Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 60 (1919)
- Issue
- Heft 49-50 (18.12.1919)
- Date
- 1919-12-18
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/2446951-2450084-2450086--67942-2525014- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Sette 8 Nr. M ü. W is DezemSer IS iß ven? lUMaeug ge&t cug Talmud «Satzbat"? aus böskerxeLMchsn und «uk? Gründen.der MsnWttH- ■m r~» %. r .- b , . rr» . r/y . r y . /—.■»■ » r JlTr rm 0/777^» /> ■ f>/»T*nr»-/5 ■ Ä -»>>S /Ti ri 19 hie irr 5er Pörariha?pi§ffft?n? TradiU?» ist üiresteu Datums — oeurstch gc»ug hervor, daß im Kriegs der Sabbat auch da zurücktritt, wo direkte LiberiKg fahr nicht vorharhrn ist. Allein handelte es sich bei diesem Ueberfalle v überhaupt um Errettung aus Lebensgefahr-galt es, sich durch wirksame Gegenwehr das Leben zu erkaufen? StZudo die Sache so, die Frommen — es waren auch die Gelehrten — hätten keinen Augenblick gezögert, trotz Sabbat von allen gegebenen Vertciöigungsmitteln Gebrauch zu machen. Indessen sehen wir uns den Fall nach dem authentischsten aller Beichte, dem im ersten Buche der Makkabäer genauer an, so stellt er sich uns kurz folgendermaßen dar: d-e Frommen flüchten in eine Höhle, ln der Hoffnung, hier unbehelligt von den Hellenisten und deren lyrischen Schutz- und Hilfsrruppen als Juden leben zu können. Dort werden sie aber bald, an einem Sabbat, von den Feinden überrascht. Vollkommen wkhUos und kriegsuukundig, wie sie sind, halten sie mit Hinblick auf die gewaltige Ueber. macht der wutschnaubenden Feuwe, jeden Versuch einer Gegenwehr für aussichtslos und lassen sich, da sie nicht mit einer gänzlich unnützen Tabbatentweihung aus dem Leben, das sie dem Gesetze geopfert, scheiden wollen, wehrlos abschlachten. Erst jpärer, nachdem Matisjahu die Geister geweckt und Juda alle Kräfte zum V-rzweiflüngskattipft gejflMmelt hatte, das Volk somit nicht mehr wehr^ und machtlos dent getttfce 8§genüberftänd, ügd §?? Krtkgszustaud in aller Form emgerreten mor, mar es an 5er gcft, haß man zur alten Tradition zurückkehrre, wonach „Errettung nnB Lebensgefahr den Sabbat verdrängt." Im Kriegszustände konnte auch ohnehin ejns Rücksicht auf den Sabbat nicht mebrj obwalte», wte sich aus der bereits angeführten' Barairha in „Sadbar" jrr klar ergibt. Sv und nicht anders verhalt stch die Sache, lind wer die Beweisgründe hierfür im „Dvrvt Hsrischaunim" vvn Halkvy, Teil io. non mutt W\ MI 344 nachttest imb hiß angeführten DuA' len nschstndisri, froZe sich, otz eine ändere Linst ssssnng vom Lnsammenhsuß diesem DmZe mm HLLPE se denken? NN5 MZgttch W«r, Miss? UMMMs ssnn mm NN? mi Mm Sffaif» tzk?§88 llRsvl SerSc?^ in hiß RMß 5f? TrndUisn dreschen zn schiaZen, um 8N§ snßkbttMkn ÄnkKtzrechirngeü mb Pu, ralleidTwegungTu in der UsbsrUefernug eine historische Grundlage für die Dekiarieruug unserer Lehre als wandelbaren Heitproduktes, zugleich um eine Unterlage für Reformbeftrebungen des LageS zu gewirrne». Wtr sehen, an diesem einen von Halcvy richttggestellten Falle aus der Chanukkageschichte, wte nötig es ist, daß unsere Kinder Geschichte lernen, vorausgesetzt allerdings, daß sie sie richtig lernen. Sorrespondenzen und AachrlOten. Weirtf<Lrss 6ine preuß’frhe fflinifferialnerfügung zur onjüöi[fhen LinwanSerung. Berlin, 9. Dez. Der Minister des Innern hat unterm 