Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1920-06-17 · Heft 24 (17.6.1920) · page 18

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
61 (1920)
Issue
Heft 24 (17.6.1920)
Date
1920-06-17
Page
– (sequence 18)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2450088-2450110--68299-2525408
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

ergeht. Doch jede Arbeit mit fr geleistet werden, f zum Pflichtbewußtsein in allen Lagen des Lebens, denn wir können nie wissen, wie ein von Herj aus daß sie Treue der Thora bewahren „auch wenn zen kommendes Wort zum Herzen dringt j ihre Arme gülden geschmückt sind" von reichem PD323: 2'Vf fs B’sSV.l Um diese Zwiej äußern Erfolg im wirtschaftLichen Leben. Rufen spräche mir ünsern Gemeindert häufiger itnb inni | Sie laut ui '2« 11%. Es lebt das alte Judentum ger zu ermöglichen, um unfern alten treuen Freuu s noch 'N'22 ^2P "'1^ und noch entstehen ihm den am Niederrhein eilten Führer zu geben, j treue Söhne int jungen Geschlecht, der sich ihnen mehr widmen tönneu wird, als j Tausendfältig möge es Ihnen zurückschnllen ich es konnte, bringt unser Verein für die jüdischen Interessen Rheinlands das Opfer des Mutes, die unverlierbare Sache des Judentums ans dem Irrwahn zu retten, um einem itarij innen in Wahrheit gefestigten Judentum die Auer kennung von außen kampflos in Ehren zu er ringen. Meine lieben Freunde! Wir lasen gestern in dem Wochenabschnilt, daß Jacob seinen Sohn Joseph seinen Brüdern nachsandte, um ihr Wohl ergehen zu erfrage». Ta Joseph nach Schchem kam, da fand er einen Manu ans dein Gefilde irren und es fragte ihn der Mann: was inchst du? Da antwortete et: meine Brüder juche ich.... da sprach der Manu: sie sind weg gegangen von hier. Der greise Vater der Jakob Israel Familie blickt wehmütig beitu Gedanken cm den Unfrieden int eigenen Hause und möchte den zarten Träger des Bruderhasses zu seinen Brüden: senden. Die Verantwortung für sein Leben würde — so hoffte der Vater — de ivirken, was Vornehmheit der Gesinnung nicht vermochte, die Erkenntnis der Pflicht. Nach22Lwaren sie vereint gezogen, int Gedenken an die gemeinsame Wasfentak zur Abwendung sittlicher Schmach vom Vaterhause. Nun aber untren sie lveggezogen und Joseph fand sie nicht mehr. Da traf ihn ein Mann, als er irrte ans dem Gefilde, da fragte ihn der Mann: was suchst du und er antwortete: meine Brüder suche ich .... Der Geist des alten Judentums blick! trauernd auf feine Söhne, die von: Vatcrhause sich ent fernt.- Doch nicht alle haben den ehrwürdigen Geist verlassen. Er hat junge pflichtgelreue Söhne mit Jugendfrische und zielbewußter' Kraft. Sie ziehen aus, die Brüder zu suchen, sie Hein: zuholen ins Vaterhaus. -In Schchem waren sie vereint. In Abwehr der äußersten Schmach, da stehen sie zusammen. Dann aber ziehen sie von dannen. Nach ihren: Wohlergehen soll der jugendliche Joseph fragen. Denn mit dem Kamps nach außen ist der Frieder: im Innern nicht besiegelt, so lauge sie den Weg ins Vaterhaus noch nicht zurückgesundeu. Tn traf ein Mann ihn. —■ Gabriel soll es gewesen friic — uitb fragt ihn was er suche und Joseph antwortete: meine Brüder suche ich. Da bedeutete ihm Gabriel — -i22 das Kraftgefühl des Sieges und des Könnens hat 'deine Brüder von hinnen ziehen lassen. Nimmer hat der Geist der Wissenschaft für längere "Dauer Israels Thoratreue schwächen können. Denn der Gedanke der Thora obsiegt cM Waffengang des Geistes. Wohl aber hat Gabriel, der Uebermnt materieller Stärke, der Hochmut des Besitzes, Israels Einigkeit zerrissen -- und memt zehn Brüder sich vom Geist des Vaterhauses entfernten, einer blieb nur zurück. Und dieser eine, muß vielfach verkannt und verhöhnt, verfolgt, gehaßt und verkauft von eigenen Brüdern, an Selbstentsagung und stillen Leiden viel ertragen und im l'u.beit und nur