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Der Israelit · 1920-04-01 · Heft 13-14 (1.4.1920) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
61 (1920)
Issue
Heft 13-14 (1.4.1920)
Date
1920-04-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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immer lodert das Feuer, und wieder feiert es einen großen Raub und es verfällt ihm, was sich» ihm als Nahrung bot. Was an Stolz und Hochmut sich augehäuft, zerfällt wie dereinst in! Aegypten und laut und vernehmlich ruft eS aus j diesem Zusammenbruch zu Israel: j Drum laß, bei Dir picht Ehomez schwelj lenden Hochgefühls und zersetzenden, gärenden > Selbstbewusttseins gesehen werden in Deinem k ganzen Gebiet.! Und wenn im Kreislauf der-Jahre der Tag z wieder naht, der größte deiner Geschichte, da j Tn zum ersten. Mal und nicht zum letzten Mal l erlebtest die lebendig gewordene Warnung an! die Völler: „Rühret meine Gesalbten nicht an? mrd mißhandelt meine Verkünder -nicht", dann j soll Israel im befreienden Bewußtsein den Tag d begehen dürfen, in ihre Fehler nicht verfallen | zu sein, im Gefühl der Würdigkeit des noch i immer Ueberlebenden. Ihr sollt fehlen lassen 8 das Gärende, sollt es bannen aus euren Häuz fern. Der Auftakt zürn Besrei'.rngsfest findet jj nicht in Beschaffung von Zeichen der Freiheit, | sondern in Entfernung der Reste der Zeichen | unserer Selbständigkeit seinen Ausdruck. Nur dadurch, daß Israel zu Gottes Herrschaftsgebiet $ sich hingibt, wird Juda zu seinem Heiligtum § erhvben. Im selben Maße, in dem Israel das | Chomez in sich vernichtet, im selben Maße entt i fentt es selbst die ethische und politische Fessel jj (Ps. 105, 18—19), oie seinen Fuß, befchivert, j im selben Maße und nur auf diesem Wege derr mag es die Zeit heranszusühren, in der Gottes I Verheißungen sich erfüllen, weil sein Wort Js-! rael geläutert hat. | Nicht Menschenhand wird uns befreien, nicht i Völker-Botum das Goluß verkürzen, Jaussef z wandte sich an Fürsten und lernte ihren großen | Egoismus kennen. Er verlängerte sein Un- | glück, ans daß ihm die Erkenntnis werde:.Wir Z haben nur unfern Vater im Himmel. Auch in " diesem Sinne sind die Sprichwörter wahr, mit denen drei Weisen, den scheinbar nicht weit tragenden Vorgang begleiten, in dem R. Jehuda einer Inkonsequenz überführt, seinen Gegnern gegenüber schweigen mußte. Aber eben diese Inkonsequenz selbst bedeutet ihnen das prinzipielle Unrecht, das, wenn es in kleinen Dingen geübt, im großen verheerend wirken kann. Unser Volksprinzip ist in dem Wort: „Ich nehme euch mir zum Volke" verankert, unsere Volksausgabe in: „ein Reich von Priestern, ein heilig Bol?" ausgesprochen. Beides verleugnen wir nicht ungestraft. Uno wenn wir uns auch nur lmenschlich scheinbar selbstverständlich) die Schale für unsere tägliche bescheidene Mahlzeit glauben selbst aushöhlen zu können und zu dürfen, man lvird | uns Senf hineingeben, daß wir unsere Zunge l verbrennen. Und wenn wir uns auch nur I! Hnenschlich scheinbar vollberechtigt) Fußangeln jj fertigten, um den Dieb unserer Ehre zu fangen, jj um unser Recht zu behaupten, unser Eigentum z gegen fremde Uebergriffe zu schützen -- wir | würden uns selbst drin fangen, solange wir gegen < uns selbst und unfern Daseinszweck das gleiche | Unrecht begehen, gegen das wir uns gegen an- | bere zur Wehr setzen. Und sollten wir gar! Pfeile verfertigen und Jacobs Summe in Esausi Hände wandeln wollen, - - - dann gilt j ßür ihn, den Esau: „Wenn du. Jacob sittlich \ zu Fall bringst, dann oermagst Du. fein Joch j ab zu schütte ln." | Doch auch sein Tag muß komiuen, der Tag | für Amalek-Edom; an dem sein Ehomez-Größen- \ w-ahn in Feiler verraucht. \ Dann erw'eist sich