Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 61 (1920)
- Issue
- Heft 49 (9.12.1920)
- Date
- 1920-12-09
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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- Dezemober 1920 _ x Her Gemeinde, ^rr Lehret Rslenfe-t'Aer, de« wir mit gutem Gewissen und ohne Uebertrerbung bei dieser Gelegenheit als einen der rührigsten jüdischen Lehrer der ganzen Gegend bezeichnen können. erläuterte Sinn und Zweck des Raumes und Beschloß seine Ausführungen durch einen-»'V über die »'21 von N212N. — Zu besonderem tz Dank ist -em edlen Stifter auch der „Jüdische Verein Lade n bürg " verpflichtet, der nun auch einen Lern- und Versammlungsraum erhält und dadurch in die Lage versetzt wird, noch bequemer „Wissen van der Lehre und dem Leben des Judentums zu verbreiten". Me es in einem Aufrufe heißt, den der Verein dieser Tage versendet. Mit der löbl. Absicht nämlich, durch freiwillige. Bücherspenden seiner Freunde, und Gönner in Nah und Fern sich den Grundstock zu einer kleinen jüdischen Bibliothek zu legen. — Möge die jüdische Gemeinde Ladenburg, die wechselvolle Schicksale im Laus der Jahrhunderte hinter sich hat, fernerhin mit all ihren Einrichtungen blühen .und zu nehmen! Breslau, 24. Nov. Am Sonnabend, 20. November, feierte der Kantor und Lehrer David Fleisch mann, Berlin, sein SOjährtgeS Amtsjubtläum zugleich mit seinem 70. Geburtstag. Der Jubilar wurde durch zahlreiche Ehrungen erfreut. Herr Rabbiner Dr. Weyl widmete ihm eine Predigt, in der er den Jubilar als ein Vorbild an Pflichttreue und Arbeitsfreudigkeit feierte. Hamburg, 16. November. Der Vaterländische Bund jüdischer Frontsoldaten hatte am Samstag seine Mitglieder und Freunde zu einer Gedächtnisfeier für seine im Felde für das Vaterland gefallenen Kameraden nach dem jüdischen Ehrenfriedhof in Ohlsdorf geladen. Außer einer ganzen Schar von Mitgliedern und Angehörigen der Gefallenen, die sich um 11s, Uhr an den Gräbern ihrer toten Glaubensgenossen versammelten, war auch eine Abordnung des Allgemeinen Krtegerverbandes erschienen. Die Kapelle der Hamburger- Ordnungspolizei leitete die schlichte Feier mit dem Trauermarjch von Chopin ein. Feldrabbiner Dr. Sonderling hielt darauf eine kurze Ansprache. Er ehrte in seinen Worten die Toten, die sich dem Vaterlands opferten und forderte die Versammelten auf, es ihnen ja der Vaterlandsliebe gleichzurun. Während der Vorstand des Bundes ein prächtiges Kranzgebinde vor den Gräbern niederlegte, sprach-der Vorsitzende Dr. Urias einige Gedächtnisworte. Er gab das Versprechen ab, niemals die Erinnerung an die Heldentaten der Gefallenen einschlafen zu lassen. Mit einem kurzen stillen Gebet für die Gefallenen endete die schlichte Gedächtnisfeier, nachdem die Weisen der. alten Soldatenlieder »erklungen waren. Irieskasten. A. G in Nürnberg. Wir haben die Nürnberger Korrespondenz der „Jüdischen Presse" gelesen, können aber Ihre Erregung nicht teilen. Der „Misrachi" lebt nun einmal von der angenehmen Selbsttäuschung, daß im zionistischen Palästina alles, selbst die Thora, gedeiht und blüht. Die Unverfrorenheit, unsere wahrheitsgetreuen, aber leider weniger