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Der Israelit · 1920-07-15 · Heft 28 (15.7.1920) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
61 (1920)
Issue
Heft 28 (15.7.1920)
Date
1920-07-15
Page
– (sequence 5)
Language
German
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m -£?«■ ---f<^ ^s??^x-*rW: 15. Auli 1985 Der Israelit. 9to.2$ Seite 5 Die einzige Rettung in diesen Tagen voll schwerer Gefahr für das Judentum ist Agudas Jisroel. Nur der feste Zusammenschluß aller GefttzeSLreuen für die Erstarkung von Agudas Jisroel und zwar aller Gesetzestreuen ohne jede Au-nahme, kann zum Ziele führen. Ich rufe allen Gottesfürchttgen zu, die hören wollen: „Worauf wartet ihr?", wo doch die Gegenseite mit allen Kräften an der Arbeit ist, und nur die Herstellung einer wirklichen Einheit die "wahre Jüdischkeit zu erhalten, vermag. lieber den Beschluß von San Nemo äußerte sich der Rebbe wie folgt: Aus der Entschließung der Mächte könnte für das jüdische Volk Gutes erwachsen, wenn man auch vorläufig nichts vor sich hat als diplomatische Wendungen, die nicht klar sind und st<y mit der Zeit verändern können. Ein großer Fehler war es jedenfalls, daß man einen so ungeheueren Lärm in der ganzen Welt von diesem Akte gemacht hat, und daß man sogar dieGrsetzestreuen zu Halle! und Dankgebet zwingen wollte, das beste Mittel, um die Sache in ihren Augen zu diskreditieren. Wir verstehen unter dem Begriffe der „Geulah" etwaanderes. Wir sind immer" bereit, Gott zu loben und ihm zu danken für eine gute Botschaft, aber nur unter den Voraussetzungen, die die Halachah vorschreibt, und die uns zur Vorsicht mahnen/ bevor man dir Welt mit einem heillosen Lärm erfüllt und dadurchGegenaktionen gefährlichster Art hervocruft. Was Jischuw Erez Jisroel betrifft, so haben die Gesetzestreuen das heilige Land immer als das Leben unserer Seele betrachtet, als ein Organ, an dem die Seele hängt, und das darum mit vervielfachter Vorsicht vor jedem religiösen Schaden geschützt werden muß. -Mein Vater, seligen Angedenkens, hat sein ganzes Leben lang für Jischuw Erez Jisroel gearbeitet, hat literarisch dafür gewirkt und große Geldsummen bei Rothschild in Paris eingelegt, um Kolonien zur Ansiedlung in Erez Jisroel zu gründen. „Lieber ein Lastträger in Erez' Jisroel als ein Führer im Ausland", pflegte er zu sagen. Er zog sich erst zurück, als die von Herzl inaugurierte Bewegung entstand, als er sah, daß Gottes Namen nicht in dem Munde der Vertreter dieser Bewegung lebre, und daß nichts anderes sie beseelte als das Vertrauen aus die eigene Kraft und Macht. Es ist, so meinte der Rebbe weiter, interessant, heute zu lesen, wie Rabbi Jonathan Eibeschitz in seinem Werke W narr« vor vielen Jahren eine Zeit vorausverkündet hat, in der es die Juden versuchen würden, mit Zustimmung der Weltmächte nach Erez Jisroel heraufzuziehen und er ermahnt in diesem Zusammenhang das jüdische Volk, sich vor Handlungen zu hüten, welche das Endziel des Golus verzögern können. Es ist unverständlich, wie man heute glauben kann, ein dauerndes und segensreiches Werk in Lrez.Jisroel unter Ignorierung des Thora- Gesetzes, cher Rabbinen und ihrer Entscheidungen wie die Vorgänge in der Frage des Frauenwahlrechts beweisen, zustande bringen zu können. Ich verweise auf die Meinungen der großen Tossafisim, die stark bezweifelten, ob die Pflicht von Jischuw Erez Jisroel überhaupt anginge, wenn man nicht die! Sicherheit besitzt, im Lande ein