seine scheinbare Frucht l als leeres Stroh, ein Raub der Flamme, des jj Feuers der Wahrheit, Und Helfer komme» jj heraus aus Zions Berg, zu richten den Berg f Esaus, dann ist Gottes die Herrschaft.. -- - 5 WM Im Bericht über die 10. ordentliche Mitglieoervermmmlung des Vereins für die jüdst;chen Interessen Rheinlands in voriger Nummer konnten nicht alle Herren und Damen ansgezählt wecüen, welche sich in den Dienst der guten Sache mit Aufopferung gestellt hatten. Es wären noch viele zu erwähnen gewesen. Besoudecs aber hätte eine ehrende Erwähnung gebührt dem Herrn Dr. phil. et Dr. med. Erich Sirnolls in Köln, dessen geschickter Verhandlung es zu danken war, daß die Tore der Behörden und Lazarette sich für die Wohltaten an den jüdischen Soldaten öffneten. Wochen hindurch hat der Herr eine erfolgreiche geldliche Agitation aus mühevollen Reisen entsaftet. Manche Stunden bei Tag und bei Nacht saß er an Krankenbetten und bemühte sich um die rituelle Bestattung der Verstorbenen. Frau Sal- Weil in Freiburg, die unermüdlich Tausende für diei Soldatensürsorge he ran schaffte, Frl. Erna Cohen in Köln, die in den letzten Kriegsjahren in geräuschloser Bescheiden ljeit uwd gewissenhafter Pünkttichkeit den Konservenversand übernommen hatte. Ihnen und vielen andern Genannten und Ungenannten sei die große Mizwoh, die sie geübt, ihr schönster Lohn, Möge das Verdienst, das sie sich erworben, ihnen beistehen l Die Sünde des Menschen. Cap. III. Fortsetzung.) 24. Blxrr n« EnJ’l ist schon durch die Tonzeichen als besonderer Gedanke hecvorgrhoben. Es kann sich dieser Ausdruck ohnehin nichts mit dem ‘innbitf'’! des vorigen Bern es decken. Sonst wäre es eine Tautologie. Hatte der vorhergehende Vers g-sagt, daß er seinen bisherigen Ausenrhaltsorr verlassen mußte, so besagt dieser Vers, daß der Mensch forran auch nicht mehr in der „Nähe Gottes" weilen sollte. Der Mensch erhielt ppnj seine „Scheidung". Die Unmittelbarkelt des Gottes Wortes kann er nicht mehr vernehmen. Und erst zur Anbahnung der Rückkehr zum Paradies wird der Menschheit, nachdem sie durch völliges Vergessen des ursprünglichen Wortes bis zur Haltlosigkeit in sittlichem Elend zu Grunde gegangen war, von neuem am Sinai die alte, reine Lehre offenbart, auf daß sie nimmer ganz verloren gehe und fortan ein Teil der Menschheit sich rein erhalten könne und erhalte. Der Weg zum Eden soll ja nicht versperrt, sondern offen gehalten, bewahrt werden. Auf darum ein Sokeph godaul. Die Kultur soll sich verinnerlichen, versitwgen, um den Weg zur «TW! mit ihren ideellen Werren zu finden. Dazu wurden an den östlichen Eingang des Eden, von wo aus die Sonne der Erkenntnis aufgeht, der niederschwebende Cherub postiert, wo er tu Gestalt und Bedeutung dem Geschlecht bekannt war, das auch im Bestimmungszeit dieses Zukunftsideat der reinen Menschheit sich darzustetten und auf seine Wiederkehr in nimmer versagendem Vertrauen zu hoffen hatte. Wird doch die negative Seite, das Gefühl, das Bewußtsein der unglücklichen und nicht befriedigenden Gegenwart durch die Selbstbestrafung des Unrechts wachgehaiien. Die Selöstverzehrung als weithin durch die Geschichte leuchtendes Feuerzeichen zeichnet das Schwert und jeine Verheerung iw blutigen Spuren des Wellenganges ohne Gott in stets gleirhbleibender Schärfe, wenn auch in wandelnden Formen ^2LN7ir2N (Mcdr. Rabb. 21,13). Mögen drum Welteroberer O'VIX, mögen Pompadure mögen Weltanschauungen m großen resorrnatsrischen Zeitläuften oder Zettverhaltniffen mit Krankheit und elementaren Erscheinungen das Berechn gliche alles äußern Seins lehren und Sehnsucht und Ahnung und Hoffnung und Vertrauen zu ewigen Werten predigen, die allein die reale Grundlage für das Glück des Einzelnen die Wohlfahrt der Völker, 8 die Segnungen und de« Friede« der Welt und der Natur schaffen. — Cap. IV. Die ffamtlte beS ersten Mensche». 