Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 61 (1920)
- Issue
- Heft 24 (17.6.1920)
- Date
- 1920-06-17
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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sittlicher Entartung, die wir bei Lemech und seiner Doppelehe kennen lernen, Schaden nahm. Von da ab trat Verwesung nach dem Tode ein, damals glichen die Menschen Affen und damals wurde der Körper für Infektion durch schädliche Einflüsse empfänglich. Dem Körpergcnuß entsprach der Körper» verfall innerlich und äußerlich. Die volle Kraft gestalt des Adam ward degeneriert, der Mensch entwickelte sich, abwärts. Aus dem Staube erhebt sich noch heute kein Mensch, Wohl zerfällt der Mensch in Staub. Das Große kann zu Kleinem hinabsinken, den Kleinen fehlt die Kraft zu Großem zu erstarken. Eine Zurückentwicklung vom göttlichen Ebenbild zum Tier, lehrt der Wahrheitsbericht der Thora, eine Aufwärtsentwicklung vom Tier zum Mensch ist ein Wahngebilde irrender Gottesleugner. Das Geschlecht Kajins geht zu Grunde. Sein einstiges Dasein wird durch die traurigen einzelnen Exemp'cre seiner Entartung bezeugt. Vom 7. Mai bis 7. ftuni einqeqcmqene Spenden: Aür die AerwiMurrgskasse des Kereins für die j«b. Interessen HlHeinlarrds: Cöln: N. N. 500, N. N. 300, M. Schloß 30, N. N. 5, S. Grünsfeld 20, N. N. 5, I. Weißmann 50, N. N. 25, Ph. Weil 10/ Max Rosenthal 50, N. N. 50, N. N. 40, Victor Weil 20, Jenny Weil 20. Sommern: Js. Kaufmann 50. Euskirchen: S. Klinger 10, S. Hanauer 50, S. Schweizer 100, M. Schweizer 20. Rees: M. Levisohn 45. Aür die Uakmud-Khanro Köln: Cöln: Ialler 50, Margarete Wolf 50, Stiftung Heilmann 300, Schupler 25, N. N. 30, N. N. 20, I. Weißmann 50, N. N. 25, Ph. Weil IO, Leonh. Bier-Weill 1OO, A. Ring 10, Sal. Wertheim IO, N. N. 1O0, Victor Weil 20, S. Grünsfeld 5, M. Schloß 50, N.N. 300, Scmhvn 12, N. N. 5OO, Schönbach 15, Dr. Pciser 15. Commern: Familie Earl Cahn 50, Stiftung Beretz 500. Euskirchen: M. Schweizer 51. Lüxheim: Kaufmann 10. Mechernich: Robert Löwenstein 5. Frankfurt: Oberlehrer Max Munk 10. Aür Köhcre jüdische Schnke „Iawrre" in tzökn U m fl c r b a m: Samuel SSivribannt 712, iCöln: N. N. 20, PH. Weil 20, durch Jak. Eohen N. N. 75, N. N. 300, N. N. 75, Victor Weil 20. N. N. 500. Euskirchen: M. Schweizer 50. Aür Krez Iisroek: Andernach: Dr. Veis 20. Bnrgpr epp ach: Durch Dr. Michalsly 226,80. C a l c a r: Abr. Cohen 10. E ö l n: M. L. Munk r. B. 420, N. N. 20, N. N. 5, Scheffler 6, Sal. u. Em. Wolf 1,30, Frau Sal. Wolf r. B. 17,05, Jonas Wolf r. B. 80,80, Ad. Simons Challohgeld 5, Schaare Zedek 5, I. Weißmann M. I. 5, Gradmann M. I. 5, PH. Weil M. I. 5, N. N. 1, PH. Weil 10, Frl. Heymanns 25, Jaller M. I. 10, Frau Geismar M. I. 50, Herr Geismar M. I. 10, N N. R. M./V. H. 1, M. Schloß 20, Sinn 1. Düsseldorf: Jsr. Religionsgesellschaft 50, Benj. Stark 35, Cahn 10. Gilgenburg: Lehrer Schloß 10. Frankfurt: Oberlehrer Max Munt 10. Vallendar: B. Adler 50. Aür das isr. Altersheim f. d. Hlheinproviu;. Cöln: Gefchw. Berlin 10, Frau Abraham 50, N. N. 10. Iür tzßanro-Irvecke: Cöln: Gradmann 50, N. N. 20, Oskar Simons 5, N. N. 75, N. N. 300. Znr freien Verfügung für woHktüt. Zwecke: Cöln: Rosa Abraham 130, Gefchw. Berlin 