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Der Israelit · 1920-06-10 · Heft 23 (10.6.1920) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
61 (1920)
Issue
Heft 23 (10.6.1920)
Date
1920-06-10
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Gelte 6 Nr. » Noten. Vsrldisuer Brief. Warschau, 3. Juni. Neue Ueb erfülle auf jüdische Reisenden werden wieder aus allen Linien der durch das Polenland verkehrenden Bahnen gemeldet. Allen Vorstellungen und allen Versprechungen zum Hohne steht die Sache so, daß es für einen bärtigen Juden nicht ratsam -ist, eine Reise zu wagen. Die Ueberfälle gehen von den sog. „Posenern" aus und haben offenbar den Zweck, den Juden am Reisen zu verhindern und damit den jüdischen Handel lahmzulegen. Besserung wird nach wie vor in Aussicht gestellt. ... So empfing Kardinal K o k o w s k i, der höchste Vertreter .der polnischen Geistlichkeit, in Lodz eine jüdisch-e Delegation, deren Wortführer auf die Judenhetzen in Polen hinwiesen und den Kirchen fürsten um Einwirken zu Gunsten des jüdischen Rechtes baten. Der Kardinal gab in seiner verbindlichen Ansprache der Hoffnung Ausdruck, daß bei einer Konsolidierung der Verhältnisse fich auch die Beziehungen zwischen Polen und Juden bessern würden. Das Königreich Polen werde seine traditionelle Toleranz und Gerechtigkeit nicht verleugnen. In Regierungskreisen ist Man z. Zt. mit der lebhaften Propaganda für die Reichsanleihe beschäftigt. Wohl im Interesse dieser Agitation glaubte der Finanzminister Dr. Ritz a r k i mit der Verleumdung hervortreten zu müssen, die jüdischen Kausleute boykottierten die Reichsanleihe. Die verleumderische Acußrrung wird zwar durch die veröffentlichten Zahlen gründlich widerlegt, nichtsdestoweniger hielt es der Jüdische Kaufmännische Verein für gut, in dfsöntlicher Versammlung gegen diese Verunglimpfung zu protestieren. . Nach den Matrikeleintragungen jim Nabtzinate find in Warschau in den letzten 5 Monaten von November 1919 bis April dieses Jahres 1203 jüdische Knaben und 1143 Mädjchen zur Welt gekommen. 743 Eheschließungen stehen 1337 Ehescheidungen gegenüber. Rumänien. Aus öer rumänifdicn Buhoioma. Wien, 3. Juni. Dr. Strauch er wurde in die rumänische Kammer gewählt, so daß die Bukowina in die rumänische Kammer zwei jüdische Abgeordnete (Dr. Straucher und Dr. Pistiner)-entsendet. Die jüdischen Kandidaturen wurden im letzten Augenblick umgestellt, so daß Dr. Ebner für den Senat kandidiert wurde. Das Ergebnis der Senatswahlen ist noch nicht bekannt. I ValäMna. Bic öcrRöruna ßaülääs. WarjHa«, 1. Juni. Wie „Haolom" meldet, sind bei den letzten räuberischen Ueberfällen auf die Dörfer und Kolonien, in Galiläa wieder mehrere Juden als Opfer der Kämpfe gefallen. Das erste dieser , neuen Opfer war der junge T. Kamenetzkt in der Kolonie Poria, der vor drei Monaten in das Land gekommen war, um sich auf dem Grundstück seims VaterS in der erwähnten Kolonie anzusiedeln. Er wurde von den Mördern getötet, als er gerade seine ersten Versuche in der landwirtschaftlichen Arbeit machte. Nach ihm wurde der Landmnnn Katz aus der Kolonie Milchamja gelötet. Einige Lage nach diesen tragischen Vorfällen