Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 61 (1920)
- Issue
- Heft 37 (16.9.1920)
- Date
- 1920-09-16
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Sette 4 No. 87 Der Israelit. 1«. September IW Kreise einer Gemeinschaft, die — wahrhaftig! heut mehr als je davon entfernt ist, nur Po litifche oder soziale Aktion führen zu wollen deren „Religion" heut vielleicht noch erst ein -rodelnder Kessel ist, aber ganz gewiß nicht matt Virn D'fcttT rvö^ta ns?,v wenn Mtsrachi existieren muß!? Und wolltet Ihr, mit der Linken und min als Gipfel- und Mittelpunkt des wahrhaftigen Zionismus bezeugend, mit der Rechten, die Ihr ihnen so reicht, /n und min als in solchen Zionismus — neutral erklären? —? . . . '22^1 *112? Ihr fürchtet nicht, durch solche Doppelgeste eine durch abgrundtiefe Not und himmelhohe Hoffnung berauschte. Jugend auf Irrwege zu führen? Ist es nicht wett entsetzlicher, als daß e i n gemeinsamer Waad hachtnuch (und der will doch die Nationalinstanz des jüdischen Volkes für jüdische Geisteskultur sein!!) Thauro und Nicht-Lhauro, mm und nT22 liebevoll umschließt, ist es nicht weit entsetzlicher, ja himmelschreiend, daß man diesen QVN gar nicht zu empfinden scheint? Wer ist schuld, wenn die so „von der Orthodoxie" als voll- und gleichwertig Erklärten sich auch ohne und gegen die mm als „gute Juden" stolz fühlen und im Netz ihrer schnellen und billigen Methode des Jude-Seins tausende und abertausende unglückliche Opfer fangen? Denkt an den smn der mm im Osten! Und nun, was zaudert Ihr? Wir Wissens wohl, fruchtloser Erfolglosigkeit unsere» bisherigen Seins und WollenS klagt Ihr uns an. Wohl hättet Ihr Recht: Daß Agudas Jisroel noch heute nicht Jisroels Agudoh ist, wie mans erhoffte, möchte man nicht leicht mit dem Einwuxf entschuldigen, Millionenmenschensammlung bedürfe weltgeschichtlichen Reifens in geduldigem Harren,' denn sind nicht schon jetzt, waren nicht weit mehr noch vor Jahren jcne Millionen durch die gleiche fürchtende Gottesltebe — Brüder? Jedoch, wahr ist: Daß diese überweltliche Verkettung in wesensfremde Organtsationsformen unjüdischen völker-polttischen Lebens gezwängt werden sollte. .Es sollte durch unselige Provozierung eines verirrt-modernen Geu-loWahnes jene mehr als das ganze Erdenleben umfassende fürchtende Gottesliebe sich fast in unnatürlicher Entsagung auf eine ihrer 613 Ltebesflammen (in deren aller Heller Glut doch ihr. Leben ist und wird!) beschränken. Das hat das alte, heilige Land, das unsere Millionen innig umschlang, verzerrt, verbogen, halb zerrissen. So kam es, daß tnun. mJK nicht ist, hier zehntausende, die, da sie Jim* mj» so wenig sehen und nur erst ahnen können, am Ganzen zweifelnd abseits stehen/ deren Schuld oder Unschuld, Recht oder Unrecht wird der Erfolg der Zukunft konstatieren,' dort, hingerissen von dem Gegenwarts- Phantom zehntausende von Thauroörüdern in zwangläufiger Verbindung mit dem Kult moderner Judentvmsoffenbarung. „So ist es! Um des Himmelswillen! so wollet doch gerecht sein! Ist es unser Verbrechen, wenn unser junges und doch hoffnungsvolles Aufblühen vom Kriege erwürgt ward? Und hat nicht dennoch der kümmerliche Stumps in stillem aber zähem, hartem Ringen seine Lebenskraft gerettet, ja,, mehr noch, in schwerster Zeit mit gebundenen Kräften222'Not lindernde Sprossen getrieben? Und nun, da die erst mit Kriegsende weichende Ungunst neuem