Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 60 (1919)
- Issue
- Heft 51 (30.12.1919)
- Date
- 1919-12-30
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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prn (an ist ein Satzglied für sich und sagt: „Wohl von dem Baum?!" (seil, stammt dir die Kenntnis) von dem ich dir befohlen habe nicht zu effen, hast du gegessm! Das mna» ist dann Positiv und sagt Adam seine Sünde auf den Kopf zu. Bei dieser Fassung ist auch die talmudtsche Bemerkung (Chulin 139b) |a sVN T^Ö-mmn sehr einfach. Das Unglück Adams stammte von dem Baum, wie Hamans Sturz durch oen Baum herbeigeführt ward, den er für Mordechai, „der Gutes für den König gesprochen hatte", errichtete. (Fortsetzung folgt.) Denken und Velen. (Fortsetzung). Wieviel der Geschlechter haben also den göttlichen Namen geheiligt, haben leichten Herzens das Hiersein mit dem Dortsein vertauscht, sich vollbewußt, daß es keinen Unterschied macht, itt welcher der vom Schöpfer geschaffenen Welten wir leben nn« anmn »*133 abw nr rrin nn« .rrm nn* rnn anma am nn« nbirn Knaawa am sbipb Wiewiel der Geschlechter haben dem Zwang getrotzt, abzuschwören die Lehre und das Gesetz des ewigen Gottes, um damit ein erträgliches Leben zu erkaufen. Und in dieser Qual und dieser Pein, Blutsaugern und Plünderern vogelfrei ausgeliefert, Schändern und Mordbrennern in die Gewalt gegeben, der Luft entzogen, dem Sonnenlicht verschlossen, zusammengepfercht in Schmutz und Schwüle, dem Uebermut der Gaffe, der Willkür der Herren der Erde, wehrlos überliefert, ohue stchern Augenblick, stets gewärtig der Verleumdung und Verfolgung, den Tod vor Augen und den Schlag im Rücken, sprachen sie in unvergleichlichem Idealismus und unverwüstlichem Optimismus lanttK Unser ist doch der Fortschritt zum Heil, .wie gut ist unser Teil, wie beglückend unser Los, wie schön ist unser Erbe — — Seinen Namen öffentlich heiligen zu dürfen. Kann jemand unpersönlicher, edler, ausopferungsfähiger, versöhnlicher empfinden? Und wenn ein Einzelner es könnte, darf man wagen, au «ine Volksmasse solche Anforderungen zu stellen? Ja, in diesem Worte ist das unfaßbare Große zur beispiellosen Tatsache geworden. Israel meint auch in seiner Gesamtheit nicht sich, weiß auch als Volk auf das Leben zu verzichten, wenn die Zeit Höheres gebietet, als Leben und nur durch den Tod ein Weiterleben gewährleistet. an&" niä HPÖ3 man Solchen Tod der Geraden wünscht ja ein Bileam vergebens! Wahrlich schlechte Kenner der jüdischen Volkeseele, traurige Volksbetrüger, die ihr eigen Volk angesichts dieses neiderfüllten nichtjüdischen Ausspruches schwerer als seine Feinde schmähen wenn sie dem jüdischen Volk den Stolz der Jahrtausende rauben wollen. Weil sie selbst nur schwache, niedrige Materialisten sind, gru-,, kein sie der Jugend vor, nur für den Ein-' zeinen gäbe es Ideale, für die. Gesamtheit nicht. — Wahrlich die weisen Verfasser unserer Gebete trugen an ihrer Verantwortung leichter, wenn sie uns den L>tammvers ins Gebetbuch schrieben: Bei allem Verzicht nal 12paN 313 Na imttrr nai wbrnj an» So möge die Erleuchtung die Geister erhellen, mögen die Flammen die Scheiterhaufen der Geschichte empor zum Himmel lodern und in warnenden, mahnenden Feuerzeichen am Firmament der Welt in weithin leuchtenden Schriftzügen hie Wahrheit schreiben: Nicht daß man lebt, wie man lebt, entscheidet den Wert zu leben. Mögen sie erkennen und wissen alle die, welche in die Welt eintreten — aus Israels Geschichte und Dasein die Lehre schöpfend — daß du allein Gott bist den Staaten der Erde, nns psai 3'atfa ttpb« xl.n Du, Gott, unser Gott, bist derselbe im Himmel und aus Erden' mu mpaw bmn "jat? mara Und um