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Der Israelit · 1920-04-22 · Heft 16 (22.4.1920) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
61 (1920)
Issue
Heft 16 (22.4.1920)
Date
1920-04-22
Page
– (sequence 3)
Language
German
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22. April 1920 Der JSrüLM. Kr. 16. Seite 8 JSOJS3&1&B S&anäauer Str. 16 C Königstraße II '14 Gegründet 1815 Kaufhaus für Wäsche, Kleidung, Seidenstoffe, Voll-, Wirk- und Webwaren, Sardinen, Teppiche Wä-che-^lusstattungen Anfertigung in eigenen Werkstätten Wohnungs-Einrichtungen vier Stockwerke Möbel Man verlange öle illustrierte Preisliste Nr. 1920 sich an alle deutschen Juden wendet. Ja, wir möchten im Interesse der Sache es den orthodoxen Vereinigungen nahelegen, schleunigst eine solche Erklärung noch Nachzuholem Aber, auch, wenn sie ausbleiben sollte, sogar, wenn direkt beabsichtigt sein sollte, das Ergebnis der Sammlung nur für orthodoxe Gemeinde zu verwenden, auch dann noch möchte ich allen Lehrern und Kultusbeamten warm ans Herz legen, sich für die Aufbringung eines »Millionenfonds zur Rettung der jüdischen Landgemeinden Deutschlands" lebhaft zu interessieren. Seien wir großzügig und lernen wir den Parteihader überwinden! Es ist doch bester, wenn wenigstens ein Teil der Kultusbeamten besser versorgt wird, als daß alle weiter hungern und darben und die Landgemeinden, in denen die Lehrer bisher das Judentum zu erhalren versucht und es auch erhalten haben, dem Untergang verfallen." Die von Herrn Steinhardt gestellte Frage scheint uns praktische Bedeutung kaum zu haben, denn es ist nicht anzunehmen, daß Gemeinden mit gesetzwidrigen Kultusreformen. oder ausgesprochen religionsünörtgem Unterricht zu den unterstützungsbedürftigen Kleing-'melnden zählen. Im großen Ganzen sind diese Errungenschaften des modernen liberalen Judentums Vorrecht der steuerkräftigen Groß- und Mittelgemeinden. Merkwürdigerweise begegnet jedoch die Propaganda der gesetzestreuen Verbände einer anderen Schwierigkeit: man hält ihnen vielfach entgegen, die Mitglieder der Landgemeinden seien heute im Durchschnitt so leistungsfähig, daß sie sich bei gutem Willen selber helfen könnten. Wir möchten dieser Auffassung doch entschieden entgegentreten. Gewiß ist auf dem Lande viel Geld verdient" worden, aber man vergißt, daß es sich hier um einen vorübergehenden Zufluß handelt, während die ungeheueren Lasten dauernde sind und die Gewinne nur selten so groß waren, um etwa kapitalisiert als Grundlage enormer künftiger Steuerleistungen dienen zu können. Es bedarf darum eines dreifachen: äußerster Anspannung und Opferwilligkeit der Landgemeinden selbst, die ihre Steuerzahler erziehen müssen) kräftiger Heranziehung der städtischen Gemeinden und endlich der Aufbringung eines W^illionenfonds für die Aufgaben der nächsten und ferneren Zukunft. Wahlbewegung und Äersaffmig in der Tschecho-Slowakei. Die Hoffnungen der unter zionistischer Führung stehenden „Vereinigten Jüdischen Partei" — ein tschechisches Blatt hat ironisch gefragt, wer denn in dieser Partei „vereinigt" sei außer den Nationalisten — auf ein positives Wahlergebnis sind nachgerade nicht besonders groß, da man weder aus dem orthodoxen, noch aus dem assimilatorischen Lager auf starke Gefolgschaft rechnen kann. Allerdings hat OberraLbiner Reich in Verbo, der alte Opponent der ungarischen orthodoxen Landeskanzlei, sich vorbehaltlos in den Dienst der Nationalisten gestellt, sich und andere beredend, durch die Gründung von nationalen Schulen mit Jargon als Unterrichtssprache werde die Thora gerettet werden. Aber diese oberrabbinische Schwalbe macht keinen Sommer, und der Instinkt der orthodoxen Masse sagt dieser doch, daß das Heil für die überlieferten religiösen Heiligtümer unmöglich von den halb oder ganz übgefallenen neologen Nationalisten kommen könne. Man weist mit Recht darauf hin, daß in den öffentlichen nationalen Mtnderhettsschulen, ob man sie jetzt im Jargon, hebräisch oder slowakisch führt,derG eist des § 119 der Verfassung herrschen werde, der die Anpassung des Unterrichts an die angeblichen „Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung" kategorisch verlangt. Da könnten also unsere nationalistischen Freidenker, gestützt aus die Staatsautorität, die wundervollste Bibelkritik