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Der Israelit · 1920-06-17 · Heft 24 (17.6.1920) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
61 (1920)
Issue
Heft 24 (17.6.1920)
Date
1920-06-17
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Gelte tt Nr. 34 , . ' flguöas üisroel in PalSffins. Zürich, 28. Mat. Der palästinensische Korrespondent der „I. P. Z" schreibt: Dr. Moses Aue Mach, der Leiter des Agudas Jisroel-Schulwerkes in Palästina, ist nach zweijähriger Abwesenheit dieser Tage eingetrcffen. Er wird vor allen Dingen das gesetzestreue Schulwesen inspizieren nnd sodann der Agudas JrSroel Bericht erstatten. Anläßlich seiner Ankunft fand eine-Versammlung der Agudas JiSroel in Jerusalem statt, in der Dr. Auerbach über die bisherigen Arbeiten des Aentralbüros der Agudas Jisroel und der Agudazentrolen in Polen nnd in England besonders auf dem Gebiete der religiösen Erziehung referierte. Erwies u. a. auf die großen organisatorischen Leistungen der Agudas Jisroel auf dem Gebiete des religiösen Erziehungswesens im Osten Europas hin, erwähnte, daß eine ähnliche Aktion in England im Gange sei und hob hervor, daß auch in Amerika die Aguda ihre Tätigkeit auf dem Gebiete des Erziehungswesens in Angriff genommen habe. Obschon es dort an Geld nicht mangle, fehle es vorest an großen organisatorischen Kräften, die im religiösen Sinne wirkten. Aber es sei Aussicht, daß auch in Amerika die Aguda ihren Wirkungskreis u.nd ihre Tätigkeit in absehbarer Zeit vergrößern werde. Was Palästina anbelaugt, fehle es ^im Gegensatz zu Amerika nicht an religiösem Ge st, aber an Mitteln, um die Talmud-Thora-Anstalten und Jeschtbot zu erhalten. Das Zenv tralbüro der Aguda beschäftige sich eingehend mit dieser Angelegenheit und habe beschlossen, zu Hilfe zu eilen und nur aus Valutagründen ist bisher die Aktion noch nicht dürchgcführt worden. «Auch Nabb. Horovicz, der Vertreter der Amsterdamer Pekidim und Amarkalim ist dieser Tage nebst Familie in Jerusalem etngetroffen. Die Arbeiterorganisation „Agudath Hapoalkm HajehudimHarischonahHajeruschalmithHakelalüh" (First Jerusalem United Jewiih Workmen's Scciely) hat in ihrer jüngsten Plenarversammlung den osfiziellkn Anschluß an die Agudas Jisr^el vollzogen. Die Statuten dieses Arbeiter-e vcrkondcs wurden am 30. April 1918 durch di englischen Behörden genehmigt. , Die mahlen in Jerufalem. Aerusakem, 1. Juni. Wie bereits gemeldet, gingen die Wahlen in Jerusalem unter sehr starker Agitation vor sich. In einzelnen Vierteln des alten Jischuw kam es zu lebhaften Auseinandersetzungen. Vor den Wahllokalen spielten sich erregte Szenen ab. Insgesamt wurden 7760 Stimmen abgegeben. Jerusalem erhält demnach 97 Abgeordnete. Die Mandate verteilen sich wie folgt: Sephardim 39, Jemeniten 12, Achdus Haawodah 11, Hapvöl- Hazair 7, Bncharer 5, Parteilos 5, fortschrittliche Ortsodrxe 1, Beamte 1, Hadossah i, die restlichen Mantate sind zersplittert. Der Misrachi hat mit 60 Stimmen kein Mandat, die Handwerkerorgantsation mit 71 ebenfalls keins. Die Anzahl der Gewählten im ganzen Lande beträgt ungefähr 250. Daß die Misrachisten kein einziges Mandat erhalten