angenehm klingenden Grez Jisroel-Berichte als Entstellungen zu bezeichnen, sind wir ebenfalls längst gewohnt. An den Tatsachen wird dadurch nichts geändert. Frankfurter Berichte. Sijumfeier der WorateHranstatt AeschiwaH Am Mittwoch riav feiert die Jeschiwah einen Doppetsijum auf ptt'i und D'*m Das Fest findet in der „Frankfurt-Loge" statt und nimmt pünktlich 7 Uhr seinen Anfang. Nach all den Vorbereitungen des rührigen Komitees zu schließen, wird es ein Thorafest im herrlichsten Sinn werden und ist zu erwarten, daß neben den hiesigen Gemeindeniitgliedern auch auswärtige Freunde und frühere Hörer der Frankfurter Jeschiwah an ihm tetlnehmen. Näheres wird noch bekanntgegeben. Das Agudah-Iess im Zookogifche« Garte«. Me Agudas Jisroel Orts- und Jugendgruppe lup zu einem Chanuka-Fest für Menstag Abend in die Räume des Zoologischen Gartens, und Viele folgten dieser Einladung in der Gewißheit, daß!, wo der „Jüdische O r ch est e r v e re i n " unter Leitung seines tüchtigen Dirigenten, Herrn Max Neumann., seine Hand mit im „Spiele" hat, es viel Unterhaltung und Kunstgenuß gibt. Man war auch dieses Mal nicht enttäuscht. EingÄeitet wurde das Fest mit einem, kurzen Begrützungswort des Herrn Alfred Rosen sei der. Dann gab es eine Ouvertüre, der ein von Frl. Lisa Aro n schön und wirkungsvoll gesprochener Prolog folgte. Nun setzte ein prächtiger. Psalm-Chor ein, der so gut gefiel, daß er gleich wiederholt werden mußte. Noch ein Musi^ stück, eine ernste Rezitation von Herrn E. Schal- Mann, und Herr Rabbiner D-r. P. Kohn ergriff das Wort zu seiner Festrede über das Thema »Was würden die Makkabäer in Heutiger Zeit Sun?" M ist Zu bedanern, daß die schönen, ßeherzigerM- Srr ASraeltr. _• ' / «tfectot AuSfiitztunge», die Hk ge i fti. tzen> Mittelpunkte des Ganzen hätten stehen müssen, nur in der Mitte des Programms standen^ und zwar so daß sie unter der Nachwirkung der bereits genossenen 6 Nummern Und in Erwartung der kommenden Attraktionen, nicht mehr ganz zur Geltung kamen. Das soll ein Fingerzeig für künftige Anläße sein, die Rede auf einen früheren Zeitpunkt anzusetzen. Herr Tr. Kohn beantwortete die Frage, ob wir heute'das Recht hätten, Feste zu feiern, mit einem Ja, — wenn das Fest aus Mizwvhf r e u d e heraus geboren ist. Tie Makkabäer waren nur so lange Makkabäer, als sie dem Volke dienten, hörten aber auf Makkabäer zu sein, sobald sie glaubten, das Volk sei für sie da. Me Makkabäer würden in unserer Zeit nicht zagen und zittern, sondern mit dem Mute der Wahrheit in die Oeffentlichkeit treten und alles bekämpfen, waS wegführt vom Altar des Heiligen. Mehr denn je würden sie heute auf eine straffe Organisatiou aller Treugebliebenen hinarbeiten. Nach kurzer Pause erfreute ein lebendes Bild, nach Prof. Oppenheim, gestellt von Herrn Nathan Jeidel die Anwesenden im höchsten Grade. Einige Nummern, so auch vorgesehene Rezitationen, mutzten wegen der vorgerückten Zeit ausfalkn. Aber der Rest des Programmes gab mit seinen „Chaffidischen Melodien" und einem flotten Marsch einen sehr würdigen Abschluß. Es war alles in allem ein schönes Fest, dem Ernst der Zeit angepaßt, für das mau allen Mitrvirkenden. vor allem