im Vertrauert auf die Wahrheit, in Entsagung itnb Sittenreinfreit, in Treue zu Gott und Liebe zu dem Menschen vermag er, Joseph gleicki, seine Brüder zu suchen und zu finden. Das, verehrter Herr RabbLiner, ist unsere Aufgabe. Unsere Pflicht, in Selbstverleugnung unfern Weg zn gehen, bis wir dereinst p T2 D’tnto VTO vertut, in Gon es Hand vereint, uns die Arme sinken. So lege ich dcnrr Ihr Amt in dieser Hasst nung vertrattensvoll in Ihre Hand. Rusen Sie : laut und eindringlich in die Herzen unserer! Düsseldorfer Gemeinden: Meine Brüder suche; ich, rufen sie DlN'2 die Pflicht zum Gotteskampf in die Herzen der Jugend, stärken Sie chr Vertrauen TT siDV' -N.V daß es noch eine überzeugte Jugend gibt, Sie dieselbe; nsn: “pirist ’22tP& Führe uns, wir wollen ' Dir willig folgert stvfip nn»E?2 -I2tt “p Dpi "tt nan I Mit großer Spannung erwartete matt nun | die A u! rittsred o Bes neuen Rabbine.rs, [ Herrn Dr. Wey!. Mit andächtiger Stille lauschte j alles der klassisch schönen hebräischen Einleitung,! die bald in eine tiefdurchdachte, inhaltsvolle und; tiar anfgebaute forntvollendete Rede, in abge > tt artet Ruhe vorgetragen, überging. Wir sittd in. der. angenehmen Lage, unsecen - Lesern den Wortlaut der Rede des Hern: Rabbiners Dr. Weyl später mit teilen zn können. Nachdem Herr Dr. Weyl seine Worte geschloffen hatte, begann das 2'-L*.2-'Gebct. Hierauf wurde das Chauukahlicht von den anwesenden Herren Rabbinern und oen Hono' rarioneu laut entzündet, worauf dann alte anwesenden Herren für sich das gleiche taten, bis der Festsaal vom Glanz der hunderte vor: Lichtern erstrahlte und den ernsten Eindruck der i'-nnan p ITna ntachte Itnb von viel hundert r stimmigem Chor gesungen, rauschte das iltfa Tjf durch den hohen Saal. "" Tie Kellner brachten Kaffee unb Kuchen und bei gemütlicher Chattukafestesstimmung kante:: Hie Vertreter der Organisationen zu Wort: Herr Dr. Klein für den Schwester-Verein in West- Talen, Herr Dr. Carleb ach für das Seminar, .Herr Gottdiener für die ostjüdifchen Vereinigungen in Düsseldorf, .Herr Nathan Kahn-Cölu für die Agudah, Herr Dr. Rothschild-Dinslaken für den Bund gesetzestreuer Lehrer und die Freie Vereinigung, Herr stuck, zur. Fritz Cahett Eöln für den Verein jüdischer Akademiker, Herr Map Cohen für die A. I. £. und zum Schluß Herr Lehrer Wertheimer-Titsselborf in nachahmenswerter Kürze mit würzigen Worten für die Schule der Düsseldorfer Talmud-Thora. Jum Schlüsse wandte sich noch Herr Griinsfeld-Cöln, der Rettoanl des Vereins für die jüdischen Interessen Rheinlands mit folgendem Apoel an die Anwesenden: ,,Meine Damen und Herrett! Wir haben heute schon so viele gute und schöne Worte gebärt, daß es eigentlich eine Anmaßung zu sein ' scheint, wenn ich noch einige Worte an Sie richte. Wem: ich aber „der Not und nicht dem eigenen Trieb gehorchend" trotzdem spreche, so tue ich dies in' meiner Eigenschaft als Rendant des Vereins für die jüdischen Interessen Rheinlands. Was es heißt, wenn ein Rendant spricht, das werden Sie wohl wissen!! ■ Die Devise eines Rendanten ist: „Wie schaffe ich Geld, Geld und nochmals Geld", nn: die Finanzen eines Vereins in glatte Bahn zu bringen. Bevor ich dies für uns so brennende Problem behandle, will auch ich Ihnen, sehr geehrter .Herr Dr. Weyl, mein herzlichstes „Scholanm alechem" zurufen und dem aufrichtigen Wunsche Ausdruck verleihen, daß Sie im Bezirk Düsseldorf für unsere heilige Thora'Großes leisten mögen. Von meinem Nendantenstandpunkt -ans gesehen, möchte ich ,Sie, sehr geehrter Herr Rabbiner, bitten, Ihre Kchiurim mit dem Kapitel ..Maaßer" zu beginnen. Äenn ich auch nicht daran zweifle, daß unsere Freunde Maaßer geben, so wäre es doch empfehlenswert, Ihre Hörer darauf aufmerksam zu.machen, daß wir 10 Proz. des Einkomtnens geben müssen, aber bis ein Fünftel desselben geben