Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 61 (1920)
- Issue
- Heft 3 (22.1.1920)
- Date
- 1920-01-22
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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,Der Israelit. Mo. 3 Seite 7 22. Januar 1S2< Hum Ausdruck, als der Rektor ein Geschenk des demokratischen Landtagsabgeordneten Cohn im Betrage von 25 000 Mark erwähnte und der Staatsminister Sivkovich die Errichtung eines Lehrstuhls für semitische Philologie bekanntgab. Hamburg a. d. ElHe, 9. Jan. Man schreibt uns- Am 30. November 1917 starb tm Hamburger Israelitischen Krankenhaus Joseph R o s e n st o ck ausZavlotau (Galizien) und hinierlieh ein Vermögen von 10000 Mark. Das Geld liegt hier in Harburg a. d. Elbe. Der Verstorbene hinterließ in Zablotau eine Frau und zwei Kinder und bis jetzt haben sich die Erben nicht gemeldet, das Geld zu beheben. Dl? Leser des .„Israelit" in Galizien sind gebeten, die Frau Rosen, stock davon in Kenntnis zu setzen. Vermutlich hält sie sich noch in Wien oder in Horodenka oder in Kvlomea auf. Sämtliche jüdische Zeitungen in Wien und in 'Galizien sind gebeten, diese Notiz zu verbreiten. Wien, 15. Dez. Wie die „Jüd. Korr." mitteilt, Hat ein Jakob Reiner in Munkacz lithographierte Tefilltn und Mesusaus in den Handel gebracht, die bei Gerson Löwinger in Neutra fabriziert worden sind. Solche TesiUiu sollen auch nach Teutschland verkauft worden sein. Bialistock, 12. Jan. Das alte „grüne Bes° Hamidrasch", das über hundert Jahre besteht, wurde aus einem bis jetzt nicht ausgrklärten Grunde ein Opfer der Flammen. Ls wurden verbrannt: 14 Thorarollen, 10 Meg.laus, 22 komplette Talmudsätze, 25 kam- Hielte MischuaauSgaben und viele hunderte Exemplare anderer heiliger Bücher all^r Art. Die Bestürzung in der Stadt ist ungeheuer. Es werden andaue>iid neue Heiligtümer aus dtm Schutte ausgegraben. Für den Tag'der Bestattung der Thorarollen ist ein allgemeiner Taants festgesetzt. Köln, 6. Inn. Eine eindrucksvolle Feier fand im Israelitischen Kinderheim Köln in der Lützvwstraße, anläßlich der Einweihung der nruen 'Anstallssynagoge am 28. Dezember statt. Das' in stimmungsvollem Style gehaltene Gottesbaus wurde von den Architekieu Meyer und Kleineitz auf Kosten einer Familie anSgebaut, die seit Jahren zu den warmSerzigsten Gönnern der Anstalt zählt. Die Weiherede hielt Herr Gemeinderabbirier Dr. Rosentbnl. Nürnberg, 2. Jan. Am 23. Dezember v. Js. veranstaltete die hiesige Esras Noschi m-Mädchengruppe A. I. I. O. eine Chanukafeier, die einen sehr schönen Verlauf nahm. Nach dem Entzünden der Chanukalichter wechselten in bunter Folge ernste und heitere Darbietungen. Einem Herren- und einem Damen-Thearerstück reihten sich Rezitationen, Gesänge, Musikstücke und Kouplets an, die sämtlich großen Beifall fanden. Herr Oberkantor Stein seid fesselte durch seine Gesangseinlagen. Ganz besonders gefiel ein orientalischer Reigen, wunderschön ausgeführt von acht Mädchen unserer Gruppe. Ein reichhaltiges Büffel, das Frau Dr. Gugeuheimer glänzend arrangierte, trug wesentlich dazu bet, den Reinerläs des Abends zu vergrößern und wir konnten der AgudaS Jisroel und auch der Kaffe unseree Mädchengruppe einen ansehnlichen Betrag zuführrn. Ein Hülsswerk für Deutschlands jüdische Landbevölkernug. Die von Herrn Einstädter in einer der früheren Nummern unter obigem Titel zur Ausführung gebrachten GedarlkeN berühren ein Gebiet, das mich schon lange beschäftigt. Gegen diesen Artikel läßt sich aewiß nichts einwendon; aber es muß, wie die separate Notiz zur „Landflucht" richtig benrerkt, zugegeben werden, daß damit der Gegenstand nicht erschöpft ist. Durch meine Betätigung habe ich mancherlei Berührungspunkte mit kleinen Gemeinden, von denen ich bei Gelegenheit immer hören mußte, daß sich die Großstadt (natürlich meistens Frankfurt