haben, beweist, wie schwach ihre Position in Jerusalem ist. Da Jerusalem über 50600 Juden zählt, mußten angesichts des allgemeinen Wahlrechtes mindestens 22000 Wähler vertreten sein. Wenn daher nur 7560 gestimmt haben, so kommt das daher, daß die Orthodoxie-die das Gros der Bevölkerung bildet, sich an den Wahlen nicht beteiligt hat. * Jerusalem, 7. Juni. Zu den Opfern der Jerusalemer Ausschreitungen gehört auch der bekaunte Rabbi Mottele T e w e rs k i ein hervorragender Talmudgelehrter, der auch besonders durch seinen Kunstsinn und seine Kunstfertigkeit allgemein hoch geachtet war. Beim allgemeinen Ucberfall auf die Häuser an der Westmauer drangen die Horden auch in das Haus Der Z»r«m des weltabgeschiedenen Rabbi, stürzten sich auf den Wehrlosen und mißhandelten ihn so schwer, daß er nach einigen Tagen seinen Wunden erlag. An seiner Beerdigung beteiligten sich Tausende und alle Geschäfte waren wqhrend des Trauerzuges geschloffen. In letzterer Zeit konnte man wiederholt beobachten, wie sich Araber an der heiligen Westmauer zu schaffen machten und dabei die'in Andacht vertieften Juden störten, belästigten und sogar gefährdeten. Ein Jude wurde am Sabbat beim Beten durch Steinwürfe so schwer verletzt, daß er ins Spital überführt werden mußte. Eine Vorstellung beim englischen Gouverneur hatte die Bestimmmung zur Folge, daß von nun an nur jüdische Arbeiter für Arbeiten an der Mauer verwendet werden dürfen, da die „Quadern zweifelsohne vom jüdischen Tempel her stammen". Amerika. Her amerifianifcfHüflifcfie Kongreß. Acw 30. Mai. Der amerikanisch-jüdische Kongreß beschloß, einen permanenten Ausschuß zur Vertretung üdischer Interessen zu wählen. Berlin, 26. Mai. Wie der Vorstand der „Bereinigung traditio n ell-gesetzestreuer Rab biner Deutschlands" mitteilt, berichtet das vnlcrsitchungsamt des Allgemeinen österreichischen , Apothekervcrcins über Ge»vürzfälschungen, deren Kenntnis für alle rituelle Haushaltung«n, besonders für das Pessachfest von Wichtigkeit ist. Bei Paprika wurden grobe Fälschungen durch mineralische nnd andere Zusätze nachgewiesen. So bestanden zwei Proben aus einer Mischurlg von Paprika und Weizenmehl, die andere aus 2t- % Schrmrspat, der künstlich rot gefärbt war. Eine andere Probe bestand vorwiegend aus Maisgries,' desgleichen eine bulgarische Paprika. Eine Probe von Muskatblttte bestand vorwiegend ans Maisgrtes nnd wenig Gerstenmchl, mit einem Teerfarbstoff gefärbt Mit der Wahrscheinlichkeit auch anderer Fälschungen als der bereits erkannten, ist zu rechnen. BreSlsu, 4. Juni. Ueber die gegen die Firma C. Lewin in Brrslau cingeleitcte antisen Nische Propaganda wird uns von zuständiger Seile mitgeteilt: Die Firma C. Lewin verwertet seit längerer Zeit den Hauprteil der im Besitz der Heeresverwaltung befindlichen Alstextilien, (Hosen, Röcke, Mäntel usw.). Diese befinden sich, wie ohne weilerrs einleuchrend ist, fast ausnahmslos in einem sehr abgerissenen und zerlumpten Zustande. Aufgabe der Firma Lewin ist es, aus den noch brauchbaren Stücken dieses Altmaterials neue Kleidungsstücke herzustellen, was durch Auftrennen, Reinigen, Desinfizieren, Umfärben, Zusammensctzen usw. geschieht. Die