Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 61 (1920)
- Issue
- Heft 12 (25.3.1920)
- Date
- 1920-03-25
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Nr. 12 des Propheten Jona hervorgehoben, daß nur streng? Zesthülten »n der Thors und die strikte Beobachtung ihrer Gesetze das Judentum gusmüchen und nicht der moderne Nationalismus. Dies habe er seiner Ungvärer Rede deutlich und mit lauter Stimme verkündet, sodaß es nicht möglich war, seine Worte mißzuoerstehen. ITIisracfii un9 öionismus. London, 10. März. Wie aus einem Briefwechsel zwischen der Misrachi-Leitunq und Dr. Weizmann hervorgeht, hat sich der „Misrachi" in Abänderung seiner Amsterdamer Resolution zu folgendem neuen Vorschlag betreffend die Organisation des Erztehungswesens in Palästina verstanden. Es sollen zwei, in allen inneren Fragen unabhängige „Aufsichtsräte" (Waad hamefakeach) gebildet werden, von denen einer die orthodoxen Schulen unter der Leitung des Misrachi repräsentiert. Darüber wird ein oberster Rat (Waad eljon) gebildet, in denk der „Misrachi" § paritätisch" (d. h. wohl mit der Hälfte der Sitze) vertreten ist und dessen Vorsitzender nur mit Zustimmung aller Mitglieder gewählt werden kann. Diese oberste Behörde soll alle äußeren Fragen, insbesondere das Budget regeln. W e iz m a n n will diese Vorschläge mit Ussischkin besprechen und sich um die Annahme bemühen. Iacvb Sdiiff über Sie iüdifdie Politik. Mew HorL, 15. F§br. . Der bekannte Philantrop Jacob Schiff, der schon seit der Balsour-Deklaration zum Zionismus üdergegangen war, hielt, auf einem zionistischen Festessen zu Ehren des amerikanischen Marinesekretärs eine Rede, worin er erklärte, die Juden könnten sich nichts Besseres wünschen, als ein „jüdisches Heimatland unter englischer Souveränität". „Wir sind darauf vorbereitet, der entfernten Zukunft die Entwicklung der jüdisch-politischen Lage zu überlasten, nachdem Palästina das Land der Juden geworden sein wird". Die Minderheitsverträge im Osten seien vorerst nur ein Stück Papier, die einzig mögliche Heimat für die Juden sei Palästina. vemonstmlionen 9er Araber. — Herbert Samuel in Jerusalem Jerusalem, 14. März. Eine weitere Demonstration antijüdischen Charakters fand hier statt, wobei mehrere Juden geschlagen wurden. Der Mtlitärgouverneur hat fernere Kundgebungen verboten. Herbert Samuel besichtigte, begrüßt von Rabbiner Tukazinsly, die Ez Chaj im-Schule und brachte die Grüße der englischen Regierung, unter deren Herrschaft Erez Jisroel das geistige und religiöse Zentrum der jüdischen Welt werden solle. > Emir Mul als arabischer König. «London, 18. März. Nach einer Reutermeldung hat sich Emir Faisul von einem allsyrischen Kongreß in Damaskus am 8. März zum arabischen König ausrufen lassen; das unabhängige Syrien soll Syrien, Palästina, den Libanon und Nordmesopotamien umfassen. Es bleibt abzuwarten, inwieweit dieser Putsch die Anerkennung der Friedenskonferenz finden wird. Im Unterhause antwortete Lloyd George auf eine Anfrage nach der Zukunft Palästinas, er könne nichts sagen, da der Vertrag mit der Türket sich noch in Beratung befinde. ftcx $ßraeitt PaMinenUcke Ausficftfem LüNdöN, 18. Marz. Das bekannte Oberhaus - Mitglied Lord Sy den Ham veröff.mlücht in einem angesehenen englischen Wochenblatt eine Reihe ron Aufsätzen über die Lage in Palästina, worin er sich zur Frage der Einwanderung wie folgt äußert: „Die einzigen Kolonisten, die zugelaffeu werden sollten, sind geschulte Bauern, sowie Arbeiter zum Bau von Häfen, Eisenbahnen und Straßen. Wenn die Zionisten solche Gruppen stellen können, wird vie