SüftestromPlatz machte, da könnte, wer will, wohl sehen, wie üppig wucherndes Leben zu sprossen begann. Seid ehrlich: hat Euch denn ein Tag, ein Jahr, ein Jahrzehnt den Erfolg gebracht? hätte ihn selbst die Gegenwart oder nächste Zukunft gebracht ohne das wunderbare Geschehen, das wir erlebten? Und bedenkt noch eins: Wie groß dieser Erfolg sich zeigt, das ist nicht durch die Propaganda der Tat so sehr (— wir leugnen die Tat nicht —), sondern durch die Tat der Propaganda. Und daß diese wir vermeiden möchten, soll ein Recht geben, unser ehrliches. Wollen und Mühen ab zuleugnen? Ist denn mw'-Rettung und mm Belebung in pn wirklich nichts? auch Nichts für pK? Und was in aller Welt gäbe Euch ein Recht, zu bezweifeln, daß 21V, NVNP2 k-W' pK uns heilige niXtt ist? — Doch unserer Arbeit und ihrem Erfolg entzieht Ihr Eure Kraft! Wie Selbstentschuldigung will es erscheinen, wenn man den Hoffnungsausdruck von Euch hört: Durch Eurer Massen Wucht — wenn sie nur nach Erwartung wachsen — den Kreis der anderen zu majorisieren, durch Eurer föderierten Stimmen Einfluß ^2V' pK für zu retten. Nun freilich, heute, da vor dem Forum des Völkerbundes (noch ist er kaum!) dem Zionismus das Mandat.fürs jüdische Volk schon „sicher" überliefert ist — heut scheint es Euch der einzige Weg, im Rate des Zionismus, als Teil von seinem Ganzen majorisierend den Erfolg zu suchen — denn ohne Euch, würden sie ganz allein des Landes Herren werden — So hält Euch Euer Irrweg fest. Gefteht's Euch selbst: Wenn Ihr in jener Stunde, als sich das Machthorn der Siegergruppe hochragend auch über unserer und unseres Landes Zukunft zur Entscheidung erhob, mit geradem Sinn und Gottvertrauen aus Eurer illegitimen Verbindung Euch gelöst, mit jüdischer Treue zu denen gestanden hättet, mit denen Ihr doch Eures Lebens Speise und Trank und Odem gemeinsam vom Gottes-Tisch genießt, 21v N2 N2.2 "Tn*' DJ} dvik rDtt? D'M nöl — Gott weiß, warum nicht damals ein herzergreifend heiliges . Flehen Euch zu den Brüdern rief! — wo wäre es selbst der äußeren Einsicht nichtjüdischer Macht je eingefallen, diejenigen als des jüdischen Volkes berufene Vertreter anzuerkennen, unter welchen Ihr nicht mehr als — angebliche — Wortführer )er thoratreuen Majorität fungiert hättet? Wo jätte selbst die äußere Einsicht nichtjüdischer Macht je gezögert, der dann in Wahrheit geeinten Horatreuen, überwältigenden Mehrheit des Thauro-Volkes das natürlichste Vertrauen gern zu gewähren? Vorüber ist jene Stunde, ungenützt — verehlt — Doch nie und nimmer ist die Stunde zu neuer brüderlicher Seinsgestaltung vorbei! Brüder und Schwestern im Mtsrachi! So wahr es ist, daß unser Gott auch Eurer ist, und unsere mm Eure, und daß an ^1V' pK Euch heilig ist, was uns — so bitten wir Euch, hört Zions Schrei: kommt zu uns! Gleichgiltig welchen Namen — nur Eins das Volk der Thauro — und dann sagt selbst: wer, welche Macht auf Erden wollte sich erkühnen, der in unserer Geeintheit dastehenden Gesamtheit unseres Volkes unser heiliges Recht aus unser Land vorzuenthalten oder — weniger zu gewähren als Jenen? Unnatürlich ist unser Getrenntsein! Wie sollte nicht 2VN sein die Trennung zwischen Thauro-Brttdern?! In stillem Gram, wollt Jhrs nicht schauen, wenn in der widrigen Verbindung mit Jenen auch Eure Jugend leidet, um Eurer Jugend willen laßt uns Eins sein! Daß doch in Eurem jetzigen Verharren auch DWttfl d;k*p und D'TPw