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Der Israelit · 1920-01-08 · Heft 1 (8.1.1920) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
61 (1920)
Issue
Heft 1 (8.1.1920)
Date
1920-01-08
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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8. Januar l#2» Seite 6 Nr. l' Ger Mrarün n"ltt zu betätigen. Unter zahlreicher Beteiligung fand am Sonntag die statt, wobei Herr Lehrer Strauß und ein Vetter des Verstorbenen, Herr Hauptlehrer F ul der von Treuchtlingen, dem tiefen Schmerze Ausdruck verliehen. Möge rr>"n die schwergegrüfte Gattin mit ihren zwei unmündigen Kinderchen, sowie die Geschwister trösten. n"35Dn. Wien, 34. Dez. Adolf Stand, der ehemalige Brodyer Abgeordnete im österreichischen Reichsrat, ist im 50. Lebensjahre nach schwerem Leiden gestorben. Vermischtes. Berlin, 24. Dez. Ein Prager Blatt bringt die Meldung, daß in der Totenhalle des jüdischen Friedhofes bereits?dt drei Monaten eine sechsköpfige Familie wohne/ die in Prag keine Wohnung finden konnte. Von den Kindern sind zwei schulpflichtig, während die übrigen zwei noch klein sind. Die Familie schläft auf Strohsäcken, die auf die Steinfltesen der Totenhalle gelegt wurden. Berlin, 25. Dez. Am 15. 12. veranstaltete die Frauengruppe der Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums einen Gesellschaftsabeud. Das einleitende Referat hatte in liebenswürdiger Werse Herr Dr. I" Kahn übernommen, er sprach über das Thema: „Aufgaben und Pflichten der deutschen Orthodoxie". Der Redner gab in fesselnder Weife zuerst einen historischen Ueberblick über das Entstehen der Reformbewegnng, die im übrigen seiner Ansicht nach ihren Kulminationspunkt heute bereits überschritten habe. Das entschlossene Auftreten und Handeln von Samson Raphael Hirsch tut der als erster die Gefahren des Liberalismus erkannt habe und ihm in äusterst wirksamer Weise entgegengetreten sei, müsse jedoch überaus doch bewertet werden und bilde auch heute die Grundlage für die Bedeutung der Orthodoxie nach außen bin. Wenn nun auch vom Liberalismus für das Judentum nicht mehr allzuviel zu fürchten sei, so heiße es dock umsomehr im Lager der Orthodoxie alt' die Kräfte znsammenzufassen, die in der Erhaltung des überlieferten Judentums Heil und Rettung für das jüdische Volk sehen. Unbeschadet des Bekenn tu ist es zur Trennung'- vder Genreindeorthodoxie mühte daher eine Einheitsfront geschaffen werden, die alle orthodoxen Elemente in sich fasse und in ihrer Repräsentanz eine demokraiNch newählre Vertretung ihrer Mitglieder darstelle. — Dem herzlichen Dank, der den Ausführungen des Herrn Dr. Kahn zuteil mur&e, gab die Vorsitzende deS Vereins, Frau GalewSki, beredten Ausdruck. — In dem nun folgenden gemütlichen Teil 'anden die ausgezeichneten deklamatorischen und gesanglichen Darbietungen von Frau Gerta Felden und Herrn Opernsänger Horwrtz lebhaften Anklang und Beifall. Bevliu, 30. Roy. Vor dem Schöffengericht Char» lottenburg santz die Derhanbluna gegen die 80 fahrige Krankenschwester KrwnMka Eichhorn statt, die, wie «och erinnerlich sein dürfte, im Frühiatzr dieses Jahres «af dem Aurfürsksntzamm MMemiMchs