Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 61 (1920)
- Issue
- Heft 37 (16.9.1920)
- Date
- 1920-09-16
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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?■' I ii; . I ü- - »Si - 5; ■ jli ’■ Sette 6 Nr. 87 Vermischtes. Berlin» 10. Sept. Der Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina erstattet seinen Bericht über seine Tätigkeit. Durch den Besuch von Frau Hoofien aus Jaffa in Berlin war man in der Lage, einen besseren Einblick in die Verhältnisse Palästinas während des Krieges zu gewinnen. Die Schilderungen, die sie gab, waren lies deprimierend und haben..wieder einmal gezeigt wie nötig Frauen- Hilfe dort ist. So hat Frau Hoofien z. B. eine Wasch« anstatt ins Leben gerufen, die, da sie sowohl vom Militär als auch von Zivilisten in Anspruch genommen wird, einer groben Anzahl Frauen und Mädchen Beschäftigung gibt und sich vollständig selber erhallen konnte. Frau Hoofien hat nuck Flickarbeit für baS Militär übernommen, die die Mädchen ausführten. Spitzen wurden ebenfalls weiter genäht. Da das hier gesammelte Geld in Palästina momentan nur geringen Wert hat, verwendet der Verband in der letzten Zeit einen Teil der Einnahmen auch dazu, junge Mädchen hierzulande für Palästina aukbllden zu lassen, allerdings braucht er auch dazu reichliche Mittel. Breslau, 3. September. Der Ehrensriedhof der jüdischen Gemeinde in Cosel wurde am Sonntag mittag in Gegenwart einer Anzahl geladener Gäste eingeweiht. Die EhrenfeldanlNge befindet sich am Eingänge des Friedhofes. Der Hauptpunkt des EhrenfeldeS ist ein mit steinerner Kuppel gedeckter Rundtempel. AlS Material wurde schlesischer Sandstein verwendet. Die Ehrentafeln an diesem Denkmat weisen 432 Namen auf, die a!S Opfer des Weltkrieges fielen. Die Kriegergräber selbst sind von grünen Taxushecken umgeben. Die Grabhügel sind mit einfachen gleichartigen Blumenschmuck versehen,' das ganze Ehrenseld umglebt eine Jeldstetnmauer mit Felsenpflanzen geschmückt. Die außerordentlich stimmungsvolle Anlage, die keinen Eindruck von Massengräbern aufkommen läßt, wurde durch die Firma Kellner ausgeführt, der als gärtnerischer Berater Gartenbaudirektor Dannenberg zur Seite stand. Regterungsbaumeister a. D. R. und P. Ehrlich der den Entwurf und die Ausführung der Anlagen leitete, übergab in einer kurzen Ansprache das Denkmal der Synagogengemeinde. Nach Ansprachen des Vorsitzenden 'der Synagogengemeinde, LandgertchtSrat Goldseid, der Rabbiner Dr. Vogelstein und Dr. Simonsohn und einigen Gesängen des Chors der Neuen Synagoge, war die schlichte Feier beendet. Kattowiff, 8. Sept. Bei der Wahl zum Vorstand der hiesigen Synagogengemeinde, die am 29. Juni unter dem Vorsitz des Bürgermelst-rS stattfand, wurden die Herren Max Goldstein, Bruno Altmonn, I. Schindler, D. Groß und H. Kleemann wiedergewählt. Neu gewählt wurden der bisherige Repräsentant, Herr Studkenrat Dr. Unna (kons.) und Herr Zahnarzt Reichmann (Nb.). Sprechsaal. Geldheirat. Der Artikel des Herrn G. H. im Sprechsaal der No. 29 regt zur Aussprache an, ja ladet ausdrücklich zu einer solchen ein. Es werden hierbei in Betracht gezogen: Die Zunahme der HetratSinserate, die Höhe der beanspruchten Mitgift, Beziehung zum konservativem Judentum und Armut, Kolgezustände hieraus inbezug auf Ehe. Es ist vor allem sehr zweifelhaft, ob unsere nur wöchentlich erscheinenden jüdischen Zeitungen relativ mehr HetratSinserate enthalten als andere politischen Zeitungen, die noch ebenfalls hiervon wimmeln, als natürliche Folge des beendeten Krieges. Eine besondere Der Israeli auffallende^Taisache wäre hiermit'im allgemeinen noch nicht gegeben, ganz abgesehen davon, daß die konservative Erziehung an sehr vielen Plätzen eine Freundschaft zwischen der Heranwachsenden Jugend beider Geschlechter nicht aufkommen läßt und daher eine Anbahnung zur Ehe auf J>etn heute nicht mehr ungewöhnlichen Wege erfolgt. Bei der tadelnden Kritik der Ansprüche der Kandidaten (der ich im allgemeinen zustimme) hat Herr G. H. die Hauvtsache übersehen und dies ist wohl die Kehrseite der Medaille, nämlich die Ansprüche unserer junge« Damen nach erfolgter Heirat. Glaubt Herr G. H., daß ein Mädchen, welches ohne größere materielle Mittel heirate^, einerlei ob konservativ oder neolog, (dis religiöse Richtung sfficlt m. E. keine Rolle) weniger Ansprüche an das „Leben" stellen