Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 59 (1918)
- Issue
- Heft 43 (24.10.1918)
- Date
- 1918-10-24
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Sette 4 fix. 48 zu sorgen, für bic Jntereffen des Hereins zu wirken und die Grjuche non Lungenkranken UNS ihrem Orte zu beguraLt <n hoben. — Die Uefceinj«.t)un;4 Ser itI'q'Ö* rituttteN Führung dev Heilstätte liegt einer Attunikvmmissisn von 5 Mitgliedern ob, die m Lehre und Leben auf dem Boden des ub.eciti-ferien Judentums stehen. Die Bestimmungen über ä* jüdisch-religiöse Leitung der Heilst an e Knfoi bei einer eventuellen Ktatutenrev'sion nickt obzsändert wcrdrrr. Damit sind nun sie rechtliche >, finanziellen und jüdisch-religiösen Giundlageri und Gewührleistunßm für einen richtigen Ausbau gegeben. An der Spitze de« Bernns sieht ei», Vorstand, neben den Initianten des Werks die berufensten Vertreter der jüdischen Gemeinden und Organisationen der Gchweig. Nun wird h «u mi’I allen st in, d-m Verein Lurch rege BeteUrgung zu seinem edlln Ziele zu verhelfen. Wenauch, bereits die Zeichnungen die Höhe von lOÖOfrO Kr. erreicht tzaben und wenn Sie» anch als schür,er Erfolg beze'chrnr unrd-n nlUst, sS ist e8 bei ureitem nicht genug! N»ch isrrden gvoße Opier gebrach! weiden mllfsni, um tar Werk jL errech'Ln, wie cd geJtfjm rst. Und die Hsff Uttß auf btn Qpjnfim MchW.s^r 3^ö?n Wird nicht unfeerechtigr sein- S-.4 sind alle gL>tß, die Sch-Ürizr Judrii w,r».:u thrL mvrülische Wicht »rfüSrn, Lingebruk h^K L«l' «Ndwsrrss: ^'^2 bmv'o nn« V»r o^pan ^-2 K^ö S7V D11? ^Wkk oin Jeden dem §u»(imsm erhält, orhält eine ganze W«lL.^ Wühl niemand wird an der Natwendigksit des zu errichtenden Sanatvviums zweifeln. Sollte oZ aber det»«och Leute g-.ben, die der Sache skeptisch gegenüber stehen, so »ozea fUdir. von dsn AusdrAckrri des Glücks eifMken Briefe derer lesen, die sich gl-cklich schähttri, teilzunehmsu all ör», vom HllfSoereiu orngemcht»rrn Peffachbetrieb in DavoS. Etwa 10 Jeß«- di« haken »ährend der letzten Ged«oübende ihren Kvanthelrszustaud, wenn such nur sorüberzehe^d, vergossen. Mir sind überzeugt, daß die Jn'dm des AuS« lands es freu.ig brgrüßen werden, wenn wir früher «her später in Davor em intr?nanonakes, jüdische» Sanatorium errichten wollen, oder wenn wir gar mit dem Plane an die Offrntlichksitreten, in Palästina ein Lungsnsanat^rium zu errichten, in de« Lande, das infolge der klimatischen Verhältnisse wie geschaffen für diesen- Hweck ist. Emespondenzen und Lachrichteu. Noten. Pvaromstlmmuna- Marsch««- 15. Ott. Die politisch bedeutsame Stunde der Hoff- «ung und Erwartung m Polen findet iut der Straße kein großes Geschlecht, und die Juden haben leider allen Grund zu den schlimmsten Befürchtungen. Der Boykott geht mrrkUch in eine Pvgromsttmmung über, die bereits i)ü und da bedenkliche Fvrnnn annimmr. Am Sonnrag kam es infolge