Verkaufspreise, welche in der Hauptsache ein Entgelt für die von der Firma geleistete Umarbeitung sind, sind außerordentlich niedrig und betragen beispielsweise für Mäntel je nach Beschaffenheit 18—30 Mk. Auf eine „kleine Anfrage" des unabhängigen Abgeordneten Eichhorn an die Regierung, hat der zwanzigste Ausschuß der deutschen Rationalversammtltng sich eingehend mit der Angelegenheit befaßt. Er kam zu der einmütigen Auffassung, das Verhältnis zu der Firma Lewin in vollem Umfange aufrecht zu er halten, da feststehe, daß kein zweites Unternehmen in Deutschland in der Verwertung von Alttextilien so ergiebig und preiswert arbeite, wie diese Firma. Nichtsdestoweniger verbreiten seit einigen Monaten der „Deutschvöirische Schutz- und Trutzbund" in Hamburg, die „Deutsche Erneuerungsgemeinde" der Herren Fritsch und Kramer in Leipzig, zahlreiche Zeitungen und Wahlredner der deutschnationalen Volkspartei in Flugblättern, Reden, Zeitungsartikeln und Inseraten die unwahre Behauptung, daß die Sachen an die Firma Lewin „verschleudert" würden. Es wird so dargestellt, als ob Lewin von der Heeresverwaltung noch brauchbare Sachen zu ganz minimalen Preisen erhalte und als ob die Firma freie Verfügung über diese Sachen hätte, was nachweislich nicht der Fall ist. Die Firma hat deshalb mehrere Klagen krhrben und gegen den deutschvölktschen Schutz- und Trutzbund, Sitz Hamburg, sowie deffen Vorsitzenden, Herrn Hauptmann Rorh, die einstweilige Verfügung des hiesigen Landgerichterwirkt. Cassel, 6. Juni. Gegen den antisemitischen Schriftsteller Dr. Arthur Dinier, der vor kurzem in öffentlicher Versammlung die beleidigendsten Ausfälle gegen israelitische GlaubenSeinrichtungen machte, ist nunmehr bet der Staatsanwaltschaft Cassel Strafantrag wegen Gotteslästerung und ReltgionSfchändung gestellt worden. . J ' 17 Zimt 1980 Königsberg n Pr.> 6. Jttni. Zum Nachfolger des nach Breslau berufenen GemeinderabbtnerS »r. Bogelstetn wurde von den Gemetndekörperschafte« Herr Gemeinderabbiner Dr. Lewin, Leipzig, einstimmig gewählt. . Vreden i. Wests-, 20. Mai. Anschließend an den MörgengotteSdienst, fand hier die Einweihung einer Gedenktafel für den 1915 bei Neuville (ArraS) gefallenen Moritz Rosenthal statt. . Herr Lehrer Stegmund Zodick, Gemen i. Wests, hielt nach gesanglichem Vorträge des einen herzlichen Nachruf. Der Redner betonte, daß die Gedenktafel das Andenken an den Gefallenen, für alle Generation wächhalten soll. An der Feier nahmen Gäste and Etadrlohn und nich'jüdische Bürger der Stadt Vreden teil. Baden 20. Mai. Durch das edle und humane Walten des Vorstandes unserer Gemeinde angeregt und durch eine vom Herrn Oderrabbiner W. Reich zu diesem Zwecke abgehallene Predigt begeistert, bildete sich hür unter dem Namen Bikkur-Chauitm eia Verein, der es sich zur Aufgabe macht, alle jüdischen Kranken im Bezirke Baden, sowohl Einheimische alS Auswärtige zu besuchen und ihnen eine ihrer Krankheit entsprechende rituelle Kost zu verabreichen. Nebst den vielen.Spenden, die zu diesem Zwecke bei der Thora von edlen Gönnern einlaufen und nebst der Mitwirkung des F' amn-Wohltätigkeitsoereines und der israelitischen