10, Rosenberg 100, N. N. 20, Scheffler 200, Max Schärft 10, Ernst SchWarzWld 500, N. N. 20, Moses Walker 100, Fritz Samuel Kahn 40, N. N. 10, Frau- Ph. Schönbach 3, Frl. Fülder 25, N. N. 100, Ph. Schönbach und Kinder 50, Frau H. Katz 20, N. N. 20, N. N. 10. C a l c a r: Abr. Cohen 10. Com - m e r n: Marcus Schmitz 20. E u sk i r ch e n: S. Hanauer 100, S. Klinger 140, Marx l00. Frankfurt: David Bauer 500. Gilgenburg:' Lehrer Schloß 15. H o chn e u k i r ch: Js. Falkenstein 50. Kettwig: Frl. Müller 20. M e ch ernich: Robert Löwenstein 5. Neuenahr: Jugendbund 10, David Gottschalk 20. Neuwied: L. Loeb 50. Schevenin gen: Gntwirth 50. Vallendar: B. Adler 50. Rachrichtek und KorresyMenren. Euskirchen. Am 13. Mai fand hier eine Bezirksversammlung des Vereins für die jüdischen Interessen Rheinlands statt. Dieselbe war aus der ganzen Eifel beschickt und über 150 Herren und Damen nahmen an den Verhandlungen regeil Anteil. Der Vorsitzende des Vereins, Herr M. L. Munk, eröffnete die Versammlung Mit etwa folgender Ansprache: „Meine Damen und Herren! Indem ich j hierdurch den Bezirkstag des Vereins für die jüdischen Interessen im Rheinland eröffne, rufe ich Ihnen Allen in altjüdischer Weise ein herzliches Scholaun zu und begrüße ich Sie auf das herzlichste mit verbindlichstem Danke dafür, daß Sie unserer Einladung gefolgt find und hierher kamen, wo vor 18 Jahren.unser Verein gegründet wurde. Nach den langen Kriegsjahren haben wir! jetzt Gott fet Dank den Frieden, hoffen wir, daß derselbe nach innen und außen ein dauernder sein möge, Frieden dem Nahen und Fernen ' und wir vor inneren Unruhen befreit. bleiben. Während der Kriegsjahre war unser Verein auch nicht lässig, doch mußte seine Tätigkeit sich leider den Kriegsverhältnissen anpassen, während unsere Hauptaufgaben und Ziele znrücktreten mußten. Nachdem wir nunmehr zu unseren Hauptaufgaben wieder schreiten können, freut es uns, hier in der Geburtsstadt unseres Vereins zum ersten Male wieder einen Bezirkstag abzuhalten und wollen wir wünschen, daß, wie vor 18 Jahren hier die Gründung des Vereins zum Segen für die Judenheit Rheinlands | erfolgte, auch jetzt wieder neues jüdisches Leber: aus unserer Tagung erblühen wird. In diesem Sinne begrüße ich Sie nochmals aus das Herzlichste." .Hierauf nahm der Lehrer der Synagogengemeinde Euskirchen, Herr Dr. Heitberg, das Wort zu einer formvollendeten Begrüßungsrede, rede, der wir folgende Gedanken entnehmen: t „Es zeuget unleugbar von der Gottesnatur, I die im Menschen lebt und wirkt, daß er des j Guten, das er geübt, des Edlen, das er voll- \ bracht, sich zu freuen vermag. Diesem edlen Zuge folgend wollen wir den heutigen Tag festlich begehen, an dem wir alle einst von einem Geiste getragen, von einem Gefühle erfüllet, zusammentraten zur Erreichung großer Ziele. Die Bedeutung des heutigen Tages liegt noch auf einer anderen Seite. Es soll nämlich an demselben die hohe Bedeutung unseres Vereins, die Heiligkeit seiner Zwecke uns immer von neuem ins rechte Licht gestellt werden, daß die Begeisterung für die Aufgaben des Vereins in uns eine lebendige wäre, selbst wenn das Leben mit seinem erkaltenden Hauche die Liebe zum Verein zu schwächen oder gar zu