Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1920-02-19 · Heft 7 (19.2.1920) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
61 (1920)
Issue
Heft 7 (19.2.1920)
Date
1920-02-19
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2446951-2450088-2450095--68059-2525138
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Sette 6 Nr. 7 IS Februar 1920 Der ALraettt ist folgendes zu sagen. Agudas Jsroel, die zur Zeit in der Stadt Jerusalem etwa tausend Mitglieder hat und an deren Spitze die Rabbinen Sonnenfeld und Dtskin stehn, ist mit Wahlvorbereitungen für ihren Waad beschäftigt. — Die Organisation „Jeruscholajim" steht fast vor der Auflösung, wohl infolge der Meinungsverschiedenheiten seit der Rückkehr Rabbiner Kuks. Die Misrachi erhält als Budget aus Amerika 20000 Dollars,- sein Lehrerseminar ist am 1. Schewat eröffnet worden. Jndeffm ist die Zahl der Mtsrachisten stark gesunken, weil von den mehreren hundert Mitgliedern sehr viele die Wendung nach links, die seit dem Eintreffen eines neuen Vertreters aus Amerika etntrat, nicht mitmachen wollten und daher die BeitragZleiftung verweigert haben. Die Gebäude des Hülfsvereins haben die Zionisten in Benutzung,- auch die Synagoge der Lämelschule wurde aufgehoben und in einen Versammlungssaal umgewandelt. Das Rothschild-Spital dient der amerikanischmedizinischen Hüifsgesellschaft „Hadassa", mit deren Wirksamkeit die Bevölkerung sehr zufrieden sein würde, wäre die Führung nur jüdischer. Die Lebensmittel sind ungeheuer teuer. Ein Kilo Brot kostet 1 Schilling, '/« Kilo Fleisch 2 Schilling, V/ Kilo Sesamöl 1 Schilling. Die Regierung hat jüngst einen Transport australischen Mehles eingeführt, von dem 3U Kilo pro Kopf und Woche zu billigerem Preise verkauft wird. Während die zionistischen Lehrer, Verwalter etc. große Gehälter beziehen, haben die gesetze^rreuen Lehrer kaum trockenes Brot zu essen. Ja, manche D'bm D'ttan ‘‘TÖTJfl leiden buchstäblich Hunger. So ist es leider zu eMären, daß manche dem zionistischen Lockruf zum Opfer gefällen sind. Die arabische Presse führt einen lebhaften Kampf gegen den Zionismus und gegen die jüdische Einwanderung,' nur tu kleiner Zahl langen bisher Einwanderer an. Personalien. Lehrer Jonas Goldschmidt. Hamburg, 12. Febr. „Dian möchte den Kern seiner Persönlichkeit in seinem reinen guten Herzen finden. — Aber man vergesse nicht die strenge Rechtlichkeit seines Charakters, die Vornehmheit und stolze Unabhängigkeit seines Sinnes, den geraden, festen wegbewutzren Willen. Seine Güte erhielt den stillen Glanz durch ihre tiefe Frömmigkeit, die ihn durchdrang Er hatte die demütige Andacht vor allen Hohen und Großen und die hingehende zum Kleinen und scheinbar Geringfügigen. Dieser Fromme lebte in seinem Glauben, er wird leben in seiner Treue, in der Treue, die wir alle, die ihn lieben, ihm bewahren werden bis ans Ende der Tage". So der Schluß des Nachrufs von Dr. M. Spanier, Berlin, über seinen jetzt Heimgegangenen Lehrer, Herrn Jonas Goldschmidt, am Schabbos Beschalach. Am 2. Februar mar die Beisetzung, bei . welcher sein Kollege und Freund Markus Wolfer- I m a n n den Kreis der Trauerreden eröffnete. Für bjfe Familie sprach ein Neffe, Herr Plant, Berlin, für die Israelitische Töchterschule, Carolinenstratze, der Stätte seines 41jährigen Wirkens, Gemeindevorsteher Alsred Levy, sowie Frl. Mary Marcus, Schulleilerin. Der Verblichene kam aus seiner hessischen Heimat ins Leürerseminar Hannover, dazumal unter^ Prof. Frensdorfs Leitung, 1872 wurde er Lehrer, Schochet und Kantor irr Wundorf (Hannover), wo Spanier und Wolfermann zusammen lernten. 