1. 2T ist plusquperf. Der Mensch hatte, — noch im Paradiese — erkannt und zwar damals, als er nach dem Bericht V. 20 Gelegenheit hatte, seiner Frau den Namen ron zu geben. Darum dürfte hier der Eigenname wiederholt sein. Die Zeit bis zur Geburt verlebte das Ehepaar allerdings bereits außerhalb des Eden. Das Sokeph godaul auf dem -löKFfl deutet die Freude, vielleicht auck das Selbstbewußtsein an, mit welchen Gefühlen eine junge Mutter ihre Kinder auf ihren Armen wiegt oder sie ihrem Manne zeigt. An sich wäre nach überstandener entsagungvoüer Zeit eine solche Stimmung wohl zu verstehen. Höchstens verrät der Ausdruck W3I3 eine Gesinnung, die der späteren jüdischen Einrichtung der N1122, her Weihe der Erstgeburt, nicht entsprechen würde. Und dieser Stolz, mit dem die Mutter ihr Kind unter dem Herzen getragen, hat sich vielleicht dem Charakter ÄajinS eingeprägt. (Vergl. Hirsch z. St.). Keinesfalls aber ging MN soweit, den Lebensspender zu verkennen. Denn indem sie ausdrücklich /Br Tire hinzufügt, bringt sie höchstens ihre Mitwirkung, nicht aber einen Cynismns zum Ausdruck. Sie wird des Gegensatzes zwischen der Schöpfung der ersten Menschen, die allein durch den Schöpfer erfolgte, inne und der damit' nicht zu vergleichenden Folgezeit, in der Vater und Mutter aus Grund des fortan wirkenden Naturgesetzes als Gründer der Familie wirken. (Midr. Nab. rPiWOS 22,4.) Als erste Mutter bezeugt sie neben der Freude über ihre Kraft, ihre Passivität und erkennt den Schöpfer des Alls als Erhalter und Mehrer auch des Menfchen-- kreises laut und rückhaltlos '*1 fiK an, der auch dem Einzelnen seine Fürsorge (,N) zuwendet (Jbn Esra.) 2. Daraus, daß j?*p und -,n?!l fehlt, wird gefolgert, daß ein Zwillingsbruder Kajins gewesen ist. Kajin hatte, worauf das Wörtchen ha hinweist, auch eine Zwillungsschwester und wenigstens deren zwei, wie *iam besagt. Die gleichzeitige Geburt mag durch angedeutet sein, wie das I 25,26 ebenfalls geschieht. Das Sokep godaul auf pp bereitet schon darauf vor, daß dieser der Held der folgenden Geschichte sein wird. .Tn „war geworden". Als Erstgeborener wandte er sich der natürlichsten Beschäftigung deS Menschen zu, in der er allerdings — wie später rft I 9,20 und König ITTltf II Chr. 26 aufging. (Vergl. Hirsch z. St. über die psychvlogische Begründung des späteren Brudermordes durch Beruf und den sich daraus bildenden Charakter. 3. O'L'' pPö nach der Reife. ^212 nicht im Sinne der jüdischen Erstlingsopfer, dann würde es wohl '12 rpttftno heißen. Er wählte weder die ersten, noch die besten Früchte aus (Midr. Rabb rv>E?X*!2 22,8). Wenn eine Ansicht meint, aus Flachs habe sein Opfer bestanden, so soll damit gesagt sein, daß Motiv und Qualität des Opsers Egoismus bewies. Flachs ist ein geläufiges Bild dafür, weil er nicht wie GraS, in Büscheln, sondern in einzelnen Stengeln wächst. Ob man mit Malöim anzunehmen gezwungen ist, daß ‘PD den unrichtigen Gedanken, in dem Kajin das Opfer darbrachte, ausdrücken soll, als könne der Mensch wirrem Schöpfer ein Geschenk bringen, bleibe dahingestellt. 4. iT2n ist plusquperf. und heißt „hatte gebracht^. Me hätte Kajin wissen können, daß sinn Opfer nicht wohlgefällig aufgenomme« worden sei, wenn ncht ein Opfer voraufgegangen wäre, dessen Annabme durch ein Zeichen kundgetan worden war? (7>"2M Auch Kimchi. Das beweist übrigens auch, daß TCfi der zweite Opfernde war, aber nrcht nach Kajin, sondern nach Es ist dadurch der Anhaltspunkt gewonnen für Len häufigen Midrasch, daß üla ein erstes Opfer gebracht habe. Er bringt

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