Entwicklung Palästinas aus dem jüdischen Bestand Nutzen ziehen." Hinsichtlich oer politischen Rechte erklärt Lord Sydenham, es sei jedwede Reqierungsform auszuschließen, die „einer Minderheit Einflnß oder Borzugsbehaudlung zugestehe." Wie unter solchen Bedingungen die Balfour- Erklärung ausgeführt'werden soll, sagt Sydenham nicht. Der aus Palästina zurückgekehrte M. Leonhard Stein, der als Verbindungsoffizier der zionistischen Kommission zugeteilt war, äußert sich in einem Interview mit dem Jewish Chronicle etwas ausführlicher über die nächste Zukunft. Auch er warnt nachdrücklich vor jeder Ueöerfchätzung der unmittelbaren ökonomischen Möglichkeiten und beklagt die übertriebenen Hoffnungen, die man in den jüdischen Massen erweckt habe. Hinsichtlich der arabischen Frage glaubt Stein, daß die Herstellung eines erträglichen Verhältnisses durchaus nicht unmöglich sei, sobald man den gebildeten Arabern die Ueverzeugung verschafft, daß sie selbst aus der wirtschaftlichen Befruchtung des Landes durch jüdische Intelligenz und jüdisches Kapital entsprechenden Nutzen zrehen werden. Die Hauptsache sei, jetzt alle Aspirationen auf die ferne Zukunft beiseite zu setzen und gemeinsam mit allen Parteien der Judenheit an der Entwicklung einer gesunden jüdischen Gemeinschaft in Palästina zu arbeiten. Tann ü. d. Rhön, (Februar). Nufere Gemeinde hat einen großen Verlust zu beklagen. Nach längerem qualvollen Leiden starb F.au Jeanette Freudenth al, geb. Stein, und wurde unter überaus großer Beteiligung aus allen Kreisen der Bevölkerung zu Grabe gebracht. Sie war eine vorbildliche H'N 5VX, geschmückt mit allen Tugenden des jüdischen Weibes, eine Frau tiefen Gemütes und hervorragender Herzensbildung, die ihr Haus zu einem Tempel der Gottesfurcht und der Liebe zu gestalten wußte. Ihre Gastfreundschaft, ganz besonders auch gegen Arme, verdient rühmend hervorgehoben zu werden. Sie war eine Zierde ihrer Familie und ihrer Gemeinde. Auf diesen Ton waren denn auch die Ausführungen des Herrn Provinzialrabbincrs Dr. Cahn, Fulda, gestimmt, der im Anschluß an die dreifache nviiri-Abgabe an das Heiligtnm ihre Bewährung in ihren drei Pflichtenkreiscn kennzeichnete. Im Namen der Familie sprach der Bruder Herr Rabbi,rer Dr. Stein, Schweinfurt, Worte des Dankes der Verblichenen aus und am letzten Tage der Trauerwoche würdigte Herr Lehrer Hecht im Hause nochmals Wesen und Wirken der Dahingeschiedenen. Ihr Andenken wird ein gesegnetes bleiben. Nürnberg, 15. März. Einen fühlbaren Verlust hat uusere Neligionsgesellschaft Adaß Jisroel zu verzeichnen. Sally Cohn ist der Grippe zum Opfer gefallen und es drängt uns, seiffem von reinster Gottesfurcht erfüllten, von allgemeiner Achtung getragenem Leben in diesen Blättern ein Ehrendenkmal zu setzen. Einem edlen Thorner Hause entstammend, kant er jung an Jahren in untere Stadt und gründete hier ein Geschäft, dessen Reellität vorbildlich, besten Gewistenhafligkeit in Wahrung der b"': 7Qrp-Heiltgkeit beispielgebend ist. Dem uneingeschränkten Vertrauen, welches ihm von allen Seiten entgegengebracht wurde, dankte er seine Berufung in die Verwaltung der Adaß. Er heiratete die Tochter einer angesehenen Frankfurter Familie, die jüngste Tochter des Moses Salomon Schwab V't. In inniger Harmonie mit ihr erzog er seine Kinder im Schoße strenger Trtn»; ihre Fortbildung im Thaurolernen lag ihn, besonders am Herzen. Er versäumte keine Gelegenheit, Talmide. Chachamim zu stützen und in sein Haus aufzunehrnen. Sein Leichenbegängnis sowie die Fülle der in dem Trauerhause vorfprechenden Besucher und einlaufenden