gesetzgetreues Leben führen zu können, geschweige denn, wenn man mit der Absicht hingeht, die Gebote der Thora zu übertreten. - ~ Es ist ein Irrtum der Misrachisten, anzunehmen, daß die Zionisten sich in religiösen Angelegenheiten tolerant zeigen^ würden. Bis heute sehen wir jedenfalls, daß die Zionisten noch nie nachgegeben haben, wenn es sich uw Religionsangelegenheiten handelte. Ich glaube deshalb, daß die gefetzestreuen Misrachisten sich schließlich mit uns zum Aufbau des jüdischen Landes im Geiste der Thora werden vereinigen müffen. Auch Rabbi Hirsch Kaltscher und Rabbi Elia Gutmacher, wenn sie heute lebten, würden mit den Zionisten nicht üb erein stimmen können. Ich weiß noch, wie Rabbiner Reines von Lidda innerlich gebrochen vom 7. oder 8. Baseler Kongreß zurück kam, nachdem er dort die Sabbat-Entweihung und die sonstigen Vorgänge mit angesehen hatte. Wir haben nichts anderes als unsere Thora, und sie ist das Ziel, dem allein auch der Besitz von Erez Jisroel und das Leben im heiligen Lande als Mittel zum Zweck zu dienen hat." floudas Jisroelin Rmerifta. New Kork, 20. Juni. Auf Einladung des Präsidenten des Waad horabbonim, Rabbi Joffe, fand eine große Konferenz der angesehensten Persönlichkeiten der Orthodoxie New Aorks statt, in der Oberrabbiner Dr. Jung aus London über die Entwicklung und die Ziele der „Aguda s Iisroel" referierte. Die Konferenz beschloß einstimmig, die Bildung einer amerikanischen Landesorgan tsation der „Agudas Jisroel" unvorzüglich und mit aller Energie in die Weg e zu leiten. Die Anwesenden konstituierten sich als vorläufiger Aktions-Ausschuß der Agudas Jisroel in Amerika. Rueuos-Kyres, 1. Juni. Hier ist eine Land eszentrale der Agudas JiSroel für Argentinien ins Lrben gerufen worden, die ihre Propaganda-Tätigkeit bereits mit Erfolg begonnen und sich mit der Zentraüeitung in Zürich in Verbindung gesetzt hat. EorrespsnSenzeK and Aachrichten. DZMsttzss gteid?. Sranüfurt a. Z«., 9. Juli. An alle Lehrer an Privalvolksschulen in Preußen richtet die „Arbeitsgemeinschaft" folgenden Aufruf: Der Entwurf eines endgültigen Diensteinkommensgesetzes für Preußen berührt die Interessen der Lehrer an den privaten Volksschulen aufs empfindlichste. Um drohende Gefahr abzuwenden, ist schleuniges Vorgehen notwendig. was aber ohne statistische Unterlagen nicht möglich ist. Alle Lehrer an privaten Volksschulen werden darum im ureigensten Interesse um sofortig-e Mitteilung folgender Angaben gebeten: 1. Ort, 5. Konzessionsträger der Schule (Lehrer oder Synagogengemeinöe), -. Seit wann besteht die Schule? 4. Schülerzahl, , 5. Dienstjahre des gegenwärtigen Lehrers an a) dieser Schule, b) anderen privaten Volksschulen, o) als ReltgionSlehrer an einer von einer Synagogen - Gemeinde unterhaltenen Religionsschule mit" wenigstens 12 Wochenstunden Unterricht. 6. Alter des Lehrers. Kollegen antwortet sofort! Adresse: Mittelschullehrer Karl Ochsenmann,Frankfurt a. M. z. Zt. Poppen lauer, Unterfranken. M 2 DffWiscke einwanderung. Merlin, 3. Juli. ' Die Sstjüdische Einwanderung ist Gegenstand folgenden deutschnationalen Antrags im Reichstag: Der Reichstag wolle beschließen: die Reichsregierung zu ersuchen, 1. in geeignet erscheinender Weife darauf hinzuwirken, daß der Masseneinwanderung fremdstämmtger Elemente insbesondere über die Ostgrenze gewehrt werde, 2. in geeignet erscheinender Weise darauf hinzuwirken, daß fremdstämmige Elemente, soweit sie sich als lästig