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Der Israelit · 1920-09-02 · Heft 35 (2.9.1920) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
61 (1920)
Issue
Heft 35 (2.9.1920)
Date
1920-09-02
Page
– (sequence 3)
Language
German
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2 September 1930 Ä>rr Jsraeltt. Nr. 35. Seite 3 S{»andauer Str. 16 BERLITZ C Königstraße 11-14 det 1815 Kaufhaus für Wäsche, Kleidung, Seidenst *ffe, Voll-, wirk- und Webwaren, Hardinen, Teppiche WSsthe-Msstattun-rn Anfertigung in eigenen Werkstätten Wohnungs-Einrichtungen vier Stockwerke Möbel Ma« vertan »te ill» strterte Preisliste Nr. m» nach b&ttt Anschluß ber Dschechöslowäkei an die große WMorganisa^ion der Orthodoxie, mtit» rüehr. die 'Freunde aus allen Gauen in Preßbrrrg begrüßen zu dürfen und gelobte kräftige Mitarbeit au den gemeinsamen Aufgaben. Herr Jacob R o s e n h e i m - Frankfurt, gab dein Bedauern Ausdruck, daß es den. Mitgliedern des Zentva'lbureaus in Zürich!, insbesondere dem Präsidenten, Herrn Oberrabbiner L e w e n st e t n nicht möglich gewesen sei, bei Beginn der- Verhandlungen anwesend zu sein und sprach in dessen Namen Worte des Dankes an die tschechoslowakischen Körperschaften, des Dankes aber auch für die Regierungsorgane und lokalen Behörden deren besonderem Entgegenkommen die rasche Ueberlvindung aller formalen Schwierigkeiten bei der Abhaltung der Versammlung zu oeroanken sei. Der Ort, an dem die Versammlung stattsindet, erinnere daran, wie in vergangenen Tagen überragende Persönlichkeiten den organisierenden Mittelpunkt für die Gesalntheit gebiloet und die technische Form der Organisation unnötig gemacht hätten. Heute bliebe nichts anderes übrig, als Männer wie den Chassam Sauser, um dessen ragende Größe sich die Versprengten oer Diaspora dereinst in einheitlicher Zusammengehörigkeit zu einem Ganzen zusammengeschlossen hätten, durch die Mittel der Organisation zu ersetzen. Die Notwendigkeit einer Organisation werde gewiß nirgends so deutlich erkannt wie in der Tschechoslowakei, wo man ja den Segen des Züsammenschilüsses, der von beit Großen des vorigen Jahrhunderts geschaffen worden ist, mit jedem Tage neu empfinde. Besonderen Dank gebühre insbesondere der Jugend, deren Wünsche, wie sie durch den Mund des Dr. Rosenbaums zum Ausdruck gekommen seien, weitgehende Beachtung finden würden. Nach Abschluß der Begrüßungsreden begann die Bericht ew st a t t u n g ü b e r d e n Stand der Ag ud oh-B ew egung in den verschiedenen Ländern. Als erster erstattete Herr I. M. L e.w.i n - W a r s ch a u, der ein überaus warmes Begrüßungsmid Bollmachtsschreiben der Schlaümei Emnnei Jisrvel- Organisation überbracht hatte, einen mehr als einstündigen Bericht über die Entwicklung und Leistungen seiner heimischen Landesorganisation. Raummangel verbietet die Wiedergabe des Referates, das hoffentlich an anderer Stelle oemnächst im Wortlaut wird erscheinen können. Die Ausführungen des Berichterstatters, der neben unendlich -viel Trübem und Jammervollem ein glänzendes Bild von der Tatkraft und dem nnerschütterlichen Lebenswillen der polnischen Orthodoxie zu entrollen vermochte, löste stürmische, sich immer wiederholende Beifallskundgubungen aus. Gottfried Golds ch m i d t - Halberst a d t referierte über die deutsche Agudoh und die deutsche I u g e n d o r g a n i s a t i o n, wobei er insbesondere die erfreulicherweise in wahrnehmbarem Maße ivachsende Einsicht in die Notwendigkeit der .gründlichen Thora-Lernens in Deutschland seststellte, und die Beziehungen zwischen Ost- und Westjuden tum, namentlich unter dem Einfluß der neuesten Einwanderung, ausführlich behandelte. Dr. Pollak-Wieu tonnte die Entwicklung der Agudoh-Bewegung in W i e n kennzeichnen, wobei er einleitend der vielseitigen Leistungen der g a l i z i s d) e n A gudo h i n W i e n während der Dauer des Krieges gedachte. Die Wiener Jugend g' ru p p e besitze über tausend Mitglieder und entfalte nickst nur eine ausgedehnte Lerntätigkeit, sondern habe auch durch die Heimbeförderung der palästinensischen Flüchtlinge und durch die sogenannte Jeschiwoh-Aktionen zur Erhaltung von Lernenden erfolgreiche Arbeit auf sozialem Gebiet