Beileidsbezeugungen waren das beredtste Zeugnis seiner Geltung. Rabbiner Dr. Klein, Nürnberg und Rabbiner Dr. Mannes, Schwabach, zeichneten in packenden Worten sein Lebensbild; die Adaß hielt nach 25 März 1920 der Schiwo eine öffentliche Trauerfeier ift der ©gnag»ge7 -Win Andenken lssr in unserer Mitte etzrenvsü fort. Gott tröste feine Hinterbliebenen! «f'SSHTL Budapest, 17. März- Der Oberrabbiner her n?slogen GerneinSe, Dr. Samuel Kahn, ist im 80. Lebensjahre gestorben. „Rituelle Cichorre". Seit längerer Zeit ist rituelle Cichorie im Handel nicht zu haben. Ich habe mich persönlich in einer der größten dem scheu Cichorien-Fabriken überzeugt, daß der Gebrauch der nicht unter Aufsicht hergestellten Cichorien für die rituelle Küche völlig unzulässig ist und bitte die maßgebenden Stellen, der Beschaffung von Koscher und Oster-Cichorien die größte Aufmerksamkeit zu schenken. ■£. Karlsruhe, 26. Jebr. 1920. An die geehrte Redaktion des „Israelit" in Frankfurt a. M Der Sprechsaalartikel in Ihrer Nr. 7 vom 19. d. Mts., beruht auf unrichtigen Voraussetzungen: 1. Nach Anordnung des Oberrats vom li. Dezbr. 1919 sollten die von der aufgelösten Gemeinde Jnipfingen herrührerrden gottesdienstlichen Gegenstände, insbesondere Thorarollen nebst Zubehör sowie Thoravorhänge, nicht versteigert werden. Verschenkt werden dürfen die Gegenstände nicht, da sie dem Religionsschul- und Pensionsfonds gehören. 2. Der Einsender des Sprechsaalartikels hat sich im Februar vorigen Jahres mit seinen Anständen gegen Kosthäuser in Tauberbischofsheim an den Oberrar gewendet, worauf er an das zunächst zuständige Bezirksrabbtnat Mosbach verwiesen wurde. 3. Für Zöglinge autzerbadischer Lehrerbildungsanstalten find von der Synode keine Stipendien oder sonnigen Mittel bewilligt. Sie hat vielmehr eine solche Bewilligung abgelehut. HochachturrgZooll L t p p m a n n. S. R. ES darf nach dem sn nicht sein. Wir raten Jlmen, dem Jubilar auf andere Weise Ihre Aufmerksamkeit zu zeigen, was den Jntereffen deS S17N genau so gut dienen kann. Wir nehmen davon Notiz und bringen es bei dieser Gelegenheit zur Kenntnis, daß die r a b b i n i sch e Aufsicht der im Aufträge der Zentralstelle in Holland hergeftsllten kondensierten Vüchsenmilch sich nicht auf das Melken, sondern lediglich auf die Herstellung bezieht, daß die Milch an sich somit ,",2Z 7£> 27N bleibt. A. F. Beiträge, die uns anonym zugchen, können keine Aufnahme finden. Dresden, 5. März. Kultusminister Dr. S e y f e x t Hot zwei Erl affe gegen die Ausbreitung antisemitischer Verhetzung in den Schulen gerichtet. In Betracht kommen dabei in Sachsen namentlich Miirelfchulen. Der Minister, bekanntlich ein alter hervorragender Schulfachmann, hebt in seinem ersten Erlaß hervor, daß die aus innerliche Einheitlichkeit unseres Volkes gerichtete staatsbürgerliche Erziehung es nicht vertrage, wenn ein Lehrer sein Amt gebrauche, um die Schüler für eine politische Partei zu gewinnen. In dem an die Schüler gerichteten zweiten Erlaß werden diese zur Pflege kameradschaftlichen Geistes ermahnt. Wien,- 12. März. Ein Kreis amerikanischer Orthodoxer hat einen besonderen Betrag zur Verteilung an rabbtnische Flüchtlinge in Wien überwiesen. Die Meldung erfolgt bei einem Komitee, dem unter anderen ^die Herren Großrabbiner Friedmann, Rabbiner Fürst, Rabbiner Schapira angehöreu. ix roip ORT» Anfang DätNM AuSgang Uhr >Min. Ubr ISßin, 1920\ 5680 j 26. 7. Nissan Frankfurt a. M. e 15 März 7 ii Benin .... % SS 7 i* München ... IS 7 15 Strakbnrg . — — — — Stuttgart. . — — — — Posen .... — — — Nürnberg. . . r IS 7 Hamburg . . . — — 7 1*1