würde, als. ihre finanziell besser gestellte Freundin? Wieviele Mädchen ergossen von einer Verheiratung nicht eine Versorgung, d. h. eine Sicherstelluug der Lebenshaltung? Wieviele Mädchen haben eine Erziehung genossen, die sie befähigt, ihrem Manne auch im geschäftlichen Leben zur «rite zu stehen? Wieviele Mädchen widmen sich Berufen, die sie in Stand setzen, unabhängig (soweit man non menschlichem Standpunkte aus sag?n kann) ihr Leben zu gestalten, oder auch ihrerseits zur Bestreitung des Haushalts beantragen? Wo sind in orthodoxen Kreisen die zu beruflich tätiger Arbeit erzogenen Mädchen, zu einem Beruf, der den jungen Mädchen auch Aussicht auf eine spätere Selbständigkeit eröffnet, falls sie sich nicht verheiraten können? Die nichijüdische Frauenwelt hat ihre Augen nicht verschlosien und die Konsequenz gezogen. Kann Herr G. H. in den Kreisen, für die er eine Lanze bricht, Berufe Nachweisen wie z. B. Inhaberinnen von Damenfrisierfalons, Friseusen, Schneiderinnen, Modistinnen, Hebammen. Inhaberinnen von Waschanstalten, Büglereien, Flickanstaltcn, Uhrmacherinnen, Zahnärztinnen usw.? Der Frage, ob das „nicht reiche" Mädcken eine bessere Gattin inbezug auf Sparsamkeit, Tüchtigkeit und Restgiösitat wird, fühle ich mich als Noch-Junggeselle nicht berechtigt näher zu treten, und überlasse die Aussprache hierüber Berufeneren. Eine Besserung der kritisierten Verhältnisse halte ich nur möglich auf Grund einer der Zeit Rechnung tragenden Erziehung und entsprechenden Berufstätigkeit der jungen Damen, wodurch es auch dem „nicht reichen" < finanziell gedacht) jungen Manne möglich ist, eine Heirat einzugeben mit einer Frau, die im schweren Kampfe ums tägliche Brot ihm die Gründung einer Familie möglich macht. Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. SamStag vorm. 12 Uhv: „Melochim"; Herr Prof. Weyl. — 'Nackm. 4‘/4 Uhr, Langestr. 18: „Mikro"- Herr Oberlehrer Jos. Kaufmann. Sonntag morgen, 6'/« Uhr und Dienstag vor nmo. im Vereinstokale: „Gemoro"; Herr St. A. Bosen. — Abends 6l/a Uhr: „Pijutim^- Herr Dr. Jos. Breuer. Dienstag: JahrzeitsstiftungSlernen,Isaak Rothschild- Stiftung. Donnerstag: JahrzeitsstiftungSlernen, Moses Auman-Sriftung. Jeden Morgen nach Schluß der Synagoge „Mischnalernen". Ngudas Jisroel-Jngeuvgruppe. Sonntag vorm. 8 Uhr: „Chumisch mit Raschi"; Herr Leopold Oppenheimer. SamStag vorm., %10 Uhr: „Gemoro"- Herr Dr. I. Posen. — ll3li Uhr.! „Mischna"; Herr Lehrer A. Hirschberg. 18 September 1930 Agudas Jisroel-Mädcherrgruppe. Sonntag abend, 8% Uhr: „Hebräische Sprache^ Herr Lehrer Je len. Donnerstag, 8% Uhr: 211.1 - Herr Zahnarzt Ehr mann. SamStag, nach Schluß der Synirgoge: „Sidravortrag". — 11 Uhr: „Lektüre", Frl. Ehrentrerk — 4 Uhr: „Thaurö"; Herr Lehrer Htrschberg» — 6 Uhr nachm.: „Tesilloh"; Herr Dr. Hofmann. Bcsharni-rafch, Osten-straffe 18 Samstag nachm. 5 Uhr: Bortrag. Sam Stag nachm., */,6-*/,7 Uhr, Sonntag früh 8—9 Uhr, Dienstag und Donnerstag abend, 9—10 Uhr: „Gemoro-Schiur" Röp *03; Herr Rechtsanwalt Dr. I. Breuer. Samstagabend, */> Stunde vor Nacht: Herr H. Halpern. Alltäglich % Stunde vor Nachtt Dtntm,' Herr Rofenzweig. VV KTfi, Osten-straffe 18. Täglich nachm. 0-7 Uhr, wnvs nivr; SamStag nachm. 4—5 Uhr: Herr Rabbiners S. Weber. Heöetzette«. yv) row. Freitag abend 6.05. Samstag morgen 8.—. Predigt SamStag nachm. 4.30. Samstag abend 7.20. 11L2 DV Dienstag abend 6.20. Mittwoch morgen 5.55. Mittwoch abend 7.02. Wochen gottesdienst; Sonntag n. Montag morgen 5.15, Nachm. 6.— Dienstag morgen 4.30. Donnerstag u. Freitag morgen 6.16. Öröös-Sruüflfiiri am Eschenheimer Turm. Snesißfifßtßa- Tttllktt. Ziüerthal und Nerkabarett. KasMttSHnuna 6 */, ilbr, Hnf. 77, Uhr abend*. Ne« eröffnet: Wein-Klause» SirrgavS u«r Sti fistratze SÄ. För den Inseratenteil ist die Redaktion nicht verantwortlich; insbesondere ist es ausschliesslich Sache der Leser, die Im Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angaben religionsgesetzlichen Charakters auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen« Mr eine junge^Dame, die das Seminar besucht, wird in einem feinen, streng rit. Hause schöner «Sbl. Zimmer mit stesris» gegen hohe Bezahlung möglichst bald gesucht. Off. unter R. St. 31466 an die Exped. des Blatt. Fürjung. Mann ausgutemHause ln Kleinstadt gesucht bei orthodoxem Lehrer, der zugleich für die Erziehung sorgt. 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