Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 61 (1920)
- Issue
- Heft 20-21 (20.5.1920)
- Date
- 1920-05-20
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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1. April 1920 griff in die Schöpfung, in der geläuterten Zukunft, am großen Sabbat, wird vor allem die Menschheitsgeschichte davon frei. Der Name, der prophetischen Andeutung und dem Sinne nach, dürfte richtiger (wie laut Jalkut) als ,-Menschern ben Immanuel ben Joßef" überliefert sein. — Ab hier setzt eine kurze Schilderung des wahren Erlösungszetialters ein, des Moschiah ben David, das keine Gewalt kennt. (Fortsetzung folgt.) Etwas vom Eheringe. Von Dr. Felix Kanter in Zwittau, (Mähren.) In einem czechischen Blatte wurde vor kurzem auf die fast unerschwinglichen Preise der — Eheringe hingewiesen und bemerkt, daß die Anschaffung eines Eheringes sich bald nur noch notorisch reiche Personen werden leisten können. Das ezechische Blatt führt diese Eheringmisere auf folgende Momente zurück: Die Goldarbeitergehilfen verlangen von ihren Arbeitgebern eine Lohnerhöhung, weil sie angeblich mit dem gegenwärtigen Stundenlohn von 13 Kronen nicht bestehen können. Auch die Luxussteuer, welche bei Eheringen 80 -120 Kr. beträgt, belastet die Goldarbeiter in hohem Masse. Bei einem Preise von rund 6G0 Kronen kann sich nicht sobald jemand einen Ehering kaufen. Dasselbe bestätigt mir auch ein Juwelier, der mir als 1Ü1N rV’Dö erklärte, daß in Anbetracht des herrschenden Goldmangels und des damit in Zusammenhang stehenden enormen Goldpreises die meisten Käufer auf keine „echten" Goldringe mehr restsktieren und sich im Allgemeinen mit „gvldähnlichen" Eheringen begnügen. Wie es mit der Beschaffung und dem Preise von „echten" Goldringrn als Eheringe im Deutschen Reiche bestellt ist, entzieht sich zwar der Beurteilung des Schreibers dieses. Jedenfalls erachtet er es als seine Pflicht, diejenigen, die als HPWP fungieren, auf die obengenannte Zeitungsnotiz aufmerksam zu machen. Denn sollte es sich bewahrheiten, daß auch jüdischerseits als fWfp rttniD „unechte" aber „goldähnliche" sogenannte Eheringe verwendet werden, dann steht ein derartiger Vorgang in direktem Widerspruche zur Mischna Kidöuschin II, 2. ("121 *)D2 bü »2CÖ27 2H1 W) Es ist hier nicht der Ort, das ganze Rüstzeug der Halacha der Q^1L>rr"l und EWnx anzuführen, die die W72 mittelst eines unechten, goldähnlichen Ringes mindestens als PL2 'VNp betrachten. Hier sei nur in Kürze auf Tosaphot Kiduschin 9 a s. v. Kfib'J.T) verwiesen, die wohl als Primäre Quelle für die Institution des Eheringes zu betrachten ist, ebenso auf den zur selben Stelle. Bei dem herrschenden Mangel an Gold- und Silbermünzen ist auch pp2 "1VNP nicht anzuraten, zumal bet dem schwankenden Kurses Es bliebe in diesem Falle nur der eine Ausweg, daß der Bräutigam zwecks PVNP sich von einem seiner Verwandten einen echten Ehering „schenken" ließe, und zwar als-i^nn^ um allen Zweifeln. zu entgehen. Selbstredend müßte es von dem PVNP Y7D& selbst durchgeführt werden und nicht unmittelbar vor der Trauung, sondern einige Tage früher. Ferner wäre es allen heiratslustigen männlichen Personen zu raten, in Anbetracht der Teuerung und der Geldknappheit nur einen Ehering sich anzuschaffen (nicht, wie zuweilen üblich ist, zwei Eheripge) und dieser Ehering, der selbstredend - „echt" sein muß, soll als niOtD PWHp gelten. Der Preis eines reingoldenen Eheringes dürste dem zweier unechter ungefähr entsprechen. Jedenfalls ist die Frage des Eheringes der Beachtung wert, und Schreiber dieses stellt sie hiermit zur Diskussion. Der JSraelit.",, Aeitschriftenschau. 