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Der Israelit · 1920-05-13 · Heft 19 (13.5.1920) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
61 (1920)
Issue
Heft 19 (13.5.1920)
Date
1920-05-13
Page
– (sequence 6)
Language
German
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is«jue itr Ver ^Sva«W Kenntnissen verfügen, uar die gegen Len Talmud fortmährenL erhobenen Angriffe, ohne eine allmähliche Erschütterung ihrer GlaubenStreue hinnehmen zu können. Der Redner rvieS dann in geistvoller Weise an Hand einer Fülle von Material die Haltlosigkeit der im gegnerischen Lager gebräuchlichsten Anfeindungen gegen den Talmud nach, die tm Gewände wissenschaftlicher Objektivität doch ganz offenbar antisemitische Tendenzen verbergen. Insbesondere erwähnte der Redner hierbei die mißbräuchliche Ausdehnung deS v'i:-Begrtffes auf die Christen und hob demgegenüber das größe Verdienst hervor, das sich der Altmeister aus dem Gebiete der Apologetik, unser allverehrter Herr Prof. De. Hoffmann durch die glänzende Widerlegung dieser Beschuldigungen erworben hat. HofsmannS Schriften, die auf streng wissenschaftlicher Basis die gegnerischen Behauptungen ad absurdum führerr, haben geradezu bahnbrechend gewirkt und sind auch auf Seiten der Nichtjuden, so z. B. seitens deS Berliner Theologen Prof. Dr. Strack, voll gewürdigt worden. Der Redner Herr Dr. Liebermann wird demnächst eine kleinere, populär gehaltene Schrift veröffentlichen, in der er sich eingehender mit den von antisemitischer Seite gegen den Talmud erhobenen Angriffe autzeinanderzusetzen gedenkt. An den in Form und Inhalt gleich ausgezeichneten Vortrag, der mit großem Beifall ausgenommen wurde, schloff sich nach einigen warmen Dankesworten der Vorsitzenden etn gemütliches Beisammensein bei Kaffee und Kuchen. Berlin, 30. April. Die Zeitschrift „Weite Jüd ische Monatshefte", hat ihr Erscheinen vorerst eingestellt. Als Grund wird die außerordentliche Teuerung aller Erziuanisse de»' Buchdrucks und der durch die Sperre des Ostens bedingte Verlust an Be. ziehern angegeben. Berlin. 23, April. Durch Einige größere Geldbetröge, welche die schweizerisch-deutsche HilsSkon,Mission für notleidende deutsche Kinder unlängst aus deuischamerikanischen Kreisen erhalten hat — die Hauvtftumttc wurde von dem „Joint Distribution Committe" in New-Jo^k, der Vereinigung sämtlicher jüdischer Woyltätiqkeitsveretne Nordamerikas, iiberwiesen — ist sie jetzt in der Lage, mit der Ausführung ihres Programms einer rationellen Fürsorge für die unterernährten und kranken deutschen Kinder zu beginnen. Dieses Programm umfaßt hauptsächlich drei Puukre: 1. Unterstützung der in Deutschland begonnenen Schulspeisungen für unterernährte, aber sonst gesunde Kinder. 3 Unterbringung von unterernährten und psychisch ermatteten Kindern auf Familtenfreiplätzen in der Schweiz. 3. Versorgung von erkrankten, aber noch leicht rettbaren Kindern, insbesondere solchen mit beginnender Tuberkulose in KindeiHeime. Berlin, 34. April. „Verband national gesinnter Soldatennennt sich eine neue antisemitische Organisation, die Juden aus ihrer Mitte ausfchließt und 4. Mai. Infolge angeblicher Unregelmäßigkeiten in der Koscher-Milchversorgung, über die wir bereits berichteten, kam es vergangene Woche im Stadtrat zu ausführlicher Besprechung der Dersorgung mit rituellen Lebensrnitteln überhaupt. Wenn man auch dem Referenten, Rechtsrat Pfeifer, den guten Willen zu wohlwollender Beurteilung nicht r absp»echen kann, so ist es doch für uns sehr vedauertich, * daß von neuem öffentlich die Schächt- und MazzoSfrage aufgerollt und mit lur Milchversorgmig verquickt wurde. Sogleich befaßte sich die Presse mit der rituellen