1868 rrard er Lehrer an der Israelitischen Töchterschule, die 1884 bedeutend erweitert wurde. Wachsende Liebe und Verehrung konnte bei Schülerinnen und Kollegen vemerkt werden. Geduldig war er mit Schwachen, selbständig wurden bei ihm Begabte. Immer hielt es stets mit dem Ausspruch: „Biel habe ich gehört bei meinen Lehrern, viel gesprochen mit Kollegen, viel gelernt bei meinen Schülern." Das erhält sein Angedenken für und für. Oberdorf-Bopfingen (Württ.), 12. Febr. Im Alter von nahezu 80 Jahren verschied hier am ntpon B22C NVp ein L'vrr' N*r, der überall beliebte und hochoeschätzte Lehrer Emil Marx ^>"37. Vornunmehr denn 50 Jahren übernahm er die hiesige jüdische Volksschule und über 35 Jahre lang wirkte ei in der segensreichsten Weife in der hiesigen Gemeinde, deren Mitglieder durch zwei Generationen fast alle seine Schüler sind. In Würdigung seiner innigen Frömmigkeit, insbesonders seines andächtigen und zur Andacht erhebenden Gebetes wurde seine sterbliche Hülle auf Anregung des Herrn Rabbiners Dr. Krön er in die Synagoge gebracht, wo dieser ein treffliches Bild des Lebens und Wirkens des Verblichenen zeichnete, von seinen Vorzügen als tüchtiger Lehrer und als Haupt der Familie, in der echtjüdifche Frömmigkeit zu Hause ist. Äm Grabe sprach der Schwiegersohn, Herr Rabbiner Dr. Schweizer, Horb. Er hob u. a. das große Wissen und den bescheidenen Sinn des Dahingeschtedenen hervor. Hauptlehrer Erleb ach gab im Namen des Vereins israelitischer Lehrer und Vorsänger Württembergs, dem Schmerze üb/r den Verlust eines treuen Mitgliedes Ausdruck, das stets als eine Zierde des Lehrerstandes und als hervorragende Persönlichkeit galt. Der Schwager, Herr Hauptlehrer Wechsler, Aschbach, hob unrer anderem die Geradheit und Offenheit dieseslS"! an tpx hervor und insbesondere die Liebe und Treue, die der Verblichene überall, insbesondere im engeren und weiteren Verwandtenkreis betätigte. Möge an ihm das Wort Daniels in Erfüllung gehen: rp*n *niD n\"ir Berlin, 5. Febr. Am 1. Februar beging Rabbiner Dr. Königsberger seiu 25 jähriges Amtsjubiläum. Königs: erger, d r 1912 ba§ Rabbtnat in Pieschen mit demjenigen des hiesigen Synagogen Ver eins Ahawas Scholaum verrauschte, har eine rege wissenschaftliche und literarische Tätigkeit entfaltet, einige Jahre lang auch eine Zeitschrift (Jeschurun) üeraus^egeben und ist auch heute noch auf allen dwserr Gebieten neben seiner rabbinischen Wirksamkeit eifrig tätig. Berlin, 15. Febr. Der hochverdiente Schatzmeister des „Vereins zur Abwehr des Antisemitismus", Landgerichtsdirektor a. D. Karl Kanzow, ist Ende Januar verschieden. Kanzow war ein Mann von unerbittlichem Rechtsgefühl, der schon als Staatsanwalt in der Konitzer Ritualmordaffaire seine aufrechte Gesinnung betätigte und dann sowohl im Parlament als im Vorstand des Vereins bis an sein Lebensende uner müdlich für Rechtsgleichheit und menschliche Gesittung kämpfte. Setn Andenken wird auch im jüdischen Kreise stets dankbar in Ehren gehalten werden. Saddat-Ansang und Ausgang. nöinn ORTi Anfang Datum AnSgang Ubr iMin. 1920\ 5680 Uhr jMin. 20. 1. Adar Frankfurt s. M. 5 20 ■ Feb. 6 40 Berlin .... 5 25 « 11 München . . . 30 i « 36 Strakbnrs . . — — | —' — Stuttgart. . . — — j — —’ Posen .... — i — — Nürnberg. i 20 6 25 Mamburg . . . 6 25 MÄÄ MtzGLALLllEttir Sst dl© RedäMö® MML wrastwöftStehj Insbesondere Ist es ausschliesslich Sache der Leser, dlp im Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angaben religionsgesetzlichen Charakters auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen, SSiüÄ-~ ■YiKDn miiD SerlichGendendeteilchter deutsch v. Rabb. Di-. S.Bambe rger» Homburg, elcg. Geschenkband Mk. 20.— znzügl. 20 °!o Mel- und Talmudschatz vou Ko btt, bearbeitet v. Rabb. vr.Bamberger,l0teAnsl. eleg. Gescheukbd. Mk. 12.80 zuzgl.20°/o mmn HerzenspsllchleU über Natnrbetrachmng, Gottesdienst und Gottvertrauen, mit deutscher Uebersetznng vou Baum garten, eleg. gebund. Mk. 4.—zuz.20°!o Sprüche der Väter vonvr. Sachs, gehest. Mk. d. sämtl. Buchhdtg. ii. v. Verlag firomefssefir.MGiiiQ. Grindelallee 115, aA Hamburg. &A S. Stern, Buchhandlung Rüsselsheim a. M. empfiehlt in großer Auswahl Ss«E sowie Spr Pi) ' nsD «Tsn Ärrtö aminta •rprx rp^an Brant- und Barmizwoh- Geschenke. Katalog zu Diensten. [19695 Bad QardDuro Sotel patthaus Pesach geöffnet. 