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Der Israelit · 1920-02-05 · Heft 5 (5.2.1920) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
61 (1920)
Issue
Heft 5 (5.2.1920)
Date
1920-02-05
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Sette 6 Nr. 5 Der Israelit 5 Februar 1920 auf, eine Kommission zu ernennen, die sich mit den Universitätsarbeiten beschäftigt. Sie drückt die Erwartung aus, daß es gelingen wird, ein System für die Universität zu finden, bet welchem die Freiheit der Ueberzeugung den verschie« denen religiös-kulturellen Richtungen gesichert bleibt." Im weiteren Verlaufe der Tagung wurden noch Nationalisierung des Bodens, Emigrattonsfra-ge und Organisationsfragen behandelt. In der Frage des Frauenwahlrechts konnte man eine Einigung nicht erzielen. Schließlich wurde noch eine in geheimer Sitzung angenommene Resolution verleskn, worin der Misrachi die anderen orthodoxen Organisationen zur Zusammenarbeit im Interesse des traditionellen Judentums auffordert. In die Zentralleitnng, die fortan in London ihren Sitz haben soll, wurden gewählt; Gir Stuart Samuel, Oberrabbiuer Dr. Hertz- Rabbiner Dr. Schönfeld, Abg. Farvstein und Prof. Pick. Gngtand. Dis englifdie JuOenhsif in den Parlier Delegationen. London, 28. Januar. Mit ziemlich großer Mehrheit hat der Board of Deputies, die Vertretung der englischen Judenheit, beschlossen, in eine ständige Fühlung mit dem Pariser Comilö der Delegationen zu treten, obgleich die eigentlichen geistigen Führer des Board, Lucien Wolf und Lord Rothschild, starke Bedenken geäußert hatten, einen Schritt nach dieser Richtung zu tun. Ob es zur Entsendung von off zielten Delegierten kommt, dürste trotz dem gefaßten dahingehenden Beschlüsse .fraglich sein/ Amerika. Lin ProtetUcftrei aus Amerikav New-TorL, 5. Dez. Man schreibt uns aus Amerika: Vor einiger Zeit teilte in großen Lettern die „Daily News" mit: „Tausende jüdische Bürger in der Ukraine und Polen durch die Kotsckakhorden usw. hingemordet". Unter stammenden Protestleitworten wurde dem Publikum die Einzelheiten dieser grausigen unmenschlichen Taten wahnwitziger Mordgesellen mitgeteilt. Am selben Tag forderte die amerikanische Judenheit ihre Glaubensgenossen zum öffentlichen Prolest auf. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich diese Nachricht. Am nächsten Tage versammelten sich tausende und abertausende Bürger aller Stände und jeden Glaubens zur Protestdemonstration in allrn Großstädten der Unton-Staaten Amerikas. In Riesendemonstrattonszügen durchzogen so die Einwohner Chicagos die Hauptstraßen der Stadt, gemeinsam zu demonstrieren. Jüdische Soldaten mit einer Doppelmusikkopelle bildeten die Spitze, eine große blau-weiße Flagge mit dem Stern Davids vorantragend. Hohe jüdische Offiziere und andere bekannte Persönlichkeiten folgten in ihren Automobilen der Demonstrationsmeuge. „Sefer Thauro" wurden an der Spitze in Händen ehrwürdiger Männer getragen, um der Welt zu sagen, daß es sich hier um eine heilige Sache) um das Blut der ganzen Judenheit handelt. Als Führer des Zuges fungierte der bekannte amerikanische Oberst Davis, der jüdischer Konfession ist. Bürgermeister, Stadtverordnete folgten dem Zuge und hielten Protestansprachen. Colonel DavtS hielt eine stammende Proteftrede gegen die Judenmetz'leien und übersandte Präsident Wilson eine Resolution der ganzen Versammelten, Juden und Nichtjuden, die ungefähr sagte, daß sie es dem Präsidenten an'S Herz legen und auch verlangen, als treue Bürger der 11. S. A., als Untertanen des Staates, der das Völkerrecht und