mit Euch wohl sind, oarf Euch Um Gottes Willen nicht zaudern machen! Bedenkt nur, was selbst ein R. Aktba und die Wersen seiner Zeit an Bar Kochba hatten erleben muffen ('«12 Y'n n"2Stt ‘*9 rns&nn ipd wm -dwo)! und ist Hillel und Schammajs Beispiel (2"ö 211P2? m) Euch zu gering? Darum, laßt uns die Hände reichen uns, niemals wir sie verlassend! —) allein für sich (— die werden, glaubtnur, sich hüten, „Förderation" zu sein in unserer Mitte! —) Hinschauen auf Jisroels grandiose Einheit und Thauro-Einzigkeit, seid mit uns des f1N^2 voll, daß solche ^iV'-Wahrhaftigkeit die Herzen derer von ihnen, die jüdische Sehnsucht noch empfinden, mit Macht ergreifen und erwecken wirdmehr ergreifen und erwecken, als ein Judentum, das sich ihnen, durch sich anbiedernde Intimität als so schwach und kraftlos und 1"N gottverlassen darstellt, als „nnjüdisch" besonders ihnen, die doch Jüdisches nur imponierend sehen wollen und verehren können. Und es sind ja (— wir Wissens, Ihr noch besser, und glaubt, ste schmerzen uns nicht, weniger als Euch! —) so viele unter ihnen jungglühende Gottsucher, die doch so gern in vollsten Zügen lebendige, wahrhafte Jüdischkett möchten schlürfen- und könnten sie finden, wenn wir zusammenströmten. Und tuts um unseres Volkes traurig bitteren Leides willen! Es liegt wohl alles Hei! in Gottes Handdoch zu jüdisch möglicher Hilfe an unserem Volke in flpIX.nbM/ flDWfl sind wir vereint tausendfach stärker als zerrissen! U n ser es Volkes Not schreit nach unserem Eins- Werden! Darum, 'il|2>ö2, schlagt die Hand nicht aus! Laßt uns Eins sein! Vielleicht erfüllts sich dann in unseren Tagen: taww jijntwi 'ro PWU IrwM (Schluß folg?.) Ävrreipimveazea und AaryrWen. DentschlOO MeM. Rehfor Prof. Dr. tioffmann unfl 9er „misrachi". IrarrLfmt a. M., 12. September. In dem hiesigen misrachistischen Blatte war behauptet worden, der Leiter des Berliner Rabbiner- Seminars habe den Anschluß an den „MtSrachi" als Mtzwa bezeichnet. Auf eine daraufhin von uns an Herrn Prof. Hoffman» gerichtete telegraphische Erkundigung über die Authentizität dieser Mitteilung empfangen wir folgenden Drahtbescheid: Berlin, 11. Sept. 8,40 Nachm. * Kann mich derartiger Erklärung nicht mehr entsinnen. Es scheint sich also um ein Mißverständnis zu handeln. In früherer Zeit hat Rektor Dr. Hoffmann jedenfalls in Ueberetnstimmung mit fast sämtlichen gesetzestreuen Rabbinen Deutschlands und des Ostens eine prinzipiell ablehnende Haltung eingenommen und nur erklärt, man müsse dle Mttrachtsterr D12! 122 p sein. Voten. Brief aus Polen. Soferr, 8. September. Durch die politischen Verhältnisse sind außerordentliche Veränderungen in den Synagogengemeinden unserer Provinz etngetreten. Die Wohlhabenden verlassen in Massen ihren Wohort und suchen Zuflucht in Deutschland, meist in Berlin. Die Zurückbleibenden sind nicht imstande, die Institutionen finanziell zu erhalten, und so werden die Kultusbeamten und Lehrer messt genötigt,- den, Wanderstab zu ergreifen. Ste ^. .v. müssen außerhalb des Landes Anstellung suchen Laßt diesen " N2'2VN lyxT enden! 82N D2iy I (die nicht leicht zu finden ist) und die pensionierist Eure Sehnsucht wie die unsere! laßt uns I ten Lehrer wochenja monatelang wartenehe gemeinsam zum pj? p streben! I Me Vorgesetzte Behörde ihre Ruhegehälter geregelt Und tut es um derenwillen, die dann (—sie I hat. Dadurch befinden sich die Lehrerpensionäre