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Der Israelit · 1918-10-24 · Heft 43 (24.10.1918) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
59 (1918)
Issue
Heft 43 (24.10.1918)
Date
1918-10-24
Page
– (sequence 5)
Language
German
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24. Sttri* iftt8 -■«-,-- .--, - -, -.- lehret. Er gedenkt der Frage, der Verbesserung des Religionsunterrichtes, insbesondere der Volksschule, zunächst der Ausgestaltung der Talmud- Thoraschulen seine besondere Aufmerksamkeit zu schenken und hofft jederzeit fähige Lehrkräfte für st? zu finden. Wenn die jüdische Jugend die Unterstützung der Aultusgemei.-'de benötige, würde fie. sie immer finden. Was in seiner Macht liegt, will er gerne für sie tun. Personalien. Dp. Nathan Friedmann . Mainz, 20. Okt. Km besten ManneSalter von nur 4ö Jahren ist am 15. d. MtZ. der KlauSrabbtner und Religion»- lehrer Dr. Nathan Friedmann in Mainz gestorben. Der Heimgang Dr. Nathan — oder „Nochum Friedmann»", unter welchem Namen er seine» inttmern Freunden bekannt war —f wird Biele schmerzlich berühren »nd ein (»12X1 hl 121 wird sich ihren Lippen entringen. Mit Recht, denn Dr. Friedmann war von seltenen Eigenschaften auszezeichnet. Seine Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit war grenzenlos. Vor allem aber war er ein if>aiö jiyb, bet dem »a» „Lernen" zur höchsten Reife, zur Kunst gediehen mar. Er war Sin ivgenannter „Blattlerner", für den es keine m»rip spnpi) gibt, »ch« er ein Blatt xiw porlernw, «8r MchWjrrjzkrtts« Mlsfr, A;4 fplch?? w«r -r schon nlß jungsr ins in her Wryßburger mw bekannt. Nur seiner übsrans großen Bescheidenheit und Zurück, gezogenheit ist et zuznfchrsib^,, baß der KrriS seiner Verehrer ein sehr beschränkter geblieben war NNd Lütz er selbst von diesem nicht in seiner vollen Bedeutung erkannt wurde. In Miava (Ungarn) geboren, war Dr. Friedmann von seinem Vater, einem hervorragenden pp% tn das Stadium des Talmuds ringefü-rt morden. Er be. suchte dann die 172»M» von Vrezora und Preßburg. Seinem guten Lernen verdankte er die Ausnahme in die Frankfurter »on Breuer. Von dort bezog er die Universität in Basel, wo er sich dem Studium der orientalischen.Philologie und Philosophie widmete und promovierte später an der Berner Universität zum Dr phil. Nach seinem Examen ging er zunächst in seine Heimat zurück, wo ihm einige Rabbinerstellen angeboren wurden, die «r aber, da ihm dic ungarischen Verhältnisse mißfielen und weil es ihn nach Deutschland zog, ablehnie. Er folgte einem Rufe nach Recklinghausen, wo er durch fast 12 Jahre den Rabbinern Dr. Marx, Dr. Brader nnd Dr. MichalSki assistierte und als ReltgtonSlehrer tätig war. Seinem Vater zuliebe, der ihn lieber in einem rabbinischem Amte tätig gesehen hätte, nahm er im August d. IS. eine Berufung nach Mainz als KlauSrabbtner und RelionSlehrer an, wo er, wie überall, sich großer Sympathien erfreute. Einen Meteor, nannte ihn der Rabbiner Dr. Bondt, der hell aufleuchtend, ebenso schnell verschwindet, wie er gekommen ist. An der Stelle, (wo einst liD'arn ^lia gewirkt haben, ist Dr. Friedmann tn jungen Jahren zwar, abor doch vollendet zur ewigen Ruhe gebettet worden. i'22£an, Mainz, 20. Okt. Die