eines Ttrrithaudels auf dem KerzelPlatz zu einem schweren Uebersa e auf die dort nach Hunderten zählenden jüdischen Klein- Händler. Ihre Kramläden und kleinen Auslagen wurden geplündert, während sie selbst Ilutig geschlagen wurden. Dar folgende Montag wurde von den Polen als hoher Festtag aus Auslaß der nationalen Befreiung begangen. Auch im jüdischen Viertel wehten die Fahnen und bewegten sich in festlicher Stimmung die j Manifestanten. Thesis konnte aber nicht ver->! hindern, h-.\$ an dem Freu,' e,.lüg ön polnischen Nation zu Tausenden inoJlnuiuüonen auf Li Strotze fiogr-n, die -ns Bolk in!- iLerrschastliLster Weue u Pogromen gegen sie Juten au/forderten. Zu f):|e baüe 0;.u Erfolg, Uy sich um die N-.rchmlt!agsftunde eins etwa Tausend Lköpie zähleuse Baus« zusammenrvttere, die dutch die Sa^en zog und jtden Juden, der das Unzttck hatte, ihr in den Weg zu kommen, anhielt, «ueraubte und graumm mr;hsnd;lie. Sogar Fuhrwerke, auf denen a an jüdische Insassen erkan"^- wursrn angehatten und auf diere Weise bear^ WZ gab m-.hreie Schwerverletzte, denen au ^ugcbl-ch wtQ.su bex Ftst:Zw-7ihe *n Len i|femltrf)cn jKttiuno.#jtdltn zau eikk Sie HiUe veri«gr u-ckrde. Hie Miliz vechielt sich im at.'gern inen „neutral^ und zcg c-- vor, Sie Bandrn ruhig gewähren zu laffen. kikkisnen 3er „ilguöss iioirthödoxim." gZKxftfttty 2G. Oft. Der „Ott ho boxe Bei ein" legte beim Btldungsminifter tntu Protest;in gegen die Berleg u n g der^ Gemeinde Wahlen und reichte ftNtzcrdern ctn bringendes Gesuch beim Miniftrfium tzer Znnr?n tin, des Psgrsmhetzr Linhstt zu bieten und die Schutdlßen ihrer verdienten Strafe zuZvführen. 3ü3l{die grhlfiruRöen jum freien polenjßMifäau, fö Okt. Dtt DynnerstagSsttzung im Sradtraie stand aanz im Zeichen der neuen Ereigniffe, die den Traum der Polen nach tin-m freien, selbftändigen Polenreiche in sichtbare Nahe rücken. £$?&• trerer aller Parteien und Fraktionen gaben patriotische Erklärungen ab. Auch fünf jüdische Naimänner sprachen zu den Geschchntsien und Erwartungen des Tages, und zwar B. Elger für die Assimilatoren, Prilutzky für die Votk^- partet, Geivemann für die Zionisten, Dr. Goldfl-.mm tür die Nro-Asfimilarsr-n. Im Namen der Orr h sdo xi t führte Rutmann Wrgmei ste r ungefähr folgendes suK: „Ich bin sicher der Zustimmung all' meiner GcsinnungSgenoffen, wesn ich in diesem für Polen historisch so bedeutsamen Momente die seisrUchste Erklärung abgrbr, daß r?-Lr am Bufbou des Baterlanb-S kräftig Mitwirken wollen. Wir alle erwarten, daß Polen, getreu feinen geschichtlichen Traditionen, zu einem Rechtsstaat emporölüht, der die Strahlen seiner Liebe übrr olle Bürger ohne Unterschiiö seS BlaubenSbeker.ntnisses auSd reitst. / .