Rkd^n hielt und dadurch große Menschenaufläufe verursacht hatte. Die Krankenschwester hatte einen Strafbefehl zur Zahlung von 30 Mark erhalten, well sie in der Nacht durch ihre Tätigkeit ruhestörenden Lärm verursacht hatte. Gegen diesen Strafbefehl hatte sie Widerspruch erhoben. Zu der Verhandlung war die Angeklagte nicht erschienen. Das Gericht vertagte dieselbe, um die Angeklagte persönlich vorzuladen. Berlin, 4. Jan. Die Synagogcngemeinde „Adas Jisroet" korrnte aw Chanukah ein Doppel-Jubiläum degehen: das LSjährige Amisjubrläurn ihres Rabbiners Dr. Meier Hildesheimer als Direktor der Religionsschule und das 50jährige Jubiläum selbst. Unter den denkbar ungünstigsten "Verhältnissen ries Dr. Israel Hildesheimer vor 60 Jahren die Re ligionsschule mit ursprünglich 8 Schülern ins Leben, die stch im Laufe der Jahre zu der größten Religionsschule ganz Deutschlands mit vorbildlichen Einrichtungen entwickelt har. Bon ihr ist z. B. der Gedanke des Jvgendgorresdienstes ausgegangen, bei dem sämtliche Funktionen von Schülern der Religionsschule ausgcübt werden. Am Sabbat-Chanukkah-Abend vereinigte eine schlichte Feier in der Wohnung des Jubilars Gemeinde-Vorstand, Schul Vorstand, Lehrerkollegium der Religionsschule und die obersten Knaben-und Mädchenklaffen der Schule. Als erster verlas Herr Moritz K voller im Aufträge des Gemeinde-Vorstandes eine Adresse, in der Dr. Hildesheimer im Anschluß an die Deutung eines Verses aus Daniel als vorbildlicher Lehrer gefeiert wurde. Namens des Schrrl-Vorstandes hob Herr Rabb. Dr. Munk in einer Ansprache die Verdienste des Jubilars um die äußere Leitung der Schule hervor. Für das Lehrerkollegium sprach Herr Siegmund Stein und überreichte ein? Adreffe, in der Dr' Hildesheimer als Vorbild des gesamten Kollegiums gefeiert wurde. Namens der Schüler sagre der Schüler der 1. Klasse Elt Pollak Herrn Dr. Hildesheimer Dank, insbesondere für die Art, in. der der Jubilar mit seinen Schülern zu verkehren pflegte. Mit besonderem Beifall wurde endlich eine Ansprache der Schülerin der l. Mädchenklaffe, Paula Stern, ausgenommen, in der sie im Anschluß an Stellen des kommenden Wochen-Abschnittes die Glückwünsche der Schülerinnen überbrachte. Der Jubilar erwiderte auf jede einzelne Ansprache, indem er alle Verdienste, die ihm zugsschrieben wurden, von sich aus ferne Mitarbeiter lenkte. — Als die Feier sich ihrem Schlüsse näherte, erschien der Rektor des Rabbinerseminars, her greise Professor Dr. Ho ff mann, um als einer derjenigen, ,tzje vor 5A Jahren bereits dem 1. Lehrerkollegium ättgehört hatten, Herrn Dr. Hiidesüeimer zu beglückwünschen. Nach einer kurzen Ansprache des Herrn Ludwig Bier blieben die Gäste der Feier noch kurze Zeit gemütlich bcisamnren. Das SOlährige Bestehen der Religionsschule wurde am darauffolgenden Sonntag gestiert. Frühmorgens um 9 Uhl fand ein Festgottesdienst in der Synagoge Artllleriestraße 31 statt, der insbesondere sfir die üUgcnbiicklichcn Schüler bestimmt war. Aus die weihevollen Gesänge des HgllebGebetes folgte das Leisten, y?j dsrn sin LlMM ans Herrn Br. Hrldestz^wer' gefertigter Mischeberach vorgctrclgen — Kann ergriff Herr Dr. Hildesheimer das Wort