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Der Israelit · 1920-06-24 · Heft 25 (24.6.1920) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
61 (1920)
Issue
Heft 25 (24.6.1920)
Date
1920-06-24
Page
– (sequence 5)
Language
German
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n. Juul 1920 4. Alle ^esetzestreuen Vereffre, Aguda- und ÄgüdajuZendgrnptzm werden läufgefordert, Palästinas-Komitees Kr bilden, mit ähnlichen Aufgaben im engsten Kontakte mit unserer Zentrale. 5. Tse Palästinazentrale der Aguda eröffnet einen Keren-Erez-Jsraek-Fond mit folgenden Unterabteilungm: a) einen Jnwnehfond (PälLstinaschSulsond), d) einen OMmfond (PalMna-Landwirtschastsfond), ' v) einen Bojn-imfond (Palästina-Jndustiüefond). '6. Wir fordern , alle Agüda- und Ag'uöa- Jugendgruppen in Deutschi-O esterreich und in der Dfchecho-Sliowaker auf, den Monat INN zu leinem Erez - Israel --Monat zu machen, in welchem bei Veranstaltungen, Volksversammlungen und insbefonndere b^eim Thora-Aufrufen gespendet wird. , Liebe Brüder auf zur Arbeit! Baut ein echt-jüdisch es Erez-Israet! Ungaim. Sreilaffuna Bes Oberrabbiners Löro- Budapest, 10. Juni. Der greise Szegediner Oberrabbiner Löw soll Nunmehr endlich aus Ersuchen der holländischen Gesandtschaft, der Entente-Mission in Budapest und des Exkönigs Karl aus der Hast * befreit werden. Man will sich mit einer disziplinarischen Bestrafung des angeblichen Verbrechens, das man dem bewährten Patrioten an-, . dichtete, begütigen. Sekreiung vom weißen Sclirecksn? Wien, 17. Juni. Mau erwartet in Budapest mit Zuversicht den baldigen Rücktritt der als Schirmherren der Horthys-Mordgesellen kompromittierten Regierung. Ob unter Apponiy, dessen persönliche Ehrenhaftigkeit anher Zweifel steht, eine durchgreifende Aenderung eint'reten kann, so lange Horthy das Heft in der Hand hat, erscheint, jedoch sehr fraglich. Die Herzen der Juden beben zwischen 'Furcht und Hoffnung. Molen. Die 3mangfqnnfagsrufie angenommen. Warschau, 17. Juni. In der stark besuchten Plenarsitzung des Stadtrates vom Donnerstag wurden alle Anträge der Orthodoxie zur Milderung der Härten des Sonntagsruhegesetzes ahgelehnt und das Gesetz selbst gegen die Stimmen der Juden angenommen. Damit tritt das absolute Sonntagsruhegesetzin seiner ganzen katastrophalen Bedeutung für die jüdische Handelswelt in Kraft. Zu der Ablehnung der jüdischen Vorschläge trugen auch die Bundisten durch Stimmenthaltung bei. Retigionsnerfölgung mit ameriftanifchem 6e(öe. Wttua, 18. Juni. Bekairntlich existiert in Wilna ein jüdisches HWfskomitee unter dem Namen „Jekopo" (die Anfangsbuchstaben des polnischen Titels' des Hilfskomitees), Der Verein erhält seine Direk- - ttve >aus Warschiau, woher er auch feine Unter- Wtzungsgelder bezieht. Er ist somit lediglich ein ausführendes Organ, mit der Aufgabe, die litauische Provinz in ihren unsäglichen Nöten unter Vermittlung der Gemeindevertvaltungen zu unterstützen. Voraussetzung ist natürlich, daß bei der Beriickfichtigung irgend eine Teilung nach Partei und Gesinnung nicht stattsindet, überhaupt steht dem Vereine nicht das mindeste Recht zu,, sich in die inneren Angelegenheiten der'durch ihn mit den amerikanischen Geldern unterstützten -Kleingemeinden einzumischen. In Wirklichkeit aber sehen die Leiter und Beamten des „Jekopo" ihre vornehmste Aus- Me daM, mit den GeWmftteln, die ihnen Lurch __ Der JSraelit._ - die Hände gehen, einen erbitterten Kampf gegen alles M führen, was in der Provinz noch das Zeichen der Religiosität an sich trägt. Die paar Renommierrabbiner auf der Liste des Komitees ändern an der Sache nichts, da sie an feinen Arbeiten nicht teilnehmen und sie nicht im geringsten beeinflussen. Daß man sich da besonders das Cheder und die religiöse Erziehung überhaupt aufs Korn genommen hat, ist bei dem Geist, der jetzt die Gewalthaber in Polen