-n. Ilfferlef aus Polen unS Litauen ®i« StQrer der Schnien b«r KBMrsHtiüer iützischen G»mrind» hohen SM s. Cliobex tzen Xnlerlicht eingrftevr, weit ihre st-orbrrung eioer Taurrungtju!».iLe »»n 100 rrrchr di» zum 4. Ott»der erfüllt worben ssi. Auf einer fifi-ct*ifc^cn Berf«mmlunß deS Sßrretn* jüdischer Lotzrer, feie sich mit feen B»rzängeu d»S iStreikS befatzte, wurfeen drei Lrhrer nut dem werein «uSgeschlvsien, da sie den Streik gedrschen Hütten. Weiter isi die Grür-dung eines Srreikfcmh- und die wrtzrrriialivn eines RatsS -ur Leiiuno der wirrfche-f!- lichen Arbeit de» Verein» deschloffen worden. £i.- jßct’flmmlunj n^hm ßfe:c Vrsrestresolulicw. «»gen ein" jüdische ViirtellÄule an, di« an Sr»6e der streikenden jüdische« Lehrer chriftitche Lehrer eingest.'llt hat. SslbffdsMmmunssreÄt. Mies- 1fr. ®tt Auf Nefchluß der zionistischen Ex»kutivSomitees in Wien und Lemßerg würben am Montag den 14. d. in ganz Oesterreich zwecks Stellungnahme der Jude» zu den inner¬ und außenpolirischen Ereignissen Moffenversammlungen veranstsltet. In diesen Versammlungen wurde das Nation*U SeibftbeftimmungSrecht der Juden proklamiert und für die Juden in Oesterreich die nationale Autonomie verlangt. Aus der Versammlung in Wien im großen KonzerthauSsaale sprachen «. a. Rsichsrats-Abgeordnerer Dr. -V4I99CI 1*71.0 , iJ i"rJ< %r^rii~»'iiifiiinViiil>i1rToiMlti<w Gtrouck, er, der ehemalige Abg. Stand, Jng.-Dr. Lrricker null Navbiner OfiaSThon au-? Krakau. Für den H9. b. i>t in Wien zu dem gleichen Zw-.cke eine R e i ch S ko n f t r e nz d e r Z i o n ist e n OefterrerchH einbrrufen, auf deren Tagcsotchiiunß uls erster Pu:.kt „Der Friede" und al>-i zweier Punkt „Der Umbsu Oesterreichs" stehen. « * Nach 'chcrlduutzen au« Krakau und Lemberg nd in ganz Galizien die jüdischen Berimmluü,!?!! in lenen das Selbstbesiimsi , .; onrm l un gen, muuusrechr muugsrectzr der Böller auch für die Juden g.-sotSert werden sollte, von den Landesbehörden Verbote:, worden. Sie Nukssbsn ösr jüSlscksn Jugend. ZSien, fr. Ott. D'.r Präsident der Wiener Aultuszemeinde, Herr Dr. Alfred Htern, äußerte sich dem Echrisileitcr der ,,Blätter nns der jüdischen Dstlgsn-drwegug", Roberc E. Weiß, ßtzrnüber N»iV di? Aufgübsn der jüdischen Jugend wie „ttm fiibirH «rrfeen, f»S sich feie ^uscufe in ben -firm h-.i ^nbtmnxid »c-fmicB, fir iali iis Sifeti in feev Uriuradic (iMeu «nö jii ihröik TrÜLe!^§8!!/ siS fa'd li? Felle ünfrm* Ifi'IbJ»« fffciil UNS Sl« jützischkN & Unit {B^kräa&? La» wa» Stk Juden kolltzstsif» »Ut in Sr? &4lt milzenommen tzaben, fcn» iH u?nue NriiHlyn. ch-isei nn» «8e», «enn in tyr ist unsere N«rl,naiilSl, unser.Avtis>rrr« infecariAcn. Dck »erftsh» unter OkeliKi»n nicht di« strettge Orrtz»- d«xie, denn t»tr tefeLN nicht in der Zeit det ' TtzettsS. ß&e* mit btt jüSischstt «ktzik, mit Mischen Grttsn A«fe deSrSucheu. mit feer Srdrkischen »spräche. s»8 feie jSSischr ttoßenfe »vll uns »t-.n* ütmoui sein. Sie SkeU-iomät verdirihr jedoch nicht im stnrr.nlefeen fee» Me-sche». sie dringt nach