treiben, als sei man in Jaffa oder Odessa. Das läßt sich im Jargon ebenso gut durchführen wie auf hebräisch. Die Orthodoxie hat immerhin einen schweren Kampf zu bestehen, denn der Gegner ist besser gewaffnet und weiß jede Schwäche in unserem Lager auszunutzen. So bricht jetzt die alte Wunde der weiland ungarischen Orthodoxie wieder auf: der Chillul haschem Sabbat schändender ^uasi „orthodoxer" Gemeinderepräsentanten. Es wäre in der Tat an der Zeit, daß man mit diesem Erbübel im neuen Staat aufräumt, und daß die orthodoxe Landeskanzlei kein Gemeindeftatut mehr bestätigen oder bestehen lasse, das nicht die Wahl von.TDmßa mtp zu Gemeindevorstehern oder Repräsentanten rundweg verbietet. 100000 Juden (gleich ca. 20 Proz. der jüdischen Gesnmtbevölkerung), 86000 Juden (gleich ca. 80 Proz.) Froniteilnehmer, 20000 Juden als Kriegsfreiwillige, 2000 Juden wurden zu Offizieren befördert, 10006 Juden wurden mit dem Eisernen Kreuz 2. Kl. ausgezeichnet, 1000 Juden wurden mit dem Eisernen Kreuz 1. Kl. ausgezeichnet, 1001)0 Juden sind gefallen. Nas künftige Jerusalem. „Haarez" veröffentlicht einen von Prof. Schatz und Prof. Geddes entworfenen Plan für den Aufbau des neuen Jerusalem. Der Plan zerfällt in zwei Teile: das antike und das neue Jerusalem. Prof. Schatz wünscht das alte Jerusalem im wesentlichen erhallen zu sehen und tritt für die Niederlegung verschiedener störender Gebäude ein/ so z. B. müßte die häßliche Kaserne beim Davidsturm fallen, wodurch der Platz in eine Gartenanlage verwandelt werden könnte und sich das prachtvolle Panorama der Umgebung von Jerusalem eröffnete. Hier müßre her Musikpalast erstehen, dessen Linien mit denen des D^vidsturmes harmonieren müßten und der „Kinnor David" heißen soll. Ferner sollen die unschönen Häuser in der Nähe der Klagemauer abgetragen und ein Garten gepflanzt werden, wo eine Synagoge in antikem Stil erstehen soll. Aus dem renovierten Gebäude des Davidsturmes sollte ein historisch-ethnographisches Museum werden. Schatz schlägt noch verschiedene andere Projekte vor, durch deren Ausführung das Stadtbild des antiken Jerusalem überaus gewinnen müßte. Was das neue Jerusalem anlangt, so soll die künftige Neustadt die Stadt für alle Völker werden, sodatz darin jede Nation ihren Fleck mit ihrem Gotteshaus haben soll. Ferner sollen sich da die Universität, Museen, Theater und Märkte befinden. Ter größte Mittelpunkt wird jedoch an den heiligen Orten des alten Jerusalem erstehen. Als Baustil schlägt Schatz einen solchen vor, der sich an die architektonischen Linien der alten Bauten halten soll. Das Rot der Dächer soll ausgeschlossen werden, weil es nicht mit der Farbe des Himmels harmoniertdie Dächer selbst sollen flach sein, mit Geländer und einer Veranda. Schatz schlägt die Schaffung eines aus Architekten, Künstlern, Archäologen und sonstigen Fachleuten zusammengesetzten Komitees vor, welches den Namen „Bonej Jeruschalajim" tragen soll, und die Gründung einer Aktiengesellschaft namens „Nehemja" zur Errichtung von Märkten, Straßen, Bädern, Wasserleitungen, Gebäuden usw., so daß nach 49 Jahren die Stadt in den Besitz der betreffenden Objekte gelangen würde. (Die jüdische Bevölkerung in Netv-Nork). Nach neuesten statistischen Ausnahmen wohnen in New-Aork und Umgegend 1% Millionen Juden, bei einer Gesamlbevölkerung von 5 Millionen. Die Stadt zählt über 720 Synagogen und Bethäuser. Es erscheinen 40 jüdische Zeitschriften, darunter fünf täglich. 29 Blätter sind in jüdischer, die übrigen in englischer, hebräischer und spaniolischer Sprache gehalten. 79 Friedhöfe nehmen die Toten auf und sieben Theater, sogen, jüdische Bühnen, sorgen für Unterhaltung. Auch zwei hebräische Theater sind in letzter Zeit ins Leben gerufen worden. Kamillennachrichten. Verlobte. Dina Wertheimer in Hardheim mit Erich Leyser in Altona (Elbe). Sabbat-Anfang und Ausgang. ina» nm mty 0 R Ti Anfang Datum AuSgang Uhr iMin. 1920\ 5680 Uhr Min. I 1 23. 6. Jjar Frankfurt a. M. 6 55 April 8 20 Berlin .... 6 25 7 11 München . . - 7 — 7 59 Btrakvnrg . . — — — — Stuttgart. . . — — — — Pose« .... — — — — Nürnberg. 6 50 8 05 Hamburg . . . — — 8 28 iKO Dr. Goldschmidtjso Taunus-Sanatorium Bad Homburg v. d. H. für Nervöse, Innerlich Kranke, ErholnngsfcediirfHße.

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