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Der Israelit · 1919-12-18 · Heft 49-50 (18.12.1919) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
60 (1919)
Issue
Heft 49-50 (18.12.1919)
Date
1919-12-18
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Nr. 49 u. 50 Der Israelit. 18 Dezember 1919 t Für die Lieferung gellen folgende, den Bezug für jedermann außerordentlich erleichternde Bedingungen: 1. Das Werk wird tfim uns in 15 broschierten Einzelheften (jeder Band in 3 Heften) ausgegeben und zwar erscheint voraussichtlich jeden Monat ein Heft zum Preise von Mk. 2.4V; f^r auswärtige bezw. nicht abholende Abonnenten treten hierzu Mk. —.30 Versandspesen. 2. Die Lieferung kann nur gegen Vorauszahlung des Betrages für mindestens ein Heft auf unser Postscheckkonto Frankfurt a. M. No. 19802 und nur an solche Besteller erfolgen, die den Nachweis erbringen, datz sie zurzeit der Lieferung auf den „Israelit" abonniert sind. Zahlung kann für jede Lieferung einzeln oder nach Belieben im voraus für mehrere oder alle Lieferungen erfolgen. 3. Die Bestellung auf die erste Lieferung verpflichtet in jedem Falle zur Abnahme des ganzen Werkes. 4. Auf besondere Bestellung werden Einbanddecken nach Vollendung jedes Bandes zu Originalpreisen geliefert. 5. Für den Fall von Krieg, inneren Unruhen oder Streiks wird die LieserungSpflichi unterbrochen und tritt erst nach Aufhören der behindernden Ursachen wieder in Kraft. 6. Sollten während der Dauer der Drucklegung unvorhergesehene Preiserhöhungen für Papier, Satz, Druck oder Buchbinderarbeiten eintreten, so must eine prozentuale Erhöhung des Preise- Vorbehalten bleiben. Wir machen mit diesem beispiellos günstigen Angebot jedem Abanneriten des „Israelit" nicht nur ein Geschenk, das in seinem materiellen Werte die Kosten eines Jsraelit-Abonnements weit übersteigt, soudern hoffen gleichzeitig durch weiteste Verbreitung des anerkannten Standardwerkes der modernen Orthodoxie zur nachhaltigen Stärkung unserer Sache wesentlich beizutragen. Umso sicherer erwarten wir, daß jeder gesetzestreue Jude, der die weitreichende Bedeutung der Presse für die Verbreitung und Vertiefung der Ideen im öffentlichen Leben zu würdigen weiß, sich der Wichtigkeit einer aUsritige« Propagan-a fthr >rrr „Israelit" bewußt werde. Bedeutet ja jeder neue Leser eine Festigung der Sache des überlieferten Judentums, die wir publizistisch vertreten, und die wahrlich heute im Weltanschauungskampfe der Parteien mehr denn je der unablässigen Arbeit aller ihrer Freunde bedarf. So bitten wir denn alle einsichtigen Gesinnungsgenossen, in allen Kreisen, bei Jung und Alt, im Jnlande und ^Auslände, unermüdlich tätig zu sein. Probenummern sowie Abdrücke dieser Ankündigung stellen wir jederzeit gern zur Verfügung) ebenso Zetchnungslisten zur Aufnahme von Abonnenten auf die Prämie und den „Israelit." Man wolle sich zwecks Bestellung der anliegenden Zahlkarte bedienen. Frankfurt a. M., im Dezember 1919. - . ' Redaktion und Verlag des „Israelit." rlbonnementdbedingungen ab 1. Januar 1920. Deutschland: Bei Bestellung durch die Postzeitungsstellen (Briefträger) Mk. 3.75 vierteljährlich zuzüglich Mk. -.15 Post-Vestellgeld, bet direkter Bestellung und Rechnunasertellung Mk. 4.50 vierteljährlich, für Lehrer und Kultusbeamte (nur direkt) Mk. 2,25 vierteljährlich. Deutsch,Oesterreich und Unaärtt: Kronen 12.50 vierteljährlich. Tschechy-Slowaket: Kronen 7.50 vierteljährlich. Holl and: fl. l,— vierteljährlich. Skandinavien: Kronen 2.