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Der Israelit · 1920-06-10 · Heft 23 (10.6.1920) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
61 (1920)
Issue
Heft 23 (10.6.1920)
Date
1920-06-10
Page
– (sequence 5)
Language
German
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M TsßoWUon«tze». " MW,» , l ««<»> »elche»n,ch ^-i»- WOischyr.MuffasiüÄA >fich GiW '«»izZieleMyer MünDe WeMMn 'e» e^zEtgeWKe^nach chxm PlprßildeEkt- -MrAP«WMV8lkerKm^igGtz» tzdand.e führen Würde. We»» xHief«» .7 vie MMe Z§r r VrftärnNt burch .hie «jgN«U>rmächte.tNiG<m Rem» wäre, ,sa »ürderr;wir- «ohrllH reinen «rund sehen, Festezu feiern. Mit , aebem^un», qKexder Köffnuyk hhd daß diesvriKnfaük' :der^Befretang^-e»^jüdWpi Völttkö-rP e r» /aW.Nn- Uijung werde zur Bkfretnyg^der jüdischen VoMeele und Werden^unsrreH Meile,/gewiß nichtsäumen, An! Zen.materiellen-«rundlngen einer nach diese« Zieles Gerichtete^ Palästinn-Siedclung mitzuarbeiten.. hosfen. dah auch. Sie tm Laufe der Zeit die: MüMhr Mm Judentum,rast unzertrennlich oerknupstj mit .der -Rückkehr iy» - Judenland anerkennen werden, i fodaL dann in Her- Tat die Scheidewand zynischen un»- fallen - und y»fr;dann.Schulter:an Schulter für die Er«!' Mllung der göttlichen .Aufgabe tzeS heiligen «»irr» im r heiligen Lande arbeiten werden können." Bisher hat der Zionismus keinerlei Ge-; «eigtheit gezeigt, die Orthodoxie als gleichbe-1 rMtjgten/Faktor bei der-Aufbau-Arbeit in Ere§! Hsroef anzuerkennen; Einladungen Mr Mitar-' best und zum Mitfeiern,, die von Liomstischleri iSeite än die Orthodoxie gerichtet werden, be-! Kenten daher vorläufig. nichts anderes als; die j Aufforderung zur geistigen U n t e r o r d n u n g! UNtex das nätionalistisch--konfessronslose Ideal, die Mausgesprochene, Manchmal auch die Msgesprochene -Grundlage der zionistischen Or- .-Sairlisation. bildet. . - 0er Wsslksmpk?ur keprZlLNlanfen -oerssmmluna. Berti«, 4. Juni. Der. Aufmarsch der Karteien ist, erfolgt. Geologie und. Gemeindeorthvdoxie haben sich, zu? einer, gemeinsamen Liste Kusammengesunden, die den Konservativen etwa ssin Drittel der Sitze, harnuter diejenigen an zweiter und dritter Stelle Arster Führung von Moritz Ä. L o e ü zuw'eist. Große Erregung herrscht darüber bei der „Jüdischen Bolkspartei", die sämtliche nationalistischen Gruppen einschließlich des „Misrachi" umfaßt. Man erblickt in dem Zusammengehen der Gemeindeorthodoxie mit der Neologie einen „Verrat", weil, wie nicht zu verkennen, das Programm der Volkspartei mit ihrer Forderung autonomer ß \) n a g o g e n - gemeinden innerhalb der „Volksgemeinde" Praktisch den Bedürfnissen der Gemeindeorthodoxie sehr weit entgegenkommt. Jedenfalls find die Aussichten der Volkspartei durch das neolog-konservative Wahlbündnis stark gesunken. * * * , _ «er 3*m«w. rkalen; eine Ritualkommission existierte nicht usw. Auf allen diesen GebretenHäben die Liberalen nunmehr iu.WhNdrr Form, sich und ihre Kandidaten dahin,pßrpflichtüt, der gesetzestreuen Richtung völlige Gleichberechtigung durch Einsetzung; paritätischer Kommissionen' zu gewähren. Esj sollen ferner sämtliche Anstalten der Gemeinde, f soweit rituale Verhältnisse in Betracht kommen,! einer mit allen.Vollmachten.ausgestatteten Ri-? tualkommission unterstellt werden. Als Garan-i tie Mr die Ausführung dieser Versprechungenj dient neben der bindenden. Form, in der jenegegeben würden, der Umstand, daß die gemein-. same Liste unter 19 Kandidaten nur 6 Liberale, enthält. Nach Sachlage können von . diesen? höchstens 3—4 als Repräsentanten und 1—2 als Stellvertreter gewählt werden. Trotzdem also! in der Repräsentantenversammlung bis Ende! 1922 noch .9 nach dem früheren Wahlsystem! gewählte Repräsentanten verbleiben, schmilzt die? liberale Mehrheit schon jetzt aüf wenige Köpfe! zusammen. Außerdem, werden zum ersten Mal, seit vielen Jahrzehnten Männer, die auf streng; gesetzestreuem Boden stehen, ihren Einzug in' die Repräsentantenversammlung halten. Alles in allem darf man, ohne Prophet, Zu sein, mit Sicherheit annehmen, daß vom 20. 