erweisen, über die Grenze^ sofern angängig, zurückgebracht und! inzwischen interniert erforderlichenfalls werden, »3. dem Reichstag beim Wiederzusammentrltt eine Denkschrift über die Einwanderung fremdstämmtger Elemente seit 1914, über die gegen unerwünschte Einwanderung getroffenen älteren und neuen Mnßnahmen und über das bisherige Ergebnis derselben vorzulegen. Me neue keprZlenlanlenverlammsung. ZSerli«, 12. Juli. In der am Düttnerstag, den 8. er. stattgefundenen Sitzung der ReprasenLanLenversammlung erfolgte die Einführung der neugewählten Repräsentanten und Repräscntantenstellvertreter. Der Vorsitzende des Vorstandes, Geheimrab Dr. Stern, begrüßte die neuen Mitglieder und gab der Hoffnung Ausdruck, daß trotz der Verschiedenheit der Anschauungen, wie sie im Wahlkamps zutage getreten sei, ein gedeihliches Zusammenarbeiten erfolgen werde. Auf der Tagesordnung standen die Wahlen des Büros und der Ausschüsse. Bei der Beratung zeigte sich, daß eS mit der idyllischen Ruhe, die bisher in den Sitzungen der Repräsentantenversammtung herrschte, wohl endgültig vorbei ist. Als die Liberalen den bisherigen Vorsitzenden, Herrn Grheimrat Dr. Minden zur Wiederwahl Vorschlägen, erfolgte seitens der konferoarioen Fraktion sofort die Erklärung, daß ihre Mitglieder nicht in der Lage feien, für Herrn Dr. Minden ihre Stimme abzugeben. Ihr Widerspruch rickte sich nicht gegen die Person des Herrn Dr. Minden, sondern gegen den Umstand, daß er Vorsitzender der Reform gemein de sei und als solcher unmöglich auch Vorsitzender der jüdischen Gemeinde sein könne. Diesem scharfen Protest reihte sich eine lendenlahme Eiklärung der zionistischen Fraktion an, die besagte, daß es zwar den Liberalen, als stärkster Fraktion zukomme, den ersten Vorsitzenden zu stellen, daß man aber die Verantwortung für eine Wahl des Herrn Dr. Minden allein den Liberalen überlassen muffe. Die Wahl des Herrn Dr. Minden erfolgte demgemäß nur mit 11 Stimmen, während 7 Stimmzettel unbeschrieben abgegeben wurden. Auf den Posten des Stellvertretervorsitzenden erhoben sowohl die Konservativen, wie die Zionisten Anrspruch. Gewählt wurde ein Konservativer, Herr Lewinskyinfolgedessen verzichteten die Zionisten auf den ihnen zugedachten Posten deS dritten -Vorsitzenden, der somit ebenfalls von den Liberalen in der Person des Herrn Gewerberat Plot Le besetzt wurde. Znm Schriftführer wurden die Herren Professor Türk (liberal) James Goldschmidt (konservativ) benannt. Die Besetzung der Ausschüsse erfolgte nach vorausgegangener Verständigung ohne Reibung. Da der gesamte Borstand infolge der Neuwahl sein Amt niedergelegt hatte, wurde ein ^besonderer Ausschuß zur Vorbereitung einer BorstandSneuwahl gebildet. Wie verlautet, dürste der Vorstand in Zukunft unter seinen 10 Mitgliedern (7 Aelteste, 3 Aeltestestellvertreter) jedenfalls auch einige konservative und zionistische Namen enthalten. Ungarn. Im dunkeln Ungarn. Wien, 7. Juli. Die „Erwachenden Ungarn" haben durchgesetzt, daß. Oberrabbiner Löw einstweilen weiter im Gefängnis bleibt. WZL . mammmmt;; Ukraine. Das Mkwerk für Sie uhrainifdien luden. Kopenhagen, 6. Juli. Das Kopenhagener Hülfskommitee übersendet uns seinen Bericht. Die Tätigkeit,des Comitees ist von Sowjetrußland genehmigt worden. Man sandte Dr. Martini zwecks genauen Studiums der Lage nach Rußland, der Anfang.Juni zurückkehrte. In den nächsten Tagen soll über Reval f , BSBSfa

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