hiesige Israelitische Religionsgesellschast hat einen schweren Verlust erlitten. Während der Herbstseiertage verschied im hohen Alter von 77 Jahren Herr Lehrer Josef Kahn. ES war in derzweiten Hälfte der 50er Jahre deS vorigen JahrhnndertS, als der junge Rabbiner Dr. Lehmann i'D nach Begründung der Israelitischen ReligtonSgesellschüft auch deren Unterrichtsanstalt inS Beben rief und für diese unter andern hervorragenden Lehrkräften auch Herrn Kahn ansteüte. Mit der Verpflichtung dieser Persönlichkeit für die Schule hatte der Rabbiner einen besonders guten Griff getandenn deffen pädagogische Veranlagung, seine Pflichttreue, Gewissenhaftigkeit und Gründlichkeit, vor allem aber sein reiche- Wissen gingen weit über dahinaus, was man sonst von Lehrern in ähnlichen Stellungen zu fordern berechtigt ist. Dazu kam seine ungekünstelte, überzeugungSvolle und aus dem Herzen quellende Frömmigkeit, die sich auf das kindliche Gemüt als etwas Der Israeli». ganz Selbstverständliches und Notwendiges übertrug. So ward es ihm leirhr, auf die Ideen .seines großen Meisters einzugehen, der die Parole „Thora" und „Derech Lrez" ans die Fahne der Schule geschrieben hatte. In dieser Weise wirkte er nahezu tzO Jahre in der genannten. Anstalt. Andere Lehrer kamen und gingen, er aber harrte auS. Ja, als die Kriegsnöte es durch EinbcrufuNg der jungen Lehrer verlangten, opferte er noch die wenigen Jahre seines Ruhestandes der heißgeliebten Anstalt. In einer ergreifenden Rede am Grabe, ebenso in einer beute in der Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschoft stattgehabten Trauerfeier zeichnet« Rabbiner Dr. Bondt das Bild dewackeren Mannes und seines segensreichen Wirkens. Er verfehlte auch nicht, darauf hinzuweisen, welche Stütze der Heimgegangene auch dem Schriftsteller Dr. Lehmann gewesen, indem er sich viele Jahrzehnte al» HilfSredakteur beim „Israelit" erfolgreich betätigte. Möge der Allgütige seine Kinder und Enkel trösten! n"2atan. O. L. Hornburg v. d H., 20. Okt. Am “p risv wurde unS Herr Raphael Klein entriffen. Das Hinscheiden des noch nicht Dreißigjährigen bedeutet einen schweren Verlust für die hiesige Gemeinde wie auch für die vielen Fremden, welche hier Genesung und Erholung suchen. Aus einer der angesehensten Familien stammeno - sein Vater war der bekannte Pariser Arzt Dr. Th. Klein Ti», sein Großvater Oberrabbiner Rabbi Galomon Klein in Kolmar — wählte er sich de« Beruf eines jüdischen Restaurateurs, aus dem idealen Streben, ein streng koschere-, Restaurant zu führen, weiches auch dyn ysrrvühmssteri Ansprüchen gspÜMN tonnte, um ntemanb Leranlsffnng zn; hier in Homburg nicht zu leben. Mit »111'SS hat er, unterstützt .von seiner Gattin, der Tochter des früheren Hornbürger Rüdb. Dr Küttek^N, diesem Ziele nachtzestrebt und es erreicht. Wo es sich um ein *ßi n«e handelte, war Raphael Klein h'M einer der ersten. Unter großen Opfern suchte er das pa* im n»2 zu erhalten. Tanz besonders rühmlich an ihm war seine Liebe zur Thora, wie er tn schweren und freudigen Letten hier und auSwärtS. jede Gelegenheit suchte, zu lernen. Sin würdiger Abschluß seines nur zu kurzen Lebens war es, daß er am letzten nnDr nun in Schul mir }nn sein durfte. Die «1212, die