Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 61 (1920)
- Issue
- Heft 24 (17.6.1920)
- Date
- 1920-06-17
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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fidifcher ¥ olksfreund Monats-Beilage zam „Israelit" Ve?arrtivortliche Redaktion: Arrbbirre?.' Nr. Wolf m KZLA. >'»3BEBeaRBBmsRCS9; Unseren Lesern und den Mitgliedern des Vereins für die jüdischen Interessen Rheinlands müssen wir zu unserem Bedanern mitteilen, daß wir das Erscheinen des „Jüdischen Bolkssreundes" wegen der hohen Herstellungskosten als Beilage des Israelit einzustellen gezwungen sind. DerlBerlag Die Einführung des neuen Aabdiners in Nüffeidsrf. Ein großes Fest beging der B e r e. i n s ü v die jüdi s ch e n I n L e r e s s e n R h e i n l a n d s am ersten Abend Chanukkah. In Verbuidnng mit einer Chanukkafeier des Talmud Thora- Vereins in Düsseldorf lud der V e r e i n s ü r d i e jüdischen Interessen R h e : u land s seine sämtlichen Aiitglieder und außerdem alle seine. Gemeinden des Regierungsbezirks Düsseldorf zur Einführung des nenerwähiten Bezirksrabbiners Se. Ehr'w. Herrn vr. Wey! ein. Im festlichen Rittersaale der Tonhalle versammelte sich eine unübersehbare Schar von Gästen aus Düsseldorf und dem ganzen Regiernngsoe zirk. Ja aus der Eifel und von Coblcnz war inan gekommen, um dieses große Ereignis mitzufeiern, daß Düsseldorf einen frommen m erhielt. Gelobt der, der die Zeiten ändert! Cöln hatte eine, zahlreiche Vertretung von Jung und Alt aus den Kreisen der Gesetzestreuen entsandt. Wir bemerkten die Herren. Rabbiner Dr. Carlebach-Cvln, Rabbiner Joeobovits- Cöln, Rabbiner Op. Klein vom Verein zur Wahrung der religiösen Interessen des Judentums in Westfalen. Der Bund gesetzestrenei Gemeinden Deutschlands und die Freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Inden tums hatten Begrüßungsschreiben geschickt. Der Bund gesetzestreuer Lehrer war durch Herrn Or. Rothschild-Dinslaken, die Agndoh durch Herrn Nathan Kahn, deren Jugendorganisation durch Herrn Max Cohen, die Synagogengemeinde Adaß Jeschurun-Cöln durch ihr Vorstandsmitglied Herrn Benno Hirsch vertreten. Als Zierde und Stolz der Versammlung begrüßten mir den greisen zweiten Vorsitzenden des Vereins für die Mischen Interessen Rheinlands, Herrn I. B. Jonas M.-Gladbach, und das Ehrenmitglied und den Gründer des Vereins Herrn S. Hanauer-Euskirchen. Punkt 4 Uhr war das Minchahgebct beschlossen und Herr Direktor Salo Meyer-Tüsseldorf eröffnete mit kurzen Worten die Feier und erteilte dem Vorsitzenden des Vereins für die jüdischen Interessen Rheinlands, Herrn Nst L. Mnnk-Cöln das Wort zu folgender Ansprache: „Sehr geehrte .Herren Rabbiner! Verehrte Festversammlung! Als Vorsitzender des Vereins für die jüdischen Interessen Rheinlands liegt mir die Ehrenpflicht ab, Sie die dieser feierlichen Veranstaltung beiwohnen, zu begrüßen und leite ich diese Begrüßung mit den Segenssprüchen zum Allmächtigen ein, der uns allen die rvs, zn Teil werden ließ, diese heurige Feier zu begehen "in (Ei? 1317371 1312'pi 'imn®' *p72. Gelobt Der, der uns diese Zeit uito diesen Tag hat erleben lassen und E'ööm 2727 ym, gelob: der uns und Anderen stets Gutes erweist. Wenn wir aus die Veranlassung unserer heutigen feierlichen Festversammlung eingehen, so gedenken wir unwillkürlich, daß vor einem halben Jahrhundert am hiesigen Platze der selige Rabbiner Dr. Feilchenseld 7"äT hier so segensreich wirkte und von hier dann aus den 21327.7 £22 in Posen berufen wurde, wo erjahrzehntelang, als später Rochsolger eine* 73S1 7,V£ mVl' "7 iit Stadt und Provinz, sonne für den ganzen 772 io allgemein segensreich sich betätigte nn^ zu einem 7rn.2'i2 7173 Umvöc. iS?4?