Lebensmittelversorgung und auch die den Juden gegenüber sonst objektiven Zeitungen wollten von weiteren Sanderzuweisungeu nich's mehr wißen, forderten Aufhebung aller Vergünstigungen aus Grund ei er GeneraldiLpenz einer jüdischen Oberkirchenbehörde und vermiesen die strenggläubigen Juden auf Lebensmittelversorgung durch ihre mächtigen Glaubensgenoffen in Amerika. Vertreter des Vereines Ohel Jakob und der KulruSgemeinde gaben u>. einer Besprechung noch Letzten Samstag RechtSrar Pfeifer die nötige Äusklärung und Ai.fschlüsse. Eine Richtigstellung für die Okffentiichkeit erfolgt in einem Artikel in de« „Münchner Neuesten Nachrichten". Cs wird einleitend wiederholt, daß die Versoroung der rituell lebenden Jsraeiiteu im Rahmen der Rattonirrung erfolgt. An Achtung vor den religiösen Institutionen, zu denen auch die Speisevorschriften gehören, sowie an Verständnis für Gewiffenskonflikte strenggläubiger Juden hat etz bisher weder den Behörden noch der durch Hetzartikel unbeeinflußten andersgläubigen Bevölkerung gefehlt. Der Artikel begründet sodann die Unmöglichkeit der Dispense vonseiien einer kirchlichen Oberbehörde und fährt fort: „Die koschere Milch, die in dem geringen Quantum von ca. 150 Litern täglich gewonnen wurde, kam in erster Linie an das israelitische Krankenheim, israelitische Altersheim und eine Anzahl der orthodoxen Richtung angehörenden Familien zur Verteilung. Der die Gewinnung der Mitch beaufsichtigende Vertrauensmann hatte auf Verteilung und Ablieferung keinerlei Einfluß. Diese Hatto vielmehr wie die Belieferung anderer Personen durch eine Molkerei zu erfolgen. Sind hierbei Ueberlieserungen vorgekommen fdie bei drm geringen Gesamlquantum keinen großen Umfang angenommen haben können), so sind sie genau io zu beurteilen, wie jede andere, den Vorschriften zuwiderhandeinde Ucbertieferung". ES erfolgt sodann eine Richtigstellung der behaupteten evorzugung durch die Mazzosverssrgung mit der 18! SW 19S8 | '...im. —r —■!■ '■ ui ..mi —-*»Tr>i7»mnrmr-ifin— dje vielerörtert« Berufsumschichtung anz«bah«en bestimmt fein sollen, werden durch Photographien veranschaulicht. Das harmonische Jneinandergreife« deS jüdischen und profanen Unterrichtes beleuchtet in hervorragender Weife die Mitteilung des Berichtes, daß nach Durchnahme des Mischna-TraktaieS „Ganhedrin", tm deutschen Unterricht daS Aufsatzthema gegebe« wurde: „Eine Gerichtssitzung in Alt-JSrael", daS die Vorschriften deS Traktates zur Aufgabe stellt. Eine Bearbeitung diese» Thema» war so anschaulich, daß sie in den B:ärtern d,-r AgudaS JiSroel-Jugeridorganifation Februarheft 1920 veröffentlicht und von diesem in das Hamburger Familienblatt Nr. 11 übernommen wurde. Dank der kräftigen Kost und watbreichen Gegend war der Gesundheitszustand der Schüler etn sehr guter. So gibt »er Gericht ein übersichtliches Bild von dem regen, geistigen Leben dieses jüdischen Erziehung-- werkeS. ES dürfte daher die Bitte des Berichtes u« ungemin'erte Förderung der Anstalt „Israelitische Präparandenschule Burgreppach, Postscheckkonto Nürnberg 4565", zu der die ungeheuer gesteigerten Ausgaben -trotz aller pekuniären Schwierigkeiten wurde» die Gehälter der AnstaltSlehrer, denen der staatlich angeftellten Volksschullehrer «ngeglichen und außerdem werden viele unbemittelte Schüler mit Subventio» und Stipendien bedacht, bei allen Freunden der Jugend unseres Volkes weitgehendste Berücksichtigung finden. Pose«, 23. April. Wie viele Polen sich in der Praxis zu der in der polnischen Verjaffurrg auf Verlangen der Entente gewährleisteten Gleichberechtigung der nationalen Minderheiten stellen, hat sich vor kurzem in einer Posener Versammlung gezeigt, die von der „Konfederacja