dem Jüdischen Orchesterverein und seinem Leiter viel Tank wissen wird. Bund jüdischer Arankerr- und Assegearrstatten Deutschlands. Nachdem am 28. Oktober d. IS. in Frankfurt a. M die erste Mitgliederversammlung des Bundes Jüdischer Kranken« und Pflegeanstalten Deutschlands, dem bereits eine große Anzahl jüdischer Anstalten angehört, stattgefunden hat, wurde aus hiesigen Anstalten angeregt, eine Bezirks gruppe Süd- und Süd Westdeutschlands, die sämtliche gemeinnützigen Institute umfassen soll, zu gründen. Dieser engere Zusammenschluß soll den Austausch der Erfahrungen auf wirtschaftlichem und allgemein verwaltungstechnischem Gebiere bezwecken, den gemeinsamen Einkauf des „Wtrtschaftsbundes" fördern und den jüdischen Bund im Rahmen des Reichsverbandes stärken. Zur Konstituierung der BezirkSgruppe findet am Dienstag, 14. Dezember, nachmittags 4 Uhr, im Gumpertz'schen Siechenhause zu Frankfurt a. M., Röderbergweg 42, eine Versammlung statt. Kßannkafeier im Wüisenßause. Bor einem zahlreichen geladenen Publikum ging am Sonntag abend in der Israelitischen Waisenanstalt die Chanukafeier vor sich, die diesmal durch die Mitwirkung des Jüdischen Orchestervereins, unter Leitung des kunstsinnigen Lehrers der Anstalt, Herrn Max Reumann, ihre eigene Note erhielt. Es war ein echter rechter Kunstgenuß. Und so abwechslungsreich war die Auslese, daß man sich bei jedem Stück in eine andere Welt versetzt fühlte. Das Chanukamoment kam durch Musikstücke aus „Juda Maccabäus" und „Hanna" von Händel und Lonfellow sowie durch schöne Ktnderaufführungen zur Geltung. Die Feier schloß mit einer humoristischen Gerichtsszene, die das Ganze heiter und harmonisch krönte. Bei dieser Gelegenheit sei bemerkt, daß die Erbschaft, die der Waisenanstalt aus dem Nachlasse von Jakob H. Schiff zugefa'len ist, von der die Zeitungen so viel zu berichten wußten, stchnurauf35000Dollar beläuft, die lediglich für Versorgung aus der Anstalt entlaffener Zöglinge bestimmt sind. Wortrag im AesHamidrasch. Im Beshamidrafch, Ostendstraße, spricht am Sonntag nachmittag 7»4 Uhr, im Anschluß an nni», Herr Rabbiner R. Pinchas Jair, dem ein Ruf als großer Talmudgelehrter und {»yi vorausgeht. Werel« zur Wssege jüdischen Wissens e. W. Im Verein zur Pflege jüdischen Wissens, „Tifereth Bachurim", beendet Herr Dr. B, May den Lehrkursus über „Die Periode des babylonischen Exils an « Hand der Quellen des Talmud". Die durch wtffenfchaftliche Gründlichkeit, wie durch lebensvolle Darstellungsweise gleich ausgezeichneten Ausführungen dieses Dozenten, gaben ein eindrucksvolles Bild dieser bedeutsamen jüdischen Geschichse, ihrer geistigen und religiösen Strömungen und gewährten den Teilnehmern viele wertvolle Anregungen zu weiterer Arbeit auf diesem Gebiete. Der Kursus des Herrn Direktor Dr. Gromb ach er „Die Lektüre von Aufsätzen über das Wesen des Judentums" beginnt am Sonntag, den 19. Dez. im Vereinslokale der jüdischen Bibliothek und Lesehalle, Langestraße 36. Die Akademie für die Wissenschaft des Audentuws. Der Verein, der sich die Gründung obiger Akademie zur Aufgabe gemacht hat, hielt vor kurzem in der Frankfurt-Loge eine Festsitzung ab. Herr Dr. Eduard