« '77 rii7r-237; die Zeiten haben sich seht geändert and wir, der Verein für die jüdischen Interessen Rheinlands, haben jetzt ans der Provinz Posen Euer Eh'.'würden, .Herrn Rabbiner Or. Wetzl, lsierher berufen, um hier das Bezirksrabbinat Düsse! dorr inlseres Vereins zu leiten und zu verwalten. So traurig es ist, daß die Verhältnisse im Osten sich so 'gestaltet, wie es leider der Fall ist und die ich bei unserer bentigen Feier .7-77 717" ZVZ'Z nicht weiter ansführen will, so ist es für uns doch ein Segen Gottes, daß mir dadurch hier in die Lage gekommen sind, Sie, sehr verehrter Herr Rabbiner Wetzt, an diese Stätte bernsen zu können:' geht Ihnen doch der Ruf voraus, ganz die Eigenschaften eines Rabbiners und Führers zu besitzet! und zu betätigen, uüe wir an dieser Stelle ihn gerade gebrauchen und benötigen. Wir sind überzeugt, sehr geehrter Herr Rabbiner, daß Sie, wie bisher, daraus bedacht sind, den Worten der gestrigen <7772. entsprechend •0P3Ö ’23« T?k nx Liebe zu allen unfern Brüdern zu entfalten, sie alle auszusuchen und an sich zu ziehen, um, wie bisher nxTl min bei Jung und Alt, Frauen und Männern, zn verbreiten mirn PP Dn»77, um die Heiligkeit der Thora in Wort und Tat, in Lehre und Flnssiihrung der nil3M2 zum Allgemeingut werden zn lassen. Wir gratulieren dem Bezirke Düsseldorf und den uns angeschlossenen Gemeinden, Vereinen und Korporationen zu der ans Sie, sehr geehrter .Herr Rabbiner, gefallenen Wahl; der Allmächtige gebe Ihnen die Kraft, die Ausgaben, die Sie mit Liebe und Lust übernommen, Ihren eigenes und unseren Wünschen ent sprechend auszusnhren mPxrni min >"7377,— In diesen! Sinne führe ich Sie namens unseres Vereins als Leiter des Bezirksrabbinates Düsseldorf ans das herzlichste 'ein mit oen innigen Wünschen 22P2 2171T und DöX 727 72 227' ,77S. mpge Ihre Arbeit zum Segen für 78727 "7^2; sein! Sodann fand Herr Direktor Meyer als Vorsitzender der Talmud Thora-Düsseldorf warme Worte zur Begrüßung des Rabbiners. Leider liegt uns die Rede nicht im Wortlaut vor. Herr Pfeisfer-Düssekdorf versicherte den Herrn Rabbiner, daß auch die Religionsgesellschast Düsseldorf seinem Wirken in der Synagoge und allen Institutionen mit großen .Hoffnungen und in. freudiger Dankbarkeit entgegensehe. Nach Herrn Pfeiffer ergriff der Rabbiner des Vereins für die jüdischen Interessen Rheinlands, .Herr I)r. Wolf-Cötn das Wort zur Einführung des neuen Bezirksrabbiners für Düsseldorf in sein Amt. Seine Rede hatte ettva folgenden Wortlaut: 12 7,72771 7773 71V2 277 71 Diesen Tag hat uns Gott bereitet, lassen ivir in lauter Freude unser gehobenes Empfinden in die Welt hinausklingen! Hochverehrter Herr Rabbiner! j Sehr geehrte anwesenden Herren Rabb'inen,; liebe Gemeinden! Hochansehnliche Festi versanimlung! s \%'2* 277 712' |,c3 7..12 In diesem er- - hebenden Augenblick von historischer Größe 8ür-; sen wir eine Stunde größter Befriedigung er- >' leben. Wir sprechen nachher 72'22? '2 und i dürfen hiuzufügen: 17,772' j In freudig ernster Stunde der Erinnerung; ft! die Tempelweihe der Hasmonäer, an den \ oieß des Geistestichtes in Israel über die Kraftj begriffe von kriegerischer Macht ringsum, an l den Sieg des Thaurolebens und Thaurogedanj kens über Gesetzesverletznng und Äesetzesverhöhi nling im eigenen Volk und eigenen Staate, — j in diesen! selben Moment sind wir durch allgütigen Segen begtradet, ein schwaches Streben zn krönen durch eine Tat, die unsere innigsten .Hoffnungen lveit übertrisst. In wenigen Monaten werden es 1.7 Jahre ) fern, seitdem ich zum ersten Mml in amtlicher \ Eigenschaft den Boden dieser Stadt auf Aust r forderung von nur drei Männern betrat. Eine s gütige Leitung hat eine nach innen und nach j außen dornenvolle Tätigkeit des damals gegründeten Talnrnd-Thauro-Vereitts und der Reli-; ligionsgescllschast nach herben Prüfungen und! viel Verdruß zum Ziele geleitet. — Dank lelbst- | losester Hingabe und zielbewusster Entschlossenheit, die dem Boden felsenfester Treue zur Thora entsprossen, haben die hiesigen Freunde sich selbst den Weg gebahnt, den sie nun zu glücklichem Ende gegangen sind. Von Herzen rufe ich Ihnen rneinen innigsten Glücknnmsch zn, 2271 772 habt weiter Gelingen und Förderung in diesem Streben für die Sache der Wahrheit. Von dieser Metropole des Regierungsbezirks ans wird auch in seine Diaspora ein neuer Geis! des alten etvig jungen Judentums dringen und um den Stamm der Großstadt wird sich das Laub der anderen Plätze ranken, die treu und ernst das Panier unseres Vereins Hochhalten wollen — der Thora zu Ehren. Hochverehrter Herr Rabbiner! Fortan sollen Sie in diesem Regierungsbezirk 8er Träger dieses Paniers sein. In vielem, tvas Sie vorsinden, werden Sie enttäuscht, in wenigem befriedigt sein. Nur Anfänge finden Sie vor und auch diese, kaum begonnen, durch die Kriegsfnrie vielerorts zerstört. Sie werden 7332 .772V 7-7327 abzuwägen Haber, wo Sie im Augenblick mehr Positives leisten können, wenn gleiche ztitig der Ruf von verschiedenen Seiten an Aie