Volksküche, sind es insbesondere folgende Herren, die sich intensiv mit großen Zeit« und Geldopfern dieser heiligen Sache widmen. An der Spitze steht Herr Alexander Braun, Präses der israelitischen Kultusgemetnde, Herr David Daniel, Bizepräses. Herr Adolf Raab, Präses der Chewra« Kadi'cha, Herr Gustav Oedenburger, zweiter Vorsteher und Herr Leopold Blau, zweiter Vorsteher der Chewra- Kadlscha. Ferner die Herren: Bernhard Affenkraut, Moritz Letzter, Emo Ehrenstein, Heinrich Flcnchmdnn, Leopold Weißmann, Josef Ungar und Samuel Spitzer. __ 1 Zürich, 10. Juni. Nach" dem eben erschienenen Berichte des Hüfsv^reins für jüdische Lungenkranke in der Schweiz über die Heilstätte „Etania" in DavoS haben in der Zeit vom 16. Juni bis Ende Dezember 1919, 68 Paiicntcn in der Heilstätte Aufnahme gefunden, worüber ein aussvhrlicherVeiicht des Cheflarztes, Herrn Dr. Oeri, Auskunft gibt. AuS demselben ist klar und deurlich zu ersehen, welch' großen Segen die Heilstätte den Lungenkranken gebracht hat. Ein spezieller Bericht gibt über das BetrieböergebniS der Heilstätte Aufschluß. Die darin enthaltene Aufstellung der Verpflegungstage beweist, daß daS Zi?l, eine Heilstätte für Ilnbemittelte und L-.inderbemtitelte zu besitzen, im vollstrn Sinne des Wortes erreicht wurde, denn es sind bis jetzt 66°/0 Un. und Minderbemittelte und nur 33"/g Vollzavlende ausgenommen und verpflegt worden. Damit dürften alle in dieser Richtung aus mangelhaster Orientierung entstandenen Vorwürfe hinfällig werden. ES ist die nächste Aufaabe des Vorstandes, neben der Aufbringung ker Mittel für den laufenden Betrieb, der mir einem Minimum von 100 600 Frcs. nicht zu hoch gerechnet ist, einen Reservefonds zu schaffen. Edlen Menschen ist hier Gelegenheit geboten, durch Zuwendungen von Stiftungen und Legaten für diesen Fonds ihren Namen für alle Zetten zu verewigen. Amsterdam, 20. Mai. Vor kurzem ist hier eine Jugendgruppe der Agudas Jisrvel ins Leben gerufen worden. In der Gründungsversammlung entwickelte der Vorsitzende, Herr I. Getzler, in ein« gehen der Rede das Programm der Aguda und die Aufgaben der vereinigten orthodoxen Jugend im besonderen. Nach einem zweiten Referat des Herrn Leiter wurden einige Resolutionen angenommen und ein Komitee gewählt. Man darf hoffen, daß die junge Gruppe viel zur Hebung des ThoralernenS und des jüdis chen Lebens in Hollano beitragen wird. London, 24. März. Das „Zionistische Bulletin" berichtet, daß dem Vorstand-der Gesellschaft für die Bewahrung der historischen Denkmäler Palästinas, nebst Dr. Ruppin auch Rabbi Kuk als Mitglied der Exekutive beigetreten .ist. Vorsitzender ist Herr David Yellin. New-Port, 4. Mai. In Anerkennung seiner großen wissenschaftlichen Verdienste hat die New-Aorker ^Columdta'Üntversiiät, Prof. Einstein die Große goldene Medaille verliehen. Sabdat-Anfang und Ausgang. rnp raw O R Ti Anfang.! AuSganq Ubr iMin. 19201 5680 ' Uhr Mt». Frankfurt a. M. 7 50 19 Juni 3. TamuS S 40 Berlin 7 SO 9 33 München . 7 15 9 06 Stratzbnrg . - — j — | — Stuttgart. — j — I i — — Pose« . . — 1 - — — NSrnbera... 7 15 9 19 Hamburg . — — 10 SS

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