bei dieser Gelegenheit chm zuteil wurden, sollten sich bei ihm persönlich leider nicht erfüllen. Gebe '"P, daß sie um so mehr an seinen Kindern und sirner Gattin tu Erfüllung gehen. n"2jHn. Piebrich *♦ Rh., 10. Okt. Vor einige* Wochen trugen wir unser älteste- Gemetndemitglied, Mose» Relfenberg, im Alter von S8 Jahren zu Grabe. Mit ihm ist ein echter Jehubi und selten guter Mensch dahingegangen. Tein ehrlicher und redl.cher Sinn al- Kaufmann, sowie seine selten« Menschenliebe und Menschensreundlichteit machte? ihn beliebt und geachtet bei Alle«, die ja mit ihm in irgend eine Berührung kamen. Besonders innig war die Liebe und Anhang, lichkeit, mir -er unser ganzes hnp an dem Verstorbenen hing, der 32 lange Jahre hindurch als a'iavi vai» die Geschäfte der Gemeinde in Händen hatte. Und er war ein CJ"» in echt alt-jüdischem Ginne, der die 1122t »2ias mit nanax auSsührte. Das Interesse seiner Gemeinde stand' dem eigenen allezeit voran. Di« Pflege von o»1»n r6»»ai, ,",112p ,.11151 innerhalb der Gemetnde betrachtete er als seine Lebensaufgabe, wobei der ,1112p, dem Gottesdienste im GotteShause sein besondere- Augenmerk zu jeder Zeit zugewandt war. Unersetzlich groß ist daher der Verlust unserer Gemeinde, dem Herr Lehrer EulzSacher a« Grabe Ausdruck verlieh und di« Gemetndevorstände dabei ermahnte, im frommen Sinne de» Dahingegangenen die Gemeindeinstttutionen weiter zu leiten und zu pflegen. ,T2*an. S. Hamburg, 11. Oktober. Adolf Kt m m e Ist i el, der. Vorsitzende der Detaillistenkammer, ist nach knrzer Krankheit im Alter von 63 Jehren gest», den. Der Verstorbene hinter läßt eine Lücke in den Reihen der im öffentlichen Leben stehenden Persönlichkeiten Hamburg». Er war seit langen Jahren u. a. Mitglied dor Deputation für Handel, Schiffahrt und Gewerbe und der Behörde für öffentliche Jugendfürsorge. Außerdem hat er mit besonderer Hingebung da- Amt eine» Wohnung-Pflegers Pr. Ä Seite d ausgeüdt. Hervorragende Verdienste hat er sich um den hamburgischen Einzelhandel erworben. Er war Mitglied der Detaillistenkammer seit ihrer Gründung uno seit langen Jahren im Vorstand der Kammer vertreten. Er war auch Mitglied de» Repräsentäntenkollegium». Grntzingen, 13. Okt. Lehrer Abraham r. i b er le s dahier ist im Alter von nur SS Jahren aus dem Leben geschieden. 82 Jahre genoß der Verstorbene in seiner f emeinde hohe Wertschätzung und erregt sein frühes inscheiden aufrichtige Teilnahme. Al» Sohn de» BezierkS-Rabbiner E. Libele» i'p in Breiten wurde er tm Geiste der Thora großgezogen, s, daß er später Andere zu belehren imstande war und auf die Wege de- Rechten zu leiten. Ein Seelenbedürfni» mar er ihm, in die Herzen der Gemeinde, sowie namentlich der ihm anvertraute» Jugend reichen Samen der Belehrung zu senken, Jung und Alt in die Gänge de» religiösen Schrifttumein« zusühren. Zur Trauerfeier haue sich eine große Anzahl Leidtragender in der Synagoge, wohin das pix getragen wurde, eingefundeu. Herr Bez.