autzr«, fl« «ttl hezeu^ir »--den. Und dazu ivllrn feer Iuxrnfe unsere G«n-4fe! nsie, an er? jüdischen tzest« und Gehräuche diene». Hrfeen Gie, eS ergriff mich eine unisschrotfellche Ke-vetzung, «l» ich einmal am gßchlusie fees AoiteSüienste» einen zan, alten Mann mit einem Kinde vortretrn und fen* A-dhisch-refeaL s-rrichten satz. Der V^siS Ssreke nach feinem ck»ßne usd fea» Kind nach 'Linrm Sater. Peifee rmpfanSe« jütische Saitth. Rauhen Etr mre. im jütischen Leben sinfeen Die feen fessien Lr»st getzen antisemitische Angriffe. ^feda Vereinigu»g »»n jungen Juden ist zu fferdvrn, s»l«x.ge sie nickt reiizrrn-fetLfeiiche »»er gar bi» an feie äutzorfte Srenze gehende assimilatsrische Lenfeenz^u hst. Da» Lasen in feer Derstnigung l^ßt jenen Kitt «rustehen. feer zum Zusammenhalten gegen Angriffe v»n sutzen unbedingt notwendig ist. veistige WemeinsamkeUen eurfiehen unfe im Gespräch stiear ein leiste»- funk« aus, der in de« Gemütern zSndrnd. unfe e-.f»lgreich wirkt. " K» -st sehr z« »nnschen, dntz sich feie jüdische Jrraenfe l»it feem Ltefeankrn d«r Gründung eine» jüdischen KullurzLni um» in Patästin« deschsftigt. Bsr «u «sr ich «in Gegnc, fee» Ztonivmu», feenn fea^ mal» hielt ich den ZtsLiSmu» für eine Utopie, welcher «an da» du ck nrfltzsame Kämpfe Errungene Sicht opfern dürfe. Heute jefesch steht die Gache «nfeer», heute ist feie AuSfichr auf die Besiefelung Palästina» m feie FiShr gerSLr «sd e» ist nicht u«»ahrschemlich, feaß d»rt et« jSfeischesTKulturrentrum geschaffe» «rrfee« isirfe. Wir «vüffen trschtes, am Ruffeau diese» Zestrum» jüdischer Kultur rnitzu-airken unfe daher ist -» sehr zu Segts^eri, «e?n sich die jüdische Jugend mit d«m Palüstinagedanken »efaht. Ich ««r nie ein Gegner fee» zionistischen Gedanke«». WaS mich aber besonder» in der erste« Vyvche Fegen seine Berbraiter aufzuireien Veranlagte, mar jener Umstand, üatz sie alle» Bestehende für völlig «ml»£ erachteten. Nenn jemand, s» wie ich, in fee« traurigsten Zeiten jüdischer »kot auferzogen morden jst wenn jemand, s» «te^ich, am Peter noch da» »Jufeenaml" sah. westerS «ine Austreibung d-r Juden mirerlebre, dann betrachte; man feie gegenwärtige bürgerliche und politische Stellung der Juden tu LDester-eich niit Kinz andere» Aogen. Mir haben zrvar wenig, aber doch etwa» erreicht und die» muffen «tr unter ollen Umstllnden aufrecht erhalten." Uenxr dir Juöen Hetze irr Ler Schule »su S?it?n Antisemitischer P?sfefforen unsi Mnschü!-rr, meinte Herr Etern, wenn ihm ein solcher Fall bsrichttt wird, suche er immer bei den zuftänöigen Behörden ein Einschreiten zu veranlrrffrn. Solche Verstssie dürfen auf keinen Fall sieduldct werden. 05 sich vielleicht einmal die NotwrnLlgkeit der Erricht»ng eines jüdischen Gymnasiums in Wien ergeben werde, wolle man der Zukunft überlassen. Vorläufig sei das Wichtigste die Heranbildung tüchtiger Religions»