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Der Israelit · 1920-07-29 · Heft 30 (29.7.1920) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
61 (1920)
Issue
Heft 30 (29.7.1920)
Date
1920-07-29
Page
– (sequence 6)
Language
German
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U i ll: «Mes Nr. 8» eine lQ9i[dis Emlgrafions-KominJinnn. ZSri«, 20. Juli. Am 11. Mai traten in Zürich Vertreter jüdischer Organisationen, Gemeinden und Vereine zusammen, um darüber zu beraten, auf welchem Wege die Schweizer Judenschaft das ihrige dazu beitragen könnte, daß die unerträglichen Leiden der jüdischen Wanderer einigermaven. gelindert werden. Nach eingehender Diskussion wurde beschloffen, eine Institution ins Leben zu rufen, die durch zuverlässigen Informationsdienst, sowie durch ein gründliches Studium bestimmter Gebiete des komplizierten Emigrattonsproblemjedem Interessenten Aufklärung auf diesem jetzt so überaus aktuell gewordenen Gebiete bieten solle. Ein 7-gltedriges'Komitee wurde gewählt, in welchem alle politischen und religiösen Anschauungen vertreten sind, so daß Gewähr für ein vollständig unparteiische- Arbeiten geboten wird. Diese Institution, unter dem Namen: Jüdische Emigrations-Kommission Zürich (I. E. K. Z), nahm bereits ihre Tätigkeit auf, und wird außer der privaten Jnfvrmationstätigkeit auch zur Orientierung der Oeffentltchkett eine periodische Schrift: „Emigration-- und Reise-Nachrichten" <Redaktion: Dr. M. W. Rapaport, Ing. S. GinSburg) herausgegeben, worin alles für den Wanderer und die in Frage kommenden Hilfsaktionen Wissenswerte gebracht werden soll. Zugleich aber auch statistische und sonstige Mitteilungen, die für die Beurteilung des Emigrations- Problems von Bedeutung sind. Die I. E. K. Z. verfolgt keinerlei politische Tendenzen und sucht einzig und allein im Interesse der jüdischen Wanderer zu wirken. Es ist deshalb zu hoffen, daß ihr die gebührende Förderung seitens der jüdischen Oeffentltchkett nicht versagt bleiben wird. Die erste Nummer enthält: Programmartikel, Gesetz für die Einwanderung in die Vereinigten Staaten von Nordamerika, Nachrichten: Auswanderung (Polen, Schweiz). Durchwanderung (Schwert, Deutschland), Einwanderung (Palästina, Deutschland, Amerika), Eisenbahn-Fahrpreise, Schiffsabfahrten, Literatur, Rezension. ■■POFlijgM Autzland. Die Kriegsgefangenen In Sibirien 30ttu, 21. Juli. Die Korrespondenz Herzog meldet: Der Abtransport der in und um Wladiwostok versammelten Kriegsgefangenen, deren Zahl etwa ISOO-Mann beträgt, vollzieht sich in voller Ordnung. Die Leitung liegt in den Händen eines Ausschusses, der aus Vertretern der amerikanischen Hilfsorganisationen gebildet wurde. Zu den Kosten' des auf Initiative des Herrn Felix Marburg, Vorsitzenden -es American Joint Distribution Komitee errichteten Repatriierungsfonds für die Kriegsgefangenen haben daS Joint Komitee und das amerikanische Rote Kreuz je 230.000 Dollars betgetragen. Das Joint Komitee hat in Wladiwostok eine eigene Hilfsstation errichtet, deren Führung den angesehensten jüdischen Bürgern der Stadt und mehreren Vertrauensmännern der Kriegsgefangenen anvertraut ist. Die Abteilung wurde mit genügenden Mitteln zur unmittelbaren Hilfeleistung versehen'und tut ihr möglichstes zur Linderung der Not unter den 1200 jüdischen Kriegsgefangenen. Auch in Irkutsk ist eine