6. 1920 ab für das gesetzestreue Judentum innerhalb der Berliner jüdischen Gemeinde eine sehr erhebliche Verbesserung seiner Stellung eintreten wird.; Das Wahlabkommen zwischen Konservativen und Liberalen umfaßt außerdem noch die strikte Ablehnung der jüdischen Volksgemeinde, d. h. jenes'Programmpunktes, den die jüdische Volkspartei zum Ausgang ihrer Aktion gemacht hat. Darob natürlich große Entrüstung bei den Zionisten. Es dürste sich aber bei der Wahl zeigen, daß die große Mehrheit der Berliner Gemeindemitglieder von dem Projekt der V o l k s g e m e i n d e, das an die Stelle der Religionsgemeinde-das nationale Judentum zu setzen wünscht, nichts wissen will. 'Zu verwundern wäre es, daß auch der Misrachi dieses Programm unterschrieben hat, das u. a. auch das unbeschränkte Frau entvahk recht (aktives und passives Wahlrecht der Frau) enthält, wenn man nicht wüßte, daß der Misrachi sich hier, wie auch an allen andern Orten — Polen, Palästina — trotz seines theoretischen Bekenntnisses zur unbedingten Verpflichtungskraft des jüdischen Gesetzes, in allen praktischen Fragen von den Zionisten einfach ,ins Schlepptau nehmen 'läßt. Von gemeindeorthodoxer Seite schreibt man «ns hierzu: Für die Wahl stehen sich in "der Haupt- Mche zwei Listen gegenüber, einerseits die jüdische Volkspartei, bestehend aus den einzelnen Trägern der hiesigen zionistischen Organisation: Berliner Zionisten -^Vereinigung,, Misrachi, Neuer jüdischer Gern eindc-/ Verein, und Verein der Ostjuden. Auf- ..Her-anderen , Seite eine konservätiv-liberale Kom-- promißliste. Der Kompromiß wurde abgeschlossen? Hon dem Verein zur Erh'altung deA Überlieferten Judentums (streng gesetzestreue Richtung), Verb and der Syn-a-k gv g e n- V e re ine und Zentrakverein Mr die > Interessen der jüdischen Gemeinde (Wittelpar-^! tei) einerseits und dem liberalen Verein ,unde- „rerseits. Beweggrund Mr das Kompromiß WM iin erster Linie Einschränkung des Wahlkampfes -angesichts der hochgehenden Wogen der anti- ' semitischen Mut, in der Hauptsache , aber, , weih --.Hie- Liberalen.sich zu prinzipiellen Zu-^?Geständnissen bereit fanden, die Mr Berliner Verhältnisse noch vor wenigen Jahren un-i denkbar gewesen wären. Man muß beachten,! /daß die, liberale Mehrheit bisher unumMänkt .in der Gemeinde herrschte und diese Herrschaft nach Kräften aus'nutzte. So bestimmte z. B. die liberale Mehrheit der Repräsentantenver-. sammlung, die Gebetsordnung auch in den Synatzögen des 'konservativen Ritus; die ^almud- ,Hhora?Kommission, die Leitung des Religions- ÜüLerriHts heKand nur aus waschechten Libe- Die baöifche Lein9esfyno9e- Karksru-e, 7. Juni. Die badische Landesshnode 1920 hat.hervorragende Erfolge gezritigt. Der Träger des alten Oberratssystems Geh. Rat Dr. Mayer hat das Feld geräumt. Seine Stütze, der staatliche Regierungskommiffär, wurde vom Staatsministerium zurückgezogen. Die Synode hat eine Verord« nung angenommen, laut welcher ein Uebergangsober rat von der Synode gewählt wird. Der neue Oberrat setzt sich hälftig aus Vertretern, der Konservativen zusammen, während bisher nür ein konservativer Vertreter im Ober-/ rat geduldet war. — Die wichtigste Arbeit, welche zunächst zu leisten ist, ist die Schaffung einer neuen Verfassung. Die Ausarbeitung eines, Entwurfes wurde dem Verfassungs-Aus-, schuß übertragen, in welchen laut Verordnung die Synode 6, der Oberrat 3 Mitglieder ent- ^sanöte. . Vorsitzender ist Dr. Simon-Heidelberg.' Ganz Bedeutendes hat die Synode zur Entlastung der Kleingemeinden und zur regulären Besoldung der Religionslehrer geleistet. Cs wurde! eine Skala zur Lehrerbesoldnng genehmigt, die mit 3000 Mk. beginnt und bis. zu 6400 Mk.. sich steigert, dazu 400 Mk. Kinderzulage und WohnungSentschSdigung. Die außer finanziellen Punkte sollen durch eine Vorlage an die nächste' Synode ihre Regelung erfahren. 