dieses Seines großen Namens willen, der mit Israels Namen nach Seinem Willen auf ewig verknüpft ist, muß die Zeit eine innere und äußere Sammlung an uns vollziehen, muß der Spott der Lähmung unseres sichern und festen Schrittes auf Erden von uns genommen werden, die Verachtung zum Ruhm und zur Anerkennung in den Augen der Völker sich wandeln. Wenn wir mit Verständnis der Zeiten Gänge beobachten, gewahren wir den Schritt der Vorsehung, der uns unmerklich von der Verbannung zur Erlösung leitet 33'niaw n« '31V3 3DW? 19 So liegt im Morgengebet bis hierher der Grundzug unseres Daseins auf Erden im Einzelleben und im Volksleben bis in seine letzten Fernwirkungen und Zettentwtcklungen klar vor Augen. Wir sehen uns und die Menschheit gesunden mnd beglückt durch ein Leben, das sich logisch auf den Gedankengängen aufbaut, die wir bis hierher durchdacht — und was menschlich es Ziel zu erreichen strebt, wäre restlos mit Erfolg gekrönt. Es erübrigt nunmehr, das Mittel kennen zu lernen, das diesen Zweck herbeigeführt, nach dem Zauberwort zu fragen, das ein Volk so unter allen Völkern ausgezeichnet, nach dem pädagogischen Lehrbuch, das ein Volk mit solch imposanter Geistesrichtung zu erfüllen vermochte, daß jedes Mitglied desselben mit allen Fasern seines Wesens allen Idealen gehört, jedes Herz, bildsam und empfindsam, jedem Recht zujubelt und jede Gewalt verschmäht und als treuesten Hort für jeden Fortschritt der Wahrheit unter den Sterblichen sich empfiehlt. Vom Zweck schreiten wir zum Mittel und erkennen es dankbar — in der nmn- Jetzt erst befinden wir uns auf jüdischem Gedankenboden in der man. Erst mit der Höhe der menschlichen Ideale gelangen wir zur Unterstufe der jüdischen, wie im Lauf der Feste der mittag den naß krönt, rmn ina die nbuu ergänzt. Nach allem Voraufgehenden, nach allem Wiffen aus der Geschichte, nach 'aller Erfahrung des eigenen Lebens — und gar nach allen Beleidigungen des Ohres, allen Verletzungen des Empfindens, aller Rücksichtlosigkeit gegen unsere Lebenspsltchtrn und Gewohnheiten, die der jüdische Feldgraue in einer Zeit zu ertragen hatte, in der Verrohung Selbstzweck war, um aus einem zärtlichen Familienvater einen erbarmungslosen Gegner zu erziehen, — — sprechen wir mit verdoppelter Andacht nna 1ÜK mmn na m |mi smn baa 133. Doch wir fragen, wozu bedarf es bei dieser kurzgefaßten, nur einen einzigen Gedanken zum Inhalt nehmenden nana nochmals der Segnung mmn rnw "lV'3 zum Schluß? Aehnliches findet sich doch nicht bet anderen Segenssprüchen, die uns das Wesen einer Mizwoh vor ihrer Ausübung vor Augen führen sollen? Die Antwort darauf dürfte im Zusammenhang gegeben sein, der zwischen den nmnn mana wie wir sie beim Morgrngebete sagen, und die allerdings eine Zusammenstellung einzelner getrennter Teile sind (Ber. II b), besteht. Zuerst sprechen wir mm nana P132)b, dann folgt ein Gebetstück, das aranOT beginnt und mit dem Segensspruch schließt b«nw totfb mm naaan daran fügt sich 123 ina nDrr. c“ Wir sollten doch denken, daß der erste Scgensspruch, mm nana piarn völlig zutreffend und ausreichend sei. Bekanntlich wird die Pflicht, diesen Scgensspruch vor der Beschäftigung mit der .mm zu sprechen, (Ber. 21 Q) aus dem Worte hergeleitet, das NVä sprach, bevor er seinem Volk in 13'ldrn sein Geschick eröffnet. (V. 32,3) Itfnxb ian 3V *»3 „Wenn ich den Namen Gottes verkünde, so gebt ihr Größe unserm Gott." Daß man diese Vorschrift nicht nur für öffentlichen Vortrag der min versteht, sondern sie auch auf die Einzelbeschäftigung mit ihr übertragen kann, mag an dem Wechsel der Gottesnamen liegen, 'n läßt uns die göttliche Liebe, ttpb» seine Strenge erkennen, n^a, und nach ihm das Buch, das er auf Gottes