Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 61 (1920)
- Issue
- Heft 28 (15.7.1920)
- Date
- 1920-07-15
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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18. Juli 1S3S. Permanenz zu erklären, sind Zeschettert. Diese, Minderheit wird mun versuchen, einen neuen' Kongreß des amerikanischen Judentums als^ dauernde Ein r-tchtun g zustande zu bringen. Doch stehen diesem Versuche starke Strömungen entgegen. ValLtstrna. Herbert Samuel in Palästina. Kairo, 2. Juli. Der Oberkommissar Sir Herbert Samuel ist in Jerusalem angekommen, wo er vom Bürgermeister und den militärischen Behörden feierlich begrüßt wurde. Samuel war von Jaffa mit Wagen nach Lydda und von da per Eisenbahn, geleitet von zwei Militärflugzeugen, nach Jerusalem gefahren. In Jaffa bildete indisches Militär Spalier. Samuels Residenz befindet sich auf dem O elber ge in dem früher dem Sultan gehörigen Palaste. Ierrrsalem, 5. Juli. Ein Telegramm aus Jerusalem meldet, >daß Herbert Gamuel gestern Abend bei einem Gartenfest, das von Bentwich veranstaltet wmche, feierlichen Empfang abhielt. Am Mittwoch beabsichtigt er, die königliche Botschaft an die Bevölkerung Palästinas zu verlesen. Herbert Samuel hat erklärt, datz weder er noch die anderen jüdischen Verwaltungsbeamten in Palästina den Sabbat entweihen würden. Personalien. -Hersfeld, 30. Juni. Am 23. Juni wurde unter zahlreicher Beteiligung von Nah und Fern, Frau Lehrer Nutzbaum zu Grabe getragen. Mit ihr ist eine nv'rr in des Wortes wahrster-Bedeutung auS dem Leben geschieden, deren.Heimgang nicht nur vou dem trauernden Galten und den sich in Schmerz verzehrenden Kindern, sondern von der ganzen Gemeinde und allen, die das Leben und Wirken der edlen Verklärten kannten, liesschmerzlich empfunden wird. Alß Tochter des Rabbi Seligmann Sonn in Würzburg, tzm sie die Traditionen des Vaterhauses heilig gehalten und im eigenen Hause zur Richtschnur ihres Handelns gemacht. Gastlich war ihre Heimstätte jedem geöffnet. Wo es galt, eine Mtzwoh zu üben, war sie die erste am Platze. Begeistert für unsere Thora, kannte sie kein höheres Ziel, als die Liebe zu derselben in aller Herzen-zu wecken. Gottergeben ertrug sie das schwerste Geschick. Bewundernswürdig war ihre Seelcngrötze, die sie bewies, als ihr boffnungsnoller Sohn im Kriege einer feindlichen Kugel zum Opfer fiel. Aus dem Friedhose schilderte ergriffen und ergreifend der Schwiegersohn, Herr Rabbiner Dr. Bamberger, Schönlanke, die Tugenden und Verdienste der teuren Verblichenen und richtete erhebende Trostesworte an den gebeugten Schwiegervater und dessen klagenden Sohn. Die Rede rief einen mächtigen Eindruck auf alle Hörer hervor. Der zweite Schwiegersohn, Herr Lehrer Schapiro, Gailingen und Herr Lehrer Spiro, Fulda, gaben darauf in erschütternder Weise dem Schmerze der Familie über den schweren Verlust Ausdruck. Möge Gott die Trauernden trösten Külsheim i. Baden, 11. Juli. Am letzten Siwan- Lage starb hier nach kurzem Kranksein Herr LazaruS Brückh e i m e r. Voll tiefster Frömmigkeit von frühester Jugend an, versuchte er noch in vorgeschrittenem Alter in fleißigstem Selbstunterricht in die Thora einzudringen und im jüdischen Schrifttum durch Heranziehung aller ihm zugänglichen Werke bekannt zu werden Mit liebevollstem Pflichteifer stellte er sich in Gottes Dienst, betrat jeden Morgen als erster das Bethaus und stand in vorderster Reihe, wenn es galt, gemeinnützige jüdische Anstalten zu erhalten, Armut und Elend zu verringern. Setn^ besondere Liebe galt dem heiligen Lande, dessen Not die seinige war und von dem eine.handvoll Erde ihm ins Grab mitgegeben wurde. Wenn ryan Unter Kiddusch haschem eine Lebensführung versteht, -die auch