Joint- Filiale zu dem gleichen Zweck eingerichtet worden. Der Joint ist bestrebt, all denen, die unter diesen Kriegsgefangenen Verwandte besitzen, zu helfen, diese ausfindig zu machen und die Zustellung von Geldsendungen zu vermitteln. Gnsland. Aguöas Jisroel in England. London, 23. Juli. In einer vorige Woche stattgehabten Verammlung berichtete Rabbiner Dr. Jung über *>» Sftraeitt die Gründung der ersten amerikanischen Gruppen in New Vörk) Cleveland und Montreal.' Ueber die Tätigkeit und die Entwicklung,der Aguda in Polen hielt Herr Towja Horowitz aus Warschau ein fesselnder Referat,; Es gelangten dann Berichte der Herren Dr. Auerbach und Dr. Wallach aus Lrez Jisr?el zur Verlesung, worin die Ndtwendigkeit sofortiger Hülfelelstung betont wurde. Zu Delegierten für die Sitzung der Aguda« Leitung in Wien wurden die Herren Stdney Lunzer, A. M. Adler und E. P. Stein ernannt. f London, 23. Juli. In der letzten SonntagSsitzung des „Board of DePutieS" vor den Ferien wurde eine Dank-Resolution an die Adresse Sir Stuart Samuels für seine Tätigkeit in Polen beschloffen. Der Board bekundete alsdann seine Unparteilichkeit, indem er gleichzeitig Begrüßungen an den neuen Präsidenten der Alliance, Silvatn L e v i, und an die grade tagende zionistische Jahreskonferenz beschloß. Wie berichtet wurde, hat die Intervention zu Gunsten des Oberrabbtners. Lö w in Szegedin bisher keinen Erfolg gezeitigt, da das Foreign Office sich außerstande erklärte/ in das schwebende Verfahren einzugreifen, f Norwegen flgudas üisrocl in Norwegen- Hyristiania, 18. Juli. Der Vorsitzende der dänischen Landesorganisation derAgudas Jisroel,Rabb Dr. W inkler- Kopenhagen hielt vorige Woche hier einen Propagandavortrag, der zur Gründung einer Ortsgruppe von etwa neunzig Mitgliedern führte. In den Vorstand wurden die Herren Rabbiner Lewitan, B. Simon, A. Grund, S. Seltgkowitz und S. König gewählt. Dank den Bemühungen des Herrn Rabbiners Lewitan ist-nunmehr der Bau einer Synagoge mit BeShamidrasch und Schule für die hiesige Adaß Jisroel-Gemeinde begonnen worden - hoffentlich wird dem gesetzestreuen Judentum auf diese Weise eine neue Heimstätte in der norwegischen Hauptstadt erstehen. Amerika. Hülfsaltfionen für Oüeuropa. - U-itadelpßia, 25. Juni. Die aus Galizien stammenden Juden haben hier eine Bank für die Zwecke des Wiederaufbaus von Ostgalizien gegründet. Als-Anfang hat man 25000 Dollar eingelegt,'doch hofft man es auf eine halbe Million Dollar in Rew-Aork zu bringen. j Mew 5. Juli. Das Zentral-Relief-Comtttee, das im wesentlichen orthddpxe Kreise vertritt, hat eine Kommission bestehend aus den Herren RabbtnenJ. Rosenberg, Dr. Moses Hyamson und Herrn S. Rot.hendergnach Europa geschickt, mit dem Aufträge, in Holen, Ltttauen, Tfchecho-Slovakei und Oesterreich die Lage der Thora-Lehranstalten und sonstigen religiösen Institutionen zu prüfen und seinen Plan für den Wiederaufbau der zerstörten oder geschädigten Lehrstätten "zu entwerfen. j 9. Ml AM vom zionistischen ^Mazd hOchinuch^MM Zeit finanziell unterhalten: 24 mit W^SchÜMn i» 102^Klaffen und 115 Lehrpersonen. . Dchs ,Budget'deS„Waad hachinuch^, an heffest Spitzy der v' ehemalige Konrektor - d rs Jaffaer Gymnasiums, Dr. Luri.a, ein radikaler Freigeist, steht, beträgt beinahe hunderttausend egyptische, Pfund (16 Millionen Mark), meist amerikanisches