Geheiß niedergeschrteben, verkündet in der theoretischen Darstellung der Welt- und Bolksgeschichte den Namen 'n in seiner Alliebe, in der Gestaltung jeder Gegenwart und jeder Zukunft. In den Geschehnissen der Welt aber stoßen sich hart im Raume die Sachen, gewahren wir oft Hin# als ernster Richter. Das Werden läßt Strenge und Schmerz und Not empfinden. Die Entwicklung der Dmge ertragen wir nur in Aussicht auf eine glückliche Zukunft. Die Lehren der nmn gewöhnen uns, die Einheit der Weltenlenkung zu schauen, das nmn Studium gewährt die Kraft und mehrt das Vertrauen und stählt den Willen, uns ins Geschick zu fügen, in 3'pax den 'n zu sehen. Der Spender der nmn ist auch Leiter des Geschickes. Gerechtigkeit ist Seine Lehre, Gerechtigkeit ist Seine Waltung. Liebe ist Seine Verheißung, Liebe ist Seine Führung. Jedes nmn Studium, auch das private, erhebt uns, entreißt uns nickt nur der Sorge des Augenblicks, sondern scheucht sie von unserer Stirne für immer. Als Prüfung erkennen wir das Ungemach, unser Streben in Geduld es hinzunehmen, wird verdoppelt. Unser HH33 wächst im Maaße unserer Prüfung darauf. Nl^a naV in nan jrp j*b Indem wir in jeder Form des Geschickes nur neue Formen unserer Pflicht erblicken, wird die Bitterkeit des Kostens von uns genommen. Wir dürfen drum „nana machen" — auch im Stillen oder vielleicht erst recht im geheimen Kämmerlein — wenn wir uns dem so gestalteten Labsal des nmn Studiums hingeben. Aber nur dann besitzt nmn Lernen diese Heilkraftwenn wir als göttlicher nmn Uns ihr zu Füßen setzen, wenn Er in seiner aufrichtenden Liebe zu uns spricht- Man kann sich aber fteilich auch mit nmn beschäftigen, und das Herz geht dabei leer aus, der Charakter wird nicht veredelt, der Eigendünkel wird nicht verringert, Kinder und Schüler werden nicht für den Geist und das Leben der nmn erzogen. Schon iTam klagte 2,8 wm x? nmnn ■warn daß die Berufsgelehrsamkeit, der Stand der Thoragelehrten durchaus nicht die richtige Erkenntnis verbürge und auf ihr Haus und ihr Wirken die Frage nicht unberechtigt war 'n n'8 „wo ist da n"? Drum sprechen wir zuerst die allgemeine nana über die grundlegende jüdische Pflicht mit der Formulierung Mar Samuels nana plDpb nmn, fügen aber die Einschränkung R. Jochanans sofort an animi. Wir glauben nun nicht, daß hiermit die Bitte ausgesprochen werden soll, daß wir die Worte der göttlichen Lehre süß und angenehm empfinden möchten, daß wir uns zu ihr hingezogen fühlen mögen und unfern Eifer, sie in uns aufzunehmen, vervielfachen. Der Gegensatz zur Welt und die auch nur oberflächlich gewonnene Erkenntnis muß dieses Empfinden wohl in jedem erwecken, es sei denn, daß der Meister es meisterhaft versteht, dem Jünger eine unüberwindliche Abneigung einzuimpfen oder andere Vorbilder den Arbeitserfolg des Jahres in Frage stellen. Dann aber nützt auch kein Gebet, wie innig es auch gesprochen wird. Vielmehr glauben wir dies anyni mit Maleachi 3,4 nm,m nma 'na nanpi. zusammensteüen zu sollen. Gott mögen angenehm und wohlgefällig die Worte seiner Lehre, die wir in unserem Munde führen, sein, indem sie so von uns gehandhabt werden, daß unsere leiblichen und geistigen Sprößiinge — in welchem Sinne das gemeinsame Wort 13K2&2E für Kinder und 'Schüler von px gebildet zu sein scheint — mit uns die richtige Erkenntnis für's Leben durch sie erlangt u, und wir sie mit ihnen um ihrer Ausübung willen, d. h. nattn und darum, weil sie göttliches Wahrheitswort darstellten, lernen. Die nmn ist kein Wissensseld, auf dem die Geifteswaffen zur eigenen Ehre klirren dürfen — der Streit um Wahrheit ist da Selbstzweck — und kennt darum seine Grenze. Prinzipien stehett fest und die Ausführung unterliegt wieder be