dem Ntchtjuden die imponierende Größe jüdischer Ethik vor Augen führt und so dem jüdischen Sehnsuchtsziele: Daß die Einzigkeitslehre Gemeingut aller Völker werde, Bahn bereitet, so war des Verklärten Leben eine bedeutsame Zeitspanne voll reichster Werte. Denn das Bedauern über den redlichen Geschäftsmann und den gefälligen-Mitmenschen war bis in die entlegensten Dörfer echt und aufrichtig. Sein Söhn, Lehrer in Marktörelt, hielt auf dem Friedhöfe — wegen des eingehenden Sabbats in aller Kürze — ein Hesped, dem er den Vers pmei vrris» 221 -2.s* '2» zugrunde legte. n"25ün. Kattotvitz, 9. Juli. (Unlieb verspätet.) Bor kurzem verschied hier Herr Siegfried Wiener 7"XT' nach längerem schweren Leiden im Alter von nur 47 Jahren. Durch diesen Heimgang hat mit der schwerberroffenen Gattin, den Rindern, den E'tern und i dem ganzen Familienkreise auch unsere Gemeinde und * Der „Frankfurter JSraelit". Seite 7 Nr. 28. die jüdische Gesamtheit einen überaus schweren Verlust Mitten. ^Als würdiger Sohn seines hochgelehrten und ifrommen Vaters, hatsich der Verewigte eine überaus große und tiefe Kenntnis unserer p"mn erworben und wurde mit Recht weit und breit als ein bewundert. > Sein umfassendes talmudischos Wrffen sein tiefetndringender Scharfsinn waren in der Tat erstaunlich. Seine rvuiHelechte Herzensfrörrimigkeil, seine überzeugte M-»', seine Bereitwilligkeit, zu jeder NÄv beizutragen, seine unermüdliche Hilfsbereitschaft, die Herzensgüte, mit der er ganz besonders auch unseren oft so schwer heimgesuchten Brüdern aus dem benachbarten Polen betzustehen pflegte, gewann ihm die Liebe und Verehrung aller, die ihn kannten. Für den binc” bb'i war er zu jeder Arbeit, zu jedem Opfer bereit. AiS im Jahre 1912 hier in Kattowitz die große Gründungsversammlung der Agudas JiSroel stattsinden sollte, trat er an die Spitze des vorbereitenden Lokalkomitees und hat sich, wie der. Vorsitzende, Herr Dr. Abraham Hirsch in seinem Schlußwort hervorhob, ganz hervorragende Verdienste um das Gelingen der Versammlung erworben. Die Verehrung und Liebe, die der Entschlafene v"i sich zu erwerben verstanden, der allgemeine Schmerz über dielen Verlust kamen in der großen Teilnahme an der r.T2p zu überwältigendem Ausdruck. Nachdem der Orrsrübvtner Dr. de Haas das Wiffen, die Frömmigkeit und die Verdienste des Verewigten geschildert, würdigten namens der Familie die Rabbiner Dr. Kaatz, Hindenburg und Dr. E. Munk, Berlin, seine Thorakenntnis, Herzensgute und Hilfsbereitschaft. Prag, 2. Juli. Am 2. TamuS ging Rabbi Juda Löb Austerlitz, einer der ältesten Vertreter des alren Prager orthodoxen Judentums zum ewigen Leben ein. Von seinen Eltern, die er früh verloren, in damals selbstverständlicher höchster Gottesfurcht und Achtung vor der Thora erzogen, blieb er dieser seiner Erziehung bis an sein LedenSrnde — er starb im fast Vollendeten achtzigsten Lebensjahre — treu, obwohl sich die Verhältnisse in unserer jüdischen Gemeinde seither in einer für daS orthodoxe Leben furchtbaren Weise geändert haben. Man muß den Heimgegangenen gesehen'haben, mit welcher wahren msa hv ,-;rdb> er in penibelster Weise jede Mizwoh ausüble, um ermessen zu können, was das gesetzestreue Prager Judentum mit ihm verloren hat. Als, Mohel betätigte er sich in hervorragendster Wrise; keine Reise war ihm zu weit, kein Wetter zu schlecht, keine Strapazen zu onstrengend, um eine Bris-Miloh in Prag oder in Böhmen vollziehen zu können. Weit über die Grenren Böhmens hinaus war R. Löb Austerlitz als Mohrl bekannt und, über 3000 Kinder hat er in den Bund Ahrahams/ eingeführt. Als es ihm gesundheitlich schon nicht gut ging, zwang er fich noch mit äußerster Anstrengung, in Schul zu gehen, bis eben der Körper den Dienst versagte. Bei seinem Leichenbegängnisse, das unter zahlreicher B^tetliLung der hervorragendsten Vertreter des Prager Judentums stallfand, würdigte Obercatbiner Dr. Brody in zu Herzen gehender Weise die Verdienste des Verewigten m jeder Hinsicht; hieraus sprach noch M. U. Dr. S. Lieben, als Mohel ein Schüler Auster« litz's, eindrucksvolle Worte des Gedenkens und Dankes. n"2:xn. Aamiliennachrichien. Barmizwoh-Feier. Josephs Sohn des Herrn Gustav Schwarz, Thüringerstr. 