1. November I. V. b. 2719 eine Verfügung erlassen, in der es nach Darlegung der Nachteile der ostjüdischen Einwanderung u. a. wie folgt heißt: Dagegen verbietet es sich zurzeit und brs auf Weiteres trotz der Nöte der inländischen Bevölkerung! mt Besitze der vorgeschriebcneit Legitimationspapiere l und der ErnreiseerlaichniH zu fein, eingvwunstrrt find, Mcingslvsise in ihre Heinrat z-urückzuiveisen, weil sie dort nach Lage der Verhältnisse vielfach unmitt-lbar Gefahr für Leib und Leben, jedenfalls aber der Beitrasung wegen Fahnenflucht und Wehrpfltchtentziehung ausgesetzt wären. Im einzelne» bestimmt bet Erlaß daun ü. d,; Vor jeder Ausweisungsverfügung und in Aussicht genommenen Zwaugsabschiebunä ist der jüdischen Fürsorge-Organisation GelegenkM zu geben, die Interessen des Betrosftnen wahrzuuehwen. Soll die Ausweisung wegen Arbeitslosigkeit erfolgen, so ist sie erst dann statthaft, wenn der jüdischen Fürsorge- Orgauisüliütt eine angemessene Frist zur Beschusfung von Arbeit für den Beteiligten gesetzt worden ist und diese Frist fruchtlos verstriche» ist. Endlich wird bestimmt: Den ohne Legitimatiouspapiere hierher gekommenen Polen Wird die Ausstellung eines polnischen Passes durch das hiesige polnische Konsulat versagt. Um ihre polizeiliche Anmeldung zu ermöglichen, bestimme ich deshalb,,daß diejenigen ausländischen Polen, für deren Personalfeststcttungen die in Nisser 2 genannten Hilfsorganisationen die Gewährleistung übernehmen, seitens der Paßbehörden Personalausweise nein. Ziffer 9 der Ausführungsvorfchristen dom 24. Juni 1916 zur Pakverordnung vom 2l. Juni 1913 (jetzt Paßverordnung vom 10. Juni 1919) R.G.Bl. S. 601 — auszustellen sind, deren Geltungsdauer jedoch aus sechs Monate zu beschränken ist. Der Erlaß ist wegen des humanen Geistes, der ihn in allen Einzelheiten bestimmt, aufs wärmste zu begrüßen und wird hoffentlich van de» Verwaltungsbehörde» in gleichem Geiste auAgcführt WerbkN- Gegen öle Müllen. Mies, 5. Dez. tzm österreichische» Landtag würde ein christlich ffvzialer Dringlichksirsgntrng nngenokm mcü, der die Regierung zu b?scht?NN!gter Abschiebung „aller Volkswirt? chastiich schädliche» Frsmdkn, inZbessnders her Öftjuben" snfforderk. Die Ännahwe erfalgte einstimmig, da auch hl? ULMlhsmLkrktis üherrsschenher Meise mitmt. 8ZktZ MZttüsstmßtt In Snnnfn. Ps\mißs ß. DZZ. Die Rszie?Mz N»dW die G»ke?nrr?- ung all^r in Bnhosiest su?ck?nhGn^gflWschsn und pölnische» Flüchkttnge an! Sie füllen »ach dem Jnternicrungsiagcr Hajmasker gebracht w rden. Man darf gespannt sein, was die Ententemächte zu dieser dem Friedensvertrage mit den anderen Ostmächten durchaus widersprechenden Maßnahmen gegen polnische Staatsbürger sagen werden. fintileniitiicfie Kraroalle in SuSspell. Pudapest, 8. Dez. Bei den gestrigen antisemitischen Demonstrationen wurden das Redaktionslokal und alle Druckereisäle des Parteiorgans der ungarischen Sozialdemokraten „Nepszava" demoliert und auch die Rotationsmaschtnen zerstört. Ebenso wurde auch das Lokal der Redaktion des „Az Eft" gänzlich demoliert. Uoierr. SaMrafrnhe un9 rninflerheifsfcfiufe. Warschau, 24. Nov. Wenn es Schwärmer oder politische Quer-' köpfe gegeben hat, die sich von dem im Vertrag mit Polen festgeiegten Schutz der Minderheiten wenigstens ans legislatorischem Gebiete einen Vorteil