-Rabbiner Dr. Grzy misch, Bruchsal und Herr Lehrer Ehrlich, Weingarten, hielten tiefempfundene Nachrufe. Kollege Radino will, Flehingen, sang in ergreifender Werfe die Psalmen „Mo-Enosch". Äuf besonderen Wunsch wurde die irdische Hülle in Karlsruhe auf dem Fried- Hose der israel. Religions-GeseUschaft gebettet. Dort widmete Herr Rabbiner Dr. Schisser dem Verstorbenen einen ehrenden Nachruf, Herr Kontor Ltppmann, Karlsruhe, entbot dem Entschlafenen im Namen des Grußherzogl. Oderrot» und seiner K-Üegen in würmen, DkrzltHltt AlÄtktt dkN SkyeiLLgrüß. IBBi Berit«, 18. Okt. Die im Juni ö. I. verstorbene Frau Msttziide Priester, geö. Knüpf, prrr in ihrem Testament der SiaSigerneinb? Berlin 30,6ör) Mark üusg«. fetzt, die at- „Max-Mathilde-Priester-Stistung", von der städtischen Bltnhenqnsialt zugunsten armer blinder Kinder in Ferienheimen verwaltet Werden stL. Berlin, 12. £>*«. Herrn Leutnant d. 8t., Ernst Mandrtbaum, zweite»Sohn desbellaunreu Berliner Industriellen und bulgarischen Generalkonsul», Kommerzienrat Jakob Mandeldnum, wurde in Anerkennung seiner mwrärischen Verdienste da» Eisern« Kreuz erster Klaffe verliehen. Alsbach, 20. Okt. Dem Leutnant der Landwehr und Kompagnieführer Jul. David würbe da» Eiserne Kreuz erster Klasse verliehen. Reichenlachfeu, 1*. Dkt. Dem Dberarzt Dr. Moritz Bachrach wurde da» Eiserne Kreuz erster Klaffe^ verliehen, Er ist Inhaber de» Eisern« Kreuze- 2. Klaffe und de» Oldenburgischen Friedrich- &uauft»®r&en0. 8z raunsbach, 7, Okt. »IzefeldWebel Aöraha« Adler, Lehrer uvd Kantor in Nl«, Sohn Ler KaufmanrSwitw« Rannetts Adler dahier, Inhaber de» Eisernen Kreuze», »vrbr zun, Teutnant »e'ördert. Bromberg, 2S. Sept. Der Geheime Ke^ merzte»- rat Aronsohn, Borsitzevder der hieffgrn Handelskammer, ist zum Ehrenbürger dahier »rnavnt worden. Er hat 88 Jahre lang ununterbrochen im Magistratsdtrnst« der Stadt gestände«. Vermischte-. Krakan, 5. Okt. Ein Verbot gegen Bibel »ud hebräische Sprache hat laut Meldung de» „RoWy Dziennik" (Krakau) vom 1s. September der Direktor des Gymnasium» VII dahie», Schulrat Micolay Mazanov-ky, erlassen. Der Erlaß unter dem 14. 0. Mt», lautet: ,Da «» zu unserer Kenntnis gelangte, daß Gymnafialschmer mosaischer Konfession sich bei Privatlehrern versammeln und dort Bibel «nd Hebräisch lernen, so wird dieses hiermit unter Androhung von Disziplinarstrafen eventuell de» Ausschlusses von der Anstalt verboten". Zeichnet die 9. Kriegsanleihe! nr Am iMerateateil ist die Redaktion riobt verantwortlich; lasbeeoadera ist es ausechHeaeMch Sache der Leser, die in Iiweratefltefl «ffeatteneo Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angehen rellgieatgeaetslicheu Charakters aof Ihre ZuverlBssigkelt au prüfen. STBS Prokurist einet Tuch en gros Geschäfte», kaution-fähig, sucht zeeignete Position, gleichviel welcher »rauche. Samstag und Feiertage stet. Gefl. Offerten »nter ff. M. 100 an die Lxped. de» „Jrraelit" löioo Eisenbranche. Junger Mann sucht p. sofort al» Lagerist und Expedient dauernde Stelle. *. ray geschloffen. Briefe u. 15406 an die Expedition diese» Blattes. 3MMM (fein Anfänger) fftt Kerrrspondenz n. kurzen Angaben v. krieg»wicht. Betrieb in Frankfurt a. M. per sofort Besucht. Flotte» Stenograph, u. staschiuenschreibenBed. Kennt«, in Buchhalt, erwünscht. Gam-tag und israel. Feiertage geschloffen. Au»kührl. Angeb. nebst Zeugni»- abschr. und Gehaltransp-. unter 15420 au die Expedition d. 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