gemeint), nicht um sie kümmere Und Tatsache ist es, wenn kleinere Landgemeinden zur Steuerung ihrer Not, sei es zur erforderlichen Besserung der Lebensstellung des Lehrers oder fürsonstige Zrv'ecke, Zuschüße benötigen, keine Stelle zu finden ist, die gründliche Hilfsdienste leistet. In solchen Fällen sollte es Sache des zuständigen Bezirksrabbiners sein, sich dafür einzusetzen, dessen Beziehutlgen und Autorität doch eher um Erfolg begleitet sind. Statt dessen kümmern sich manche Rabbiner zur Erbitterung und znm Schaden der Gemeinden überhaupt rächt um dieselben. Anerkennung verdienen die Leistungen der Agudas Jisroel in den größeren Städten, doch was von dieser an den kleineren Plätzen geschieht, ist immerhin nur Brucharbeit. Hier gründet sie Ortsgruppen und überläßt sie nur allzubald ihrem eigenen Schicksal. Und das ist zu beklagen, weil es da an geeigneten Lehrern und Führern fehlt, die so viel Wissen besitzen, um die Zeile weiter zu fördern. Deshalb müßten, wie Herr Einstätter richtig ausführt, angesehene Persönlichkeiten die Landgemeinden resp. Ortsgruppen häufig aufsuchen, um das jüdische Jmereffe weiter zu pflegen. Was hierdurch erreicht würde, wäre unstreitig von großem Wert. Aber damit könnte die Landflucht nauirlich noch nicht vermindert werden, da die Hebung des geistigen Niveau allein nicht genügt, sondern auch die Regulierung der Existenzfrage Hand in Hand gehen muß, dem min px nes px cx. Die der Schule eutlaffene Jugend muß die Stadt aussuchen, um Lehrstellen für ihren Lebensberus zu erlangen, die mt kleinen Plätzen kaum zu finden sind. Deshalb sollte man zunächst dahin wirken, selbständige Handwerker auf dem Lande seßhaft zu machen, um hier auch Lehrlinge zu placiere,:. Auf diese Weise würde nicht nur das Gemeindeleben, sondern auch das Handwerk in erstrebenswerter Art gefördert. Wie oft schon bemühte ich mich für junge Leute, die ein Handwerk erlernen wollten vergeblich weil es an geeigneten Lehrstellen an kleinen Plätzen fehlte. Sie der Großstadt zuzuführen, hält roty flYCP meistens sehr schwer, ganz abgesehen von d>n erheblichen Kosten die damit veri'nuden sind und schließlich zeigt sich dieses in erster Linie als Förderung der Landflucht. Wenn hiermit einmal der Anfaug gemacht ist, wird mit der Zeit auch der Stand des Kaufmanns an den kleinen-- Plätzen gehoben, um dann auch kaufmännische Lehrlinge daselbst sestzuhalten. Die Versuche, die seither hinsichtlich der Landwirtschaft gemacht wurden, waren leider erfolglos; doch die Förderung des Handwerks resp. die Ansiedlung aus dem Lande dürfte auf weniger große Schwierigkeiten stoßen. Und dieses sollte unsere nächste Aufgabe sein, für deren Lösung ich zur praktischen Arbeit auffordern möchte. Gewiß wird mau auch damit nur langsam vorwärts kommen, aber wenn geistige und materielle Arbeit gepaart, gefördert werden, wird der Erfolg nicht ausbleiben und tvlrd auch hier aus unscheinbaren Su'icken, dem Heranwachsenden Geschlecht, eilt leuchtender Wegweiser vorsteh n. Max Tannenbaum. (süß® Ist 41® KLÄMMK Mä ' v«nmtwositlÜ(cSi; insbesondere ist ©s ausschliesslich Sache der Leser, die im Inseratenteil enthaltene» Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angaben religionsgesetzlichen Charakters auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen« serte für Me! -viKDn.muD VerlichispenbendeLeilchter deutsch v. Rabb. Dr. S. Bamberger, Hamburg, eleg. Geschenk- — band Mk. 16.81 — Vibel- und TalmuMatz von Kohlt, bearbeitet v.Rabb. Dr. Bamberger, lOtc Ausl, eleg. Geschenkband Mk. II.— mmn KerzenshslllHlkll über Natnrbetrachtung, Gottesdienst und Gottvertrauen, mit deutscher Uebersetzung von Baum garten, eleg. gebund. Mk. 4.— Sprüche der Väter tarnt Dr. Sachs, gehest. Mk. 1.— d. sämtl. Buchhdlg. u. v. 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