für die Juden versprachen, so werden diese durch die Erfahrungen beim Sonntagsruhegesetz gründlich geheilt sein. N ben de» orthodoxen Abgeordnete» und Verbär den, die naturgemäß lediglich im Namen der bedrohten Gewissensfreiheit und religiösen I Integrität der jüdischen Massen für das Recht 1 auf Sonrrtagsarbeit der Schomre Schabbos eintraten, Hab'?n Hs? uMüftälsstssche» Kreise etzeufälls ülle Krüfk eingesetzt, nur den fsfc&gf? hallenden Kreisen zu Hülfe zu kommm. Sie bsriefen sich dabei ans den Pariser Vertrag, erreichten damit aber das Gegenteil der gewünschten Wirkung. Selbst auf sozialdemokratischer Seite lehnte man in ziemlich gereiztem Don die Berufung auf den „aufgezwungenen" Vertrag ab. Wenn e§ wahr ist, daß auch Stuart Samuel sich polnische» Politikern gegenüber gegen die B^rücksichtigu'.ig der jüdffchen Interessen im Sonntagsruhegesetz ausgesprochen hat, so braucht man sich über den Mißerfolg allerdings nicht' zu wundern. Stuart Samuel und Sis sonnfagsruhe- Wnrschlm, 5 Dez. Im Gegensatz zu^ früheren Meldungen weiß ein hiesiges Tageblatt zu berichten, Stuart Samuel h.rbe sich Paderewskt gegenüber sehr warm für die Freigabe des Sonntags für die Sabbat haltenden Kreise eingesetzt und darauf hrngewtesen, daß auch in England tu den jüdischen Vierteln am Sonntag Handel getrieben werden dürfe. Die Jateiventton war leider erfolglos. klabbinerlmnseren? in HJifna Witnrr, 10. Dez. Unter Vorsitz von Rabbiner Grodsenskh fand hier eine Kynsere»? statt, um über die Verwendung der aus Amerika überwiesenen Hülssgelder z» Güttste» der religiöse» Institut io»en sowie über die Schaffung einer srchsdo^en Organifatisn zu beraten. Die letztere iyll »ach vvsi Rabbiner GrösenLktz ans» zuarbelkenden Programme arbeiten. — Die nnter Gemeindeverwaltung stehenden jüdisch?» und hebräischen Schule» sind von der Negierung anerkannt worden. Lettlüttd. Drrltitr Dez. Nuch MelöunßZn suß Rißs herrscht suZZesprochene M«gr«»rst\n\m»»g. Dos Ss?fe»sief?ei, SSL ««« ggsf« AffLstzur iftf «ifBgj gmmsi miiuMfm nrnmät} 'm 8SM HgstnsliOgn ^u5e» totitSe» vZrhastZt UUb ihrsI MesitzM ܧ« r§n8k. Mord mh Rs»S m tznbgn sind §n her DaZchsrhnuug. Au einem sinh M jüdische Beerdiguttge», meist von Opfer» der pogromlüfterue» Soldateska, festgestellt worden. Rurnirrrierr. l^umünienL Lieg Uber 9ie?ri69sn3knnteren?. Ktsufenburg, 6. Dez. Das rumänische Preßbüro meldet: Die neue Regierung wird den Fried'ensvertrag mit folgenden Aenderungen, die in der letzten durch einen Spezialkurier nach Bukarest gebrachten Note, zugestanden worden sind, unterferügen: 1. Aus dem Vertrage mit Oesterreich wird die Stelle gestrichen, die besagt, daß die Unabhängigkeit Rumäniens beim Berliner Kongreß nicht bedingungslos anerkannt worden sei. 2. Die Bestimmungen bezüglich der Regelung der Judenfrage werden weggelassen. Die bereits erfolgte Regelung dieser Frage durch' ein besonderes Gesetz wird als zufriedenstellend erklärt. 3. Es wird auf jede Einflußnahme bezüglich-der Schaffung jener Gesetze verzichtet, die Rumänien für den Schutz der Minoritäten als notwendig erachten wird. 4. Nach Untersuchung her Lage werden lokale Grenzberichtigungen gewährt. Die neue Regierung wird sich am 8. d. Mts. der Kammer vorstellen. Die Vertretungen der alliierten Machte in Bukarest wurden von der Bereitwilligkeit her