und Litauen beseelt, schvn geradezu selbstvtzrstäudlich- Diese traditionellen Schalen, die den Lebensnerv der litauischen Judenheit bilden, werden. von den „Verteilern" vollkommen ignoriert, allen Vorstellungen zum Trotze Mit keinem Pfennig berücksichtigt, während die dem litauischen Juden, ganz wesensfremden weltlichen Volksschulen mit großen Summen gehalten Und getragen werden. Es ist so weit gekommen, daß während sich! immer neue Volksschulen mit Hilfe der amerikanischen Berteilungsgelder auftun, die Cheder-Schulen aus Mangel an Mitteln nacheinander schließen müssen, und nur dank der kräftigen Unterstützung des WAnaer „Waad Haesra" zum Teil in letzterer Zeit ihren Lehrbetriebwieder aufnehmen konnten. Ganze Unsummen werden vom „Jekopo" für Lehrerkurse ausgewvrfen, die für d ie unjüdischen Schulen des. Vereins Lehrkräfte auf die Einführung in die Bibe lkritik drillt. Ein scharfer Protest der Rabbiner gegen diese Art der Lehrerv'orbikdung blieb vollkommen unbeachtet. Die Behandlung der Rabbiner in den' vom Verein „bedachten" Gemeinden .ist derart, daß dort der Respekt vor den Führern weichen muß, daß ihre Autorität in ifjreit eigenen Gemeinden restlos untergraben wird. Man weiß nicht, wohin dies führen soll. Es handelt sich hier nicht mehr um' eine Bikdungspropaganda, wie sie seit Jahrzehnten in Rußland und Polen betrieben wird, sondern um eine systematische Verfolgung der Thora, ihrer Lehrer und ihrer Institutionen. Die einzige Hoffnung kann nur daraus beruhen, daß den Amerikanern bald die Äugen darüber.ausgehen, welcher Mißbrauch mit ihrem großzügigen Unterstützungswillen getrieben wird. Von Europa aus soll aber alles geschehen, um die Amerikaner aufzuklären und die baldige Abstellung der Uebel zu erwirken. vom jüdifchen Kulturleben in Kerono. Kowrw, 15. Juni. Ein. jitbiftfjier Verein für Erziehung und Kultur wurde unter dem Namen „Jahne" gegründet, an dessen Spitze folgende Namen stehen: Oberrabbiner Schapiro, der Vizeminister für Handel und Industrie Rachmielewitsch, 'Tr. Schlesinger, Dr. Deutschländer, S. Schereschewski, die Rabbiner von Alexot und Slobodko n. a. m. Leiter des Schulwesens ist Herr Dr. Schlesinger. Der Verein bezweckt nichts geringeres Uls die Neuordnung des, gesamter: jüdischen Schulwesens in Litauen auf altjüdischer Grundlage. 'Tie, wie bereits gemeldet, eingeführter: Kurse für Lehrer Hilden den ersten guten Anfang zu diesern Schritt, von dem man sich viel für die 'Zukunft von Juden und Judenheit in Litauen versprechen darf. Tlrtzerhrr-Slorvakei. Neues Keben in Ber Slotoaftei- Ein neues orthodoxes Pretzorgan. — Der Anschluß der ehemals ungarischen Orthodoxie an Agudas Jisroel. — Jugendbewegung. Bratislava, 18. Juni. Heute ist die erste Nummer der von der orthodoxen Landeskanzlei herausgegebenen Wochenschrift „Jüdisch? Presse" erschienen, die sich am Kopfe als Zeitschrift für die religiösen, wirtschaftlichen, sozialen und jüdisch-politischen Interessen der Orthodoxie in der Slowakei und als „Organ der orthodoxen Weltorganisation Aguda" bezeichnet. Für Deutschland kostet das Blatt Mk. 15.— vierteljährlich. No. 25 Seite 5 Ueber öte am 14. Mat statlgeyaöre Sitzung der Landeskanzlet, in der unter Teilnahme des Aguda-Vertreters, Dr. Kohn, dex Anschluß beschlossen wurde, berichtet das Blatt u. a. Folgendes: Die Beratung wurde von Herrn Oberrabbiner Präses Weber mit einer herzlichen Begrüßung des Vertreters der Aguda eiugeleitet. Vorsitzender sieht in dem Gaste den Repräsentanten einer höheren Idee, eines erhab-meu Jveats, oer ^dee oes Ämu :,zutnkiw, des Ideals der Zusammenfasstttsg aller thoratreue»; Elemente. Die Orthodoxie des alten Ungarn hätte sich zur Aguda nicht darum ablehnend verhaltm, weil sie etwa das Streben der Aguda nicht genug gewürdigt hat, vielmehr waren es die spezifischen Verhältnisse der gesetzlich sestgelegie,: Trennung der Orthodoxie im allen Ungarn, welche einen Anschluß an die Aguda unter den gleicher: Bedingungen wie sie in anderen Ländern herrschen, verhindertet.. Bet denr Umstande aber, daß die ringsum entstehenden, die vitalsten Interessen des glaubenstreuen Judentums bedrohenden Weltorganisationen eine aktivere Betätigung zur Erhaltung des thoratrenen Geistes erfordern, erachtet die hierländische Orthodoxie den Zeitpunkt für gekommen, sich unter den vorzulegenden Bedingungen der Aguda anznschließen. Oberrabbiner Hirschler verliest nunmehr nach einigen erläuternden Worten folgende Bedingungen: 1. Die orthodoxe Judenheit der Slowakei bildet eine besondere Gruppe in der Weltorganisation der Aguda, die ihre inneren Angelegenheiten selbständig verwaltet und über die Aufnahme von Mitgliedern in die Aguda der Slowakei allein -und ausschließlich verfügt. 2. Tie Aguda der Slowakei steht selbstverständlich auf strengster Basis des Schulchan-Aruchs und der Minhage Jisroel. Die Richtlinien jeder Ortsgruppe sind von dem Oberrabbiner des Ortes zu bestimmen und dessen Weisungen sind in jeder Hinsicht maßgebend. 3. In allen Erez Israel betreffenden Fragen, cs sei dies in Bezug auf das Erzlehnngsshsteim oder auf jede wie immer geartete Umgestaltung bereits bestehender Institutionen, ferner bei Schaffung von neuen jüdisch-politischen Jllstitutivnen sind in erster Reihe die dortigen Autoritäten, des „Baad Hoir ha-aschkenazi (gegenwärtig R. Eh am: Sonnenfels und R. Jerucham Diskin) berufen, die Approbation zu erteilen. - Da .gegenwärtig in Jerusalem derartige Verhältnisse herrschen, welche eine freie Meinungsäußerung dieser Autoritäten unmöglich machen, hat die Aguda der: Beschluß zu erbringen, daß ’ alle oben angeführte .Erez Israel betreffenden Fragen dem Gutachten der'obenerwähnten orthodoxen Führer angepaßt werde»:, sobald wieder eine freie Meinungsäußerung ermöglicht sein wird. 4. Es gehört zu den Ausgaben der Aguda, auch die bisherige Form der Kupas Erez Israel auf das Kräftigste zu schützen und zu fördern. Rabbiner Kohn-Ansbach akzeptierte in seiner nun folgenden Erwiderung voll und ganz den Standpunkt der Orthodoxie in der Slovensko und fügt noch hinzu, daß die Bürgschaft für einen wirklich thoragemäßen Geist in Erez Israel nicht so sehr in der Jnstitrrtivn allein, als in den führenden Personen läge und dies sei bei den bestbekannten Größen Rabbi Chain: Svnnenfeld und Nab Jerucham Diskin der Fall, die uns allein die Garantie bieten, daß die in Erez Israel zu entfaltende Tätigkeit in allen Be. ziehungeil des heiligen Landes würdig und den Ansvrdcruncren der Th»ra hakedoscka erusurechen. Nachdem noch die Herren Oberrabbiner von Preßburg, Dnna-Szerdahelh sowie von Joka und Bösing, ferner auch Rabbiner Kntz aus Neutra die große Tragweite des Anschlusses an die Aguda gewürdigt Hutten, erklärte Präses Oberrabbiner Weber den Anschluß an' die Aguda und schloß mit Tankesworten an Rabbiner Kohn-Ansbach die denkwürdige Sitzung. Die Hauptstütze der Agudabeweguug in der Slowakei wird die Jugend sein, in der ein von gründlichem Thorawissen fundierter, begeisterungsfrischer und zu entschlossonen Taten drängender Geist herrscht, und die bereits einen „Landesverband der Agudas Jisroel-Jugendgruppen der Slowakei" ins Leben gerufen hat. gMjwetf. Zweierlei Recht in Ber Sctimei?. Zürich, 19. Juni. Der Stadtrat von Zürich hat für die aus östlichen Gebieten zugewanderten Juden besondere Etnbürger ungsbestimm ungen festgesetzt. Sogenannte Ostjuden sollen 'zur Aufnahme ins Bürgerrecht nur empfohlen werden, wenn sie mindestens 15 Jahre in Zürich gewohnt und durch Beherrschung der deutschen Sprache-sowie durch die berufliche Tätigkeit sich angepaßt und als nützliche Elemente der schweizerischen Balkswirtschast erwiesen haben. Andere

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