7T1,*1 (Haderech). Hcbr. Monatsschrift, Hrsg, vom Zentralbüro der Agudas Jisroel in Zürich. II. Iahrg. Nr. 6/7. An der Spitze ein Aufruf von 322 polnischen Rabbinern für „Agudas Jisroel"; CH. Eitz schreibt über Politik und Orthodoxie. Dajan Kar st ein in Minsk über „AgudaS Jisroel" in Weißrußland. Weitere Artikel: Die Erziehungsinstitutionen der Orthodoxie in Polen,- die Aufgaben der jüdischen Gemeinden von Rabbiner Kahnmann in Poniwesch. Eine schneidige Apologie „Frankfurts" steuert ein „Chossid" bei. Unter den Korrespondenzen ist der nach Form und Inhalt höchst bemerkenswerte vierte „JerusalemerBrief" hervorzuheben, außerdem größere und kleinere Berichte aus Jaffa, Warschau, Wilna, Amsterdam, Minsk, Preßburg, Los Angelos. Eine reichhaltige Bücherschau und Spendenoerzeichnts schließen das Heft. «TVrt (Hajarden). Hebr. Monatsschrift. (Zürich). II. Iahrg. Heft 4/5. Aus dem reichen Inhalt ist ein Artikel von Lea Seliger zur Frage des Frauenwahlrechts hervorzuheben, bemerkenswert durch die Klarheit, mir der hier eine hebräisch schreibende Frau den Standpunkt der Tradition vertritt. Bar T a u w y o rechnet mit Dr. A. Kaminka ab, wobei wir nicht alle Anschauungen des Verteidigers unterschreiben möchten. Aus dem Nachlasse Dr. Seltgers ein wissenschastlicher Aufsatz über den jüdischen Kalender, Gedichre, Skizzen und Bücherbesprechungen. Die Zeitschrift, als deren Redakteure die Herren M. Leiter und M. Voge'mann in Zürich zeichnen, erscheint jetzt beim Menorah-Berlag in Berlin. » Jeschurun. Herausgeber Dr. I. W o h l g e mü t h VII. Iahrg. Heft 3/4. Der Herausgeber schreibt über das Problem der göttlichen Gerechtigkeit und behandelt die verschiedenen Lösungen der Frage des Leidens der Gerechten- E. M. Lip schütz's Aufsätze über die Mi sch na werden fortgesetzt, diejenigen von Dr. O. Wolfsberg über Erztehungsfragen mit der Erörterung des sozialen Problems geschloffen. Eine kritische Studie von Herrn. Weys jjj Vubers „Chcruth" mit mancher wertvollen Bemerkung, jedoch ohne die wünschenswerte klare Ab. grenzung. Btet Wahres enthält ein kleiner Aussatz von Wiener,Wir und die Ostitiden. Einhebräischer Teil bringt u. a. wissenschaftliche Bemerkungen Prof. Dr. Hoffmanr^'s und einen Jubiläums- Aufsatz über den Wilnaer Gaon. Der Jude. Eine Monatsschrift, Hrsg, von Martin B u b e r. Heft 11. Atbrecht Heitmann: Nationale Minderheitsrechte der Juden (Gegen Zollschan); A. D. Friedmann regt die Errichtung eines jüdischen Volksgesundheitsamts an- Elias Auerbach schreibt über die Form der Prophetie, insbesondere bet Jeremias. Am interessantesten ist der in der Nummer enthaltene Wortlaut der großen Judenrede des Generals Smuts in Johanntsburq am 3. November 1919. Misrachi. Jüdische Monatshefte, Hrsg, von der Misracht-LandeSorgantsaiton der Schweiz. Heft 4/5. Berichte über die Misrachi-Konferenz. Gins bürg, Emigration- Prof. Da. Fano, Judentum und Naturphilosophie- Dr. M. W. Rappoport, Martin Buber u. a. N. B e r l o w i tz begründet in energischen Worten die Amsterdamer Beschlüsse zur palästinensischen Schulsrage. Jüdische Jngendblätter HrSg. von der E s r a - Bundeslettung Köln, MaurituSwall 10t. Heft 1. Preis 80 Pfg. für Esräer, 1 Mk. für NichteSräer Vücher-Elnlauf. (Besprechung Vorbehalten). Fiirgeriuaiin, Jakob. Menschen im Abgrund Roman. Wien u. Berlin 1920. Verlag R. Löwit. Tunis, Israel. Der jüdische Pionier inErez Jisroel. Seine Tat und seine Wanderung. Uebersetzt von H. Broch. .Wien u. Berlin 1920. Verlag R. Löwit. Preis 1.40 Mk. Ellbogen, I. Geschichte der Juden seit dem Untergang des jüdischen Staates. (Aus Namr und Geisteswelt, Sammlung wiffenschaftlich gemeinverständlicher Darstellungen, 748 Bändchen). Leipzig u. Berlin 1919. Verlag von B. G. Teubner. Preis kart. 2 Mk., geb. 2.65 Mk. Singermann, Dr. Felix. DieLipprnann-Tauß-- Synagoge. Berlin 1920. Verlag Louis Lamm. Preis 8 Mk. Bender, Dr. Julie. Sexuelle Gesundung und soziale Fürsorge. Frankfurt a M. 1920. Verlagsgeseüschaft m. b. H. Hermann Minj on. Preis 3 Mk. No. 13 u. 14 