Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 61 (1920)
- Issue
- Heft 35 (2.9.1920)
- Date
- 1920-09-02
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Gepte«>är IW» , ' - - - .... . "•P Oberrabbiner Mcber erklärt ferner, daß Ke NaLbinerversammlung es als selbstverständliche Wicht der Agudoh betrachte, genau in demselben Sinn, wie Lies mit den Vertretern der Tschechoslowakei vereinbart worden ist, auch an allen anderen Orten die Autorität'des orthodoxen Ortsrabbiners zu wahren und mit ihm in engster Fühlung zu stehen. Der gleiche Gegenstand wurde am Freitag früh nochmals in eingehender , Debatte behandelt und damit beschlossen, daß eine Resolution des Oberrabbiners Kahnmann -Poniwesch und Oberrabbiners Bloch-Telschi zur Annahme gelangt, lautend: „Die Versammlung bringt durch Akklamation feierlich zum Ausdrucks daß die geistige Leitung der Agudäs Iisroel in den Händen der Gebauter Hadaur wechachmei häthauro liegt." Die N achm i tt ags si tzu ng war in ihrem weiteren Verlauf dem durch den Vorsitzenden der Finanzkommission Leo Wreschner-Frankfurt, erstatteten Bericht über den Voranschlag für 1920/21 gewidmet, die anschließende Diskussion beschäftigte sich mit einer Reihe von Einzelfragen, Insbesondere über die geeigneten Wege zur Geldbeschaffung. Die Sitzung schloß mit einer Erklärung des Vorsitzenden des Züricher Büros, Or. Lew enstein, daß trotz der bestehenden, ln dem Mangel an Arbeitskräften begründeten Schwierigkeiten, die Züricher Herren bereit sind, die Geschäfte solange zu.führen, bis das Londoner Büro arbeitsfähig ist. Es wird dabei vorausgesetzt, daß die vorbereitenden Maßnahmen für die Uebersiedelung in den nächsten zwei j Monaten getroffen werden. Auf Antrag der Telez gierten Cohen und Schereschewski wurHe j beschlossen, der Organisationszentrase Men ein \ Jugendamt anzugliedern, dessen Aufgabe die Zusammenfassung und Erweiterung der in den j einzelnen Ländern bestehenden Jngendorgam- ] sationen sein soll. j In der Abendsitzung erstattete Zahn- | arzt Ehrmann das Pakästinareferat/ ] das die für die Palästina arbeit' der Orthodoxie j in Betracht kommenden politischen, relij giö s en, o r g a nisatorischen und sin an- I zielten Gesichtspunkte eingehend erörtert. Orj ganisatorisch ist die nächste Aufgabe die Zusam- \ menfassung der in den einzelnen Ländern bereits , bestehenden Palästinazentralen zu einer Einheit. Unter Oberleitung des Londoner Büros sollen zunächst die im Osten bestehenden Zentralen in Wi e n konzentriert werden. Das in Zürich eingeleitete und durch Valutaschwierigkeiten gehemmte Bankpro. jekt hofft man nunmehr von London aus rasch realisieren zu können. Auf k ul t u r e l le m Gebiet ist der Ausbau des orthoboxen Palastina-Schülvereins „ Iaivne h " eine der wichtigsten Aufgaben der künftigen Leitung. Besondere Maßnahmen erfordert die gegenwärtige Lage in Jerusalem, wo die gesetzestreuen Elemente der moralischen und materiellen Hilfen keistung von außen in ihrem schweren Kampfe, mit den radikalen Gegnern des überlieferten Inj dentums bedürfen. Besonderes Interesse findet die Anregung des Herrn Hornstein-Kiew jüdische Waisenkinder aus der Ukraine nach Erez Iisroel zu bringen und dort zu erziehen; die Mittet für dieses Projekt stehen / bereits teilweise zur Verfügung. In vorgerückter Nachtstunde mußte die i Palästina-Debatte kurz nach Beginn abgebrochen und auf den folgenden Tag verschoben i werden. In der Freitagsitzung, Hie gleich