geleistet. Um die Ankunft weiterer Delegierten abzuwarten, wurde die T i e n s t a g s i tz u n g um 1 Uhr geschlossen. Am S p ä t n a ch m i t t a g fand ein starkbesuchter öffentlicher Vortrag des Herr Rosenheim-Frankfurt über Agudas-Jisroel als politische Organisation statt. Die M ittwochsitzu u g ivurde mit Verlesung zahlreicher Begrüßungstelegramnie aus fast allen Ländern der Erde eröffnet. Die Wahl des Büros ergab für das Präsidium die Herren: Oberrabbiner ,Dr. W ei l l - Ko l m a r, Oberräbbiner Dr. L e w e u ste i u-Z üri ch, Ch aik i n - L o n d o n, T h u m i m - P r z e m y s l, R os e n f e l d - W a r s ch a u, K atz - P r e ß b u r g, W r e s ch u e r - F r a n k f u r t, als Schriftführer die Herren Goltzschmidt-Halberstadt, aber infolge geringer Kenntnisse-der Bearbeitung und ' mangelnder Exportmöglichkeit halten alle jüdischen Kolonisten, mit zwei Ausnahmen, Verluste bei diesem , Experiment. Die materielle Lage der jüdischen Bauern 1 wäre nicht schlecht, wenn sie mehr an ihrer Arbeit hängen würden. Ein Teil von ihnen hat sich allerdings in die Verhältnisse gut eingelebt und ihre Lage ist auch konsolidiert. Der Boden Zyperns ist gut, besonders für die Pflanzung von Mandel-, Oel- und Eukalyptusbäumen. Diese Pflanzungen bringen reichlichen Gewinn. Die „Jca" unterstützt auch jetzt noch die jüdischen Kolonisten reichlich. Voriges Jahr' hat sie ein Bankinstitut für billigen landwirtschaftlichen Kredit eröffnet und jedem Kolonisten bis zu 1600 Pfund vorgestreckt. Das ist das Geheimnis des geringen Erfolges der jüdischen Landwirtschaft in Zyperndie Kolonisten sind überschuldet und müssen ihre Produkte ihren Gläubigern noch vor der Ernte überlussen. ' Die jüdischen Kolonisten sind auch mit den Sitten und Methoden ihrer Umgebung nicht vertraut und machen viele Fehler. Im Laufe der Zeit könnte da vieles besser werden. Gemüsebau und Geflügelzucht würden sicher guten Nutzen abwerfen, aber die Kolonisten befassen sich fast gar nicht damit. Die „Jca" hat eine ansehnliche Summe für eine Schule und einen Lehrer in ihr Budget eingestellt, aber die Kinder gehen müßig, da häufige Streitigkeiten unter den Kolonisten einen ordentlichen Unterricht verhindern. Die Kolonien haben einen Arzt und einen Schächter, die jedoch nicht ständig dort wohnen. Den meisten Schaden bringt der jüdischen Kolonisation auf Zypern die kleine Zahl der Kolonisten. Die meisten denken daran, sich in Palästina anzusiedeln,' das ist mir ein Grund, daß sie ihre Arbeit vernachlässigen. Sie Einstein-Setze. Der Einstein-Hetze widmet Mich. v. Lindenhecker im „Vorwärts" u. a. folgende Verse: Chor der farbentxagenden Studenten: Hep-Hep, tut-tut, Der Einstein ist ein Jud! Runter vom Katheder, Schachere Mit Leder! Hep-Hep, tut-tut, Jud, Jud! Erster Hetzprofessor: Germanen, und wagt man zu bieten Die Theorien des Semiten. Da macht sich so ein Mäuschel breit Und läßt die Zeit im Raum verschwinden. Verleugnung ist's der „großen Zeit". Ihm fehlt das Nationalempfinden. Chor der farbentragenden Studenten: Scharrt mit den Sohlen, Wenn er doziert. Auf Säbel, Pistolen, Ankontrahiert! Satisfaktion geb' unS der Cohn! " . Zweiter Hetzprofeffor: Fort mit der Judenrepubltk! Wir fordern Nationalphystk. Auch die Mathematik verlangen Wir nach den. völkischen Belangen Sei's integral, dtfferenzial, In erster Linie national! Chor der farbentragenden Studenten: Los von der billigen Studierwut! Zeitfreiwilligen Tut hier gut. Schießt Proletarier! Das ziemt dem Arier. Dritter Hetzprofessor: Ich bin zu widerlegen ihm nicht fähig, Auch las ich ihn noch nicht, gesteh' ich. Doch weiß ich, was man solchen Falles macht: Ich schnüffle auS, was er treibt Tag und Nacht. Und Hab ich ihn entlarvt erst einmal, Dann ist ja seine Lehre ganz egal. Chor der farbentragenden Studenten: Hep-Hep, wau-wau, tut-tut Jud, Jud l SMal'Anfang und Ausgang. Klar» 's o ORT» Anfang Datu« I AuSgana UdrlMin. 1020| 5680 I affin. Frankfurt a. M. 6 80 8. Sept. SO. Slttl 7 BO Berlin .... 6 45 7 34 München ... 6 80 7 31 Strabbnrg . . — — — Stuttgart. . . — — Pose« . . . . — —« _ — Nürnberg. . . 6 30 7 34 Hamburg . . . 1 __ 7 52

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