Polska" verawstaltet wurde. Nach dem Schluß des Vortrages kam eS, wie das „Posener Tageblatt" berichtet, in der Aussprache zu einem starken Ausbruch der Leidenschafte» gegen die Gleichberechtigung der Juden in Polen. Ewurde in maßloser Weise gegen die Derbandsmächt» Front gemacht, denen die Juden ihre Gleichberechtigung zu verdanken hätten, und in Zusatzanträge» zu dem gefaßten Beschluß über die Stellungnahme der polnischen Regierung jum1 Friedensvvrschlage der Sowjetregierung wurde die Entrechtung der Jude» auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens gefordert. Die Ausstoßung der Juden aus den Aemtern.' aus de» Offiziersreihen, aus den Schulen, die sofortige Entlassung der deutschen Beamten, wurde unter stets wachsender Erregung der Teilnehmer zur allgemeines Losung. Ein unter den Teilnehmern anwesender jüdi- Mitteilung, daß in Zukunft durch strengere Maßnahmen \ scher Journalist, der zum Zweck der Berichterstattung an Am « . -> t t ... .*y ...v ... f 0Y"»rf>tovttt Hm* ittiS fmtfTnÄ 1*T^i* v+n hiitvS« 11>»4-j>« der Bezug von MazzoS aus die rituell lebenden Israeliten eingeschränkt werden soll, eine vollanf berechiiote Forderung ist. Durch den Vorsitzenden der Rituaikommission der hiesigen Gemeinde fei bereits vor Wochen dieser Vorschwg dem bayerischen LandwirtschastSrninisterium unterbreitet worden mit dem Ersuchen, in dieser Richtung eine Aenderung deS Ber- Hetzschristen gegen die „jüdische Regierung" verbreitet, s teilungsmoduS bei der ReichSgeireidrstelle durchzusetzen. Dieser antisemitische Verband scheut sich nicht, bei jüdischen Firmen für seine Zwecke zu sammeln und zwar unter der Angabe, er sammele Gelder für Lazarette. In einer deutschen Großstadt erklärte der Sammler dieses Verbandes jüdischen Geschäftsleuten gegenüber, der Bei band sei politisch völlig neutr«! und bekämpfe lediglich bolschewistische Machenschaften. E» ergibt sich aber aus seinem Vorgehen einwandösrei, daß dies keineswegs der eigentliche Zweck des Verbandes national gesinnter Soldaten ist, sondern daß er tn der Hauptsarye antisemitische Tendenzen verfolgt. Königsberg, 30. April. Vor kurzem fand eine Ausschußsitzung deS Verbandes der Synagogengemeinden Ostpreußens in Königsberg statt und wurde in dieser eingehend über die Beamten frage gesprochen. Der Ausschuß stand auf dem Standpunkte, daß bei den jetzigen teueren Verhältnisien die Beamten durchaus so gestellt werden müssen, daß sie ohne Schwierigkeiten den bitteren Kampf im Leben bestehen können. Der Ausschuß faßte daher folgende Entschließung: „Der Ausschuß des ostpreußischen Synagogenverbandes hält eine Neuordnung der GehaltS- und Ansiellungbverhältnisie der Kultusbeamten für dringend geboten. Er beschließt, eine Kommission auS Gemeinden« und Beamrenverireiern zur zeitgemäßen Neugestaltung des ostpreußischen NormalveitrageS einzusctzen, der in feiner neuen Form der nächsten Generalversammlung deS SynaaogenverbandeS zur Befchlußfaffung vorgelegt werden soll. Der VerbandSauSschuß fordert die Gemeinden auf, den Wünschen deS Vereins jüdischer Reltgiouslehrer O^prcußenS bezüglich ihrer gehaltlichen und rechtlichen Besserstellung schon zum Beginn deS neuen Etatsjahres nach Möglichkeit zu entsprechen." Breslau, Mai. Die Repräsentanten stimmten in ihrer letzten Sitzung einem Dringlichkeitsantrag deS GemctrrdevorstandeS zu, oaß den Beamten ein Betrag von 15 Prozent der rüSherinen Teuerungszulage vorschußweise gezahlt soeibe. Hierzu gelangte noch ein ansta?ttte^unsere Juoend^upp^aeml^ l gruppen. Der Redner ging vom ArewuS-Gedanksn d°r.n i ffrj» säääss Tun und Lassen nachdrücklichst vor Augen. ES ist Herrn Schlesinger mit seiner vorzüglichen Rede gelungen, für die