98 «eite 6 3u9en(*tkflnen,in Säuern. Müncht«, 2. Sunt. Bor kurzem würden 'ausdrücklich all, aus ländischen Juden davor gewarnt, sich ohne.OipMsrerda.rchnis nach BaY^rn M Letzebeü. /Ir,zwischen smd^ ups .vom PreWipist »er Arvetterfütjorgeamtes Einzelheiten über die -Behandlung Ausländischer. Juden in Dqtze^n zygegangen, die jeder Beschreibung spoften. Es -sind Z. B. auf >der .bayerischen .Mrenzstatiyn Ltchteyfelre.Me ganze .A,hl Zon Ostjuden^ ^i« zum Teil seit langen Hahren, rinsge-seit'dem Jahre ISIS, in Deutschland wohnhaft sind, in brutaler Weise aur dem Zuge heraus verhaftet, in sdaS Gefängnis überführt und nach Msitzung von 14 Tagen Haft gefesselt nach Ingolstadt ln dar dortige /Internierungslager gebracht worden, Dort sollen diese völlig unbescholtenen Personen, zum Teil Arbeiter, solange festgehalten-werden, bis'sie nach Polen - äbgefchoben werden können. Das einzige Verbrechen, dar gegen diese Opfer der schlimmsten antisemitischen Willkür vorließt, rst, daß sie keine Kenntnis davon hatten, daß in Bayern eine besondere Einreiseerlaubnis vorgeschriebe» ist. ES .wäre verfehlt, wenn man diese barbarischen Akte der humanen bayerischen Bevölkerung anhängen wollte. Umso'rücksichtsloser sollten aber jene Bürokraten blosgestellt werden, die mit einem Federzug die Existenz völlig unschuldiger Menschen ruinieren. ®jeftjerrjefd?+ KuKusmahten. Wie«, 3. Juni. Die Wahlen in die Kultusgrmeinde finden Sonntag, den 27. Juni, statt. Die Wahlkampagne hat in allen Parteien eingesetzt. Besonders lebhafte Agitation entfalten die Nationalen unter Führung des Äbg. Stricker. klmeriksnilcke Semüimngen um Sie Kriegsgefangenen. Me«, 28. Mai. Wie das Jüdische Pressebureau mitteilt, haben die Vereinigten jüdischen Hilfsorganisationen von Amerika die Initiative ergriffen, um fämtliche von Wladiwostok erretchbaren Kriegs ge fang enen aller Nationalitäten. u.nd jeder Konfession in die Heimat zurückzuschaffen. Den jüdischen Organisationen haben sich eine Anzahl anderer Bereinigungen, darunter die amerikanische KriegSgefangenen-Organisation, das ätnerikanische Rote Kreuz, der Bundesrat der christlichen Kirche und der lutherische Nätionalrat in Amerika zwecks Zufammenarbeitens angeschlossen. Die für die Aktion nötigen drei Millionen Dollar sind zum Teil bereits aufgebracht worden. Die amerikanische Regierung hat ihre Mithilfe zugesagt. Ungarn, vberrsbbiner körn- Kzegedi«, 1. Juni. In der Angelegenheit des OberrabbtnerS Löw hat der Untersuchungsrichter die weitere Jnhafthaltung des Angeklagten an geordnet. Gegen diese Verfügung appellierte der Verteidiger des Oberrabbiners, wobei er um Freilassung des Angeklagten oder um Bewachung in seiner Wohnung gegen Erlag einer Kaution ersuchte. Der Szegedtner Gerichtshof hat dieses Ersuchen mit der Begründung zurückgewiesen, daß er mit Rücksicht auf die vom UnterjuchungSrichter vorgebrachten Argumente die weitere Jnhafthaltung des OberrabbtnerS für angezeigt halte.— Also geht die Hetze weiter. -iKoPr. Goldschmidt"iKQ Taunus-Sanatorium Bad Homburg t. d. H. Hr M8tv5i», UuierUck Kralle, Erholimgsbed&rftitje.

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