Stiftung. Donnerstag abend 7 Uhr: „Mischna"- Herr Rektor Falk. Allabendlich 83/4 Uhr: „Gemoro" - Herr H. H a l p e r n. Jeden Morgen Mischnalernen. Agudas Jisroel-Jugeudgruppe. Sonntag vorm. 8 Uhr: „Chumtfch mit RaHi"- Herr Leopold Oppenheimer. — Nachm. 2 Uhr: „D'^nn"- Herr Hermann Frankenthal. - — N achm. 3 Uhr, -,Semlrorh" - Herr M. G o l d e. Damen und Herren. — Abends 8 Uhr: „JüdischeGeschichte"- Herr Red.Schachnowitz. Montag abend 8 Uhr: „Dintm"- Herr Oberlehrer Munk. — 9 Uhr: „Gemoro"- Herr Zahnarzt Ehrmann. Kriegswaisen- Atr. 43 Sette 7 DienStag abend 8 Uhr: „Tefilloh"- Herr Oberlehrer Kaufmann. — 9 Uhr: „Gemoro" - Herr Dr. Hosmann. Mittwoch abend 8Uhr: „Gemoro"- Herr Zahnarzt , Ehrmann. — V*9 Uhr: „Mevtim" - Herr Lehret Unna. Damen und Herren. — 8'/, Uhr: Turnen. Donnerstag 8x/4 Uhr: Vortrag im Volksblldungsheim über „Die deutsche Orthodoxie im Wandel der Zeiten" - Herr Zahnarzt E h rm a n n. Damen und Herren. Freitag abend nach Schul: „Gemoro"- Herr Leop. Oppenheimer, — 8 Uhr: Gemütliches Beisammensein. Samstag vorm., */210 Uhr: „Gemoro"- Herr Dr. I. Posen. — 1l3/4 Ubr: „Mischna": Herr Lehrer A. Hirschberg. — 3lf4 Uhr: „Gemoro"- Herr Dr. Hofmann. Agudas Jisroel-Mädchengruppe. Sonntag abend 8 Uhr: „Geschichte"- Herr Red. Schachnowitz -9Uhr: „HebräischeSprache"- Herr Lehrer Je len. Montag abend« 8 X/2 Uhr: „Dinim"- Herr Red. Schachnowitz. DieBstag 8 Uhr: „2VK"; Herr Zahnarzt <Lhrm ann. Mittwoch abend 8>/4 Uhr: „Chumtsch" für Anfängerinnen- Frl. Edith Joel. Donnerstag abend 7 Uhr: Turnen. Donnerstag, 8% Uhr: „2i:n" - Herr Zahnarzt E h r m a n n. Freitag abend nach Schul: „Vortrag"- Herr Redakteur Schachnowttz. Samstag, 11 Uhr: „Lektüre", Frl. Ehrentreu. — 4 Uhr: „Tbauro" - Herr Lehrer H trschberg. — Abends 8 Uhr: „Heimabend". Verein amrD mxDfi, Langeftratze 38. Sonntag abend 7% Uhr: „Die Periode des babylonischen Exils", an Hand der Quellen deS Herr Dr, B. May. Bcshamidrasch, Ostend straffe 18. Freitag abend nach Schul: „rati> ritten"; Herr Rachel so hu. SamSiag nachm., x/*6 — V*7 Uhr, Sonntag früh 8-9 Uhr, Dienstag und Donnerstag abend, 9—10 Uhr: „Gemoro-Schiur" rwp *02; Herr Rechtsanwalt'Dr. I. Breuer. Samstag abend, Vs Stunde vor Nacht: Herr H. Halpern. Alltäglich V, Stunde vor Nacht: „Dinim"- Herr Rosenzwetg. DU? JTDFT/ Oftend ft ratze 18. Täglich nachm. 6l/a—7% Uhr, O’ncs tnoa; SamStag nachm. 4—5 Uhr: Herr Rabbiner S. Weber. Hevetzeite«. am row. Freitag abend 4.40. Samstag morgen 8.—. Samstag nachm. 4.—. Samstag abend 5.55. Wo chengotteS dienst: Morgens 6.30. Nachmittags 4.30. Montag und Donnerstag morgens 6.15. Familiennachnchten. Barmizwohfeier. Artur, Sohn des Hern Isaak Glaßner, Ostendstraße 22, Synagoge Friedberger Anlage. — Saio, Solm des Herrn Max Heilbronn, Hanauerlandstr. 89, Synagoge Friedberger Anlage. — Ernst, Sohn des Herrn Dr. Leop. Nebenzahl, Bäckerweg 3, Synagoge Börneplatz. GroB-Frankfurt am EschenheimerTurm Spezialitäten- Theaiei* Zillertal und Bierkabarett Kassenöffnung 61/* Uhr, Anfang 7% Uhr abends W e inklause 'Eingang nun StiftstraBe 32