die, Völkerversöhnung predigt und erstrebt, daß die Regierung sofort energischen Protest gegen die Mörder und Anstifter der Judenpogrome erhebe. Dies wurde stirens der Regierungsstellen zugesichert. Millionen und über Dtiuwnen Dollars _ kamen in diesen paar Stunden zusammen, die den unglücklichen Glaubensbrüdern im Osten Hilfe bringen soll. Herr Rosenwald allein spendete 250000 Dollars, das beim heutigen Kurs an 35 Mill. Kronen bedeutet. Dies war aber nur ein Teilbetrag. Ueberall im Tempel und Schule wurde opferfreudig für dieleidenden Brüder reichlich gegeben. Rabbiner Dr. Fisch er hielt am Kolnidre-Abend eine ergreifende Rede, worüber manch' einer, der da Angehörige „drüben" hat, in Tränen auSbräih. Er ermahnte zur raschen Hilfe. Er verlas auch ein Kabelrelegramm, das die Pogrome in Rußland und auch Ungarn schilderte. Sein Appell war von großem Erfolg gekrönt. Große Summen stoffen ihm für b.efe Zwecke zu. In den „Jewsh Weifare Service Duys" stoffen der HtlfSgemetnfchaft ungeheure große Beiträge zu. Personalien. Berlin, 3. Februar. Von zionistischer Seite wird gemeldet, daß anstelle des nach Jaffa übersiedelten Rabbiners Dr. K u k Oberrabbiner S ch a pi ro - Kowno nach London an die Machsike Hadaß^-Gemeinde berufen worden sei. Oberrabbiner Schapiro gehörte der von der Züricher Weltkonferenz gewählten^ politischen Kommission an und vertrat besonders entschieden den Wunsch einer Zusammenarbeit mit den Zionisten. Kujel, 29. Jan. Unsere israelitische Gemeinde hatte am verflossenen Samstag einen schönen Festtag. Er galt ihrem Lehrer, Herrn Moses Löser, welcher auf eine 40 jährige Tätigkeit als Lehrer in seiner Gemeinde zurückbltcken konnte. In voller Rüstigkeit beging Herr Löser seinen Ehrentag. In der Synagoge fand Frstgottesdienft statt, der Vorstand, Herr Max Weil, feierte in verebten Worten den Jubilar und überreichte ihm ein kunstvoll ausgeftthrteS Diplom. Sehr gerührt dankte Herr Löser für die große Ehrung. Allen Bürgern der Stadt, sowie wett im Umkreis ist Herr Löser gut bekannt, geachtet, beliebt und geehrt von jedermann. In seiner langjäh igen Tätigkeit in hiesiger Stadt hat er sich aüsetttges Vertrauen erworben. Budapest, 25. Jan. Herr Rabbiner Dr. Adolf Deutsch aus Koste! (Mähren), wurde zum Direktor der Talmud-Ttzora der orthodoxen Gemeinde gewählt. Prestdurg, 25. Jan. Die hiesige orth. Gemeinde hat an Stelle des Verstorbenen R. Leb Rubinstetn yjft Herrn David Wesely, bisher Dajan in Szered, zum Rosch Beih Din, und Herrn Rabbiner Simon Hirschler auS Modor, zum Magid gewählt. Komorn, 25. Jan. Die vakante Rabbinatsstelle wurde mit Herrn Rabbiner M. Deutsch aus Lemes, dem Sohne des verstorbenen Rabbiners Ch. L. Deutsch aus Bonyhad besetzt. Tapolesany, 25. Jan. Seit dem Tode unseres Rabbiners N. Schlesinger der es testamentarisch hinterlassen hat, daß keines seiner Kinder ein Rabbinat annehmen darf, steht die Gemeinde vor der schwierigen Frage der Besetzung, um so mehr, da aus dem Nachlasse des Kaufmanns B. Löw, eine Million Kronen zum Zwecke der Errichtung einer J-schiwoh uns zufielr n mit der Bedingung, daß die Mitglieder der Verwaltung dieser Stiftung das Recht haben, wenn hierorts keine errichtet wird, der Jrschiwoh einer anderen Stadt das Geld zu übörweisen. Zu den Mitgliedern dieses Kuratoriums gehört auch Herr Rabbiner Duschinski aus Galant«. — Ein großer Teil der Mitglieder, die die Stiftung in der «ememde erhalten sehen wollten, scharten sich dah-r um die Person deS Herrn Rabbiners DuschinSki. Da aber bei der stattgefundenen Wahl ein ziemlich großer Teil der Gemeinde, wenn auch die