19638 ALICE HECHT. Schabbos-Lampen schwer Messing mit und ohne Säge (Steg) a. zur Anlage für Gas u. Flektr. geeignet. HebiäliciiE B. BkSllSdll» Cassel Ulis WlSMi WlirzgSWlBlLM. 8« aOäüoeOen Offerten unter 19742 a. d. Exp. ds. Israelit. llm einziges Töchterchen nicht allein aufmadilen lassen, mödite?um 1. April 9 jährig. Mäöctisn, roalfhes Sie höhere Schule besuchen soll.?ur Umerziehung aufnehmen, llngeb. unfer K. B. 4704 an Rudolf Mosse, Sranhfurf a. M. P07“5 leiu Wolle, wenig gebraucht, m. ZiziS und Atlasband 115x75 cm, sowie einige abzukoschere iJttksUsfvV geben Offerten erbeten unter 19711 a. die Expedition. aanBaHBBHBaBMBttB Heirat! Für ein Mädchen im Alter von 32 Jahren mit Mk. 100060, ferner für ein solches im Alter von 35 Jahren mit Mk. 250 000 Mitgabe, 19758 paffende Partie gesucht. Beide Mädchen geschäftstüchtig, aus gutem religiösen Hause. Bermittl. verbet. Strengste Disktretion zugesichert. Offerten nnt. Chiffre 19758 an die Exped. ds. Bli BBBBBBBBBBBaSBHBa 3ml. flelrol. Für junges, hübsches Mädchen, gebildet u. von liebenswürdigem edlem Charakter, wird 19565 passende Partie gesucht. Mitgift 350000 Mark. Offerten möglichst mit Bild u. Darlegung der näheren Verhältnisse unter Chiffre Z. M. 437 an dasBahnpostfach20941,Zürich Diskretion Ehrensache. Heirat! Suche für meine Nichte, sol. guterzog. Fräulein von angerlehmen Aeußern, vermögend, sol. tücht. Mann, wenn auch mit wenig Vermögen, aus guter Fctnilie zwecks Heirat, - eventl. Einheirat in väterl. Geschäft in der Rheinpfalz. Gefl. Zuschriften unter Nr. 19653 an die Exp, d. Blattes. HEIMAT. Junger, ungar. Kaufmann und Fabriksbesitzer möchte heiraten. Briefe von religiös erzog, jung. Damen oder deren Anverwandt, werden unter Chiffre „Diskretion 500.000“ an die Ann.-Exp. Györi - Nagi, Budapest, TH., Kertesz-utca 16, erbeten.(19705 Suche für meine Verwandte, israel. Witwe, 43 Jahre, blond, üppige Figur, äußerst tüchttge Hausfrau mit 2 Söhnen v. 17 und 19 Jahren, 50000 M. Venn, und gut. gedieg. Haushalt, einen LeliMiMleilNw auskömml. Einkommen haben, u. wäre e. Wwr. m. 1—2 Kind, nicht ansgeschl. Ang. nnt. 8. T. 4357 Bef. Kudolf Mosse,Hapiburg Suche f. Bekannte, 30 Jahre alt. stattliche Erscheinung, rel., sol. Pferde- oder Biehhändler, Rheinland u. Westfalen bevorzgt. Ernstgem. Angebote erbitte nnt. Chiffre 19727 a. d. Exp. d. Jör. Einheirat sucht Witwer, Anfang 40 er, große schlanke Figur, WA. üßtifmoiii! Witwe mit Kind nicht ausgeschloffen. Offerten unter 19754 an die Expedition dieses Blattes Lehrlingsgesuche Heirat. Gnterzogenes Mädchen aus erstklassiger, religiöser Fatziilie, in einer wohlklingenden badischen Landgemeinde wohnend, sucht, mangels größerem gesellschaftlich. Verkehr auf diesem Wege die Bekanntschaft eines ehrenwerten jüd. jungen Mannes zu machen. Mitgift 30 Mille. Offerten unter M. B. 19764 an die Expedition dieses Blattes. Lür m. Verwandte, 21 I., groß, 0 schlank, blond, schön, klug u. gebild., geschästst. m. 20 Mille, gute Wäscheu. etwas Möbelausstattung, suche streng orthoboxen Gatten am liebsten Wm öd. flonfmonn; ev. auch Witwer, da Betreffende sehr kinderlieb. Ernstgemeinte Offerten unter M. M. 19748 an die Expedilion dieses Blattes. Jungem Mädchen, str. rel., ist Gelegenheit geboten, sich in der Küche zu vervollst., bei guter Bezahlung. ' 19634 Hotel Plaut, Nürnberg. Dienstkotengesuche Geschäftskäufe Beteiligungen Stellengesuche Stellenangebote überhaupt alle kleinen Anzeigen die sich an religiöse israel. Kreise wenden, wirken am besten im Israelit 61. Jahrgang. Preis pro Zeile 60 Pfg. Anzeigen direkt od. durch alleAnnonc.-Expeditionea Stiche für meine Schwester, religiös, gebildet, von liebenSw., edlem Charakter, sehr tüchtig i» Haushalt, 29 Jahre alt, 30 Mille haar Vermögen, einen Gatten Witwer nicht ansgeschloff. Derselbe könnte eine gute Position bei einer Metallfirma erhalte«. Zuschriften erbitte n. 19726 an die Expediton des Blattes. 04 3296

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.