dürfen. Wenn nun unsere Freunde die Differenz pon den 10 Proz. aus diese 20 Proz. unserer Vereinskasse zuführen würden, so wäre ich schon zufrieden. Zu msinsm und sicherlich auch zu größten Erstaunen konstatiere jch, daß in Düsseldorf nur 18 Mitglieder unserem Verein angeschlossen sind. Wir geben per Hoffnung Ausbruef, daß diese Lebenszahl ,, Chat st W u n d e r bewirken uitd uns heute noch eine große Anzahl neuer Mitglieder §nit hohen Jahresbeiträgen zitführen wird', denn daß wir für den Düsseldorfer Bezirk Uebermenschliches leisten, beweist der heutige Abend. 22T 71? P221D Pk. Wir müssen immer das Unsrige tun, bitrfen nicht die Hände in den Schoß legen und auf Wunder warten. Ich -bitte Sie daher, verehrte Damen und .Herren, helfen Sie uns in unserer Arbeit, unterstützen Sie unser Streben, werden und werben Sie Mitglieder, erhöhen Sie Ihre bisherigen Mitgliederbeitrüge, erinnern Sie sich bei trendigen Anlässen unseres Vereins indem Sie uns reichliche.Spenden zuführen, damit wir mil ivettigcr pekuniären Sorget: ans dem beschriltenen Weg sortschreitet: können. Gilt es doch Ihr und Ihrer Kinder Heiligstes Wohl das wir zu fördern bestrebt sind." Endlich kan: dann die jüngste Jugend, die ihre Oieduld sehr zu bezwingen hatte, zu ihrem Recht, um ihre .schönen Chanukahdarbietungen in 'Szene gehen zu lassen und einen frohen und tiefen Eindruck au einen erhebenden Tag von hoffentlich geschichtlicher Bedeutung siir alle Feitet: bei Alt und Jung zu hinterlafsen. Daß Chanukkah gerade wie durch Fügung, dazu ausersehen war, Düsseldorf und seiner Umgebung einen R a w zu geben, läßt uns hoffen, daß auch hier int Westen der Sieg der Thora im Anmarsch ist. Möge es dem neuen Raw von Düsseldorf gelingen, reiche Früchte auf dem vorhandenen fruchtbaren Boden zu säen und zu schauen. Möge es dem Verein für die j ü d i s ch e u I n t e reffen R h e i n l a n d s per - gönnt sein, auf dem betretenen Weg fortzufahren und der im Osten vertriebenen Thora eine neue Heimstätte zu gründen. Möge aber auch die deutsche Orthodoxie ohne Ausnahme und alle ihre Organisationen stark und einig dem Verein für die jüdischen Interessen Rheinlands mit reichen .Mitteln zu Hilfe kommen, sein Werk zu stützen gtnd zu krönen, Thora und wieder Thora in einen von crltersher gesegneten Boden zu pflanzen, damit ein Geschlecht erblühe, groß in Thoratvissen, zielbewußt in Thoratat — nur Gott zu Ehren und Seinem heiligen Namen. spenden vom 9. Juni bis 31. Attgust: Zur freien Verfügung für rvohttül. ZweÄe: K ö l n: Frl. Schönbach 5, Frau Geismar 50, Grete Walter 20, Max Rosenthal 50, N. N. 6, Beny Stock 100, Schönbach 100, Max Rosen thal 50, M. Dinkel 100, Simon Langer 10, N. N. 20, Frau Walter 100, N. N. Ilch N. N. 25, Frau Abraham 50, N. N. 10, M. Topilowski 25, N. N. 20, Robert Geismar 100, R. N. 25, Rosenthat 20, Sally Schönbach 9, Moses Mendelsohn 100, Jonas Wallenberg 50 Jak. Seliginann 50, Geschw. Berlin 10, Kohn 100, Munk Schwarzschild & Co. 500, N. N. 100, N. N. 100, N. N. 10'. Ahrw c i l c r: Moses Heymann 25. B a r g f e l d: Wolf 10. Beurig: Nathan Meyer 50. B o n n: Lehrer Koschland 50. C o m m e r n: Durch Gebr. Löwen stein 100, N. N. 150. D o r m a g e n: Max Herz 75, Jos. Gottschakk 20. Detmold: Nathansen 100. Euskirchen: S. Schweizer 15, dto. 5. Eiserfey: S. Nathan 250. Goch: Oppenheimer 20. Geldern: S. Nordheim 300. Heinsberg. I. Baehr 20. Ketwig v. d. Br.: Frl. Müller 20. Limburg: Dannenberg 350, N. N. 107. Lechenich: Frau Baum 20, Franken 40. Mechernich: Wwc. S. Liffmann 50. Unter Mauhach: Jonas Roer 25. Neuenahr: David Gottschalk 20. N e u w i e d: Leop. Loeb 25. Rees: Lilienfeld 100. Siegburg: N. N. 50, N. N. 10, Mor. Heymann 50. Sinzenich: Hartoch 900. St o mm etn: Durch Heymann 100, Max Heymann B$.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.