mit einer Beschränkung der Redezeit auf 6 Minuten begann, erstattete zunächst der Delegierte Chaikin aus London, der von mehr monatlichem Aufenthalt in Erez Iisroel zurückkameingehenden Bericht über die dortige Lage. Eine Reihe praktischer Anregungen für die Erez Jisroel^Arbeit kam aus den Kreisen Ser Jugend. Bezeichnenderweise legte man dabei das Hauptgewichts zumal großzügige wirtschaftliche Arbeit für den Moment den allergrößten Schwierigkeiten begegne, auf dis religiös» Seite und; J»*aew. Mt* » verlangt die Gründung einer auf breitester Grund- , läge äufgeb auten Zentral-Jefch i wo in Je - rufalem. Mit glühender Begeisterung trat der Poniwefcher Raw> Rabbiner K a h n m a n n, für die Hebung des Thorastuöiums im heiligen Lande, dann aber vor allem für die Ansiedluug ganzer Familien aus treugesinnten bürger- ' Uch. Mischen Kreisen in Erez-Iisroel ein. Wichtig sei vor allem die Einrichtung gutgeleiteter Informationsbüros in Europa und Jerusalem. , . Beschlossen wurde im Laufe der Debatte die Absendung von Telegrammen an 8en Oberkommissar von Palästina, Sir Herbert Samuel und an die englische Regierung, worin der . Dank und die Wünsche der Orthodoxie zum Ausdruck gebracht werden. Nach einem Schlußwort des Referenten wurden die Anträge der Kommission angenommen. Die VervffentlichuM des Wortlautes bleibt Vorbehalten.! Bon Beifall begrüßt, erhob sich alsdann der Vertreter der tschechoslowakischen Regierung, um der Versammlung die Grüße des Ministeriums zu überbringen und die jüdische Gemeinschaft sowie die Orthodoxie insbesondere des Wohlwollens der leitenden Kreise zu versichern. Nach Dankesworten des Vorsitzenden gelangte unter der bereits einsetzenden Unruhe der bevorstehenden Abreise vieler Delegierten noch eine Reihe von Resolutionen und Anträgen zu verschiedenen Gegenständen' der Tagesordnung zur Annahme. Darunter eine Entschließung, welche die Augud'oh verpflichtet, mit ihrer Erez Iisroel-Tätigkeit, die Rechte der bestehenven alten Palästina-Organisationen, insbesondere die Rabbi Mieir bat Haneß-Sammlungen zu respektieren. Ferner wird die Errichtung eines der Beschaffung materieller Mittel für den China ch gewidmeten Ressorts beschlossen, das jedoch auf diese Aufgabe beschränkt sein soll und in die Autonomie der Länder nicht eingre'ifen darf. » Endlich wird die Leitung beauftragt, die Frage des Weltkongresses, die für die Orthodoxie ernste Probleme in sich birgt, gründlich zu erwägen und sämtlichen Instanzen der Agudoy zur Prüfung vorzutegen. Die endgültige Entscheidung soll dem Zentralrat in Verbindung mit dem Rabbinerrat zustehen. Den Schluß der Tagung bildet der Bericht Di*. Nathan Birnbaums über die Sitzungen der Wirtschafts-Kommission. Nach den^ überaus temperamentvollen Ausfiihrungen des Referenten gelangten seine Vorschläge m folgender Form zur Annahme: A. 1 Die Konferenz beschließt die Errichtung eines zentralen Emigrationsarntes zur Prüfung des Tatsachenmaterials, der Ergebnisse der veranläßten Studien, ins-, besondere zur Prüfung 8er Einwanderungs- Möglichkeiten in die verschiedenere Länder, f. Zu diesem Zwecke werden die Landesorganifationen der Agudoh angewiesen, eine Tätigkeit zur Regulierung der Enrigratron aufzunehmen und zwar: a) Iw den A u s wanderungslärrderu durch Errichtung von Arbeitsstellen für statistische Aufnahmen und von Wmigrarlten-Fürso rgesteklen. d) In den Durch wanLerungstänveru durch Errichtung von Fürsorgesteklm an den Einbruchsstellen, im