ertöten droht. Denn das materielle Leben mit seinen mannigfachen. dringenden Aufgaben zieht den Menschen ach so häufig vom höheren, edler: Streben ab, namentlich in Zeiten, wie die unsere, wo der Kampf um das Leben ein immer schwierigerer wird, liegt die Gefahr näher denn je. Darum liegt aber auch gerade in unserer Zeit uns die heilige Verpflichtung mehr denn je ob, mit maxmen Worten an die heilige Aufgabe unseres Vereins zu erinnern, zu mahnen, daß der Israelit durch die niederen Forderungen des Lebens, auch wenn.sitz noch so dringend an ihn herantreten, sich nicht von seiner hohen Lebensaufgabe ebtenken lassen dürfe. Dies Bewußtsein wieder p wecken, da.wo es erlöschen, und es wieder p kräftigen, da wo es .geschwächt worden, ist dieses Tages würdige Aufgabe. Noch sei es mir gestattet, auf eine der hehren Aufgaben hinzuweisen, die der Verein jüdischer Interessen sich gestellt hat. Das ist die Sorge für den Religionsunterricht, daß der ehrwürdige Schatz beglückender Lehren, beseligender Wahrheiten, dieses Erbgut der Gemeinde Jakobs der Jugend nicht..abhanden komme, die Lehre, die Moscheh einst uns geböten hat, übertragen werde dem neu auswachsenden Geschlechte." Tann folgte ein Vortrag des. Herrn Rabbiner Tr. Wolf Wer „Freiheitsgedanken im Judentum" und daran schloß sich ein in Inhalt und Form gleich glückliches Referat des Herrn Max Cohen über „Jugend und Judentum". Der uns zur Verfügung stehende Raun: verbietet uns, die beiden Vorträge auch nur annähernd p skizzieren. Nach einem gemütlichen Stündchen ernsten und heitern Plauderns trennte man sich in dem Gedanken, eine Anregung empfangen zu haben, die zwischenzeitlich bereits praktische Resultate gezeitigt hat durch Einrichtung von Lernkursen für Kinder und Erwachsene unter der Leitung der Herren Siegfried und Moritz Schweiger. Auch andere erfreuliche Erfolge lohnten die Mühe des Tages und werden den Verein pneisern, solche Versammlungen recht zahlreich p veranstalten. Sem Var Mzwoh. Barmizwohtag! des Knaben Traum Ist festlich nun gekommen, Der Tauroh hehrer Pslichtenraum Hat heut' ihn ausgenommen. Vorbei sind Tand und kindlich, Spiel, Das Leben ruft p ernstem Ziel, Bald gilt's empsang'ne Lehren Als ManÄ kraftvoll bewähren! Der treuen Mutter sanfte Hut Hat sorgend Dich geleitet, Ihr Wort, ihr Vorbild schlicht und gut Den Boden hat bereitet. Für Vaters Zucht und weise Lehr', Zn Gottes und der Menschen Ehr'; Dies dankbar stets bewahre Bis in die fernsten Jahre. Reichtum, viel mehr als Gut und Geld Die Schule hat gegeben An Wissen Dir aus aller Welt, Ihn wahr' und mehr' im Leben Er sei Tein Stolz, er Deine Ehr', Gen falschen Schein stets Deine Wehr! Hält fest ihn Dir, er weise Ten Weg zur Lebensreise. ' Ein drittes ward als höchster Hort, Der Glaube Dir gefchenket. Den Du bekannt an heil'gem Ort, Von Ihm, der alles lenket. „Jisroel" „Gottesstreiter" sein, Sei das Panier, der Wählspruch Dein, Soll mahnen Dich und stärken Allzeit zu edlen Werken! — Drei Sterne hell, sie leuchten mild Aus Deines Lebens Wegen Ob Stürme Dich umbrausen wild, Sie künden Glück und Segen. Schul', Elternhaus, Religion, Sie leiten Dich Jisroels Solch! — Bis in die fernste Ferne Strahlt ihm, Ihr gut'gen Sterne! ,S. R.