— vie.ieljährlich. Schweiz, Frankreich und Belgien: Francs 1.50 vierteljährlich. England: sn. 1,$ p, vierteljährlich. Amerika: Dollar —.50 vierteljährlich. Einzahlungen auf; Postscheckkonto: Frankfurt a. M. No. 19802, Postscheckkonto Wien No. 79605, Postscheckkonto Budapest No. 18424, Postscheckkonto Amsterdam , Postscheckkonto Zürich No. ViH. 7254, Konto Böhmische Unionbank, Prag, sowie direkt durch Postanweisung. Frankfurt a. M., Dezember 1919. Vom Oelwunder. Bon Lehrer G. Wertheimer in Hardheim i. B. Das Quantum im Oelkrüglein, das die Makkabäer tm Tempel noch oorfanden, reichte nur für einen Tag auS, brannte aber wunderbarer,veise volle acht Tage; daher sollte man glauben, datz da der erste Tag nicht mitzählt — KD'2 hätten auch sieben Chanukatage genügt. n"K i"to bemerkt auf diese Frage, bezugnehmend auf den Sohar: Vorbedingung für Eintreten eines vj sei immer, datz irgend Wesentliche», ein Grundstock, ein wenn auch im kleinsten Matze, vorhanden sein müfle, dmn erst wolle der Allmächtige seine segenspendende, mehrende, übernatürliche Kraft, sichtbarlich wirken lasten. Eine nr-sn nna, ein ein ganz neues ^chöpfungsprodukt gäbe eS seit der Weltschöpfung nicht mehr. Deshalb fragte auch der Prophet Elischah die Sunamith vor Eintreffen des Wunders, was sie noch im Hause hätte: 'ib v" no r>'22. Die gleiche Voraussetzung war bei dem “U dj naun. Datz daö Oel in dem übriggebliebrnen Krüglein damals, nicht wie sonst in der ersten Nacht schon verbrannte, war ein, besonderes Wunder, und ein weiteres Wunder für sich war es, datz diese Oelreste auch noch auf weitere sieben Nächte ausreichien. Nach dieser Argumentation findet die Anordnung, acht Tage Chanukahlichter anzuzünden, ihre volle Berechtigung. Der D’sito "W führt zur Erklärung dieser Frage folgendes Gleichnis an: Ein Kaufmann reiste zur Messe und legte sein ganze- Vermögen — bestehend in Goldstücken — in acht Säcke, um damit Ware einzukanfen. Auf der Reise wird er von Räubern überfallen die ihm sieben Säcke abnehmen. In Not und Verzweiflung verspricht er, dem Almosenverwalier eine bestimmie Summe zu übermitteln, sobald er wieder in den Besitz des ihm geraubten Veldes kommen sollte, und zwar für jeden einzeln Sack extra. Nach großer Mühe und beträchtlichen Geldopfern gelingt e» ihm, sieben Säcke mit vollem Inhalt wieder zn bekommen. Der Aimosenverwalter verlangt von dem Kaufmann die bestimmte Summe und zwar für acht Säcke. Dieser hält sich aber nur verpflichtet für sieben Säcke den versprochenen Betrag zu leisten. Der Verwalter steht auf dem Standpunkt, es sei ein besonderes Wunder, datz ihm ein Sack verblieben war und nur dadurch wäre es ihm möglich geworden, in den Besitz seines Gutes wieder zu kommen. Die Anwendung des Gleichnisses ergibt sich von selbst. Nach geschichtlicher Ueberlieferung fand man nach der Tempelpiünderung nur ein einziges Krügleiu Oel, da es an offener, leichtzugänglicher Stelle liegend, wo es der Feind sicher gesehen hnt, dennoch wunderbarerweise unberührt blieb. In dieser VotteSfügung liegt das DJ, das zum Grundstöcke wurde für das weitere siebentägige Wunder. Das achttägige Anzünden der Wunderlichter ist somit gerechtfertigt. Eine Totenfeier im hügeligen Städtchen, das sich märchenhaft schön auS der südmährischen Ebene erhebt. Der offizielle Bericht besagt: Unter dem Vorsitze des Bezirkshauptmannes Nabratik fand die letzte öffentliche Sitzung des Ausschusses der JSraelitengemeinde NikolSburg statt. Der Bezirkshauptmann machte Mitteilung von der angeordneten Vereinigung beiger Gemeinden, dankte der gesamten Vertretung für die stets korrekte Führung der Amtsgeschäfte und lud den Bürgermeister Franz Deutsch ein, vorläufig die Verwaltung der Gemeinde bis zur Ernennung des gemeinsamen Regierungskommissärs weiterzuführen. Eigentlich ist ja die Judenstadt schon lange tot. Lebte nur mehr von ihrer vierhundertjährigen Geschichte. Die aber war so glanzvoll, so erfüllt von jüdischem Leben und Leiden, so stolz im jüdischen Geistesschaffen, datz diese Totenfeier