Geld. Misrachistische Schulen giebt es zwei im Lande: Tachkemoni in Jaffa unh das ttiugrgründete Lehrerseminar in Jerusalems - Außerhalb de- Verbandder' zionistischen Schalen steht die große Mädchenichuü: der. Miß Landau, die der Anglo-Jewish Association gehört,. streng orthodox ist und gutes Englisch^ lehrt. Dr. Luria erklärte, daß ihm die „orthodoxen Lehrer keine Last machen", Wohl aber einige orthodoxe Führer, die angeblich Politik in die Schule trügen, de Haan bestreitet das und betont: „Die Orthodoxen müssen ihr eigenes Schulwesen ^ganz in die Hand nehmen." DaS könne aber der „MiIxschi" nicht allein, dessen Amsterdamer Ultimatum deshalb ein Fehler gewesen sei, sondern nur i« Zusammenwirken mit der gesamten Orthodoxie und ihren Organisationen. Die JabotinSky-Eingaöe und der . Sabbat. Ich muß noch — so schreibt de Haan — auf eine Frage zurückkommen, die die Orthodoxie stark beunruhigt hat. Man hat nämlich behauptet,, daß dte Rabbinen von Jerusalem mit dem Oberrabbiner Kük an der Spitze erlaubt hätten, ein Schriftstück zu Gunsten Jabotinskys trotz des Sabbats (am letzten Pefsächtage) zu unterschreiben. Diese Behauptung ist von Jerusalem au» allen zionistischen Organisationen durch Rundschreiben mitgeteilt worden. Die niederländische Organisation hat sie im Handelsblad veröffentlicht. Der Kongreß der amerikanischen Zionisten hat sogar eine Resolution angenommen, _ worin den Rabbinen Dank und' Anerkennung ausgesprochen wird. Die Tendenz ist deutlich: Stärkung des jüdisch-nationalen Gedankens, Schwächung des jüdisch-religiösen. Das ganze Gerücht war falsch. Man ist an den Oberrabbiner Kük mit der unschuldigen Frage herangeireten,' ob es erlaubt ist, am Sabbat und Festtagen zu schreiben. Der Rabbiner Kük hätte begreifen^ müssen, daß mit einer allgemein gehaltenen Antwort auf die allgemein gehaltene Frage Mißbrauch getrieben werden kann. Er hat dar nicht begriffen und geantwortet: „Wenn eS nötig ist, um unmittelbare Lebensgefahr abzuwenden." Mehr nicht. Darauf ist eine Anzahl Zionisten herumgegangen und hat Unterschriften gesammelt mit der Behauptung, Rabbiner Kuk habe dies gestattet. Man hat die Orthodoxie absichtlich irregeführt. Man hat die' ganze jüdische Welt absichtlich irregeführt. Der Rabbiner Kuk hatte diesem Bericht wtd-as sprechen müssen- Telegraphisch, so wie er dem König von England auch gleich telegraphiert hat. Aber der Rabbiner Kuk pflegt die offiziellen Zionisten zu unterstützen, die ihn wieder stützen in seinem Anspruch, Oberrabbiner von Jerusalem zu sein, Gleichzeitig" will Rabbiner Kuk Uaitzstirra. Aus dem inneren Leben in fre? Jisröel- Amsterdam, 15. Juli. Im „Handelsblad" setzt Jacob Israel de Haan feine laufenden Berichte aus Palästina fort. Einiges Wissenswerte sei daraus mitgeteilt. * j Das Erziehungswesen. . Jerusalem hat an nichtorthodoxen Schulen 39 mit 4678 Schülern in 164 Klaffen und 188 Lehrern, das ganze Land 110 solcher Schulen, mit 11792 Schülern in 437 Klassen mit 484 Lehrpersonen. Orthodoxe Schulen werde« SMat'Anfang und Ausgang. fann«! na# OH Ti | Anfang Datum AuSgang Uhr >Min. LSSvj 868« Uhr >Rin. Frankfurt a. M. 7 30 30. Juli 16. M 9 05 Bern« . . . 7 30 S SS München, ... T IS r SS Strakbnrg . . — — —- — Stuttgart. . . — -r ' — — Posen . . . . — — — Nürnberg. . . 7 « 45 Hamburg. — 9 sr

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