Strauß hielt die Begrüßungsrede rmd Herr »r. 49 Sette 7 Rabbiner Dr. Nobel sprach über „Bon Gabirol zu Goethe". In feindurchdachier und formvollendeter Weife wies er auf die GeisteSverwandschaft dieser beide» nach Zeit, Art und Raffe so verschiedenen Dichterphilvsophen hin. Nach überleitenden Worten von Dr. Strauß stattete sodann Justizrat Dr. Liliental (Berlin) den Frankfurter Helfern den Dank des Bevwaltungsausschuffes der Akademie ab. Prof. .Dr, Des sauer überbrachte den Gruß des Vorstandes und der Arbeitsgemeinschaft des Forschungsinstituts. Familiennachnchten. Barmizwoh-Fcier. Willy, Sohn der Frau I. Warschanski, Uhlanostraße 46, Synagoge Friedberger Anlage. 2B»1 na». — Leo, Sohn des Herrn Jos. Ansbacher, Rückertstraße 51, Synagoge Friedberger Anlage. Verlobte. Alice Rosenbaum, hier,mit Nathan Rothschild, Heubach. — Bella Lion, hier, mit Julius Katz, Wiesbaden. Vereinslalender. Verein Mekor Chajim. Freitag abend, nach Schluß der Synagoge: „Mikro"} Herr Siegfried Jeidel. SamSrag vorm., nach Schluß der Synagoge: „Dlnim"; Herr Rektor B. Falk. — Mittags 12 Uhr, im Hörsaal Friedberger Anlage r „Melochim"- Herr Prof. Wey!. — Nachm. 37, Uhr: „En Jakauf"; Herr Redakteur Schachnowttz. Sonntag vorm. 9"/. Uhr und Dienstag abend 7 Uhr: „Gemoro"- Herr R. A. Posen. Montag und M ittwoch abend 7 Uhr: „Gemoro"- Herr Dr. Jos. Breuer. Donnerstag abend 7 Uhr: „Mischna": Herr Rektor Falk. Allabendlich S*/4 Uhr: „Gemoro"; Herr H. Halpern. Jeden Morgen Mischnalernen. Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Sonntag vorm. 8 Uhr: „Chumisch mit Nascht"; Herr Leopold Oppenheimer. — Nach«. 2»/4Uhr: „n^nn"; Herr Herm. Frankenthal. — Nachm. 3Uhr:„Semiroth"; Herr M. G» lde. Damen und Herren. .Mittwoch abend 87« Uhr: „Newiim"; Herr Lehrer Unna. Damen und Herren. Freitag abend nach Schul: „Gemoro"; HerrLeop. Oppenheimer, — 8 Uhr: Gemütliches Beisammensein. Sam Stag vorm., */»10 Uhr: „Gemoro"; Herr Dr. I. Po sen. - 117, Uhr: „Mischna"- Herr Lehrer A. Hirschberg. Agudas Jisroel-Mädchengruppe. Freitag abend nach Schul: „Sidrahvortrag". Samstag nachm. 4^ Uhr: „Thauro"; Herr Lehrer Hirschberg. Montag abend, V»® Uhr, „Dinim"; Herr Redakteur Schachnowttz. Jüdische Frauenvereinignng e. B. Dienstag, 14. Dezbr., nachm. 4*/4 Uhr pünktlich, im „Cafe Kursaal", Friedberger Anlage: Gesellige Zusammenkunft, Verein sN fi'jb- < Herr Prof. Dr. Sulzbach, Sonntag nachm., 1 Stunde vor Mincha, Langestr. 18 und SamStag nachm., nach Mincha, Hörsaal Friedberger Anlage. Beshamidrasch, Ofteudftratze 18. Freitag abend nach. Schul: „natP ma^n": Herr Rachels 0 hn. Samstag nachm., */,6—7,7 Uhr, Sonntag früh 8—9 Uhr, Dienstag und Donnerstag abend, 9—10 Uhr: „Gemoro-Schiur" «Dp »an; Herr Rechtsanwalt Dr. I. Breuer. Samstag abend, 5 Uhr, „Messilas Jeschorim"; Herr H. Halpern. Sonntag nachm. 7,4 Uhr: Vortrag,'Herr Rabbiner Jair. Alltäglich 7, Stunde vor Nacht: „Dinim") Herr Rosenzweig. Dtf Ostendftratze 18; Täglich nachm. 67,—77, Uhr, B'nas Samötag nachm. 4—5 Uhr: Herr Rabbiner S. Weber. Gevetzeiten. rott. Freitag abenv 4.—. Samstag morgen 8.—. Samstag nachm. 4.—. Samstag abend 5.15. Wochengottesdtenst: Morgens 7.—. Nachmittag- 4.—.