23, Synagoge Friedberger Anlage. Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Samstag morgen nach Schul: „Dinim"; Herr Rektor Falk. — 12 Uhr: „Melochim"; Herr Prof. Weyl. — Nach w. 4*/» Uhr, Langestr. 18: „Mikro"; Herr Lehrer Gold sch midi. — Abends 8ll, Uhr: „Midrasch"; Herr Michael Kohn. Sonntag morgen, 9‘/4 Uhr und Dienstag vor nn:a, im Vereinslokale: „Gemoro"; Herr R. A. Posen. * Iahrzeitsstistungslernen. Sonntag, Julius Hirsch-Stiftung. Dienstag,-Siegfried Weil-Stiftung. Jeden Morgen nach Schluß der Synagoge: „Mtschnalernen". Agudas JisroeJ-JngeudgrupPe. Montag, Va Stunde vor Maarim: „v'bnn": Herr Frankentha l. Montag und Mittwoch, 9—10 Uhr abends: „Gemoro"; Herr Zahnarzt Ehr mann. Dienstag, 8—9 Uhr abends: ,,r>2L»". — 3t/a—41/8 Uhr nachm.: „Gemoro"; Herr Dr. H o f m a n n. Dienstag, l/# Stunde vor Maariw: „iwv nn“: Herr Dr. Hofmann. Mittwoch abend, 8 Uhr: „Tefillo"; Herr Oberlehrer Jos. K a u f m a n n. — 8s/4 Uhr: „Newiim"; Herr. Lehrer U n na (in der Wohnung jdeS Dozenten, Kleine Obermaknstr. 30). — VgO bis 10 Uhr: Turnen. — */, Stunde vor Maariw: „rn2rr »p-©"; Herr Zahnarzt Ehrmann. Donnerstag, 9—10 Uhr abends: „Ausspracheabend^; Herr Zahnarzt Ehrmann. — % Std. vor Maariw: „w'n pen"; Herr Leop. Oppenheimer. Samstag vorm., */,10 Uhr: „Gemoro"; Herr Dr. I. Posen. — 1l'/4 Uhr: „Mischna"; Herr Lehrer fk. Hirschberg. Agudas Jisroel-Mädchengruppe. Sonntag abend, 8Va Uhr: „Hebräische Sprache"; Herr Lehrer Je len. Dienstag abend, 7 Uhr; „Jiob"; Herr Zahnarzt Ehrmann. — 7—9 Uhr: Tur^n. Samstag, nach Schluß der Synagoge: „Sidravortrag". — 11—12 Uhr: „Hirschlektüre"; Frl Bertha Ehren treu. — V«4 Uhr: „Thauro". Herr Lehrer Hirschberg. — 5 Uhr nachm.,' „Tesiüoh"; Herr Dr. Hosmann. Bcshamidrasch, Ostendstraße 18. Samstag nachm. 6 Uhr: Bortrag des Herrn Rabbiner Drasfin. Samstag nachm., Uhr, Sonntag früh 8-9 Uhr, Dienstog und Donnerstag abend, 9-10 Uhr: „Gemoro-Schiur" scp K22; Herr Rechtsanwalt Dr. I. Breuer. Samstag mittag 12'/4 Uhr: „Pein mit und sonstigen Erklärungen; Herr Rosenzweig. Hierauf um 1 Uhr: ,-inzs. Samstag abend, Srunoe vor Nacht: Herr H. Holpern. Alltäglich % Stunde vor Nacht: Dinlm; Herr Rosenzwetg. OV tntPh Ostendstraße 18. Täglich nach»'. .—8 Uhr, L'N2L nie:; SamStag ncchm. 4Va—0 Uhr: Herr Rabbiner S. Weber. Hevetzetlen. * vso möö nzv- Freitag adenb 7.50. Samstag morgen 7.45. Samstag nachm. 5.—. Samstag abend 9.25. Wochengottesdienst: Morgens 6.15. Nachmittags 7.15. Fifchhans Eifemann iBhabap Salle & Co. AllerSettigenstraste 64. Lelefon H. »868 Schellfisch 2.60 Mk. Cabliau 2.60 Dik. Goldbarsch 2.60 Mk. Donnerstag und Freitag frische Flußfische. Ab Freitag auch Verkauf in der Fischhalle »WWWMWWMW am Eschenheimer Turm. GAMl««- 0 uoealer. E== Zillerthal und Mertabarrtt. KamnSffnung 6 >/» iibr, flnf 77. Uhr aCendf. Ne« eröffnet: Wein-Klause. Eingang nur Stiftstratze SS. Sohumann-Ttieatee SOMMER -VOLKS - OPER Samstag, 17. sowie Sonntag, 18. je 7 Uhr'„Martha“ Sonntag, 18., (3 Uhr) „WildscMtz“ (Kleine Preise) Montag, 19., 7 Uhr: „Rigoletio“ Dienstag, 20., sowie Mittwoch, 21. je 7 Uhr: -__„Waffenschmied“ den weiteren näheren Spielplan . siehe die Anschlagsäulen Jeden Freitag 7 Uhr VolUsvorsteliung (Kl. Pr.) Außerdem täglich geöffnet: „SCHUMANN - WINTERGARTEN“ „SCHUMANN - BIERTUNNEL“