Binnenlanye und an den Aüstrittsstellen, die sich mit der Beherbergung, Beköstigung, Beratung, Beförderung und Beschützung der Durchwanderer mit besonderer Berücksichtigung der religiösen Bedürfnisse beschäftigen. e) In den Ein wanderungsländern durch Errichtung von Fürsorgestellen, die sich mit dem Empfange, der Weiterleitun'g, Arbeitsanweisung und Berufsberatung der Einwandernden unter besonderer Berücksichtigung des religiösen Momentes beschäftigen. Ä. Die Konferenz beschließt die Veranlassung?sm* zur Gründung einer Emigrationsbank, Li» sich vorläufig mit folgendem beschäftigt: t a) Ueberweisung von Geldern aus Len wanderungsländern, b) Besorgung von Schiffs- und Bahnkar* ten, c) Liquidierung Les zurückgelassenen Vermögens. B. Tie Konferenz beschließt die Errichtung eines Zentralamtes für rasche und für Aufbauhilfe.mit folgenden Aufgaben: .1. Ausbau und Förderung der bereits bestehenden Institutionen und Körperschaften. 2. Neuerrichtung von solchen Institutionen und Körperschaften nach Berichten und durch Vermittlung der Landcsorganisationen. 6. Tie beiden Zentralämter, welche von der Konferenz im Laufe ihrer Tagung bestimmt werden, sollen sofort mit ihrer Arbeit beginnen. Die Konferenz hält es für wünschenswert,- einerseits die gesamte Hilfs- und Aufbautätigkeit, andererseits die Emigrationsregulierung zu vereinheitlichen und überläßt es der Zentralleitung der Agudäs Iisroel, eventt. auf die Teilnahme der Agudäs Iisroel gerichtete Anträge von anderen Organisationen zu prüfen und, wenn sie die Gleichberechtigung der Orthodoxie verbürgen, anzunehmen, oder aber diese Einheit.selbständig auf anderem Wege herbeizuführen. In der Debatte kam lebhafte Unzufriedenheit darüber zum Ausdruck, daß die wirtschaftlichen Probleme nicht in einem früheren Stadium her .Verhandlung zum Gegenstand der Besprechung gebracht worden seien. Ts ist dies der Ueberlastuna der Konferenz mit Arbeitsstoff und ihrer I Zusammendrängung auf wenige Tage zuzuj'fchreiben. Nachdem noch eine ganze Reihe von Begrüßunastelegrammen verlesen worden waren, . wurde die Konferenz gegen 2 Uhr mit Dankes-! Worten an die tschechoslowakischen Gesinnungsgenossen, insbesondere an die Preßburger Gemeinde und an die Agudoh-Iugend, die sich! um das Gelingen 8er Veranstaltung! verdient gemacht hätten, geschlossen. Rabbiner Kahnmann-Poniwesch bat in eindrucksvollen Worten, sich mit dem ganzen Ernste der Stunde zu erfüllen und nicht zufti«- den aus Erfolge hinzublicken, sondern jeden Nerv anzuspännen zur Lösung der zentnerschweren Aufgaben, die auf der Orthodoxie in diesem Augenblicke lasten. Am nächsten Sonntag und Montag wird eine Nachkonserenz in Wien stattfinden, an der sich der größte Teil der Delegierten zu beteiligen beabsichtigt. Eomspondenzm und AachrlchlW Die Juöenausroeifungen in Kafforoi*. Alerttn- 30. Aug- Da« Arbettersürsorgeamt der jüdischen Or« »anisationen Deutschlands teilt mit: „Der von uns nach Kattowitz zur Feststellung der dortigen Vorgänge entsandte Beamte hat festgestellt, daß der Befehl zum Abschub der Ausländer in Kattowitz diesmal vom französischen Befehlshaber Oberst Blanchard gegeben worden ist. Dieser Befehl ist inzwischen von der Oppelner Kommission widerrufen worden. Die deutsche Sicherheitspolizei in KattoWitz hat als aussührendes Organ diesen Befehl des französischen Befehlshabers in dem Augenblick ausgeführt, als die Demonstration für die Reutralität stattfand. Das Auswärtige Amt hat