AgudaS J.Sroel neue Anhänger zu erschienen war und lautlos zuhörte, wurde unter höhnischen Zurufen mit Rippenstößen und FauHschlägen auf den Kopf bedacht und zum Verlasse« des Saales gezwungen. * Bratislava, 3. Mai. Am Dienstag, 27. April (ö. Jjar), hielt Herr Falk Schlesinger au» Hamburg im Heime der kürzlich gegründeten AgudaS JiSroel- Jugendgrupps in Bratislava (Preßburg) einen vortrag über die Aufgaben der AgudaS Jtxrnel-Jugend. glänzender Verlauf und materieller Erfolg die allseits aufgewendete Müde reichlich lvhnte. Unter der bewährten Regie unseres Hernn Jona Rosenbaum spielten sich die verschiedenen Programmnummern, Theaterstücke, KoupletS und Musikstücke, von unsere» Mitgliedern hervorragend dargestellt und teilweise selbst versaßt, in wechselvoller Reihenfolge ab, von den zahlreichen Zuhörern dankbar ausgenommen und teilweise mit stürmischem Beifall belohnt. Damen unserer Mädchengruppe betätigten sich in dankenswerter Weife bei der Bedienung deS Büffet-, dessen reichhaltige Gaben wir den Stiftungen opferfreudiger Gönner verdankten. Eine originell gehaltene humoristische Zeitung ließ unsere Gäste auch während der Pausen nicht aus der fröhlichen Stimmung kommen. Erst spät gegen Abend trennten sich die Versammelten, vollauf befriedigt von der schön verlaufenen Feier, die unseren Gruppen und dem Fonds der Erez JtSroel-Woche einen nur zu gebrauchenden ansehnlichen Ueberschuß brachte. Vurgpreppach, 7. Mat. Die israelitische Präparanden- und Bürgerschule versendet ihren 44. Jahresbericht, demzufolge die Anstalt tm Berichtsjahre vvn «g Schülern besucht wurde. Die Pläne, die tm vorigen Bericht angedeutet wurden, sind tn diesem Jahre in die Tat umgesctzt worden. Der Thora- und Talmudunterrichr wurde erweitert und verliest. Zwei jj Aufnahmen zeigen die Schülerbeinr Talmudunterrtcht, s über dessen überaus intensives Lernen in Haupt- und l Nebenschlurim die Uebersicht der Pensen und drr jj Schulausgaben Aufschluß geben. Das Erfassen und Erlernen der jüdischen Wissenschaft im weitesten Umfang, die sanfte, aber starke Gewöhnung an religiöse Pflichterfüllung in der Anstaltserziehung find der gemeinsame Unterbau der Präparandie und der neu- , ungegliederten Bürgerschule. Auf dieser Grundlage; k bildet der Lehrgang der Präparandie die künftigen i Lehrer, der der Bürgerschule nach gleichfalls vorr der! gewinnen, mehr a^er noch die bereltS Gewonnenen tu ihrem Arbeitswillen und in ihrer Begeisterung zu stärken. Dr. Rosenbaum, der namenS der AgudaS JiSroel-Jugendgruppe dem Redner für feine geistreichen und begeisternden Worte dankte, setzte i« kurzer Ausführung die Ziele der Aguda im große« und der Jugendgruppe Bratislava im einzelne» auseinander. Anfang Oft Ti HST \mz 1920| 5680 Ausgang Mr J Fra«kf»rt a. M, >. lt. 8® Mai 37. Jjar i S j 55 Berlin .... 7: so (8 45 Mönche« - 7 li S | 81 Straskbsrg . . — 1 — . 1 - | - Stnttgart. . , —; — :! -! — Posen .... .... ' . i — 7 — 8 J 41 — 9 1 14 Zusatzantrag deS Pro?. Dr. Woblauer zur Annahme, t Regierung genehmigten Anordnung die zukünftigen daß im gleichen Maße die Empfänge gehältern und Hinterbl!r'bcnensersorgu'.ig »erden sollen beamten beschloß gesprochen, Dtenstfayrte ordnung für ständiger Aussprache gutgchrißcn. von Ruhe-; Handeluud Gewerbetreibenden vor. Alle Elementar- W«r«zw»h Frier. Heinz, Sohn des Herr» Joseph Weichseibauul u.Frau(Emanuel), Berlin NW. 8, Albrecktstraße 14. Um i« Zürich streng ko'.chrr essen zu könne», hat sich in Zürich eine Genossenschaft gebildet, die i» der Stampfenbachstraße 9110 unter dem Name» Weisung rm Ackerbau und in der Handfertigkeit, die * Lokalitäten streng koscher zu essen.

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