Seite 11 Matzki«, Jakob. Hermann Cohen. Mit einem Bildnis nach einer Radierung von Hermann Struck. Berlin 1919. Jüdischer Verlag. Wiener, Meir. Messias. Drei Dichtungen. Wien u. Berlin 1920. Verlag R.Löwit. Preis geb Baron, Dr. Salomo. Die Judenfrage aufdem Wiener Kongreß. Auf Grund von zum Teil ungedruckten Quellen dargestellt. Wien u. Berlin 1920. Verlag R. Löwit. Preis geb. 14 Mk. Davidsoh», Dr. Ludwig. Beiträge zurSvzial- und Wirtschaftsgeschichte der Berliner- Juden vor der Emanzipation. Berlin 1920. Verlag Louis Lamm. Preis 8 Mk. Krupnik, Baruch. Die jüdischen Parteien. Ein Ueberblick zur Orientierung. Berlin 1919. Jüdischer Verlag. Sirrsheimer, Hermann, u. a. AndenWassery von Babylon. Ein fast heiteres Judenbüchletn. München 1920. Verlag Georg Müller. Preis brosch. 5 Mk. Rosenzweig, Franz. Bildung und kein Ende- Wünsche zur Volkshochschulfrage. Frankfurt a. M. 1920. Verlag I. Kauffmann. Levi, Abraham. Rebekka oder das jüdische Weib in ihrem religiösen Berufe. Eine Federzeichnung. Zweite verbefferte Auflage. Frankfurt a. M. 1920. Verlag von Sänger u. Friedberg. Preis 9 Mk. Die Lehren des Judentums. Erster Teil: Die Grundlagen der jüdischen Ethik. Mit Einleitungen von Dr. Baeck, Dr. S. Bernfeld, Prof. Dr. I. Ellbogen, Dr. S. Hochscld und Dr. A. Loewenthal. Berlin 1930. Verlagsbuchhanolnng C. A. Schwetschkeu. Sohn. Schwarzschild, Leopold. Sumpf, Drama in einen» Vorspiel und drei Akten. Frankfurt a. M. 1920 Verlag von Cnglert & Schlosser. Breuer, Jsaac. Der Kamps um Gott. Roman Frankfurt a. M. 1920. Sänger & Friedborg Preis geb. Mk. 30— Vöcherdesprechungen. NL22V flbnP “ISO* (Sammlung von Gebeten, religiösen Vorschriften, Morallehre re.) Frankfurt a. M. 1919, Sänger u. Fried berg. Preis 12 Mk. elegant geb. Eine willkommene Ergänzung zu der ettvas dürftigen Nödelhetrner Tefillo mit zahlreichen bauenden und belehrenden Stücken für jeden Monat des Jahres. Das Ganze scheint ein anastatischer Neudruck des alten nSnp zu sein, weshalb auch bei der deutschen Uebersetzung keine Anpaffung an den modernen Geschmack möglich war. Vielleicht ist dieses altertümliche Gewand indessen ein Vorzug, der den. Buche hoffentlich viele Freunde schafft. Biblisches Qnartettspiel. Bearbeitet von Lehrer- Simon Unna. Bad Kissingen, 1920. Verlag von N. Barn berg er. Preis 5.50 Mk^ In der Form der beliebten Quartettspiele wird hier das Interesse der Jugend für das Btbelstudium und Bibelkennen angeregt. Verfasser und Verleger bereiten in ähnlicher Weise noch ein talmudisches und ein geschichtliches Quartettspiel vor. Das neue Palästina, von Davis Trietsch. Verlag von L. Sänger, Frankfurt a. M. Wie sich auch die Zukunft Palästinas gestatten wird, die Verdienste Trietsch's u»n die Erforschung von Land und Leuten im heiligen Lande bleiben um verrvischlich. Das vorliegende Heft, 49 Seiten stark, ist im Zeichen der neuen und neuesten Vorgänge uu, und in Palästina geboren. In einen» einleitenden Kapitel spricht sich der Verfasser über die Bedeutung des neuen Palästina aus. Die wirtschaftliche Zukunft des Landes hängt für ihn einzig von Qualität und Fleiß des verfügbaren Menschenelementes ab. Er setzt sich auch mit den „Minimalisten" auseinander, die sein Maximalprogramm nicht anerkennen und vielen Anderen inner- und außerhalb der zionistischen Partei, die mit ihm nicht einig gehen. Mehr aber als sein uns wohlbekanntes politisches Bek.nntnis, interessieren uns in den folgenden Abhandlungen die Tatsachenangaben des besten Palästtnakenners unserer Tage. Wir gewinnen ein Bild über Fassungskraft, Handel, Industrie, Klima, Gesundheitsstand und Anbaufähigkckt des Landes. Das statistische Material ist durch Karten und Tabellen veranschaulicht. Ein Anhang gibt Ausschluß über neuere Palästinaliteratur. Alles in allem kann man dem jungen aufstrebenden Verlag für die Gabe dankbar sein.