zu seiner Festpredigi, irn Anschluß an einen VerS der Haftarah des vergangen SabbatS, in,der er einon kurzen Rückblick auf die Geschichte der Schule gab. Nach ihm feierte Herr Rabbiner Dr. Munk Herrn Dr. Hildesheimer anläßlich seines Direktor-JubiläumS. Der Gesang deS MoauS-zur-Lredes beschloß die eindrucksvolle Feier. Am Sonntag vormittags um 11 Uhr fand eine Feier für die ehemaligen Schüler und Schülerinnen der Schule in der Aula des Eophien-Lyzeums statt, bei der Herr Dr. Hildesheimer eine Festrede, in der er die Geschichte irn einzelnen darlegte, hielt., NamenS des Gemeinde-Vorstandes stattete dann der Delegierte im Schulvorstand, Herr Raftali Stern, der Schule und ihrer Leitung den Dank für ihre bisherige Tätigkeit ab. Im Austrage des RabbinerseminarS, das mit der Reltgiousschule in engem Zusammenhang steht, insofern als eine große Anzahl ehemaliger Schüler das Rabbiner seminar besucht haben und besuchen, andererseits das Lehrerkollegium der Religionsschule sich zum größten Teil aus Hörern des Leminars zusammensetzt, sprach Herr Dozent Dr. Eppenstein Glückwünsche aus. Der Chorgesang des Psaluies 150 beschloß die eindrucksvolle Feier. London, 12. Dez. Eine antisemitische Verleumdungscampagne gegen den bekannten englisch-jüdische« Millionär Sir Alfred Mond, der sich in der letzten Zeit durch eiire Niesensp'ende für den zionistische« Nationalfonds bekannt gemacht hat, wurde soeben durch Verurteilung der schuldigen Journalisten zu 5000 Pfund Schadenersatz tu erfreulicher Weise beendet Sab-al-Ansang und Ausgang. rriötr rot? O R Ti Kraukfrrrt a. Berlin . Mönche« . BtÄttAckrt . Msien . *Ilüirnb$vqi . Hamburg . Anfang i j Ausgang Wlwi&iOÄOl 5tz8«' iU^Mn. 18. Tebes \ t 6 4 I 15 4 ” 4 J 30 __ > _ 4 10 Jan. 30 20 44 53 18 4 — KamiltennachWen. Geburten. Eiue Tochter: Sü.loman Stein, Berbach s'L-.-W.) — Einen Sohn: K?. Sundheimer (Rothschild), Heppenheim a. d. Bergstraße. -*• H«rmrzrvph-Fe!?p. Adolf, Gähn der Frau Hirsch Pcrlmann, Königsberg Hoffmann» strüße 20. Brelsbr Estns WürLbrrräsr, MsnnüeiM, mit Oaüy Fsuchtwrmgsr, Nürnberg, Prtzoldstr. 14. Äs« SWELKtsÄ hi die Redafc&oa skbi wrastwortfieii; insbesondere Ist HK ausschliesslich Sache der Leser, die im Inseratenteil ünthalieneß Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angaben religionsgesetzlichen Charakters auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen* WSWMMn»- airfis fär Me! iikdh miiD Ser li-tlpen»eo»rkeuKter deutsch v. Nabb. Dr. S. Sam i er» ger, Hamburg, eleg. Geschenk- — band Mk. 16.38 — Vlbel- und Talmu-schatz von Kshn, bearbeitet v. Nabb. Dr. Bamberger, lOtc Aust, eleg. Geschenkband Mk. 18.— rii^'n Kerzensüber Naturbetrachtuug, Gottesdienst und Gottvcrtrauen, mit deutscher Ueber- \ setzunz von Banm garten,! eleg. gebnnd. Mk. 4.— > Sprüche der Vü'ier \ von Dr. © «cfj 5, gehest. Mk. 1.— j d. sämtl. Bnchhdtg. u. v. Verlag > MNiek'ö Osßr. BaffiDdlö. | Gri ndelallee 115, | Bsmbarg. A7A üebssircds Lnchdsnäiung L. Vo«s, Aachfotz. BetÜN, Friedrtchstr. G9 Seidene Tsliesrim und eevr rnvernr Drrrren VMMN u Mermr-w TaMru. Leflllindeelren ehalledrclren u. jüdisch. Liider. 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