überfielen 50 Beduinen die Farm Marsh bei Sichron Jacob. Dort wurde Benjamin Kruwnik getötet und zwei junge Leute schwer verwundet. Die Beduinen raubten die Farm vollständig aus. x Die jungen Leute von Sichron zogen zu Hilfe. Bei Nacht wurden 90 Inder mit drei englischen Offizieren, ebenso sieben jüdische" und drei arabische Gendarmen zum Schutze der Kolonieen geschickt. Die Beduinen überfielen auch die Kolonie Jehuda und töteten den Bauer Bernstein und seine Mutter. Nach den Nachrichten der letzten Tage haben die Plünderungen und Mordtaten bisher noch nicht nachgelassen. In den letzten Wochen überfielen Beduinen auch zwei christliche Dörfer in der französischen Besetzungszone und löteten ungefähr 50 Personen. Vermischtes. Stuttgart. 31. Mai. Der 23. Rechenschaftsbericht des Israelitischen Landesasylnnd Nnterstützuriasvereins für Württemberg e. 35, über das Jahr 1919 o.elangt soeben in vereinfachtsr Form zur Auspabc. ES ist dies das 13. Jahr seit Eröffnung des Heims zu Sontheim bei Hcklbronn und hatte auch dieses Haus unter dem Eiend des wirtschaftlichen Lebens zu leide». Nur mit Mühe konnten die Schwierigkeiten überwunden werdest Gesuche um Neuaufnahmen wurden zahlreich gesandt, doch zufolge der Zustände konnten nur vier berücksicht werden, sodah die Zahl der Pfleglinge 25 betrögt. Baarunierstütznngen muhten sehr beschränkt werden. Gestorven ist eine Einwohnerin des Haules im Alter von 79 Jahren, nachdem sie sich acht Jahre hier oufgeyalten. Im AuSschuh sind viele Aenderungen erfolgt, fünf w itglieder sind frekwiflkg zurückgeireicn uns machten jüngeren Kräften Platz. Die Zurückgetretenen wurden zu Ehrenmitgliedern bezw. zum Ehrenvorstand ernannt. Aus der Betriebsrechnung ist hervorzuheben: Jayresbelträre gingen ein 8116 Mk., Thoraspenden 86 6 Mk., Verpflegungsbeiträge 16150 Mk, Zinsen 5629 Mk., dagegen betrugen die Ausgaben: 62191 Mk., darunter die Lebensmittel mit27 858 Mk., Dampfheizung 9931 Mk., Gehälter 5488 Mk., Zentralverwaltung 2176 Mk. und Unterstützungen 615 Mk., sodaß sich ein Abmangel von 23601 Mk. ergibt. Zur Deckung desselben soll eine IS Juni 1930 aubrrsrdentliche.Gam«lllttg veranstaltet werden. Die BermögenSaüfsteSung vergibt am 31. Dezember 19iS '255307 Mk, wobei das Grundstück mit 70000 Mk.! berechnet ist, das Kaffcnkonto sich auf 15519 Mk. beläuft, ein Bankkonto von 43503 Mk. vorhanden ist und Wertpapiere im Werte von 126283 Mk. sich vor fanden. . Nürnberg, 22. Mai. Am 13. Mai fand in Nürnberg die erste Delegttrteniagung des Landesverbandes der Jüdischen I u ge n d v e re t n e Bayerns statt, an der außer den Vertretern der 13 bayerischen Vereine, der VerbandSvorsitzcnde, Herr Dr. Apfel, Berlin und der stellvertretende Vorsitzende, Herr Dr. Löffler, Frankfurt a. M./ außerdem Delegierte der Landesverbände von Hessen, Württemberg, West- und Nordwestdemschland, tetlnahmev. Zürich, 27. Mat. Die Heilstätte für jüdische Lungenkranke in DavoS, die bekanntlich im Dezember einem LarvinkNUUglück zum Opfer siel, ist dank der unermüdlich betriebenen WiederhersteltungSarbeiien soeben wieder eröffnet worden. Basel, 20. Mai. Am 3. Siwan beging der S ch o m r e - T h v r a - B e r