jedem Juden nahegeht, der um den Ruhm des alten jüdischen Nirolsburg, um die Treue der Urväter, um das bunte Sagengeranke ringS um die schmalwinkeligen Gassen am Hang deS BergeS und um die Trefflichkeit der jüdischen Menschen des Städtchens weiß. Eine der rötzten JefchibaS lockte in die Stadt jüdische Lernest issene auS allen Gegenden und diese Stätte dex Lehre stand mit den anderen großen Schulen — erstaunlich, wie dies bei den Fahrlichkeiten und grausamen Beschränkungen des Ghettolebens möglich war. — mit den Judengemeinden Prag, Krakau, Preßburg in sehr innigem Kontakt. Aus der Judengässe. die man später in den Jahrzehnten der Agonie verschämt „Häuptgasse" nannte, ging Sonnenfeld hervor, der später in Wien als Theattrzensor wirkte, dem es gelang, die Bühne vom Wurstel zu befreien und dem die große Tat zu danken ist, daß die Tor¬ Uerlag des nr. d. K. tur abgeschafft wurde. Immer wieder entsandte die Judcngemeinde den jungen Nachwuchs -in die Großstädte, der sich auf allen Fakultäten der Hochschule hervortat und auf dem Gebiete der Rechtsgelehrsamkeit, der Volkswirtschaft und vor allem der Arzneikunde ausgezeichnete Vorkämpfer der Wissenschaft hervorbrachte. Hier war die volkstümliche Figur der jüdischen Frau Sopherl zuhause, die Nikolsburger Gänslerin. Hier gab es noch in der zweiten Hälfte des verflossenen Jahrhunderts emsige jüdische Gewerbebetriebe, rühmliche Zuckerbäcker, wohlakkredrtierte Wirtsleute unv jene merkwürdigen eigenartigen Typen, wie sie--.in den mährischen und böhmischen Kehilas so zahlreich gediehen und bei Kompert und I. I. David verewigt sind. Dann begann die Tragödie des Provinzjudentums auch hier zu wirken, die Feindschaft der Umgebung, der Assimilationsdrang und der wirtschaftliche Boykott machten die gesunde Entwicklung und Ausbreitung des Gemeinwesens Unmöglich. Die Kinder strömten ab, fatzten in Brünn und Wien Fuß und nur die Großmütter Und Großväter verbringen jetzt noch in den verödeten Judenhäuwrn ihren Lebensabend. Bon der Gemeinde war nicht viel mehr zurückgeblieben, als der würdevolle Ausschuß der politischen Judengemeinde mit dem Bürgermeister an der Spitze, die zahlreichen uralten Tempel und „Schulen", ein paar Großhändler, der uniformierte jüdische Polizeimann und der SchameS zur Disposition. Aber da stcht noch manches Pattizierhaus und wer durch die sehr still gewordenen Zimmer geht, sieht köstlichen, urväterlichen jüdischen HauSrat, vom Dust einer reichen hochkultivierten Vergangenheit umwoben. Ein Paradox der Weltgeschichte: Kurz, vor der Totenfeier der politischen Judengemeinde Nikolsburg wurden in Viehwagen immer neue Scharen ostjüdischer Flüchtlinge hervorgeschleppt, Menschen, die in Tracht und zum guten Teil auch in GnsteSrichttmg jenen glichen, die vor langer, langer Zeit im Nikolsburger Ghetto über dem Talmudfolianten faßen und die Lehre als des Lebens höchstes Gut erachteten. Diese Neuangekommenen schmachteten oben am Berge, eng gedrängt in dem netten hölzernen Ghetto des Flüchtlingslagers und sahen in unsäglich qualvollen Monaten und Jahren unfteiwilliger Gefangenschaft auf die gestorbene Judenstadt hinunter, die ernst an allen Freitag -- Abenden in weihevollem Lichterglanz erstrahlte, die eine feste Burg war echtjüdischen Familienlebens und die von den Epigonen ach so leichten Herzens preisgegeben wurde. (Wiener Morgenzeitung.) (Die Bibel in S» ntntn Sprachen.) Wie die britische Bibelgesellschaft mitteilt, ist die Heilige Schrift während de- Krieges in 33 neuen Sprachen veröffentlicht worden. Sechs dieser Dialekte, in denen nunmehr zum ersten Male die Bibel gelesen werden kann, sind: Nsenga, Kono, Donga, Adamawa, Dehwali, Wukingfu. Nsenga ist die Sprache eines Statte

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