erforderliche Majorität von */» erreicht wurde, gegen ihn war, hat der Herr Rabbiner Duschinski die auf ihn gefallene Wähl aogelehttt- 95S=SS555SaSSS5SSaaSSSSSaSSSSSSSSS9SR5S9!Br Vermischtes. AeM»-Wkistrnkee, W. Jan. Kn der AsraMfchen Taubstummen Anstalt zu Berliu-Wetßeusee find zur Zeit 41 Zöglinge, die von 6 Lehrkräften unterrichtet und erzogen werden. Der Unterricht erfolgt in allen Fächern der Volksschule etnschl. Hebräisch. Außerdem wird Unterricht in Handfertigkeit und Gartenbau erteilt. Der Verein benötigt zur Erhaltung der Anstalt und zur Besoldung seiner Lehrkräfte aroßer Geldmittel. Berlin, 28. Januar. Am 27. Januar fand eine von der Berliner Ortsgruppe des Misrachi einberufene, besonders aus vstjüdischen Kreisen gut besuchte, Versammlung statt, in der die auf der Durchreise von Amsterdam hier weilenden Herren Rabbiner Slotnik-Kntno und Eppstein-Chicago in jiddischer, Herr Meier Berlin ans New-Z)ork in hebräischer Sprache in beredten Worten zum Zusammenschluß der gesamten Orthodoxie im Misrachi und zur höchsten Intensivierung der Erez-Jisroel- Arbeit aufforderten.. Anschließend gaben die Herren Prof. Pick und Rechtsanwalt Barth Berichte über die am' der Amsterdamer Misrachi-Konferenz gefaßten Beschlüsse. Marbin ,, 30. Jan. In hochherziger Weise hat die Firma Baruch Strauß in Marburg der Israel. Gemeinde, eine Stiftung in Höhe von 80000 Mark gemacht, unter dem Namen „Baruch-Jofephine-Strautz- Stiftung". Die Zinsen sollen Verwendung finden zur rituellen Beköstigung armer Kranken in hiesigen Kliniken, für Wöchnerinnen und auch für minderbemittelte Kinder, zum Gebrauche einer Badekur. Karlsruhe, 27. Jan. Der „Badische Beobachter" schreibt aus Nonnenwe-Her, Amt Lahr:/Der Heimatsort des Sozialisten Frank hat ein Gendarmeriekommando erhalten, weil dort schon einige Male gegen die Juden mit Maschinengewehren und Handgranaten gezielt wurde, Die Neujahrsnachr haben die Israeliten in den Kellern verbracht. London, 30. Januar. Zur Feier ihres' fünfhundertjährigen Jubiläums hielt die „Jüdilchhistorische Gesellschaft" ein großes Festmahl ab, dem der Lord-Oberrichter, R e a d i n g, präsidierte und an dem der Lordkanzler, der amerikonische Gesandte und andere politische Rotabilitäten teilnahmen. Zangwill und Dr. Ga st er sprachen über das Thema „Gesetz und Geschichte", nachdem der Präsident die Leistungen und die Blutopfer der englischen Judenheit im Kriege gefeiert hatte. Saddat-Ansang und Ausgang. Tin' row 0 R Ti Anfang I Bat«« | AuSgang llhrlMin-IVSOs 8880! Ufa Min. Frankfurt a. M 8. 17. Gcheb. 5 — Feb. S 15 Berlin .... » — 5 45 München ... 5 6 08 Strakbnxg . — — — — Stuttgart. . . — — — — Posen .... — — — — Nürnberg. . S — S 03 Hamburg . . . — 5 59 tf’'®? d®ss IffiseraScüteiü M die Redaktlea aidät ^wagsfcwortlietes insbesondere ist es ausschliesslich Sache der Leser, die im Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angaben religionsgesetzlichen Charakters auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen« Suche für meinen Bruder, 31 Jahre alt, aus achtbarer Familie, selbständiger Bäcker u. Conditor paffende Elnhelrgt. (finfleirol sucht tücht. Kaufmann in rentab. Geschäft. Witwe nicht ausgeschl. Briefe unter M. Z. 5836 an RudolfMofse, München [1956p- Für altere Dame wird gute Pension in frommer Familie für 2—3 Monate gesucht. Offert, an Frau Will* Maiaz, Ostendstraß« 25. 19592 Offert, mit Bild wäre erwünscht. Anfragen erbeten unter T. M. 19430 an d, Exped. d. Blattes. äpirnf Suche für meinen I3jähr. Sohn firenarefio. 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