e i n in Bafel ' einen Sijunr auf ayso rrr2 und verband damit die Feier deS 2) jährigen Bestehens. An dem Festmahl, das in den Räumen des „Neuen Cercle" starrfand, nahmen über fünfzig Personen teil. Untrr den Ehrengästenchegrütztett wir Herrn S. Teplitz aus Zürich, der zu den Begründern des Vereins gebört. Herr Charles Nordmann dcgrühte als Präsident des Vereins'die Versammlung und hob bervor, wie der Verein auS kleinen Anfängen zu feiner jetzigen Blüte sich entwickelt habe. Der von wenigen jungen Leuten im Jahre 1895 begründete Verein ist seither zu zwei Vereinen geworden, dem M nun er-Verein, welcher siebzig und dem Jünglings-Verein, welcher vierzig Mitglieder zählt. Beide.Vereine halten zahlreiche Schiurtm ab. Seit dem Jahre 1902 besitzen wir im eigenen, beinahe schuIdenfreiemHauseeinBethham tdrasch,in welchem täglich gelernt wird. Herr Rabbiner Dr. Cohn warf einen Rückblick mif die letzten 25 Jahre und das was in ihnen erreicht worden ist. Der Redner erzählt, wie Baron Rothschild s. A. das erste Kapital für das Bechhamtdrasch gestiftet habe. Der größte Teil der für den Kauf AneS eigenen Hauses nötigen Summe aber sei in Basel gezeichnet worden. Mit besonderer Genugtuung stellt er fest, daß es dem Verein gelungen ist, so viele Jünglinge zum Lernen heranzuztehen, die Freude an den Worten unserer Weisen finden und die durch das Lernen sich führen lasten zur füdischen Tat. Dem Präsidenten des Vereins, Herrn Charles Nordmann, ist für feine musterhafte hingebende Tätigkeit als Ehrengeschenk ein silbernes Thoraschild zugedacht worden. Der Redner schliefst mit der Mitteilung, dah er den älteren Herren, welche die ganze Massichte mitgelcrnt baben, den Herren Dr. L. Hausmann, M. Löb, I. Nordmann und I. Rokowsky den Chooerlilel verliehen habe. Nach düsen beiden offiziellen Ansprachen kamen nunauch viele Mitglieder der Tafelrunde unter der geschickten Letlung des Jcstleiters Dr. Marcus Cohn zu Wort. Es herrschte eine überaus gemütliche festliche Stimmung und das schöne echte jüdische Fest wird allen Teilnehmern eine schöne Erinnerung bleiben. Zamiliennachrichlen. Gebnrten. Eine Tochter: Menkt Zimmer und Frau Betty, geb. Möller, Fürth, Friedrichstraße 18. Vermählte. Erich Lkyser und Frau Dina, geb. Wertheimer, Altona-Hardheim. Hafdolo u. Jom § Kippur-Kerzen, * Haidolo- Teller. B. Grüaebaiim, Cassel. *11273 I”--- Kolonialwaren Scbabbos- LamPen Unter Aufsicht des Rabbinat8 dei; Israel. Relig. -Ges. Zürich Versende nach dem Anslande 5 kg Rostkolli Feinstes Speisefett kg 4 — fr. Feinstes Speiseöl Ltr. 4.— „ Fleiscbkonserven Dose 3 — „ Fste. Efi-Sehekalad.kg. 6.58 „ Perl-Kaffee.kg 5.59 „ Cbieorie.kg 3— „ Albert Kftks .... kg 6 59 * Conütflres, garantiert Zucker u. Frucht. Zwetschken, Jo- “ bannisbeeren, Kirschen, Qnittsn die 5 kg Eimer fr. 15.— Snppenrollen, Erbsen m. Sago Hafermehl, Melonen, Fideli die Stange auf 5 liolien fr. 1,25. L. MMlW.ziikM, Brandschenkeftr. 80. (20607 SfxtidGflren. ftlnftHt ans Kommission Um toll feste Rechnung. sehwrMgssing mit nnd ohne Säge (Steg) a. zur Anlage f. Gas n. Elektr. geeignet s junges Mädel, welches sich ir»! 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